Großbritannien: Johnson will die Älteren vorsorglich quarantänieren

Johnson Pandemie-Strategie scheint riskant: die schnellstmögliche Erlangung der »Herdenimmunität«. Bei genauerem Hinsehen sind die Unterschiede rhetorisch. Neben viel Wissenschaft hat Johnson auch ein Konzept zur Schonung der besonders gefährdeten älteren Menschen vorgelegt - im Gegensatz zu Merkel.

Leon Neal - WPA Pool/Getty Images
Boris Johnson

Die Regierung Merkel hat es anscheinend auf die rasche Erlangung der »Herdenimmunität« abgesehen. Der Schutz sensibler Bevölkerungsteile, überhaupt die Eindämmung der Epidemie geriet darüber früh in den Hintergrund. Explizit ist freilich nicht von einer solchen Strategie die Rede. Gestreut wurde nur die epidemiologische Zahl von 60–70 % Infizierten, die irgendwann ohnehin erreicht werde.

In der Pandemie-Strategie, die Boris Johnson letzte Woche vorstellte, hatte der Begriff »Herdenimmunität« dagegen einen offiziellen Platz, was in den britischen Medien sofort breit kritisiert wurde. Doch ging Johnson den viel gescholtenen Weg seiner Regierung immerhin ganz bewusst, legte den genutzten fachlichen Rat offen und formulierte auch die notwendigen gesellschaftspolitischen Ergänzungen öffentlich.

Corona-Paradoxien
Johnsons wissenschaftlicher Berater in Sachen Covid-19, Sir Patrick Vallance, hatte das geplante Vorgehen der britischen Regierung auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Premier erklärt. Zunächst wies er darauf hin, dass eine Epidemie genauso aussieht, wie es uns auch Claus Kleber jüngst im »heute journal« gezeigt hat. Eine Art Glockenkurve. Man könne ihren Fortschritt, einmal begonnen, nicht aufhalten. Die Nichtansteckung aller Bürger sei insofern weder möglich noch wünschenswert, denn langfristig müsse eine Immunität gegen den neuen Krankheitserreger in der Bevölkerung errichtet werde. Das einzig Tröstliche wäre, dass die Kurve nach dem exponentiellen Anstieg auch wieder in spiegelbildlicher Weise abfällt.

Sicher, einige mittel- und osteuropäische Staaten haben niedrige Zahlen und versuchen noch, eine Epidemie zu vermeiden. Doch im westlichen Europa hat man auf eine konsequente Eindämmungsstrategie weitgehend verzichtet. Dazu sah man sich vielleicht auch gesellschaftspolitisch, weil Freiheitsrechte berührt waren, nicht in der Lage. Die Öffentlichkeit musste erst das Bedrohliche der Lage erkennen. Schließlich konnte es auch aus wirtschaftlicher Sicht vorteilhaft erscheinen, nicht zu sehr einzugreifen. Die medizinische Sicht wird eine andere sein und letzten Endes vielleicht auch einschneidende Folgen für die Wirtschaft haben.

Die Briten haben nun jedenfalls ganz offiziell die Eindämmungsphase (containment phase) beendet und sind in die Verzögerungsphase (delay phase) eingetreten. Die Verzögerung des Epidemieverlaufs bildet dabei den ersten Teil eines Plans zur Abmilderung (mitigation) der Pandemie, deren zweites Element der Ausbau des Gesundheitssystems ist. Wichtig zu wissen: Großbritannien befindet sich derzeit etwa vier Wochen hinter Italien, was das Fortschreiten der Epidemie angeht, also wohl um die zwei Wochen hinter Deutschland.

