Rita Knobel-Ulrich ist eine renommierte Filmemacherin, die unter anderem für den ÖRR tätig ist. In einem offenen Brief kritisiert sie die geplante Verleihung des Katharina-Zell-Preises an Sophie von der Tann. Sie wirft der ehemaligen ARD-Korrespondentin Einseitigkeit vor.
picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau zeichnet die ehemalige Nahost-Korrespondentin der ARD, Sophie von der Tann, mit dem Katharina-Zell-Preis aus. Der Preis „ehrt Frauen, die sich mutig und unbeirrt für ihre Überzeugungen und für eine gerechtere Welt einsetzen“. Die Verleihung findet am 7. September in Frankfurt am Main statt. Rita Knobel-Ulrich wendet sich in einem offenen Brief gegen diese Entscheidung. Tichys Einblick dokumentiert die Stellungnahme der Filmemacherin und Autorin, die selbst unter anderem für die ARD tätig war:
Sehr geehrte Mitglieder des Landesverbandes Evangelische Frauen in Hessen und Nassau,
mit Befremden habe ich gelesen, dass Sie der ehemaligen Nahost-Korrespondentin von der Tann den Katharina-Zell-Preis verleihen wollen.
Ausdrücklich sprechen Sie von mutigem und unerschrockenem Einsatz, von sachlicher und verständlicher Einordnung eines hochkomplexen Konflikts.
Der Konflikt ist tatsächlich hochkomplex. Als häufiger Zuschauer von Tagesschau und Tagesthemen kann ich allerdings nicht feststellen, dass Sophie von der Tann den Konflikt sachlich begleitet hätte.
Ich habe nicht festgestellt, dass Frau von der Tann auf diese Umstände hingewiesen, ja, dass sie sie auch nur einmal erwähnt hätte. Sie hat sich nur beklagt, dass sie selbst dort nicht hindürfe wegen des Verbotes durch Israel. Dass aber nach der Geiselnahme völlig unschuldiger Menschen durch die Hamas im Oktober 2023 Israel an weiteren Geiselnahmen und dem Tod von Journalisten bei Schießereien und Raketenangriffen nicht gelegen sein kann, liegt klar auf der Hand.
Von dem Schicksal der Israelis erfuhr man als interessierter Zuschauer wenig bis nichts. Oder kennen Sie Berichte von israelischen Familien, die monatelang evakuiert werden mussten, um nicht unter Beschuss der Hisbollah im Norden zu geraten, die in Behelfsunterkünften ausharren mussten, deren Kinder traumatisiert wurden ohne Kontakt zu Spielkameraden, Freunden, Nachbarn und Familien? So einen Bericht von Frau von der Tann habe ich nicht gesehen. Nur auf Social Media von Besuchern, die kleine Posts absetzten und auf diese Situation aufmerksam machten.
Haben Sie einen Bericht gesehen über die Familien der jungen Soldatinnen und Soldaten, die um das Leben ihrer Kinder im Kampfeinsatz bangten? Gab es einen Bericht über die Kibbuzim am Rand von Gaza, die von dem Mob zerstört wurden, deren Bewohner zerstückelt, vergewaltigt, verbrannt wurden? Unter anderem von Palästinensern, die jahrelang Arbeit in den Kibbuzzen fanden und die diese Zeit ausnutzen, um anzugeben, wo sich welche Schutzräume befanden, wo es Wertsachen gab, wer in den Häusern wohnte, wer ein „lohnendes Ziel“ sein könnte, abgesehen von einem Bericht über die Familien der getöteten jungen Menschen, die einfach nur ein Musikfestival besuchen wollten?
Kaum ein Bericht darüber, dass die Hamas-Tunnel meist unter Wohnhäusern, Moscheen und Krankenhäusern liegen, dass Israel als einzige Armee der Welt die Bewohner vor einem bevorstehenden Angriff auf Flugblättern warnt.
