Biden verhaspelt sich immer öfter – Noch immer keine Pressekonferenz

Joe Biden ist der erste Präsident seit 100 Jahren, der zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Pressekonferenz gehalten hat. Beginnt sein Team bereits damit, ihn abzuschirmen? Bei immer mehr Verhasplern und peinlichen Momenten hat es ganz den Anschein.

IMAGO / MediaPunch

US-Präsident Biden hat sich mal wieder einen prominenten Versprecher geleistet. Bei einer Rede im Weißen Haus vergaß er anscheinend den Namen seines, anwesenden, Verteidigungsministers: “Ich möchte Sec … dem ehemaligen General … danken. Ich nenne ihn immer wieder ‚General‘. Mein … der Typ, der den Laden dort drüben leitet.”

Der “Laden dort drüben” ist in dem Fall das Pentagon, das auf der anderen Seite des Potomacs steht, und der ehemalige General ist der pensionierte Vier-Sterne-General Lloyd Austin, der das Pentagon leitet. Die Versprecher (oder Vergesser) des US-Oberbefehlshabers sind inzwischen nichts neues mehr, auch an anderer Stelle fragte er mal während einer Rede. “Was mache ich hier? Ich werde hier den Überblick verlieren”.

Man bekommt außerdem das Gefühl, das Weiße Haus wolle ihn geradezu von Reporter-Fragen fernhalten. Etwa bei einem virtuellen Auftritt vor der Demokratischen Fraktion im Repräsentantenhaus. Für etwa 10 Minuten redete er vor der von Sprecherin Nancy Pelosi angeführten Gruppe Demokratischer Abgeordneter. Zum Ende sagte er schließlich: „Und ich beantworte gerne Fragen, wenn ich das – das machen soll, Nancy.” Reporter bekamen allerdings keine Chance, Fragen zu stellen, sondern das Weiße Haus beendete sofort danach den Livestream und stattdessen lief “Vielen Dank, dass Sie dabei waren” über die Bildschirme.

Selbst das sonst Biden-freundliche CNN kritisierte unter der Überschrift “Ein Rekord, auf den Joe Biden nicht stolz sein sollte”, dass er als Präsident bisher keine einzige Pressekonferenz gehalten hat. Damit stellt er einen historischen Rekord auf, zum jetzigen Zeitpunkt in der Präsidentschaft haben alle seine Vorgänger in den letzten 100 Jahren (!) schon Pressekonferenzen gehalten – Roosevelt, Eisenhower, Kennedy, Nixon, Reagan, Obama und sogar Trump alle hatten früher Zeit für die Presse als Biden. Der sei nach Angaben der Pressesprecherin Jen Psaki stattdessen sehr beschäftigt mit Corona-Management.

Die Taktik ist dabei nicht neu: Bereits im Wahlkampf tauchte Joe Biden oft ab. Tagelang kündigte seine Kampagne schon vormittags an, dass keine weiteren Nachrichten mehr von ihm zu erwarten sind. Die Boulevard-Zeitung New York Post titelte damals. “Wo ist Joe?” Kaum Medienkontakt, das war die Devise seiner Kampagne. Die Wahl gewann er praktisch aus dem Keller, öffentliche Auftritte und die damit verbundenen kritischen Fragen und politische Angriffsfläche gab es für ihn kaum. Stattdessen stürzte sich der Großteil der Journalisten auf Amtsinhaber Trump, der in der Endphase des Wahlkampfs an einem Tag mehrere Wahlveranstaltungen an verschiedenen Enden des Landes hatte.

Auch wenn Biden, anders als sein Vorgänger, einer eher wohlgesonnenen Presse ausgesetzt wäre, scheint sein Team diese Strategie des minimalen Medienkontakts jetzt fortzusetzen. In Anbetracht seiner letzten Auftritte muss man sich da die Frage stellen, ob es da nicht nur um die Angst vor inhaltlichem Nachhaken, sondern vor weiteren Aussetzern handelt.

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Kommentare ( 69 )

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69 Comments
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Deutscher
4 Monate her

„Beginnt sein Team bereits damit, ihn abzuschirmen?“

Ich denke eher, sie beginnen ihn abzusägen. Der alte weiße Mann hat seine Schuldigkeit getan, der alte weiße Mann kann gehen.

Evero
4 Monate her

Monarchien oder Despotien haben oft senile Herrscher, wo im Hintergrund die Hofschranzen regieren.
Biden wurde bei der US-Präsidentschaftswahl als Anführer ins Schaufenster gestellt und gewählt. Wenn jetzt zu erwarten ist, dass sehr bald die Vizepräsidentin Harris die Amtsgeschäfte übernehmen wird, ist das nicht das, was der Wähler gewollt hat. Es ist vorsätzlicher Betrug, denn alle wussten, dass Biden ein Problem hat, das nicht kleiner werden würde. Sozialisten sind eben Falschspieler.

Uwe50
4 Monate her
Antworten an  Evero

Bester Aussage dazu: „Es hat niemand vor eine Mauer zu bauen“.

