Conte: Offene Häfen und Arbeit für Tausende Menschen aus Afrika

Ministerpräsident Giuseppe Conte macht die italienische Merkel: Die Häfen sollen geöffnet, Tausende von Arbeitsplätze für Migranten aus Afrika geschaffen werden. Ob er so die bevorstehenden Regional-Wahlen gegen Matteo Salvini gewinnt?

Ivan Romano/Getty Images
Italian Prime Minister Giuseppe Conte and Luigi Di Maio Minister of Foreign Affairs on October 12, 2019 in Naples, Italy

Ob die 110 Flüchtlinge auf der Dschunke vor Tunesien bereits Giuseppe Conte und sein Wahlversprechen gehört hatten oder übermittelt bekamen? Wer weiß, jedenfalls kam es auf offener See in Richtung Italien zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen 110 Migranten, vorwiegend männlichen und der tunesischen Küstenwache in den Gewässern vor der Hafenstadt Sfax.

Acht Patrouillenboote waren notwendig, um die Fischerdschunke mit den über 100 Männern unter Kontrolle zu bringen. Nachdem zuerst drei Patrouillenboote das Boot erreicht hatten und die Kommunikation mit dem Bootsführer aufgenommen wurde, beschloss dieser wohl in Absprache mit einigen Männern, alle Signale und Warnungen zu ignorieren – man gab der Küstenwache zu verstehen, sie solle verschwinden (so berichten mehrere italienische Medien übereinstimmend).

Angriffe auf die Küstenwache

Plötzlich wurde das Personal der Küstenwache sogar mit Waffen und Messern bedroht und angegriffen, außerdem wurden weitere stumpfe Gegenstände in Richtung der Einsatzkräfte geschleudert.

Daraufhin wurde weitere Verstärkung angefordert. Mit viel Einsatz brachten die staatlichen Polizisten der Küsten- und Grenzwache die Lage unter Kontrolle, dabei verletzten sich auch die Einsatzkräfte. Fünf weitere Patrouillenboote mussten das Boot dann nach Tunesien eskortieren, wodurch sich die Situation etwas normalisierte.

Insgesamt waren also acht Einheiten im Einsatz, um das Schiff mit den Migranten zur Kursumkehr zu bewegen. Am Ende der Aktion am Hafen wurde jedoch noch ein Boot der Küstenwache beschädigt und es kam zu weiteren Unruhen.

So gewinnt man ein Bild darüber, etwa dieses, welche Art von Männern auch die NGO-Aktivisten ständig aufnehmen und nach Europa und Italien schippern. Eine ernstgemeinte Frage ohne Polemik: wer kümmert sich denn danach bei uns in Deutschland um solche Männer, die weder Respekt noch Hemmungen haben, jeden anzugreifen, der sich ihnen mit Gesetz und Regeln nähert?

Ohne Regierungsamt – aber Beherrscher der Espresso-Bars

Derweilen beherrscht der regionale Wahlkampf in Italien die Gazetten und die Diskussionen an der Bar beim Espresso. Matteo Salvini, obwohl abgetreten, wirkt populärer denn je. Eine Woche vor der großen Kundgebung in Rom, wirbt Salvini in Umbrien für die Wahlen am 27. Oktober und stärkt die Lega-Mandatsträger und Kandidaten vor Ort. Egal, wo er in Umbrien auftritt, die Piazze sind überfüllt. Die Fünfsterne haben sich entschlossen, gemeinsam mit der roten PD Wahlkampf zu machen – viele Italiener fragen sich, was man davon halten soll.

Jedenfalls ist die Zustimmung für Salvini selbst und für die Lega nach wie vor groß, genauso wie im Mitte-Rechts-Lager generell.

Der parteilose Premier Giuseppe Conte möchte mit seinem zweiten Kabinett nun Boden gut machen und trat am Wochenende erst in Neapel auf, und zwar auf der Bühne der Cinque Stelle, dabei gab er folgende Sätze voller Pathos von sich, die bis nach Afrika nachklingen dürften: „Wir lösen die Probleme nicht mit dem Slogan ‚geschlossene Häfen‘ – Wir werden uns bemühen, Tausenden von Afrikanern Arbeit anzubieten.“ Beobachter fragten schon, ob der Premier all seine politischen Sinne beisammen habe oder ob er nur auf Vorgaben der EU gehört hat.