Ich bin evangelische Christin und denke, es stünde Ihnen gut an, Israel zu unterstützen und nicht eine Journalistin auszuzeichnen, deren Berichterstattung so einseitig ist, gerade angesichts der Vergangenheit der Evangelischen Kirche in der Nazizeit. Ich denke da nur an die Deutschen Christen, die den Antisemitismus der Nazis unterstützten. Bonhoeffer war leider die Ausnahme.
Ich schäme mich für meine Kirche, dass sie nicht entschieden für das Lebensrecht der Juden in Israel und hier in Deutschland eintritt, dass sie zusieht, wie inzwischen wieder einmal Juden auf gepackten Koffern sitzen und dass sie eine Journalistin auszeichnet, die durch ihre einseitige Berichterstattung dieses Treiben unterstützt.
Sie sollten sich schämen, und ich bin sicher, es wird wieder einmal viele Kirchenaustritte geben, weil die Menschen diese einseitige Positionierung ihrer Kirche satt haben.
Dr. Rita Knobel-Ulrich






Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Die Kirchen haben sich noch nie mi „Ruhm bekleckert“, sie standen offiziell noch nie auf der Seite der Vernunft und der Realtitä. Diese Frau zu beweihräuchern passt ins Bild der Welt im links-woken Tunnel. Sie können nichts sehen außer sich selbst. So rennt die Welt auf den Höhepunkt kriegerischer Auseinandersetzungen zu. Wer immer nur angefeindet wird, wenn er um sein Leben kämpft, wer immer nur verleumdet wird, wem immer nur jedes Wort, sogar eine alberne Geste, aus dem Zusammenhang ins Negative gedreht wird, der wird zwangsläufig verbittert, er kämpft um sein Leben umso entschlossener. Wenn es zu einem Showdown im… Mehr
„Ich schäme mich für meine Kirche,..“
Sollten Sie sich nicht eher für Ihren, fanatische anzusehenden, Brief schämen:
„Stattdessen jeden Tag Berichte von angeblichem israelischen Genozid und angeblicher Hungersnot der Palästinenser.
„ es wird wieder einmal viele Kirchenaustritte geben,“
ich hoffe es.
Nur so kann überhaupt eine Veränderung stattfinden. Nicht mehr mitmachen …
„Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau zeichnet die ehemalige Nahost-Korrespondentin der ARD, Sophie von der Tann aus.“
Ein Frauenverband zeichnet eine Frau aus – mehr Menschenverblödung geht nicht – das ist Deutschland.
Nullleistung vollbringen und als Leistung anpreisen – „wir fordern“ irgend eine Hanebüchenei, „wir haben ein Programm gemacht“ „wir schwafeln Korespondentin Schwachsinn“ – alles mit dem Anspruch etwas geleistet zu haben – versuchte Menschenverblödung.
Nun ja, Berichte oder Filme, welche den laufenden Landraub und das tägliche Morden an den Palästinensern durch die Israelis zeigen, sieht man halt nicht so gerne ….
Von daher ist der Einspruch sehr verständlich.
