NRW: Das Desaster der SPD in ihrem Stammland

Der SPD laufen die Wähler davon. Die Funktionäre leben in einer gut finanzierten Blase, haben nicht die geringste Kenntnis des Lebens der Arbeiter, Handwerker, unteren und mittleren Mittelschicht. Wähler der CDU und der SPD entscheiden sich für die AfD als neue „Arbeiterpartei“. Die Brandmauer macht die Partei zur einzigen politischen Alternative.

IMAGO / Oliver Langel
SPD-Fraktionsvorsitzender NRW, Jochen Ott, Düsseldorf, 26.01.2026

Seit einige Apparatschiks der SPD vor Veröffentlichung der Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für Nordrhein-Westfalen Wind von der Tendenz bekamen, machte sich merklich Unruhe unter den Funktionären breit. Denn sie erwarteten eine Katastrophe mit Ansage. Die AfD wurde mit 20 Prozent im einstigen SPD-Land, mehr noch in der früheren „Herzkammer der Sozialdemokratie“ zweitstärkste, die SPD jedoch nur viertstärkste Partei.

Im November 2023 jammerte der Vorwärts schon: „Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr fuhr die SPD eines der historisch schlechtesten Ergebnisse ihrer Geschichte ein: Nur noch 26,7 Prozent der Wähler*innen gaben der SPD ihre Stimme – ein Minus von 4,6 Punkten im Vergleich zur Landtagswahl 2017.“ Dabei waren das für die SPD noch goldene Zeiten verglichen mit der aktuellen Forsa-Umfrage vom 22. April 2026. In der Landtagswahl 2022 konnte die SPD immerhin noch 26,7 Prozent der Wähler von sich überzeugen. Nach der neuesten Umfrage bevorzugen nur noch 14 Prozent der Wähler die SPD. Was für ein Absturz!

Der SPD laufen die Wähler in Scharen davon. Wenn die SPD-Funktionäre wirklich die Gründe für das Desaster wissen wollen, brauchen sie nur auf den Vorwärts-Artikel zu schauen, denn wer von den traditionellen SPD-Wählern liest Artikel, in denen gegendert wird und dann noch von einem Professor für Sozialgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, der das Institut für soziale Bewegungen leitet? Hatte Martin Luther nicht schon empfohlen, nicht dem Volk aufs Maul zu hauen, sondern stattdessen dem Volk aufs Maul zu schauen? Der Artikel steht für viele Artikel und Reden der SPD-Funktionäre, vor allem für die Fehleinschätzung der SPD.

In Inhalt und Stil schreibt, redet und regiert der Apparat der SPD gegen die traditionellen Wähler der SPD an, denn weder die sozial- und politikwissenschaftlich durchideologisierten Funktionäre der früheren Arbeiterpartei noch die Gewerkschaftsfunktionäre besitzen auch nur die geringste Kenntnis des Lebens der Arbeiter, der Handwerker, der unteren und mittleren Mittelschicht. Sie leben in einer gutfinanzierten Blase.

Politische Spaltung
In Umfragen liegt AfD jetzt deutlich vor der Union – SPD verdampft
Wokismus und eine Politik, die die Turboeinwanderung in die Sozialsysteme fördert, dadurch die Verschärfung der Verteilungskämpfe treibt, in denen die SPD ihre früheren Wähler auch noch benachteiligt, die Abkehr von den Bedürfnissen ihrer früheren Wähler und deren ständige Belehrung von Leuten wie Bas, Klingbeil und Türmer, die Forcierung der Klimaplanwirtschaft und des wirtschaftspolitischen Staatsinterventionismus, die über die Deindustrialisierung zur Arbeitsplatzvernichtung und über die politisch verursachte Verteuerung des Lebens zu echtem Wohlstandsverlust führt, sind die Ursachen, weshalb die früheren Wähler der SPD die Politik der SPD als Gefahr, für ihre Art zu leben, wahrnehmen. Das Aufstiegsversprechen hat die SPD längst kassiert. Immer mehr Wählern wird klar, dass SPD-Politik darauf hinausläuft, dass es ihren Kindern einmal schlechter gehen wird als ihnen.