Auf dem Podium beim zehnjährigen Geburtstag der „Grillini“, wie die Fünfsterne-Freunde nach deren Gründer Beppe Grillo auch genannt werden, wirkte Conte anders als sonst. Nicht leise und bedächtig, sondern engagiert und angeheizt. Doch ob dieses Thema ziehen und er damit die Mengen begeistern wird?

Wie soll das funktionieren, Arbeit für hunderttausende Migranten zu finden, wenn es bisher selbst für die einheimische Bürgerschaft kaum gelang, zumindest nicht mit den Sofortprogrammen, die einst die PD mit Matteo Renzi angeschoben hatte. Außerdem folgt das Kabinett Conte II eindeutig dem Spardiktat aus der EU.

Matteo Salvini vermutete bereits vor anderthalb Jahren, dass die EU die vielen Migranten brauche, um sich wieder billige Arbeitskräfte zu halten – damit würden auch die vollmundigen Versprechungen der gleichen Mindestlöhne in Europa in weite Ferne rücken.Die italienische Ökonomie werde mit diesen Plänen nie auf die Beine kommen, kontert Salvini wie gehabt.

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Kommentare ( 70 )

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Zitat u.a.: „Daraufhin wurde weitere Verstärkung angefordert. Mit viel Einsatz brachten die staatlichen Polizisten der Küsten- und Grenzwache die Lage unter Kontrolle, dabei verletzten sich auch die Einsatzkräfte. Fünf weitere Patrouillenboote mussten das Boot dann nach Tunesien eskortieren, wodurch sich die Situation etwas normalisierte.“ > Sorry, aber: Hahahaha…. WELCH Freude keimt grad in mir auf. Denn diese afrikan Goldjungen werden nun -so vermute mal stark- aus lauter libyscher „Dankbarkeit“ für ihr tolles Verhalten die Prügel ihres lebens beziehen. RICHTIG SO! Wenn man(n) den Großkotz spielt und sein Maul aufreißt, muß man(n) damit rechnen das es Schläge setzt. Nicht überall sind… Mehr

Signor Conte kann mit Ruhe der Entwicklung entgegensehen. Der Sturm findet nicht auf die Arbeitsplätze in italienischen Häfen statt, sondern in den Vorräumen deutscher Sozialämter. Italien ist nun mal die Heimat Macchiavellis – wahrscheinlich ist pekuniär alles ausgekostet worden was der italienischen Republik förderlich ist und wovon auch ein Premier Salvini profitieren könnte.

Es geht um zweierlei Dinge: Die Wirtschaft der EU braucht erstens billige Arbeitssklaven, um mit China und anderen konkurrieren zu können. Zweitend haben diese Arbeitssklaven den großen Vorteil, dass sie die europäischen Nationalstaaten zersetzen und damit helfen, den geplanten EU-Superstaat zu errichten. 2:0 für die herrschenden ‚Eliten‘.

Die Migranten aus Afrika und dem islamischen Bogen haben beides nicht: Leistungs- und Bildungsbereitschaft (Ausnahmen wie der Iran etc. bestätigen die Regel).
Und das alles vor dem technologischen Hintergrund der zunehmenden Automatisierung. Die meisten EU Wirtschaften sind auf gut ausgebildete Arbeitskräfte mit hoher Leistungsbereitschaft angewiesen.
Die Migranten wollen meistens nur in das Sozialsystem einwandern. Und warum auch nicht?
Die Deutschen arbeiten gerne und geben mit Begeisterung mehr als die Hälfte Ihres Einkommens an den Staat ab, der mit dem Geld auch noch die Infrastruktur und Innere Sicherheit etc. verfallen lässt. Aber das tut der deutschen Begeisterung keinen Abbruch.
Deshalb handeln die Versorgungssuchenenden vollkommen rational.

