Proteste gegen veröffentlichte Studie in Fachmagazin und Rücktritte

Ein Aufsatz in der Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie" oder vielmehr die Aufregung über sein Erscheinen offenbart, dass Wissenschaftsfreiheit längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

imago Images/Westend61

Ein Sturm der Entrüstung wütet derzeit unter Psychologen in Deutschland. Vier Mitherausgeber der Fachzeitschrift Wirtschaftspsychologie – Professoren, wie bei einer solchen Zeitschrift üblich – sind aus Protest gegen die Veröffentlichung einer Studie von ihrem Amt zurückgetreten. Sie meinten in jener Studie eine „rechtspopulistische Ambition“ sehen zu müssen. Man sei „entsetzt“ darüber, dass in der Wirtschaftspsychologie ein Artikel veröffentlicht werde, „der unter dem Deckmantel eines vermeintlichen wissenschaftlichen Beitrags rassistische Stereotype und rechtspopulistische Hetze bedient“, „Futter für die Argumentation rassistischer Parolen“ sei und „vom politischen rechten Lager instrumentalisiert“ werde. Als Sprecher der Kritiker fungiert der Mainzer Psychologieprofessor Thomas Rigotti. 

Es geht also offensichtlich im Kern nicht um eine rein wissenschaftliche Frage, sondern eine politisch-moralische. Die Wortwahl des Protests und die Tatsache, dass der betreffende Beitrag, wie es sich für eine wissenschaftliche Fachzeitschrift gehört, vor der Veröffentlichung ein so genanntes Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, also von anderen Wissenschaftlern auf seine Wissenschaftlichkeit hin positiv geprüft worden war, zeigt, dass es letztlich darum, was Forscher erforschen (oder zumindest publizieren) dürfen oder sollen.

Der skandalisierte Beitrag trägt den Titel: „Intelligenzdiagnostik bei überwiegend Nicht-EU-Migrantinnen und -Migranten. Ergebnisse einer empirischen Studie mit einem kulturfairen Messverfahren.“ Der Autor, Bruno Klauk von der Hochschule Harz in Wernigerode, testete 505 überwiegend aus Nicht-EU-Ländern stammende Migranten, die für „Schutzsuchende“ als repräsentativ gelten können. Der Forscher tat dies, um eine negative Wirkung mangelnden sprachlichen Verständnisses und mangelnder Schulbildung auszuschließen, mit einem sprach- und wissensunabhängigen Intelligenztest. Der angewendete Test hat den Namen BOMAT (Bochumer Matrizentest). Es ist dies ein 30-Minuten-Test (zuzüglich einer Übungsphase von ca. 15 Minuten), der hinsichtlich Reliabilität, Validität, Objektivität und Normierung testtheoretisch ausgesprochen gut abgesichert ist. Diese „kulturfairen“ Tests gibt es seit Jahrzehnten; sie haben sich für solche Zwecke gut bewährt.

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Das Hauptergebnis war: Bei den 505 Testanden, darunter 44,4 Prozent aus Syrien, zeigten sich Ergebnisse, die im Durchschnitt dem Niveau von in Deutschland getesteten Hauptschülern entsprechen (also bei einem IQ von rund 90). Multifaktorielle Analyseverfahren ergaben, dass die Testleistungen signifikant von folgenden Variablen mitgeprägt sind: Weltregion, aus der jemand zugewandert ist; Beruf im Heimatland; Kursziel in Deutschland und Anzahl der im Heimatland geleisteten Schuljahre (siehe hier).

Die Frage, ob es genetisch, kulturell oder ethnisch bedingte Unterschiede in der Intelligenz gibt, ist seit 1969 weitgehend tabuisiert. Damals ergaben IQ-Tests für weiße US-Amerikaner einen im Schnitt um 10 bis 15 Punkte höheren IQ als für schwarze US-Amerikaner. Intelligenzforscher wie Arthur Jensen oder Hans Jürgen Eysenck wurden für solche Ergebnisse an den Pranger gestellt, ja gar tätlich angegriffen. Bald herrschte denn auch Ruhe an dieser Debattenfront; kaum noch jemand wagte sich an vergleichende IQ-Untersuchungen heran. 

