Trauerwache Dresden: Menschen gedenken Opfern migrantischer Gewalt – Medien schauen weg

Dem Aufruf von Michael Kyrath und Trauerwache Deutschland folgend, versammeln sich Hinterbliebene in Dresden und durchbrechen das Schweigen über Opfer migrantischer Gewalt, die sonst namen- und gesichtslos bleiben. Während Medien das Ganze vollständig ausblenden, rechnet Waldemar Hartmann schonungslos mit Politik, Justiz und Berichterstattung ab.

Screenprints via X - Collage: TE

Ein Sachsen-Medium dampft die Teilnehmerzahl auf 500 herunter, auf vielen Aufnahmen sieht es nach geschätzt 1.000-2.000 Menschen aus, die am Samstag in Dresden zusammenkamen und dem Aufruf von Michael Kyrath und der Trauerwache Deutschland folgten. Es ist die zweite große Kundgebung dieser Art nach der ersten Trauerwache am 15. November 2025 am Pariser Platz in Berlin. Im Zentrum stehen Opfer von migrantischen Gewaltverbrechen, die oft gar nicht erst in die Schlagzeilen gelangen und für die breite Öffentlichkeit namen- und gesichtslos bleiben. Genau das ist der Ausgangspunkt dieser Versammlung: Menschen, deren Geschichten nicht erzählt werden, weil sie in der linken Medienmechanik keinen Platz haben.

Wer in Dresden auf dem Platz stand, dem stillen Trauerzug folgte, sah kein übliches Demonstrationsbild. Keine Fahnenmeere, keine Sprechchöre, keine durchorganisierte Bühne. Stattdessen eine ruhige, dichte Ansammlung von Menschen, die gekommen waren, ohne mobilisiert, ohne transportiert worden zu sein. Viele sind aus anderen Städten angereist, auf eigene Kosten, ohne jede Infrastruktur. Auch dieser Punkt der Eigenleistung ist einer der sehr vielen, die diese Versammlung vom gewohnten Protestbetrieb trennt.

Trauerwache Deutschland versteht sich selbst als überparteiliches Gedenken ohne jede Kampagnenlogik. Der Fokus liegt ausschließlich auf den Opfern von migrantischer Gewalt, Terror und schwerer Kriminalität – und auf deren Familien und Freunden. Es geht darum, ihnen einen öffentlichen Raum zu geben, den sie sonst nicht bekommen. Während Tätergeschichten changierend zwischen „Ein Mann“ und hin und wieder medial bis ins Detail ausgeleuchtet werden, bleiben Opfer in der Regel gesichts- und namenlos, verschwinden die Opfer meist vollständig aus dem Blick. Ebenso wie das, was ein Mord, eine Gewalttat, eine Vergewaltigung, das Fehlen eines geliebten Menschen im Leben der Angehörigen bedeutet. Ein Leben, das nicht mehr gelebt werden kann. Lachen und Streit, die nicht mehr stattfinden. Leben, die nicht mehr gestiftet werden können und mit einem Mord manchmal auch Familienlinien enden. Diese zahllosen Schicksale, die schweren Verwüstungen im Leben der Hinterbliebenen lesen Sie nicht in Zeitungen, hören Sie in keiner Sondersendung der Öffentlich-Rechtlichen.

Das erklärt auch die emotionale Wucht dieser Veranstaltungen. Es geht nicht um abstrakte Debatten, sondern um konkrete Namen, konkrete Taten, konkrete Verluste, konkreten Schmerz. Genau das unterscheidet diese Form des Gedenkens von jeder politischen Demonstration.

Michael Kyrath steht dafür mit seiner eigenen Geschichte. Seine Tochter Ann-Marie und ihr Freund Danny wurden am 25. Januar 2023 im Regionalzug bei Brokstedt brutal ermordet. Der Täter, Palästinenser, war mehrfach vorbestraft, ausreisepflichtig – und dennoch auf freiem Fuß. Dieser Bruch ist der Ausgangspunkt für alles, was danach folgte.