Blitzmerker
4 Monate her

Es gibt eben nur einen sleepy Joe.
Trump hat da absolut ins Schwarze getroffen.

Uwe50
4 Monate her
Antworten an  Blitzmerker

Gegen Trump positioniert man sich doch nur weil er kein Berufspolitker war. Allen voran Nancy Pelosi.

alter weisser Mann
4 Monate her

Biden verwirrt?
Deshalb hat er auch bei der Krönungsfeier das arg wirre „Gedicht“, das nur von Auserwählten übersetzt werden darf, gut gefunden.

moorwald
4 Monate her

Falls es Wahlbetrug gewesen ist, so wird der früher oder später aufgedeckt werden. Irgendwer wird plaudern, entweder weil er käuflich ist, oder aus Rache.
Und dann wird es das politische System der USA sprengen.
Dagegen war dann „Watergate“ nur eine Schmierenkomödie.

privilegierter Erpel
4 Monate her
Antworten an  moorwald

Die Botschaft höre ich gerne, alleine der Glauben fehlt mir.
Google hat seine Geschäftsbedingungen so geändert, dass auf Youtube keine Videos mehr gehostet werden, bei denen die Integrität der US-Wahl bezweifelt wird. Ähnliches soll für Facebook gelten; auf Twitter wurde der bekannte Youtube-Star Steven Crowder für eine Woche gesperrt, ohne Begründung. Er macht grad eine Serie über einzelne belegte Wahlunstimmigkeiten in den USA. In seinen Videos sieht man, wie er da rumeiern muss, um nicht auf YT gesperrt zu werden.

Evero
4 Monate her
Antworten an  privilegierter Erpel

Da gibt es nur eines: Alrernativen zu Google, Facebook und Co. suchen und diese stark machen.
Jetzt zeigt die Krake ihre wahre Gestalt. US-Oligarchen, die ohne Mandat die Welt regieren wollen. Veto!

moorwald
4 Monate her

Es will einem einfach nicht in den Kopf, daß die Mehrheit der amerikanischen Wähler einen halb dementen Wackelgreis zum Präsidenten gemacht haben soll.
Zwei Vermutungen:

  1. ein raffinierter Plan
  2. eine gigantische Wahlfälschung.
Evero
4 Monate her
Antworten an  moorwald

Bides! 😁

Hieronymus Bosch
4 Monate her

Bidens Aussetzer sind typisch für Alzheimer! Wenn das öfter vorkommt, wird man Kamala Harris zur Präsidentin machen. Dann haben die Linken in Amerika das, was sie schon immer wollten: eine Schwarze als Präsidentin!

Evero
4 Monate her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Eigentlich könnten die USA dann auf einen Präsidenten ganz verzichten und gleich den Chinesischen KP-Führer und Staatspräsidenten Xi Jinping zum Staatsoberhaupt machen.

Anti-Merkel
4 Monate her
Antworten an  Evero

Nein, Xi wäre für die Harris-Fans viel zu freiheitsfreundlich. In China darf man sich in den meisten Gegenden ohne Maulkorb bewegen.

Ronaldo
4 Monate her

Kamela Harris at the gates. Die Ablösung darf nur nicht zu schnell gehen, sonst könnten sich die Amerikaner übers Ohr gehauen fühlen. Für mich läuft das aber grundsätzlich nach Plan mit dem einzigen Problem, dass Biden jetzt vielleicht doch zu schnell abbaut. Ich hätte eher vermutet, dass der geplante „Übergang“ nach den nächsten Kongresswahlen angestrebt war.

Kampfkater1969
4 Monate her

Ich habe ernsthaft Angst! Hier läuft ganz was Großes!! Ich denke, wir werden unsere Welt in ein paar Jahren nicht mehr erkennen! Jetzt muß ich mit meinen 50 Jahren schon sagen: „Gottseidank bin ich schon so alt!“

Ich fürchte, der Mann wird schon lange tot sein, und immer noch Präsident sein!

Evero
4 Monate her
Antworten an  Kampfkater1969

Für mich steht ausser Frage, dass der Einfluss der KP China ausgehend von der US-Pazifikküste immens ist. Sie haben überall schon ihre Satrapen.

Lichtenberg
4 Monate her

Die Vorgänge vor, während und nach der Prasidentschaftswahl sind besorgniserregend. Da ich Funk und TV zwar noch bezahle aber nicht mehr zur Kenntnis nehme, gönne ich mir ab und zu eine Blue-ray. Das heutige Abendprogramm bestreitet eine Filmsatire von Stanley Kubrick: „Dr. Strangelove (Dr. Seltsam) or: How I learned to stop worrying and love the bomb“, in dem der US-Präsident telefonisch dem betrunkenen Sowjet-Premier klarzumachen versucht, der gerade laufende Atomangriff sei ein dummer Fehler, worauf der Präsidentenberater Dr. Seltsam dem Präsidenten die Existenz eines sicheren unterirdischen Rückzugsortes für eine kleine amerikanische Elite schmackhaft macht. Der aktuelle Vorschlag einiger Democrats, die… Mehr