Nun hat der deutsche Psychologieprofessor dieses Tabu in den Augen seiner Kritiker gebrochen. Da half ihm auch nicht, dass er sich mit dem Begriff „Schutzsuchende“ sogar einer politisch äußerst angesagten Rhetorik bedient.

Das Fachmagazin fühlte sich schließlich gedrängt, im Heft 2/2020 ein PRO/CONTRA zur Klauk-Studie zu veröffentlichen. Immerhin finden sich dabei auch markante Verteidiger der Klauk’schen Studie. Wir zitieren in Auszügen zwei davon. Statistikprofessor Walter Krämer (TU Dortmund) schreibt:

Wer findet den Anschluss?
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„Wären die Ergebnisse der Klauk’schen Studie andere gewesen, hätte man sie sicher in den aktuellen Kritikerkreisen hoch gelobt. Nur weil gewisse Ergebnisse nicht in ein vorgeformtes Weltbild passen, werden nahezu krampfhaft methodische Schwachstellen gesucht. Diese Kollegen sollten sich was schämen. Ich sehe hier deutliche Parallelen zu den vielfältigen sonstigen Eingriffen totalitärer Weltversteher in die akademische Forschung und Lehre in der Bundesrepublik. Auf diesem Niveau waren wir vor 80 Jahren schon einmal. Ich kann nur hoffen, dass der Verlag und die verbleibenden Herausgeber diesmal Rückgrat zeigen und die Ideologen in ihre Schranken weisen.“

Es geht um die Freiheit der Forschung – auch für nicht-linke Forschung

Psychologieprofessor Heiner Rindermann (TU Chemnitz) schreibt:

„Warum äußern sich hier Wissenschaftler in einer andere herabsetzenden Weise, obwohl sie offensichtlich nicht die Literatur kennen? Zunächst gibt es eine „IQaphobia“, „Fear of measuring intelligence because one believes that only Nazis and Eugenicists do that“ (Jussim, 2020). Hinzu kommt, dass das akademische Milieu in den Sozialwissenschaften extrem links geprägt ist. Nach Inbar und Lammers (2012) wird die Psychologie von in etwa 70 bis 95 Prozent Linken dominiert. Linke, die die Mehrheit stellen (Verhältnis ca. 8 : 1 bis 14 : 1), gaben offen zu, Andersdenkende zu diskriminieren. In einem solchen Milieu wird Qualität nicht mehr als notwendig angesehen. Vorrangig ist, die herrschende Meinung zu bedienen. Erlauben Sie mir, es in bildlicher Sprache zu formulieren: In diesem Milieu meint man, wer nach links aufs Papier kotzt, wird gedruckt. Bekommt Beifall. Kommt damit durch. Wir brauchen dagegen mehr Wissenschaftlichkeit, mehr epistemische Rationalität, weniger politische Ideologie!“ 

Rindermann ist TE-Lesern aufgrund dieses Interviews vom 17.11.2019 bekannt. Im Oktober 2015 übrigens hatte Rindermann darauf hingewiesen, dass syrische Ingenieure eher nur deutsches Realschülerniveau hätten, worüber Focus-Online berichtete.

Zur Erinnerung: Laut Grundgesetz sind Forschung und universitäre Lehre frei. Anders kann Wissenschaft nicht gedeihen. Bestimmte Forschungsansätze zu unterdrücken und andere zu akzentuieren, das wäre Manipulation und Opportunismus. Mit Wissenschaft und Forschung hat das nichts zu tun. Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat 2019 mit einer Resolution zu Recht darauf hingewiesen, dass es an Universitäten keine „Denk- und Sprechverbote“ geben dürfe und die freie Debattenkultur verteidigt werden müsse (siehe hier). Dass es an einigen deutschen Universitäten eine solche freie Debattenkultur freilich nicht mehr gibt, haben wir bei TE schon an einigen Beispielen dargelegt.

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Kommentare ( 176 )

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Josef K.
3 Monate her

Einer der maßgeblichen Faktoren für Erfolg ist der Wille zum Erfolg, nicht die Intelligenz. Das sieht man doch klar im Bundestag. Man wundert sich oft, wie man es mit dem IQ so weit bringen kann. Die Kanzlerin selbst ist ein leuchtendes Vorbild für Minderbegabte und ihre Erfolgsmöglichkeiten. Wie es um den Leistungswillen von Flüchtlingen aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Ich vermute aber, dass es hier wichtiger ist, ein guter Muslim zu sein und daher spielt die Religion wohl eine entscheidende Rolle.