Aus dieser Erfahrung entsteht kein klassischer Aktivismus. Kein Verein, keine NGO, keine Kampagnenstruktur. Kyrath setzt bewusst auf ein Gegenmodell: Menschen kommen selbst, organisieren sich selbst, entscheiden selbst. Genau deshalb passt dieses Zusammenkommen von Menschen nicht in die gewohnten Raster. Es ist Michael Kyraths ganz großer Verdienst, Hinterbliebenen, Angehörigen einen gemeinsamen Anlaufpunkt zu geben. Um gemeinsam zu bedeuten, dass es ihre Lieben gegeben hat, dass sie wertvoll und wichtig waren. Dass sie wichtig sind. Dass sie geliebt wurden. Und werden. Dass sie nicht vergessen werden. Etwas, das die politmediale Öffentlichkeit den Menschen nicht gibt. Was sich aber nicht weiter stillschweigend hinnehmen lässt.

Im Trauerzug tragen die Hinterbliebenen die Fotos ihrer Liebsten. Das ist bereits als Betrachter kaum auszuhalten. Um wieviele Millionen mal schwerer muss es für diese Menschen sein, die an ihre Angehörigen erinnern. Ebenso wie der Umstand, dass seitens der Politik einfach nichts dafür getan wird, diese unhaltbaren Zustände zu beenden. Im Gegenteil. Politik und Medien verraten durch ihr Wegsehen, ihr Schweigen, ihre Untätigkeit die Menschen immer noch ein weiteres Mal.

Eine Nutzerin kommentiert nüchtern wie treffend: „Die Angehörigen haben lebenslänglich. Die Täter sehr oft nicht.“

Alle diese Menschen, die Ermordeten, die Toten, denen bei der Trauerwache gedacht wird, könnten heute noch leben. Sie sind Opfer einer kopflosen und brutalen Massenmigration, die auch elf Jahre später immer noch nicht korrigiert wird. Die Täter hätten in den meisten Fällen gar nicht mehr in Deutschland sein dürfen. Wie fasst man das in Worte, wo hinein schreit man seine Verzweiflung, Wut, Trauer, Schmerz über den Zustand, dass die Politik den Krieg nach Deutschland geholt hat und der hier zu Tausenden Opfer nach sich gezogen hat – und nichts, nichts, nichts an diesen Zuständen ändert, außer, sie weiter zu verschärfen? In welches Foto kann man hineingreifen und seinen damals noch lebenden Angehörigen in die Gegenwart ziehen, in der es ihr oder ihm gut geht, man das Lachen wieder hört oder all die tausend kleinen Dinge wieder zum Leben erwecken, die diesen Menschen ausgemacht haben?

Viele ihrer Namen werden verlesen. Und dennoch können nicht alle Erwähnung finden. Das ist der Zustand Deutschlands 2026.

Parallel dazu bleibt der mediale Raum auffällig still und brüllend leer. Eine Veranstaltung mit hunderten bis tausenden Teilnehmern findet statt, ohne dass große Medien sie im Vorfeld überhaupt erwähnt haben. Während selbst kleinste Klimaproteste mit 15 Personen zuverlässig angekündigt, begleitet und eingeordnet werden, bleibt diese Trauerwache unsichtbar.

Das ist kein Zufall, sondern bewusste Aussparung.

Vor Ort wird diese Leerstelle konkret. Passanten bleiben stehen, schauen hinüber, fragen, worum es da überhaupt geht. Sie wissen es nicht. Nicht, weil es keine Informationen gäbe, sondern weil sie nicht verbreitet werden. Eine große Versammlung mitten in der Stadt – und dennoch für viele unsichtbar. Genau so entsteht öffentliche Blindheit und ganz genau so ist es von den großen Medien gewollt. Auch die Bildagenturen liefern dazu genau: null Bilder.

— Emma Richter (@politerei) April 25, 2026

Michael Kyrath beginnt seine Rede mit einem offenen Eingeständnis von Schmerz und Überforderung. Er spricht die Betroffenen direkt an – Hinterbliebene, Familien, Freunde, Kollegen – und macht klar, dass dieser Ort kein gewöhnlicher Anlass ist. Es sei „alles andere als eine Freude“, hier zu stehen, sagt er, weil das, was sie zusammenführt, für viele beunruhigend, für manche erschreckend und für andere zutiefst persönlich sei. Dann benennt er, wer er ist: der Vater der 17-jährigen Ann-Marie, die im Januar 2023 im Zug bei Brokstedt ermordet wurde. Neben ihr wurde auch ihr 19-jähriger Freund Danny ermordet, als ein mehrfach vorbestrafter, ausreisepflichtiger Palästinenser ohne Vorwarnung ein Messer zog und 38-mal zustach. Kyrath hält sich nicht bei der schrecklichen Tat auf, sondern bei dem, was für ihn als Vater bleibt. Ein Gedanke gibt ihm Halt: Seine Tochter war in diesen letzten Sekunden nicht allein. „Sie starben nicht allein“, sagt er, und dieser Satz steht im Raum, ohne jede Ausschmückung, aber mit voller Wucht.

