Für die kleinen Leute heißt Reform: mehr Beitrag, weniger Leistung, längere Wartezeiten. Merz und Klingbeil schonen den Bundeshaushalt und wälzen die Bürgergeld-Rechnung brutal auf die gesetzlich Versicherten ab.
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Bereits am 29. April soll eine abermalige „Gesundheitsreform“ in Gestalt des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes vom Bundeskabinett beschlossen werden und in die parlamentarischen Beratungen gehen.
Der Gesetzentwurf umfasst insgesamt 43 der 66 Maßnahmen, welche die GKV-Finanzkommission Ende März vorgestellt hatte. Zwölf der Maßnahmen hat das Ministerium nach eigenen Angaben angepasst und 14 weitere Maßnahmen aus dem eigenen Haus aufgenommen.
Um den durchschnittlichen Beitragssatz bis zum Jahr 2030 bei 17,5 Prozent stabilisieren zu können, sollen diese nunmehr 57 jetzt zu beschließenden Einzelmaßnahmen dann im Jahr 2030 insgesamt 42,8 Milliarden Euro an Entlastung für den Beitragssatz bringen. Das wären sogar 2,4 Milliarden mehr an Entlastung, als das ohne Reform für 2030 erwartete Kassen-Defizit von 40,4 Milliarden Euro betragen würde.
36,3 Milliarden Euro der Entlastungssumme soll auf Minderausgaben und 6,5 Milliarden auf Mehreinnahmen entfallen. Von den insgesamt also 42,8 Milliarden Euro sollen die Patienten 4,4 Milliarden tragen durch Leistungskürzungen und Zuzahlungsanpassungen, die Versicherten weitere 3,5 Milliarden durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze und die ab 2028 greifende Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten. Die Arbeitgeber wiederum sollen mit 3 Milliarden Euro belastet werden.
13 Milliarden Euro Kürzung bei Krankenhäusern, 7 Milliarden bei Ärzten
Der größte Teil der Einsparungen soll jedoch die sogenannten Leistungserbringer betreffen, insbesondere also Ärzte und Krankenhäuser. Bei den rund 1.800 Krankenhäusern mit ihren rund 1,5 Millionen Beschäftigten, auf die derzeit rund 33 Prozent der Kassenausgaben entfallen, sollen die Einsparungen durch die jetzt beabsichtigten Maßnahmen bis 2030 auf 12,8 Milliarden Euro anwachsen. Bei der ambulanten ärztlichen Behandlung, die 16 Prozent der Kassenausgaben ausmacht, sollen dies bis zu 7 Milliarden Euro sein, was massive Honorarkürzungen für die 190.000 Ärzte und Psychotherapeuten sowie ihre rund 330.000 Praxisangestellten bedeuten wird.
Es gehört wenig Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass dies zu massivem Leistungsabbau in der ärztlichen Versorgung führen wird, von der Terminvergabe bis zum Behandlungsumfang, auch wenn Ministerin Warken das vehement bestreitet.
Besonders delikat ist in der innerärztlichen Auseinandersetzung, dass der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dem allenthalben zu vernehmenden ärztlichen Aufbegehren massiv in den Rücken gefallen ist, indem er den Gesetzentwurf als „angemessen“ und „ausgewogen“ lobte, um sich dadurch die Gunst der Ministerin für sein persönliches Prestigeprojekt, einer Reform der privatärztlichen Gebührenordnung GOÄ, zu sichern.
Der 12-Milliarden-Skandal soll totgeschwiegen werden
Ein Großteil der den Patienten und Ärzten drohenden Stressfaktoren könnte indes vermieden werden, wenn die Ministerin die wichtigste Empfehlung der Finanzkommission beherzigen und die Finanzierung der Gesundheitskosten der 5,6 Millionen Bürgergeldempfänger nicht länger den Beitragszahlern aufbürden würde.
Zur Erinnerung: Ein Bürgergeldempfänger ist über die gesetzliche Krankenversicherung versichert, zahlt aber keine eigenen Beiträge. Er verursacht Krankheitskosten von durchschnittlich etwa 350 Euro pro Monat, von denen der Staat den Krankenkassen aber nur etwa 140 Euro erstattet. Der Rest muss von den Beitragszahlern getragen werden, die dadurch mit rund 12 Milliarden Euro pro Jahr belastet werden.