Vorsorgliche Quarantäne für die Alten

Die wichtigste soziale Ergänzung der Regierung zu diesem wissenschaftlichen Aufriss dürfte die vorsorgliche Quarantäne der Alten für ganze vier Monate sein, die vermutlich in den nächsten 20 Tagen beschlossen und dann in Kraft gesetzt werden soll. Laut dem Journalisten Robert Peston sollen die Über-70-Jährigen diese noch genauer zu bestimmende Zeit in strikter Isolation verbringen, um ihre Ansteckung während des Epidemiehöhepunkts zu vermeiden. Die Spitze der epidemischen Welle vermutet man demnach in der Zeit zwischen April und Juli.

Der ärztliche Berater der Regierung hatte diese Maßnahme in der Pressekonferenz erläutert. Noch sei nicht die Zeit für dieses Mittel gekommen, da die Quarantäne die Alten natürlich belasten würde. Hier knüpfte auch die öffentliche Kritik an der Regierungsmaßnahme an: Einige der Alten, so meint man, könnten in dieser Zeit der Einsamkeit schlicht durch Vernachlässigung sterben. Um die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Maßnahme abzufedern, geht die Regierung von einer zeitlich begrenzten Periode aus. Folglich müsse man den richtigen Zeitpunkt abpassen, in dem das Wachstum der exponentiellen Kurve deutlich ansteigt und so eine maximale Schutzwirkung für die Älteren erzielt werde. Daneben sei nun auch noch Zeit, sich in Nachbarschaften und Freundeskreisen zu vernetzen. Durch freiwillige Helfer könnte so eine bessere Versorgung der Alten sichergestellt werden. Außerdem versucht man, vorab die Lieferung von Essen durch Dienstleister wie Uber und Deliveroo sicherzustellen. Video-Sprechstunden sollen bei der medizinischen Versorgung helfen.

Abmilderung

Neben dem Schutz der Älteren und Kranken steht als nächstes das Bemühen, diese Spitze auch für die Gesamtbevölkerung abzuflachen. Hierzu empfiehlt die britische Regierung Menschen mit leichten Symptomen, für sieben Tage zu Hause zu bleiben und nur bei Verschlechterung ihres Zustandes den Notruf zu wählen. Von der häuslichen Isolation erhofft man sich eine Abflachung der allfälligen Epidemiespitze um 20 bis 25%. Eine weitere Verringerung um 25% könne eine Isolierung jeweils des gesamten Haushalts bringen. Die Quarantäne der Alten hätte dagegen vor allem eine Wirkung auf die Sterblichkeit dieser Kohorte, weniger auf das Tempo der Epidemie. Merkwürdig ist allenfalls die Kürze der Selbstquarantänierung, wo andere Regierungen von zwei bis vier Wochen ausgehen.

Ab dem kommenden Wochenende sollen zudem erst Massenveranstaltungen verboten, später könnten Pubs und Restaurants geschlossen werden. Vorerst riet die Regierung nur von deren Besuch ab. Zugleich will man die Produktion von Beatmungsgeräten ankurbeln und die Schulen weitestgehend schließen – mit einer Ausnahme: Die Kinder der Angestellten des nationalen Gesundheitssystems sowie der Polizei sollen auch weiterhin mit geschrumpften Personal betreut werden. Zuletzt wird die Errichtung von Sperrbezirken in einzelnen Ortschaften für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

Es ist dieser nationale, offen kommunizierte Plan mit seiner Umsicht und seinen Details, der in Deutschland fehlt. Wenn Angela Merkel in ihrer typischen Art so tut, als fielen die 70% vom Himmel und müssten einfach nur gestreckt werden, dann fehlt ihr ein konkretes Vorgehen, um die empfindlichen Teile der Gesellschaft dabei zu schützen.