Aus diesem persönlichen Verlust heraus beschreibt Kyrath, was danach geschah. In den Tagen und Wochen nach der Tat meldeten sich immer mehr Eltern bei ihm, die seit 2015 ihre Kinder verloren hatten. Es blieb nicht bei Gesprächen, sondern entwickelte sich ein Netzwerk aus Austausch, gegenseitiger Hilfe und geteiltem Wissen. Mit der Zeit wurde ihm klar, dass es sich nicht um vereinzelte Fälle handelte, sondern um ein Muster, das weit über das hinausgeht, was Politik und Medien als Einzelfälle darstellen.

Die Gruppe der Betroffenen wuchs – zunächst vor allem verwaiste Eltern, später auch Familien, die andere Angehörige verloren hatten. Parallel dazu rückte ein weiteres Thema in den Vordergrund: Eltern von Mädchen, die Opfer schwerer sexueller Gewalt geworden waren. Kyrath beschreibt, wie sich dabei zwei Entwicklungen abzeichnen. Die Opfer werden immer jünger, teilweise begegnet er heute Fällen von zehnjährigen mißbrauchten Mädchen. Gleichzeitig nimmt die Brutalität zu. Mehrere migrantische Täter, die nicht nur Gewalt ausüben, sondern sie begleiten, filmen, verhöhnen.

Kyrath schildert, was das konkret bedeutet: körperliche Verletzungen, gezielte Zerstörung, und am Ende schwer traumatisierte Kinder und junge Frauen. Er berichtet von eigenen Besuchen bei Familien, von Mädchen, die seit Jahren in abgedunkelten Zimmern leben, die in Panik geraten, wenn Licht einfällt, die von Erinnerungen verfolgt werden, die sich nicht abschütteln lassen. Er beschreibt Situationen, in denen Opfer versuchen, Spuren des Täters von ihrem Körper zu entfernen, und verweist auf die psychischen Folgen bis hin zu Selbstverletzung und Suizid. Der Fall der jungen Spanierin Noelia, die nach jahrelangem Kampf ihrem Leben ein Ende setzte, steht für ihn exemplarisch für diese Entwicklung.

Interview mit Michael Kyrath
Von Opfern, Politik und Vertuschung: Die erschütternde Realität der Gewalt in Deutschland
Aus diesen Erfahrungen heraus formuliert Kyrath seine schärfste Kritik. Er zeigt sich befremdet und zugleich erschrocken darüber, wie in Politik und Medien reale Gewalttaten mit virtuellen Delikten gleichgesetzt werden. Dabei gehe es ihm nicht darum, digitale Straftaten zu relativieren. Aber er verlangt dieselbe Aufmerksamkeit und Solidarität für Opfer realer Gewalt. Er stellt klar, dass diese Opfer nicht politisch etikettiert werden dürfen, nur weil sie Täter benennen können. In diesem Zusammenhang richtet er auch einen direkten Appell an die Justiz. Urteile, die bei schweren Gewalttaten mit geringen Strafen enden, empfindet er als nicht nachvollziehbar. Wenn solche Entscheidungen „im Namen des Volkes“ getroffen werden, müsse dieses Urteil auch verständlich sein. Wenn es erklärt werden müsse, sei es aus seiner Sicht bereits falsch. Solche Urteile untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat, besonders dann, wenn Opfer und Täter im Alltag weiter aufeinandertreffen. Kyrath führt zurück zum eigentlichen Anlass der Versammlung: dem Gedenken an die Opfer seit 2015, auch an jene, die nicht öffentlich genannt werden können oder sollen.