Ronald Henss
3 Monate her
Antworten an  Josef K.

„Das sieht man doch klar im Bundestag. Man wundert sich oft, wie man es mit dem IQ so weit bringen kann. Die Kanzlerin selbst ist ein leuchtendes Vorbild für Minderbegabte und ihre Erfolgsmöglichkeiten. “ _____ Was die Intelligenz der besagten Dame angeht, irren Sie sich gewaltig. Volkmar Weiss berichtet in seinem Buch „Die Intelligenz und ihre Feinde“ über die Auslese von Hochbegabten in der DDR. Dabei erwähnt er, dass diese Person zu denen mit dem höchsten IQ zählte (auch wenn man das bei ihrer unbeholfenen Ausdrucksweise kaum glauben mag). Es ist unbestreitbar, dass hochintelligente Menschen im Schnitt wesentlich mehr leisten… Mehr

ketzerlehrling
3 Monate her

Bereits im vergangenen Jahrtausen/Jahrhundert hat man die Intelligenz, die kognitiven Fähigkeiten durch Studien ermittelt, in Europa, in der 3. Welt. Das Nord-Süd-Gefälle zeichnet sich, neben der Wirtscbaftsleistung, auch, oder gerade deswegen, in der Höhe des IQ ab. Auch Europa sich weitgehend angenähert hat, ist ein Gefälle immer noch spürbar. Vor allem aber im Vergleich zur 3. Welt. Wenn diese Studie auf einen Durchschnitt von 90 Punkten kommt, haben sie wohl nur die „Schlauesten“ gezählt, um ein günstiges Bild zu zeichnen.

Pina Colada
3 Monate her

Die WHO hat vor 15 Jahren, wenn ich mich recht erinnere, einen weltweiten Vergleich der durchschnittlichen IQ’s aller Länder veröffentlicht, Ergebnis einfach ausgedrückt: je heisser desto weniger intelligent. Da hat sich keiner aufgeregt.
Die aktuelle Studie bestätigt diese Studie, so what?

LadyGrilka55
3 Monate her

Das erklären Sie mal Herrn Martin Schulz!

Horst
3 Monate her

Wenn es die IQ-Unterschiede nicht geben darf: Warum gibt es dann in den USA seit Jahren „Affirmative Action“, also die Bevorzugung von Schwarzen durch gezielte Vorteilsgewährung bei den Zulassungstests für die Studiengänge, während Asiaten für die gleichen Tests höhere Punktzahlen benötigen? Entspricht der IQ-Verteilung in den USA, die Asiaten ganz oben, die Schwarzen ganz unten. Führt dazu, dass ein schwarzer Arzt (statistisch) immer schlechter ist als ein asiatischer Arzt.

LadyGrilka55
3 Monate her

In diesem verdorbenen „Wissenschafts“milieu ist es in der Tat „vorrangig …, die herrschende Meinung zu bedienen“. Das hat Ziel und Methode, denn die vorherrschende Meinung(smache) ist leider immer noch oder mehr denn je – links. Somit ist (und bleibt vorerst) die politisch unkorrekte Wahrheit weiterhin „Nazi“. Man kann nur hoffen, dass sich das irgendwann – hoffentlich nicht zu spät – ändert. Den o.a. empirischen Befund könnte und würde ihnen jeder Lehrer, der noch nicht von der linksgrünen Ideologie befallen ist, bestätigen. Auch in anderen Bereichen lässt sich nicht verbergen, wie die „Schutzsuchenden“ beschaffen sind. Ich erinnere mich noch gut daran,… Mehr

Gunther K
3 Monate her

Im verlinkten Artikel („Veränderungen in der Herausgeberschaft von ‚Wirtschaftspsychologie'“) auf Psychologie-Aktuell.com ist die Rede von einem durchschnittlichen IQ von 100, somit dem Wert des deutschen Durchschnitts:
„Klauk diagnostizierte bei mehr als 500 Migranten einen mittleren Intelligenzquotienten um 100, ähnlich wie in der deutschen Allgemeinbevölkerung.“
Leider wird im Abstract zum besprochenen Artikel kein konkreter Wert genannt.
Welcher Wert ist nun belastbar, 90 oder 100?