Abschließend sagte Boris Johnson: »Auch wenn die Lage derzeit hart erscheint, dann denken Sie daran, dass das Land diese Epidemie durchstehen wird, genauso wie es zuvor viele noch härtere Erfahrungen überstanden hat, wenn wir aufeinander achten und uns mit ganzem Herzen zu einer nationalen Anstrengung verpflichten.«

Das Gegenmodell: maximaler Schutz

Das Gegenmodell zur »Herdenimmunität« bestünde in einer möglichst umfassenden Kontrolle und Eindämmung der Epidemie. Dieselbe müsste offenbar mit den ersten festgestellten Infektionsfällen einsetzen und die Weitergabe des Virus darüber hinaus unmöglich machen. Das hat man in Deutschland jedoch nur dort versucht, wo man bereits von einem klinischen Fall wusste. Ohne nachgewiesene Infektion fühlten sich die Gesundheitsämter, Praxen und Kliniken nicht verantwortlich. Und da obwohl man doch seit langem wusste, dass es Infektionen ohne klinische Symptome gibt und dass diese Infizierten ihrerseits ansteckend sind.

Die Krankheitsverteilung nach Altersklassen, wie man sie in Südkorea beobachtet hat, betont die hier liegende Problematik: Die jungen Alterskohorten zwischen 20 und 50 Jahren sind in Südkorea deutlich stärker durchseucht als die Älteren, bei denen sich aufgrund von Vorerkrankungen aber regelmäßig eher Komplikationen einstellen. Die gesunden Jungen stecken also die kranken Alten an. Sie multiplizieren durch ihre Symptomfreiheit und die von ihnen gezeigte soziale Aktivität die Infektionsraten in der gesamten Gesellschaft.

Die südkoreanischen Zahlen sind vermutlich einzigartig in der Welt, weil das Land so gründlich testet wie kaum ein anderes. Die in der verlinkten Graphik unterlegten italienischen Zahlen – mit einem viel höheren Anteil an älteren Infizierten – dürften ihrerseits auf die italienische Testpraxis zurückgehen, die sich stärker auf die Krankenhäuser, also auf Fälle mit Komplikationen konzentriert.

Getestet werden müssten alle Patienten, die auch nur über Halsschmerzen oder eine leichte Erkältung klagen. Dass man das nicht tut, hängt wiederum mit der Vulnerabilität des Gesundheitswesens zusammen, das man offenbar schon in dieser frühen Phase schonen zu müssen meint. Doch sind wir überhaupt noch in einer frühen Phase? Vermutlich nicht mehr. Wenn man ernst nimmt, was Experten sagen, dass wir nämlich nur zehn Tage hinter Italien zurückliegen – während zwischen uns und Italien noch Spanien und Frankreich rangieren –, dann tanzt das Europa der offenen Grenzen gerade auf einem Vulkan und befindet sich im Vorfeld eines katastrophischen Covid-19-Ausbruchs, wie wir ihn in Italien derzeit erleben. Spanien bleibt nur einen Schritt dahinter zurück und unternimmt gewaltige Anstrengungen. Auch Frankreich und Deutschland könnten noch eine Chance haben, den Katastrophenfall zu vermeiden – wenn sie handeln.

In Großbritannien hat Boris Johnson auf die Kritik an seiner Strategie reagiert und will nun die Testkapazitäten des Königreichs drastisch hochfahren. Auch wenn Regierungsvertreter behaupten, das sei kein Sinneswandel, sondern Teil der alten Strategie: Johnson scheint verstanden zu haben, dass die Herdenimmunität kein Selbstzweck ist, dass man sich einem exponentiellen Wachstum der Infektionen in jedem Fall entgegenstellen muss – mit allem, worüber ein Land verfügt.

Entgegen anderslautenden Berichten stützte sich die britische Strategie nie allein auf die Errichtung einer breiten Immunität, sondern wurde von Anfang an durch schützende Maßnahmen flankiert, die teils – wie die Quarantäne der Alten – wohl nicht weniger schockierten. Gemessen an den Ergebnissen muss sich die Kommunikationsstrategie der britischen Regierung aber nicht verstecken. Schon zu Beginn der Woche zeigten britische Medien Bilder von leeren Straßenzügen und U-Bahnen. Eine Home-Office-Welle hat auch auf der Insel eingesetzt, da nun jeder daran denkt, sich vor der Krankheit zu schützen. Man sieht, dass auch maximale Ehrlichkeit einen positiven Effekt haben kann.