Gleichzeitig richtet Kyrath den Blick nach vorn. Er will Mut zusprechen, nicht aufzugeben. „Aufgeben ist keine Option“, sagt er – ein Satz, den er mit seiner Tochter verbindet und der für ihn zum Leitmotiv geworden ist. Der Satz ist auch das Leitbild für Trauerwache Deutschland geworden. Kyrath spricht über Belastungsgrenzen, über persönliche Stärke, über die Fähigkeit, auch in extremen Situationen weiterzumachen. Für sehr viele Menschen ist es schier unbegreiflich, wo dieser Mann seine Kraftreserven mobilisiert, immer weiterzumachen.

Abschließend erweitert er den Kreis noch einmal: Er dankt Polizei, Rettungskräften und Helfern, die täglich mit solchen Situationen konfrontiert sind, oft ohne ausreichende Unterstützung. Und er richtet einen einfachen Appell an die Anwesenden: hinzugehen, Danke zu sagen, Anerkennung zu zeigen – als kleine, aber konkrete Form von Respekt in einem Umfeld, das genau daran oft spart.

Neben Initiator Michael Kyrath steht an diesem Tag auch Waldemar Hartmann auf der Bühne und spricht zu den versammelten Menschen. Er beginnt mit dem Hinweis, dass alle, die gekommen sind, dies in eigener Regie getan haben, ohne Organisation, ohne finanzielle Unterstützung, ohne vorbereitete Strukturen. „Es gab keine NGO … es gab keinen Bus, der schon bezahlt war … es gab keine finanziellen Anreize“, sagt er, und beschreibt damit bewusst den Gegensatz zum üblichen Demonstrationsbetrieb, den er als „Demowanderzirkus“ charakterisiert. Seine Schlussfolgerung folgt unmittelbar: „Hier, heute ist das anders, denn das hier ist keine Demo, das ist die Trauerwache Deutschland.“

Hartmann beschreibt, dass er zunächst gezögert habe, die Einladung anzunehmen. Nicht aus Unsicherheit, sondern weil er klären wollte, welche Rolle er einnehmen soll. Klagen und Weinen seien nicht seine Aufgabe, erklärt er, und zieht einen historischen Vergleich zu bezahlten Klageweibern. Stattdessen formuliert er seinen Anspruch: Er wolle „Klage führen“ – gegen Behörden, Institutionen, Organisationen, Politik und Medien. Der eigentliche Anlass dieser Versammlung sei nicht nur das Verbrechen selbst, sondern das Verhalten danach, das er als „beschämend“ bezeichnet.

Dann beginnt er, eine lange Reihe konkreter Fälle aufzurufen, bewusst detailliert, bewusst ohne Abstraktion. Er startet mit dem Anschlag am Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016, bei dem ein islamistischer Attentäter mit einem gestohlenen Lkw in den Weihnachtsmarkt fährt, 13 Menschen tötet und 67 verletzt. Er beschreibt die Tat als Ausgangspunkt einer Entwicklung, die sich seitdem fortgesetzt habe.

Es folgt der 28. Juli 2017 in Eckernförde. Eine Mutter wartet auf ihre Tochter und ihren Enkel. Beide werden von einem ehemaligen Lebensgefährten aus Algerien brutal ermordet. Hartmann schildert die Tat in ihrer Brutalität – die Messerstiche gegen die Mutter, die gezielte Tötung des Kindes im Sitz. Er tut das, weil diese Details aus seiner Sicht im öffentlichen Diskurs verdrängt werden.

Hartmann fährt fort mit dem 18. Oktober 2022, als die jungen Männer Jonas und Sascha nach der Arbeit von einem abgelehnten Asylbewerber aus Somalia auf offener Straße erstochen werden. Dann der 5. Dezember 2022 in Illerkirchberg: die 14-jährige Ece wird auf dem Schulweg von einem abgelehnten Asylbewerber aus Eritrea angegriffen und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus.

Es folgt der Fall Leonie vom 25. Juni 2021. Drei Täter locken das 13-jährige Mädchen in eine Wohnung, machen sie mit Ecstasy gefügig, missbrauchen sie mehrfach, filmen die Tat und dokumentieren sogar den Todeskampf. Danach versuchen sie, die Spuren zu beseitigen. Hartmann schildert auch diesen Ablauf vollständig, weil genau diese Realität nach seiner Darstellung im öffentlichen Raum nicht mehr vorkommt.