Was hat die SPD zu bieten, außer Phrasen und Repression und die verstärkte Fortsetzung der falschen Politik? Das führt dazu, dass sich die SPD rotgrün radikalisieren muss, weil sie inzwischen mit Linkspartei und Grünen um die gleiche woke und teils eingewanderte Wählerschicht kämpft.

Sind einige Wähler der SPD 2022 noch zu den Grünen rannten, weil die Ampel so hübsch blinkte, doch viele andere zur CDU, in der Hoffnung, dass die CDU die Politik macht, die man von den Sozialdemokraten erwartet, setzt auch hier Ernüchterung ein. Kam die Wüst-CDU 2022 noch auf einen Spitzenwert von 35,7 Prozent, so erreicht sie jetzt zwar noch gute 32 Prozent, hat aber 3,7 Prozentpunkte bereits eingebüßt – und das ist nur der Anfang eines Prozesses. Die Grünen holten 18,2 Prozent, sie kämen jetzt auf 17 Prozent. Auch hier leichte Verluste.

Novum
Politbarometer: AfD erstmals vorne – SPD stürzt auf historisches Tief
Während die AfD 5,4 Prozent der Wähler in der Landtagswahl 2022 von sich überzeugen konnte, sind es nun 20 Prozent, was einen sensationellen Zuwachs von 14,6 Prozentpunkten ausmacht. Wähler der CDU und der SPD entscheiden sich für die AfD als neue „Arbeiterpartei“.

Die FDP käme mit 3 Prozent nicht in den Landtag, die Linken mit 6 Prozent schon, die einen Zuwachs von 3,9 Prozentpunkten verzeichnen können, und so vom Niedergang der SPD, aber auch von der Enttäuschung über die Grünen, die nach dem Geschmack dieser Wähler nicht radikal genug regieren, profitieren.

Die AfD lebt davon, dass sie die einzige Oppositionspartei gegen den Brandmauer-Komplex ist, in dem CDU und die „Christlich Sozialistische Union“ sich eingereiht und sich rotgrüner Politik untergeordnet haben. Es ist der Block „unserer Demokratie“, die Brandmauereinheitspartei, die ungewollt im Ergebnis ihrer rotgrünen Politik in den Augen von immer mehr Wählern die AfD zur einzigen politischen Alternative macht.

Nicht mehr und nicht weniger sagen die Tendenzen im Wählerverhalten im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland aus.

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Kommentare ( 70 )

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wegmitdenaltparteien
1 Tag her

„Was für ein Absturz! – nur 14 % für die Spezialdemokraten, wenn die CDU ebenfalls auf 14% abgefallen wäre, wäre das eine Randnotiz wert.

OJ
1 Tag her

Die Devise der Regierung:
Nicht handeln und Sch… schön reden❗
Merz & Klingbeil, die Hofnarren des Untergangs.

Last edited 1 Tag her by OJ
Siggi
1 Tag her
Antworten an  OJ

Der Drops ist doch gelutscht. Die hangeln sich doch nur noch von einer Peinlichkeit zur nächsten, um zumindest noch in die Sommerpause zu kommen. Danach ist es vorbei. Noch vor Weihnachten wissen wir von der neuen Kanzlerin. Leider wieder mindestes ein Jahr zuspät.

Last edited 1 Tag her by Siggi
OJ
1 Tag her
Antworten an  Siggi

Die werden bis 2029 durchhalten, Macht und Gier sind die Motivationen.
Dann wird die Mehrheit der Rentner wieder erbarmungslos zuschlagen, unter Umständen dann noch vier weitere Jahre ❗
Sehr, sehr wahrscheinlich.

RA.Dobke
1 Tag her
Antworten an  OJ

FALSCH ! Hofnarren werden nicht für schönreden gehalten. Sie gehören aus öffentlichen Ämtern und darüber unverdiente Alimentierung entfernt !!!