Ronald Henss
3 Monate her
Antworten an  Gunther K

Da haben Sie genau den zentralen Punkt getroffen.

Die 100 bezieht sich NICHT auf die ALLGEMEINBEVÖLKERUNG, SONDERN auf die HAUPTSCHÜLER, an denen der verwendete Test (BOMAT = Bochumer Matrizentest) normiert wurde. Hier wird also voller Absicht manipuliert. Bezogen auf die Allgemeinbevölkerung entspricht dies einem IQ von 90 oder 91 (ich habe die genaue Zahl gerade nicht zur Hand).

Entenhuegel
3 Monate her

Die Probanden hatten einen IQ von durchschnittlich 90, also Niveau deutscher Hauptschüler? Das klingt für mich bereits nach PC-gerechter Vorauswahl der Migranten („überwiegend aus Nicht-EU-Staaten stammende…“, „kulturfair“…), denn ein IQ von 90 liegt weit über dem IQ-Durchschnitt der klassischen (nicht-EU) Herkunftsländer nach Stand der letzten offiziellen Auswertung (siehe u.a. Sarrazin). Zudem ist nicht zu erwarten, dass Migranten die IQ-mäßige Créme ihrer Ursprungsländer darstellen, eher das Gegenteil. Dazu das gängige PC-konforme Vokabular, die Zielrichtung sowie die anscheinend gezielt ergebnisbeeinflussende „kulturfaire“ Gestaltung des Tests – eigentlich wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um PC-konform den Mythos vom „Bereicherer“ zu unterstützen. Dass dies… Mehr

Ronald Henss
3 Monate her
Antworten an  Entenhuegel

„Die Probanden hatten einen IQ von durchschnittlich 90, also Niveau deutscher Hauptschüler? Das klingt für mich bereits nach PC-gerechter Vorauswahl der Migranten“
________

Sie treffen den Nagel auf den Kopf.

Die Teilnehmer waren keine Zufallsstichprobe. Sie wurden von verschiedenen Bildungseinrichtungen empfohlen. Bruno Klauk, der die Untersuchung durchführte, schreibt: „Es steht zu vermuten, dass jene Einrichtungen zugesagt haben, die ohnehin vermuteten, dass ihre Schützlinge nicht allzu schlecht abschneiden würden“ (Wirtschaftspsychologie, 2020, Heft 2, Seite 79).

Es handelt sich hier wohl eher um die Crème de la Crème als um den Durchschnitt der Nicht-EU-Migranten.

Montesquieu
3 Monate her

Die hartnäckige Leugnung biologisch bedingter Intelligenzunterschiede auf individueller wie auch auf Gruppenebene (letztere sind es, die den universalistisch Egalitären das Grausen bereitet) sagt exemplarisch alles über die wahre Zivilisationsstufe aus, auf der wir uns befinden.
Die Wissenschaftler, die sich in den letzten Jahrzehnten der magischem Denken entsprechenden Leugnung nicht anschließen wollten, wurden exkommuniziert und zu angeblich naziartigen Parias erklärt, wie es z.B. Richard Lynn geschah. Heute wird nicht mehr verbrannt, heute wird sozial verbannt.
Man kann jedoch zwar (mehr oder weniger erfolgreich) die Realität leugnen, nicht aber die Folgen der Realität. Egal wo,egal wann.

j.heller
3 Monate her

Das erinnert an die beinharte Ablehnung der Nennung von Täter-Hintergründen oder deren Aufklärung, wie derzeit von der Stuttgarter Polizei.
Man muss fragen:
warum lehnt ihr solche Analysen ab wenn es nichts zu verbergen gibt, wenn das Ergebnis doch das Narrativ vom braven und klugen Einwanderer bestätigen müsste?

LadyGrilka55
3 Monate her
Antworten an  j.heller

Nach dieser Logik müssen wir also davon ausgehen, dass die unheilige Allianz aus Altparteienpolitikern und Mainstreammedien sehr genau weiß, wie es in Wahrheit um ihre heiligen Kühe bestellt ist und dass sie sehr wohl etwas zu verbergen hat.

Ich fürchte, diese Annahme ist zu 100% richtig.

Um so mehr müht man sich nach Kräften, dem deutschen Michel weiter Sand in die Augen zu streuen. Leider bisher mit ziemlich gutem Erfolg.