Dann kommt der Fall, der unmittelbar mit Michael Kyrath verbunden ist. Der 25. Januar 2023 in Brokstedt. Ann-Marie, 17 Jahre alt, sitzt mit ihrem Freund Danny im Zug. Beide sind erst seit wenigen Tagen ein Paar. Ein mehrfach vorbestrafter, staatenloser Täter greift sie an und sticht insgesamt 38-mal auf sie ein. Hartmann beschreibt diesen Moment knapp, aber eindringlich, und fasst ihn mit einem Wort zusammen: „Unfassbar.“

Aus dieser Reihe zieht er seinen grundsätzlichen Vorwurf. All diese Taten würden in den Medien meist als regionale Einzelfälle behandelt und verschwänden schnell wieder aus dem Fokus. Dann folgt der Vergleich, der die Richtung seiner Kritik deutlich macht. Während diese Verbrechen verblassen, rücke anderes in den Mittelpunkt. Er nennt konkret Politiker Till Backhaus und dessen öffentlichkeitswirksamen Umgang mit dem Wal „Timmy“. Hartmann beschreibt, wie Backhaus sich tagelang um das Tier kümmert, Pressekonferenzen gibt, sogar auf einem Boot übernachtet, um dem Wal nahe zu sein. Dem stellt er eine Frage entgegen: Ob es einen Minister gebe, der jemals neben einem Opfer einer Gewalttat, einem verletzten Polizisten oder Rettungskräften auf einer Intensivstation übernachtet habe. Seine Antwort ist eindeutig: nein.

Dann wechselt Hartmann zum Fall Aschaffenburg. Ein ausreisepflichtiger Täter greift Menschen in einem Park an, tötet ein zweijähriges Kind, verletzt weitere Personen schwer und tötet einen Helfer. Dieser Fall erreicht bundesweite Aufmerksamkeit. Hartmann sieht den Grund dafür im Wahlkampf und zitiert Friedrich Merz mit den Worten: „Das Maß ist voll … Grenzkontrollen … Zurückweisungen … Abschiebungen müssen ab sofort täglich stattfinden.“ Seine Bewertung folgt unmittelbar: Solche Aussagen würden im Wahlkampf gemacht, danach aber nicht umgesetzt.

Hartmann beschreibt daraufhin ein immer gleiches politisches Muster. Nach Taten folge zunächst Empörung, dann der Ruf nach Aufklärung und Härte, anschließend die Warnung vor Überreaktionen und schließlich die Rückkehr zur Tagesordnung. Nach einiger Zeit rede niemand mehr darüber. Dieses Muster sei der eigentliche Grund, warum Veranstaltungen wie diese überhaupt notwendig seien.

Ein zentraler Punkt von Hartmanns Kritik richtet sich gegen die aus seiner Sicht zunehmende Fokussierung auf Täter. Er formuliert es klar: „Vor allem wird nicht über die Opfer geredet.“ Stattdessen werde die Biografie der Täter bis ins Detail untersucht, auf der Suche nach Erklärungen. Gleichzeitig blieben die Familien der Opfer oft allein zurück. Hartmann schildert, dass einige von ihnen Schwierigkeiten hätten, Beerdigungskosten zu tragen oder Grabsteine zu finanzieren. In einzelnen Fällen seien ihnen sogar Kosten für Obduktionen in Rechnung gestellt worden.

Im nächsten Schritt wendet sich Hartmann der Justiz zu. Er kritisiert eine Entwicklung, bei der Täter immer häufiger in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen werden, statt Haftstrafen zu verbüßen. Dabei nennt er konkrete Kosten von bis zu 300.000 Euro pro Jahr, die letztlich vom Steuerzahler getragen werden. Als Beispiel führt er den Fall Völklingen an, bei dem ein Polizeibeamter erschossen wurde. Der Täter wurde nicht wegen Mordes verurteilt, sondern in eine forensische Psychiatrie eingewiesen. Hartmann zitiert die Begründung der Richterin, wonach die Steuerungsfähigkeit des Täters erheblich vermindert gewesen sei, und bezeichnet dieses Urteil als „Verrat“.