WGreuer
14 Stunden her

Man könnte es anders sagen: die Leute haben schlicht die Schnauze gestrichen voll von der gegen die Bürger im Land gerichteten Politik. Sie haben die Schnauze voll von der Abzocke, von massiven Steuern, der exzessiven Bürokratie, dem versagenden Staat allerorten, der Massenmigration auf Kosten der Bürger, dem kaputte Gesundheitssystem, das auf Kosten der Bürger für jeden auf der Welt herhalten muss und sie haben die Schnauze voll vom Klimawahn mit seinen tausenden Windrädern, die die Natur zerstören und verschandeln. Sie haben keinen Bock mehr auf korrupte, selbstgerechte, realitätsferne und völlig ideologisierte Politiker, die für sich selber nur eines kennen: mehr,… Mehr

Waehler 21
1 Tag her

Wie demokratisch die SPD wirklich ist, wird man feststellen, wenn sie überall rausgeflogen ist und zum „bewaffneten Kampf“ übergeht.
Berlin ist uns da nur um ein par Jahre voraus.

Richy
1 Tag her

Es ist doch egal, ob die SPD verliert oder nicht. Durch die fatale Brandmauer wird die mittlerweile links-grün-sozialistische CDU immer Partner aus dem tiefroten Spektrum finden und sich weiter diesen Sozialisten unterordnen. Um des Machterhaltes gibt es keine liberal-konservative Politik mehr. Dabei wäre es doch einfach ehemalige (Vor-Merkel-Zeit, fast schon Steinzeit) CDU-Politik durchzusetzen. Als derzeit noch stärkste Partei könnte sie doch, wie in vielen anderen Ländern auch, eine Minderheitsregierung bilden. Und wie sagte der schlechteste BKaZ doch einmal, wir werden unsere Meinung doch nicht nur deshalb ändern, weil wir auch Zustimmung von den Falschen bekommen!

Christopf
1 Tag her

Kann es sein, dass die Wähler nicht nur davon laufen, sondern zu grossen Teilen auch einfach sterben?

GMNW
1 Tag her

Aus einer Partei der Arbeiter und des Handwerks ist eine Partei der Funktionäre geworden, die tatsächlich glauben, sich mit einer Politik für schrille Minderheiten, Bürgergeld’ler und Migranten am Leben erhalten zu können!
Der Kampf um Besitzstandswahrung, Pfründe, Posten und Pöstchen unter den Funktionären ist bundesweit voll entbrannt!

Nibelung
1 Tag her

Schon der Name ihres Kampfblattes Vorwärts beinhaltet das verräterische Zeichen des Rückstands, den es seit ewigen Zeiten aufzuholen gilt und genauso verhalten sie sich bis in die heutigen Tage, wo außer Gleichstellungsgedanken nicht viel in ihren Köpfen herum schwirrt und auch eine gewisse Seelenverwandschaft mit dem alten Stürmer der braunen Sozialisten beinhaltet, der sogar noch paralell dazu in Hamburg altkämpferische Ideale in sich trägt, wenn man sich vom teilweisen Inhalt leiten läßt. Weil es nicht überzeugend ist, haben viele der Genossen die Seiten gewechselt und sind zu den Blauen übergelaufen, denn der alte Kultur -und Sozialkampf paßt irgendwie nicht mehr… Mehr

Sonny
1 Tag her

So lange die cdu und die spd noch zweistellige Zustimmungswerte erzielen, kann und wird sich nichts ändern.
Das Kartell verhindert einen echten Neuanfang.

Michaelis
1 Tag her

Wird Zeit, können verschwinden, die Arbeiterverräter! Die „einfachen Leute“, und NICHT NUR DIE, werden heute durch die Blauen vertreten in unserer „repräsentativen Demokratie“.

Endlich Frei
1 Tag her

Nur die AFD besitzt den politischen Willen, einen realistischen Blick auf NRW zu wagen und eine reale Bestandsaufnahme als Basis für einen längst überfälligen politischen Neuanfang zu vollziehen. Sämtliche Altparteien belügen sich und ihre Bürger um die Wette.

Last edited 1 Tag her by Endlich Frei
Will Hunting
1 Tag her

Mit Verlaub. Ein Herzinfarkt überrascht. SPD eher killing me softly.