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Kommentare ( 41 )

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41 Kommentare auf "Großbritannien: Johnson will die Älteren vorsorglich quarantänieren"

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Mir scheint, in D verfolgt man dieselbe Idee wie in GB: Besuchsverbote in Krankenhäusern und Altenheimen. Die (jungen) Leute sollen weiter zur Arbeit gehen. Sozialen Abstand halten. Kindergärten und Schulen geschlossen, aber Betreuung bitte nicht durch Oma und Opa. Ausgangssperren. Einzelhandel geschlossen usw. Nur spricht man die Quarantänisierung der Alten in D nicht direkt an – warum auch immer. Und man setzt noch (in Teilen) auf Freiwilligkeit, welche aber auch Schritt für Schritt verpflichtend wird. Bei aller gerechtfertigten Skepsis an den politischen Führungen im Land, so sollte man wohl nicht zu hart urteilen und alles, was so passiert, automatisch als… Mehr

Offenbar muss man die Mär mit der Erkrankung der Alten auch für Fake-News unwissender Privatmeinung halten. Die Zahlen ausgeführter Tests widersprechen dem.

Gemäß vom Landkreis veröffentlichter Daten liegt in meinem Landkreis die Spitze der Fälle mit weitem Abstand in der Gruppe 35-59,
während in der Gruppe 60-79 weniger als die Hälfte der vorherigen sind
und in der Gruppe 80+ gerade mal 4 Fälle.

Es hat niemand behauptet, vor die Alten steckten sich an. Das Problem ist, dass die es nicht so gut wegstecken. Das ist was vollkommen anderes. Dass junge Leute gehäuft die Krankheit haben, ist ja nicht verwunderlich. Die alten Leute haben im Schnitt weniger Sozialkontakte

Nein, er will die Alten nicht einsperren, um „sie zu schützen“, sondern um das in normalen Zeiten schon überlastete Gesundheitssystem und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Alten sind da eh nur eine Belastung. Nach der Herdenimmunität der Jungen werden die Alten die gleiche Sterberate haben wie vor der Isolierung, bzw. eine höhere: Im Alter baut der Körper bei erzwungener Inaktivität rapide ab – samt der Fähigkeit zur Immunabwehr. Im übrigen wäre es wenigstens ein Ansatz, den einzelnen Menschen Rechnung zu tragen, anstatt bloß in statistischen Gruppen zu denken, wenn nicht nur nach Alter, sondern auch nach Anzahl der… Mehr
Ein ganz wichtiger und wesentlicher Punkt wird bisher ÜBERALL völlig außer Acht gelassen: Die Testung auf eine Infektion ist im Allgemeinen nur für die Verhinderung einer Epidemie wichtig, um Infektionsketten zu durchbrechen. Im Speziellen ist sie wichtig, um Risikogruppen schnellstmöglich die beste Behandlung zu gewährleisten. Mittlerweile sollte aber stückweise in den Fokus geraten zu testen, wer Immunität bekommen hat, dafür auch ein amtliches Melderegister aufbauen. Denn wer immun ist, sollte auch umgehend von Isolation befreit sein. Aber selbst Personen, die möglicherweise (weil ggf. ungetestet) die Krankheit bereits durchlaufen haben, wissen nicht, ob sie immun sind. Es nützt alles nichts, wenn… Mehr

„Herdenimmunität“ ist verfassungswidrig weil dadurch das Grundecht des Einzelnen nicht geachtet wird. Diejenigen die Johnson gescholten haben wissen schon warum.

§2 GG „jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

Mann kann daher nicht den Tod eines einzelnen in Kauf nehmen um andere eventuell zu überleben zu lassen. Das Gegenteil gilt nur für Soldaten im Krieg.