Ich erwartete auf TE zu diesem „Thema“ nichts anderes; Einblick ist leider einäugig. Analysen eines Prof. Jeffrey Sachs, Prof. J. Mearsheimer u.v.a. oder eine Erwähnung der israel. Historiker Prof Ilan Pappe/ Buch:Then Myth about Israel u. Shlomo Sand/ Buch: „Die Erfindung des Landes Israel: Mythos und Wahrheit“ oder die Aussagen von H. Ahrendt, A. Einstein u.a. in dem Offenen Brief an den Herausgeber der NYTimes anläßlich des Besuchs von M.Begin, sucht man hier in einem Artikel vergebens. Full text of „Albert Einstein Letter to The New York Times. December 4, 1948 New Palestine Party. Visit of Menachen Begin and Aims of… Mehr
Erklären Sie, warum haben 2005 die Palästinenser u. a. die Orangenhaine, die die Israelis beim Verlassen des Gazas gepflegt zurückließen, zerstört? Warum haben sie die Hotels, die ihnen geschenkt wurden, zerstört? Warum ließen sie den Flughafen total vergammeln? Warum haben sie die vielen Milliarden an Hilfsgeldern in über 500 km Tunnelbauten angelegt und in Waffen statt in wirkliche Bildung und Aufbau einer Wirtschaft, die man so nennen könnte? Auch wenn die Israelis im Osten Fehler machen – immerhin haben sie die aggressiven Orthodoxen endlich gestoppt -, ich kann sie verstehen, insb. da ich Kollegen haben, die aus dem Nahen Osten… Mehr
„Der Konflikt ist tatsächlich hochkomplex“ Nichts ist daran komplex. Die Juden haben ihr Königreich Judea vor knapp 2000 Jahren an die Römer verloren. Seit Kaiser Hadrian es in Syria-Palestina umbenannte, gibt es dieses Reich nicht mehr, und leben – bis auf wenige Ausnahmen – auch keine Juden mehr dort. Es gibt kein Existenzrecht Israels. Bevor endlich die Tatsache anerkannt wird, dass dieses Land ein für allemal den Palästinensern gehört, wird sich der Westen an immer grässlicheren Kriegsverbrechen beteiligen müssen, um diesen kranken Kunststaat am Leben zu erhalten. Die USA begehen bereits schwerste Kriegsverbrechen gegen die iranische Zivilbevölkerung, und das alles… Mehr
Danke für Ihren wichtigen Kommentar. Wundern Sie sich nicht, wenn Daumen nach unten zeigen:
„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen“.
George Orwell
Wie wahr! Keine guten Aussichten!
Also, von „Professor“ ist hier nichts zu erkennen!!! Von Geschichtskenntnissen leider auch nicht die Spur! Ach ja, und von Gegenwartskenntnissen und Zusammenhängen auch nicht!! Na ja!
„Der Preis „ehrt Frauen, die sich mutig und unbeirrt für ihre Überzeugungen und für eine gerechtere Welt einsetzen“.“
Ich verstehe Frau Knobel-Ulrich nicht. Die ARD-Tante wird doch nicht für Journalismus, also unabhängige Berichterstattung, ausgezeichnet, sondern explizit für das Gegenteil, nämlich die Verbreitung von persönlicher Propaganda („ihre Überzeugungen“) und sozialistischer („gerechtere Welt“).
Da preisen linke, toxische Frauen eine andere linke, toxische Frau. Das ist völlig normal für solche Sekten.
So ist es! Für ausgewogene, faire, unparteiische Berichterstattung, gerade aus dem Nahen Osten, gewinnt man keinen Blumentopf! Die „christlichen“ Kirchen spielen da eine unrühmliche Rolle – sie sind auf dem Kurs antisemitisch toxisch-rot und giftgrün!
Damit haben Sie leider recht, und die Kirchen spielen wie immer eine verdammte Rolle.
Die Reportagen von Frau Dr. Knobel-Ulrich gehören zum Sehenswertesten, was das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland noch zu bieten hat. Ihre engagierte Stellungnahme und Kritik an der Preisverleihung macht sie mir noch sympathischer. Vielen Dank!
Vitamin B macht es halt aus, denn sie wird als entfernte Verwandte von einem Journalisten namens Hartmann von der Tann angegeben und der war ja bekanntlich lange in den ÖRR-Rundfunkanstalten tätig und was es doch für Zufälle gibt, wenn dann der bekannte Namen plötzlich Klang erhält und die Mär von entfernten Verwandten trifft so auch nicht zu denn immerhin entstammt der gesamte Clan der Ganerbenburg in der Kleinstadt Tann in Nordhessen und unterteilt sich in drei Linien des Schloßbesitzes, des roten, des blauen und des Gelben Schlosses, wo man sich seit Jahrhunderten kennt und man heute so tut, als ob… Mehr
Naja, Frau vdT war jedenfalls in Tel Aviv, während dort die Raketen einschlugen. Andere ÖRR-Korrespondenten saßen (und sitzen) in teuren Hotels in Istanbul und Kairo während sie bedeutungsschwanger über den Bildschirm flimmern. Ihre Kommentare könnten sie genauso gut in Pinneberg verfassen.
Wahre Worte. Herzlichen Dank an Sie.