Er verbindet diese Kritik mit einem weiteren Punkt: der Belastung der Justiz durch Strafanzeigen von Politikern. Er nennt Agnes Strack-Zimmermann mit rund 2000 Anzeigen sowie Robert Habeck und den Bundeskanzler mit zahlreichen weiteren Verfahren. Hartmann zieht daraus den Schluss, dass Ressourcen der Justiz an anderer Stelle gebunden würden.

Ein weiterer Abschnitt von Hartmanns Rede gilt dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg am 20. Dezember 2024, bei dem sechs Menschen, darunter ein neunjähriger Junge, getötet wurden. Hartmann beschreibt die Bilder der Tat, die Verletzten und die Opfer und kritisiert, dass das Verfahren seiner Ansicht nach zu lange dauere und teilweise zur Bühne für den Täter werde.

Anschließend weitet er den Blick und zeichnet eine Entwicklungslinie. Er erinnert an das Jahr 2006 und das sogenannte Sommermärchen während der Fußball-Weltmeisterschaft. Deutschland habe sich damals als offenes Land gezeigt, ohne Poller, ohne Sicherheitsbarrieren, ohne Kontrollen. 2014 habe es mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft noch einmal einen ähnlichen Moment gegeben. Danach sieht er einen Bruch, den er mit Merkels Satz „Wir schaffen das“ verbindet.

Hartmann nennt Zahlen zu Asylanträgen seit 2015 und spricht von unkontrollierter Zuwanderung. In diesem Zusammenhang thematisiert er den politischen Islam, Parallelgesellschaften und kulturelle Konflikte. Er widerspricht ausdrücklich Christian Wulff und dessen Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland. Darauf folgt ein ausführlicher und dramatischer Einblick zur Kriminalitätsentwicklung. Hartmann spricht von rund 30.000 Messerangriffen pro Jahr, etwa 80 pro Tag, und von Gruppenvergewaltigungen im täglichen Durchschnitt. Er stellt diese Zahlen in den Zusammenhang mit einem hohen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger und kritisiert, dass diese Themen im öffentlich-rechtlichen Raum nur selten oder wenn, dann nur sehr verzerrt behandelt würden.

„Laut einer Umfrage unter jungen Muslimen tendieren rund 40 Prozent zum militanten Islamismus. Und die Politik schaut zu. Genau. Zurück in die Heimat. Sie schauen zu und sie schauen zu. Anfang dieser Woche veröffentlichte das Bundeskriminalamt die Polizeistatistik für 2025. Und dort decken sich diese Ergebnisse mit dem, was ich Ihnen vorher gesagt habe. Da hat sich auch zum Vorjahr 2024 wirklich nicht viel verändert. Die Zahl der Messerangriffe in Deutschland bewegt sich um die 30.000 jährlich. Das bedeutet etwa 80 am Tag. Wobei ich nach Auskunft von einem Ermittler, mit dem ich darüber diskutiert habe, erfahren habe, dass ein dreimaliger Stich ins Herz in der Statistik als Körperverletzung geführt wird. Ach so. Ja, gut, dass wir das jetzt alles wissen.“

Hartmann verbindet diese Kritik mit einem grundsätzlichen Angriff auf Medien. Er verweist auf Fälle journalistischen Fehlverhaltens, spricht über Themenverschiebungen und eine Berichterstattung, die sich nach seiner Einschätzung von der Realität der Menschen entfernt habe. Auch Entwicklungen im Schulalltag und kulturelle Spannungen spricht er in diesem Zusammenhang an. Zum Abschluss richtet sich seine Kritik gegen die politische Spitze des Staates. Er thematisiert eine Rede von Frank-Walter Steinmeier am 9. November und stellt ihr den Amtseid des Bundespräsidenten gegenüber. Hartmanns Bewertung fällt deutlich aus. Besonders hebt er den von Steinmeier zitierten Satz hervor: „Tun wir, was getan werden muss.“

Hartmann beendet seine Rede mit einer klaren Warnung. Wenn sich an den beschriebenen Entwicklungen nichts ändere, werde die Zahl der Opfer weiter steigen. Genau darin sieht er die Begründung für die Existenz der Trauerwache Deutschland.

Dresden zeigt damit nicht nur eine Versammlung, sondern eine Gegenreaktion. Ein Versuch, das sichtbar zu machen, was sonst verschwindet. Und ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich ein wachsender Teil der Öffentlichkeit sich nicht länger damit abfinden will und nicht wird.

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