„Hier knüpfte auch die öffentliche Kritik an der Regierungsmaßnahme an: Einige der Alten, so meint man, könnten in dieser Zeit der Einsamkeit schlicht durch Vernachlässigung sterben.“

Was natürlich bei den jetzigen u.a. von Deutschland getroffenen Maßnahmen nicht der Fall sein wird.

Ich würde den ganzen Containmentmanikern in zwöf Monaten gerne die Suizidzahlen dieser Monate an die Haustür nageln. Gerade auch die der Menschen über 70.

Machen wir es kurz:
Es ist gegen das deutsche GG und die UNO-Menschenrechtskonvention:
– mit Zwang einem Menschen das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit zu nehmen
um ihn selber vor einer potentiellen Gefahr zu schützen
– man kann niemand die Bewegungsfreiheit mit Zwang nehmen auf allgemeinen Verdacht hin, ohne persönliches verschulden
– die allgemeine Einschränkung, ohne Diskriminierung, ist in Notfällen möglich

Insofern ist diese Idee einfach nur eine propagandistische Schappsidee.

Sollte Merkel tatsächlich gerade die Alten „opfern“ wollen, dann ist sie dümmer, als ich dachte. Die Alten sind noch immer ihre treueste Wählerschaft, sowie sind sie noch Kirchensteuerzahler. Mit ihrem Linkskurs hat sie nur den Grünen die Wähler in die Arme getrieben, aber keine Grünen Wähler rekrutieren können. Wieso sollten diese auch eine billige Kopie wählen.
Oder aber es ist Merkels perfides Ziel, der CDU den letzten Stoß zu versetzen. Mit Laschet und Altmaier an der Seite schafft sie das sicherlich.

Gut dass uns niemand zuhört.

Von den politisch Verantwortlichen wird niemand diese Krise politisch überleben. Wie kann es so weit kommen das keine Schutzmasken da sind. Diese Zustände sind hausgemacht durch inkompetente Politiker und Behörden. Ich habe selbst mit dem Katastrophenschutz zu tun, das sind dort engagierte Mitarbeiter. Die Probleme liegen im Förderalismus der nur hemmt, in der fachlichen Überforderung der Verantwortlichen vor Ort. Das sind Strukturprobleme und Unfähigkeit.

Herr Nikolaidis, das Vorgehen in UK ist in Anbetracht der gegebenen Datenlage nicht unangemessener als das Vorgehen in anderen Ländern. Wenn wir die Grundgesamtheit nicht einmal erahnen – nämlich: wie viele Menschen in den Populationen sind aktuell infiziert, waren infiziert und sind jetzt immun und wieviele haben noch keinen Kontakt zum Virus gehabt – ist es schwer, Vorhersagen zu treffen und eine best practice daraus abzuleiten. Die potenzielle Bandbreite reicht da vom Bild einer normalen Grippewelle bis hin zu einer erheblichen Übersterblichkeit durch einen hochinfektiösen und gleichzeitig verzögert malignen Virus. Und in jedem Fall müssen die Folgen der ergriffenen Maßnahmen… Mehr

Sie haben völlig Recht, aber das ist für die meisten zu rational. Ich wünschte mir auch, manche Autoren hier würden sich, bevor sie Artikel zum Thema schreiben, in denen sie bestimmte politische Handlungen fordern oder verurteilen, mal mit den basics der Virologie und Epidemiologie vertraut machen. Derzeit scheint doch alles einen arg politischen und emotionsbedingten Bias zu haben.

Man kann niemanden ins Gefängnis stecken um ihn vor möglichen Raubüberfällen zu schützen.
Eine allgemeine Notmaßnahme darf nicht diskriminierend sein.
Genau so kann man niemanden zu Hause einsperren um in vor einem möglichen Grippeanfall zu schützen.
Wer, was, für Gut befindet, oder nicht, ist nicht der Maßstab zulässigen Handelns.
Ist das jetzt verständlicher?