Die Krankenkassen implodieren. Die Kasse ist leer, die Ideen zu ihrer Rettung für die Politik billig, für die Beitragszahler teuer. Ehepartner sollen künftig für zwei bezahlen, Bürgergeldempfänger bleiben außen vor. Die gesamte Last trifft erneut nur die Beitragszahler.
IMAGO / Bernd Elmenthaler
Die von Nina Warken eingesetzte Finanzkommission Gesundheit hat ihren ersten Bericht vorgelegt 66 Vorschläge, gebündelt aus über 1.700 eingereichten Maßnahmen, sollen ein System stabilisieren, das längst in eine strukturelle Schieflage geraten ist. Aber wie zu erwarten war, wird das eigentliche Problem, nämlich die Versicherung von Bürgergeldempfängern, für deren Kosten der Staat nicht vollumfänglich aufkommt, erst gar nicht benannt.
Für das Jahr 2027 wird eine Finanzierungslücke von rund 15 Milliarden Euro erwartet, bis 2030 soll sie sogar auf über 40 Milliarden Euro ansteigen. Wer hier noch von kurzfristigen Schwankungen spricht, ignoriert die Dimension des Problems.
Gleichzeitig beziffert die Kommission das Einsparpotenzial auf rund 42,3 Milliarden Euro im Jahr 2027, perspektivisch sogar auf mehr als 60 Milliarden Euro bis 2030. Ein Großteil davon, etwa 37 Milliarden Euro, soll laut Bericht ohne Verschlechterung der Versorgung möglich sein. Wenn das so einfach ist, fragt man sich, warum es bisher noch nicht gemacht wurde. Was aus diesem Katalog dann am Ende umgesetzt werden wird und wer dann die gesamte Last tragen wird, soll dann die Politik entscheiden.
Sollten Reformen ausbleiben, drohen spürbare Mehrbelastungen für Versicherte. Ein durchschnittliches Mitglied müsste schon im kommenden Jahr etwa 260 Euro zusätzlich zahlen, bis 2030 könnten es bis zu 680 Euro jährlich sein. Der Zusatzbeitrag würde in diesem Szenario auf bis zu 4,7 Prozent steigen. Das ist keine abstrakte Größe, sondern eine direkte Belastung auf Einkommen und Konsum. Das bedeutet, das die gesamte Last des von der Politik verursachten Problems die zu tragen haben werden, die jetzt schon alles bezahlen.
Im Zentrum der Vorschläge steht ein besonders weitreichender Eingriff, die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Derzeit sind rund 15,6 Millionen Menschen beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, darunter etwa drei Millionen Erwachsene. Künftig könnte stattdessen ein pauschaler Mindestbeitrag erhoben werden. 225 Euro pro Monat, zusammengesetzt aus 200 Euro für die Krankenversicherung und 25 Euro für die Pflegeversicherung. Das entspricht zusätzlichen Kosten von 2.700 Euro im Jahr. Auch wird es wieder nur diejenigen treffen, die bezahlen. Kostenlos versicherte Bürgergeldempfänger werden auch hier nicht betroffen sein.
Die Auswirkungen werden erheblich sein und sind vollkommen einseitig verteilt. Haushalte mit niedrigen Einkommen müssten laut Berechnungen Einbußen von bis zu 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens hinnehmen, während es bei höheren Einkommen etwa fünf Prozent wären. Der Sozialverband VdK bezeichnet diese Maßnahme als versteckte Beitragserhöhung. Der Begriff trifft den Kern: Formal bleibt das System unverändert, real steigen die Belastungen deutlich. Aber wie gesagt. Es trifft nur Beitragszahler. Die die Kosten verursachen, aber nicht einzahlen, sind ausgenommen.
Der Bericht selbst macht keinen Versuch, das eigentliche Problem auch nur anzudeuten. Klar ist nur, dass die gesetzliche Krankenversicherung ohne Gegenmaßnahmen auf ein historisches Defizit zusteuern. Die Ausgaben wachsen schneller als die Einnahmen, Genau hier hätte man ansetzen müssen, aber die Politik müsste dann ihre grundlegenden und Fatalen Fehler eingestehen. Da plündert man lieber die aus, die man bisher schon ausgeplündert hat, ohne dass sie sich besonders gewehrt hätten.

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Versicherungsfremde Leistungen, also Leistungen an Personen, die nicht zum Pool der Solidarversicherten gehören und die das System aufgrund der Politik übernehmen MUSS, müssen aus dem allgemeinen Steueraufkommen bezahlt werden. Das verlangt das Verursacherprinzip. Und zum Steueraufkommen gehören die Steuern auf Miet- und Kapitaleinkünfte.
Es geht hier wohl nicht um Steuern sondern um zusätzliche Kk-Beiträge.