Dem Vernehmen nach hat Finanzminister Lars Klingbeil eine Übernahme der Versorgung in den Bundeshaushalt strikt abgelehnt. Und die Gesundheitsministerin hat sich offenbar klaglos gefügt. So darf der Bund diese 12 Milliarden, die den Beitragszahlern aufgedrückt werden, weiterhin verplempern für Radwege in Peru, für die Finanzierung der Asylindustrie, der Klimaindustrie und der Zensurindustrie sowie für das unverschämte weitere Aufblähen der eigenen Bürokratie.
Gesundheitssektor ist Wirtschaftsfaktor und Standortvorteil
Die Zerstörung der deutschen Sozialsysteme durch den Doppelschlag aus gezielter Deindustrialisierung und irregulärer Massenimmigration ist auch mitverantwortlich für den Hang deutscher Politiker, den Gesundheitssektor immer nur als Kostgänger der Gesellschaft einzuordnen. Doch hierzulande sind immerhin 6,2 Millionen Menschen im Gesundheitswesen im engeren Sinne beschäftigt, in der gesamten Gesundheitswirtschaft sind es sogar 7,7 Millionen.
Das Gesundheitswesen ist damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Und seine Leistungsfähigkeit war bis in die jüngste Vergangenheit ein wichtiger Pluspunkt bei den unter linksgrünem Missmanagement sich rapide verschlechternden Standortbedingungen für die Anziehung ausländischer Investitionen und hochqualifizierter ausländischer Spezialisten.
Und nicht zu vergessen, dass die Medizin eine der wenigen verbliebenen Bereiche ist, in denen Deutschland nach wie vor in der Spitzengruppe der weltweiten Forschung mitmischt, insbesondere an den 40 medizinischen Fakultäten von Universitäten und Hochschulen.
65 Prozent der Bürgergeldempfänger haben Migrationshintergrund
Auch wenn namentlich seitens der Asylindustrie und ihrer Protagonisten bei Linken und Grünen immer wieder versucht wird, Nebelkerzen hinsichtlich des Zusammenhangs von Bürgergeld und verfehlter Migrationspolitik zu werfen, sind die Zahlen schlichtweg erdrückend. So liegt der Anteil von Ausländern an der Gesamtbevölkerung bei 15 Prozent, ihr Anteil an den 5,6 Millionen Bürgergeldempfängern jedoch bei 40 Prozent. Und von den 60 Prozent der Bürgergeldempfänger mit deutschem Pass haben wiederum 40 Prozent einen Migrationshintergrund.
Insgesamt haben also rund 65 Prozent und damit fast zwei Drittel der Bürgergeldempfänger einen Migrationshintergrund. Einen klareren Beweis dafür, dass die deutsche Migrationspolitik komplett fehlgeleitet und faktisch mit einer Armutsmigration in die zusammenbrechenden deutschen Sozialsysteme gleichzusetzen ist, kann man sich kaum vorstellen.
Zuzahlungsfreier Zahnersatz für Bürgergeldempfänger bleibt unangetastet
Doch die Bürgergeldempfänger werden nicht nur mit der beitragsfreien Versorgung in einem immer noch leistungsfähigen Gesundheitssystem bei Laune gehalten. Wie stark sie gegenüber den beitragszahlenden Versicherten bevorteilt werden, zeigt sich nirgendwo besser als bei den Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen. So ist der Zahnersatz für den Bürgergeldempfänger nahezu immer kostenfrei, also ohne die sonst üblichen bis zu 40 Prozent Eigenbeteiligung, da sein Einkommen im Regelfall die Härtefall-Grenze von 1498 Euro pro Monat nicht überschreitet.
Dass diese Regelung unangetastet bleiben soll und auch weiterhin die rund 900.000 syrischen, irakischen und afghanischen Flüchtlinge im Bürgergeld ihren Zahnersatz vollkommen kostenfrei erhalten, obwohl sich doch angeblich „alle“ an den jetzt anstehenden Einsparungen beteiligen sollen, kann nur als Schlag von Union und SPD ins Gesicht des normalen Beitragszahlers verstanden werden.