Ein kleiner Einwurf: Arbeitkräfte sind das nicht, auch keine billigen. Die Mehrzahl will nicht arbeiten oder sind schlicht und ergreifend nicht brauchbar und zwar für keine Arbeit. Ihr 2. Argument ist das Wichtigste.

@Gruenauerin!

Richtig! Außerdem denke ich auch mit Blick Richtung Ost-EU, das es zB auch in Rumänien u. Bulgarien genügend billuge Arbeitskräfte gebrn sollte.

HINZU kommt ja auch noch, dass wenn ein afrikan Goldjunge zB in EU Länder wie Deutschland, Frankreich oder Skandinavien arbeiten sollte, dass auch dann fur die der Mindestlohn gelten müßte. Somit ist dann nichts mit „billige Arbeitskraft aus Afrika“ und es könnte auch jeder EU Bürger genommen werden.

Die EU würde sich sehr wundern, wenn in ganz Europa endlich -genau wie in der Schweiz- die direkte Demokratie eingeführt würde und die Menschen bei Volksabstimmungen die Richtung vorgeben dürften. Da würden wir mit einem Handstreich den Großteil aller politischen Nullnummern sofort loswerden…
Die medial aufgebauschten Obermoralisten sind in der Summe nämlich gar nicht so viele. Das Volk ist mehr, ob in Italien, in Deutschland oder sonstwo.

ANBEI

Ups, welch Überraschung auch!

> Neue Umfrage (06.2018):

74% der Europäer lehnen (schon wieder) Einwanderung nach Europa ab.

http://unser-mitteleuropa.com/2018/06/30/neue-umfrage-74-der-europaeer-lehnen-einwanderung-nach-europa-ab/

„(…) Wir werden uns bemühen, Tausenden von Afrikanern Arbeit anzubieten.“ Das ist bei den zu erwartenden Reaktionen der afrikanischen Reisenden kein Problem für Conte. Zwei bis drei frei Arbeitsplätze dürften genügen!!

Wenn in einem Arbeitszeugnis stand „hat sich bemüht“ wußte man sofort was gemeint war. Ist hier nicht anders.

‚Interessant‘ wird es, wenn es in Europa zu einer richtigen Wirtschaftskrise kommen sollte und Menschen, wie jene auf der Dschunke, sich anschicken, sich das zu nehmen, was sie wollen. Dann kommt das große Heulen und Zähneklappern …

Sie stellen zwei Fragen in Ihrem Text, die Sie eigentlich selber beantworten können und auch sollten.

1. Wer kümmert sich um die angekommenen Gesetzlosen und
2. hat Conte noch alle politischen Tassen im Schrank

zu 1: Die Flüchtlingsliebhaber
zu 2: Nein

Ich hoffe, ich konnte Ihre Neugier und Ihre schwierigen Fragen befriedigend beantworten. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, nur zu, ich bin für fast jeden Spaß zu haben.

Am 27.Oktober sind dann also die Wahlen. Danke für die Information.

zu 1) würde ich eher sagen – über kurz oder lang Deutschland

@Di Limonati
Zu 1.: am Ende der deutsche Steuerzahler (der eine oder andere auch mit Leib und Leben)
Zu 2.: da stimme ich Ihne zu

Linke fördern demnach den Import von Lohnsklaven aus Afrika…
wer waren noch mal die neo-liberalen Rassisten?!?

Es ist utopisch anzunehmen, Menschen aus Afrika wären auch nur für niedrigste Arbeiten in Europa zu gebrauchen. Schon viele Osteuropäer, meist signifikant schlauer als der durchschnittliche Afrikaner, sind dafür selten zu gebrauchen.

Exakt so. Sie führen uns alle zusammen in den Abgrund… aus tiefem Schuldaltruismus…

Conte wirkte „anders als sonst“, „nicht leise und bedächtig, sondern engagiert und angeheizt“, sprach „Sätze voller Pathos“. Merkwürdig. Was ist da los? Neue Liebe? Drogen? Plötzlicher Geldsegen?