Danke. Beim genaueren Lesen des Kommentars von Endlich Frei sehe ich, dass ich mich da geirrt hatte.
Es ist doch längst sonnenklar, dass die aufgezwungenen „Beiträge“ zur Krankenversicherung eine Steuer sind. Die Unmenge an Geld landet in den prall gefüllten Taschen der Pharmabranche, der Gesundheitsindustrie und der adipösen Bürokratie. Effizienz Fehlanzeige!
Mich wundert das Defizit im „Gesundheitssystem“ überhaupt nicht. Ein kostentreibender Aspekt wurde nämlich überhaupt noch nicht angesprochen: Die vielen zusätzlich notwendig gewordenen Untersuchungen, Behandlungen und Medikationen – ambulant und stationär – wegen Impfschäden. Ich kenne viele, die seit der „Impfung“ nun bereits jahrelang wegen Turbokrebs, multiplem Organversagen, Herzproblemen, Schlaganfällen, Gürtelrose, plötzlich ausgefallenen Zähnen und einer weiteren langen Litanei an Krankheiten in den Arztpraxen ein- und ausgehen und wochenlang in den Krankenhäusern behandelt wurden und immer noch werden. Und es sind keine „alten Leute“. Immer wenn ich von einem neuen Fall erfahre, denke ich: Was das kostet! Die Geschädigten sind doppelt… Mehr
Während Bürgergeldempfänger gegenüber dem Staat also vielmehr gegenüber dem Steuerzahler also der arbeitenden Bevölkerung wirklich ALLES, jede kleine Behandlung, jedes kleine Extrawürstchen gegenleistungslos einklagen können, dürfen die, die ohne schon jeden Tag den Buckel krumm machen diesen asozialen sozialistischen Dreck diesen arbeitsunwilligen deutschen aber vielmehr überwiegend migrantischen Nutznießern, um nicht zu sagen Bluts…, auch noch die Kauleiste, die Schönheitsop und sonstige was kostet die Welt Leistungen zahlen, um letztendlich selbst so ausgepresst zu sein, dass man dabei als Arbietnehmer selbst krank wird und nicht im geringsten noch vorankommt. Und kurzfristige Arzttermin gibt’s für die arbeitende Bevölkerung aus den selben Gründen… Mehr
„Der Bericht selbst macht keinen Versuch, das eigentliche Problem auch nur anzudeuten.“
Was ist denn laut Autor das eigentlich Problem?
Wieder einmal sollen die in die GKV einzahlenden weiter zur Finanzierung der Krankenversicherung von Bürgergeldempfängern zur Kasse gebeten werden. Wo ist hier die rechtliche Grundlage? Animals Farm?
die „welt“ auf youtube unter dem titel: „SPARDRUCK: Dann geht das rapide den Bach runter!“ Experte warnt vor Kollaps im Gesundheitssystem!. Warum steigen die Krankenkassenbeiträge so stark? • Die Kosten steigen durch Demografie, teure Behandlungen und ineffiziente Strukturen. Immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Leistungen. Welche Reformen stehen aktuell zur Debatte? • Diskutiert werden Leistungskürzungen, höhere Eigenanteile sowie die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Droht wirklich ein Kollaps des Systems? • Experten warnen, dass ohne Reformen die Finanzierung kippt. Steigende Beiträge könnten Wirtschaft und Arbeitsmarkt zusätzlich belasten. . kein wort von den leistungen für migraten und der juristischen auseinandersetzung… Mehr
Ehevertrag, getrennt lebend, Sozialhilfe + kl. Wohnung für den nichtverdienenden Partner (Versöhnungsversuche sind jederzeit gestattet) – viel Spaß Regierung…
STOPP:
„Der Begriff trifft den Kern: Formal bleibt das System unverändert, real steigen die Belastungen deutlich. Aber wie gesagt. Es trifft nur Beitragszahler. Die die Kosten verursachen, aber nicht einzahlen, sind ausgenommen.“
UNZUTREFFEND ODER MISSVERSTÄNDLICH:
Die Abschaffung der kostenslosen Familienversicherung führt nur dazu, dass der andere Eheteil seine Prämie selbst aufbringt. Der andere, der Verdiener und sein Arbeigeber, das sind die Beitragszahler, für die sich auch nichts ändert.
Dass die Familie jetzt zusätzliche 225,- € Kosten hat, reduziert ihre Kaufkraft. Der materielle Wohlstand sinkt. Und zwar bei dieser sozialen Gruppe.
Der Tanker Deutschland sinkt. Zu viele alimentierte Nichtstuer an Bord.
Die Wahlschafe in Deutschland werden glücklich sein, dass es nicht schlimmer gekommen ist und in ihrer Dankbarkeit die Altparteien wählen. Hauptsach nich der Höcke…nee, geht gar nich, gelle?