Zwei Drittel der Bürgergeldempfänger sind zuzahlungsbefreit
Doch auch bei den Zuzahlungen für Arzneimittel, Heilmittel oder Krankenhausbehandlung lebt es sich im Bürgergeld sehr auskömmlich. Dort beträgt die Belastungsgrenze, ab der sämtliche Kosten von den anderen Versicherten zu tragen sind, nur 135 Euro pro Jahr (2-Prozent-Grenze) oder 68 Euro (1-Prozent-Grenze bei chronisch Kranken). Bei einem Durchschnittsverdiener mit einem Monatsbrutto von 3.500 Euro liegt die Belastungsgrenze mit rund 840 Euro bereits beim mehr als Sechsfachen. Und beim Gutverdiener mit 6.000 Euro Monatsbrutto sind es dann mit etwa 1.440 Euro mehr als das Zehnfache.
Dementsprechend erreichen nahezu zwei Drittel der Bürgergeldempfänger regelmäßig die Belastungsgrenze und sind dann von weiteren Zuzahlungen im Jahr befreit, während dies bei den regulären Beitragszahlern nur bei etwa 10 Prozent zutrifft. Im Ergebnis machen Bürgergeldempfänger nahezu die Hälfte aller Zuzahlungsbefreiten aus.
Beitragsfinanzierung der Bürgergeldempfänger ist verfassungswidrig
Allerdings wehren sich auch die Krankenkassen gegen den Versuch des Staates, die Kosten der von ihm selbst verursachten Probleme auf die Beitragszahler abzuwälzen. Sie haben vor dem Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen Klage gegen den Bund auf Übernahme sämtlicher Kosten für die Krankenversorgung der Bürgergeldempfänger erhoben. Wesentlicher Teil der Begründung ist, dass das Bundesverfassungsgericht zuletzt in einer Entscheidung von 2005 bekräftigt hat, dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung streng zweckgebunden zu verwenden sind, so dass eine Zweckentfremdung zur Finanzierung genuiner staatlicher Aufgaben verfassungswidrig ist.
Funktionierende Sozialsysteme und offene Grenzen sind unvereinbar
Der als „Gesundheitsreform“ getarnte Offenbarungseid der Merz-Regierung ist also als Eingeständnis zu werten, dass funktionierende Sozialsysteme einerseits und offene Grenzen für alle Wirtschaftsflüchtlinge dieser Erde andererseits unvereinbar sind. Um die linksgrüne Realitäts-Aversion im Gesundheitsbereich noch ein paar weitere Jahre betreiben zu können, sollen jetzt Beitragszahler, Patienten, Krankenhäuser und Ärzte für staatliche Versäumnisse massiv belastet werden.
Hinzu kommt: All diejenigen, die der Zwangsversicherung entkommen konnten, weil sie privat oder über die Beihilfe der Beamten abgesichert sind, müssen sich an der Finanzierung dieser staatlichen Aufgabe nicht beteiligen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der Kanzler drückt sich, aber seine Putzfrau muss zahlen. Das macht die Weigerung der privat versicherten Gesetzesmacher, sich an der staatlichen Aufgabe der Finanzierung der Bürgergeldempfänger zu beteiligen, zu einem gesellschaftspolitischen Skandal der höchsten Kategorie.



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Wenn die sozialistischen Altparteien sich endgültig vernichten wollen, dann bitte genau so bringen. Ohne eine Beteiligung der Beamten + ohne Übernahme der tatsächlichen Kosten der medizinischen Versorgung von Bürgergeldempfängern (versus 70 % Migranten) durch den Staat, schaufelt man sich hier sein eigenes Grab. Eine besser Wahlkampfhilfe für die AfD kann es gar nicht geben. Ersatzweise kann man bei Migranten auch die medizinische Versorgung auf eine Notversorgung umstellen. Mehr gibt es nicht. Punkt. Wann endlich stehen die Bürger endlich auf, die diesen ganzen Schwachsinn durch Ihre Arbeit bezahlen und als Dank dafür noch bespuckt und beleidigt werden. Das Fass ist randvoll.… Mehr
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Genau den obigen Elektrorollstuhl (12,5 Kilo schwer) hat mir die Krankenkasse bezahlt. 10 Euro Zuzahlung. Und wegen der Wirtschaftlichkeit durfte die Krankenkasse beim Sanitätshaus etwas über 3.300 Euro bezahlen. Der Anbieter im Link, will bei seinem Preis auch noch was verdienen.
Das zum Thema Preisverhandlungen Krankenkasse und ???
„Massiver Leistungsabbau in der ärztlichen Versorgung, von der Terminvergabe bis zum Behandlungsumfang.“
Ja danke an die Ärzteschaft, total „empathisch“ und „verantwortungsbewusst“.
„Besonders delikat ist in der innerärztlichen Auseinandersetzung, dass der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, (…), um sich dadurch die Gunst der Ministerin für sein persönliches Prestigeprojekt, einer Reform der privatärztlichen Gebührenordnung GOÄ, zu sichern.“
DAS interessiert mich nun irrsinnig – bitte unbedingt mehr Infos über die Reinhardt’sche „Reform der privatärztlichen Gebührenordnung GOÄ“!!!
Merkels Politik der Masseneinwanderung ins deutsche Sozialsystem war von Anfang an ein Destruktionsprogramm, das von Scholz und nun Merz fortgesetzt wurde. Nun wird man die gerufenen Geister nicht mehr los. Noch immer verhindert eine verlogene politische Korrektheit, diese multidimensionale Katastrophe ehrlich anzugehen und Schlimmeres zu verhindern. Jedem halbwegs intelligenten Bürger war von vornherein klar, daß die millionenfache Zuwanderung meist fremdkultureller und bildungsferner Migranten ins Chaos bzw. zu einer völligen Überforderung unserer Gesellschaft führen muß. Massenzuwanderung und national begrenztes Sozialsystem schließen sich einfach aus. Auch könnte man mit den finanziellen Mitteln, die für einen aufgenommenen Migranten aufgewendet werden, in den Herkunftsländern… Mehr
Diese so genannte Reform der Gesundheitsfürsorge verdient nicht nicht einmal die Tinte für die Buchstaben . Es ist der reinste Schwachsinn . Am Thema vorbei ,zu Lasten der „ Schonimmerhierlebenden „ Zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung . Aber warum kriegen diese Politiker keine vernünftige Reform zustande ? Weil das Alles sie nicht betrifft ! Es geht ihnen am Allerwertesten vorbei ! Zahlen diese in die Krankenkassen ein ? Haben sie Probleme bei Hausärzten und Fachärzten ? Werden sie im Krankenhaus im Dreibettzimmer untergebracht ? Also ! Das ist der Versuch dem Tumben Volk eine Reform vorzugaukeln um die nächsten Frechheiten… Mehr
Können wir abkürzen.
Solange über die Hälfte der Empfänger Ausländer und keine Bürger sind, ist jede weiter Diskussion zwecklos.
Politische Untreue in Reinform.
Die gesetzliche Krankenversicherung ist heute eine Geldmaschine für die Profiteure.
Für den gesetzlich Versicherten einfach nur eine Massenabfertigung wie am Fließband, sehr schwache Leistung gepaart mit horrenden Beiträgen.
Tendenz: schlimmer werdend ❗
„Und die Gesundheitsministerin hat sich offenbar klaglos gefügt“.
Inkompetente Quotenministerin❓
Ein Unding auch das Mehrwertsteuer auf Medikamente erhoben wird.
Wenn die Mehrwertsteuer im Ganzen angehoben werden würde ( außer Medikamente und medizinische Dienstleistungen) um die Beiträge der beim Staat angestellten „Bürgergeldempfänger“ zu bezahlen, ok. Gleichzeitig müssen die Leistungen für diese Klientel nur für das nötigste gewährt werden.
Beim Vergleich Bürgergeld mit der Arbeit zu Mindestlohn fallen immer die Zuzahlungen hinten runter. Ebenso die GEZ Gebühren und die Fahrtkosten zur Arbeit. Jetzt soll auch in der Rente die Basisabsicherung das kommende Niveau sein. Also das Niveau der Rente soll dann laut Merz an das der Bürgergeldbezieher angeglichen.
Und dann wundert sich noch jemand, dass niemand im Hotel, Restaurant oder als Bäckereiverkäuferin arbeiten will, wenn es auf dem Sofa auch das gleiche Geld gibt?