Zu den aktuellen Ereignissen um Alice Schwarzer

Der Klassenkampf gegen den spießigen christlich-konservativen Kleinbürger war gewonnen, die christlich liberalen und konservative Werte nahezu alle ausgehebelt. Nun sind es islamisch konservative Werte, die den leergefegten Platz der christlich konservativen Werte einnehmen.

Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Spätestens jetzt sollte jedem klar geworden sein: Der Marsch durch die Institutionen der Linken in dieselben hat Früchte getragen. Die Kulturrevolution von Oben ist durchgesickert und hat begonnen.

Es wirkt nahezu ironisch, wenn man sich das Video, welches momentan viral geht, im Netz ansieht, indem eine junge Muslima mit Kopftuch sichtlich erregt und aggressiv mit Alice Schwarzer streitet: Über das Kopftuch, welches sie im Namen des „neuen“ Feminismus selbstbestimmt und mit Stolz trägt, wie sie selbst sagt. Ein kleines Antippen mit dem Finger genügt, um einen Shitstorm auszulösen. Dabei: Für Alice Schwarzer ist das Kopftuch der 1. Schritt in die Unterdrückung, weitere folgen bis hin zum mobilen Gefängnis der Burka oder  Gefängnisstrafe und Peitschenhiebe für Frauen, die das ablehnen. Aber was tun, wenn Frauen gerne unterdrückt sein wollen?

Alice Schwarzer – ein Name in Deutschland, der als Synonym steht für Frauenrechte und für Feminismus. So waren es jedoch immer linke Ideale bezüglich der Geschlechterrollen und der Frauen, die Frau Schwarzer vertreten hat.

Ideale wie z.B das Konzept der „freien Liebe“, liberale Abtreibungsgesetze, Erleichterungen für Ehescheidungen usw. – und jetzt kommt der Islam und will seinen Feminismus feiern lassen – ist wütend, weil Frau Schwarzer es nicht mit ihnen tut.

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Kein Wunder, dass sich muslimische Frauen ausgeschlossen fühlten von Alice Schwarzer. Denn die linken Ideale, für die Frau Schwarzer immer energisch eintrat, sind eben genau das Gegenteil dessen, wofür diese Frauen stehen. Es sind islamisch-konservative Werte – die nun den leergefegten Platz der christlich-konservativen Werte einnehmen. Auch hier steckt eine tiefe Ironie – so ähneln sich diese Werte in ihren Grundpfeilern – nur ohne Kopftuch.

Der Klassenkampf gegen den spießigen christlich-konservativen Kleinbürger war gewonnen, die christlich liberalen und konservative Werte nahezu alle ausgehebelt. Aber mit diesem neuen „Kampf“ hat wohl keiner der Alt-Feministinnen gerechnet. Und so hat Frau Schwarzer tatsächlich recht als sie sagte: „Wir haben die Musliminnen vernachlässigt.“

Oder eher gesagt: den Islam. Sie hatte uns – Frauen wie mich – vernachlässigt, die sich dem westlichen, deutschen Lebensstil anpassten und dafür von der islamisch-konservativen Gesellschaft in Deutschland als „Abtrünnige“ stigmatisiert worden sind. Wir hätten Hilfe gebraucht, sogar die Generation unserer Mütter hätte sie gebraucht.

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Aber die Feministinnen der 68-er waren inkonsequent, wie man heute deutlich sehen kann, da nur an einer Front die Religiös-Konservativen bekämpft wurden: die Christlich-Konservativen.

Offenbar liegt sie falsch mit ihrer Annahme, die Frauen von ihren Kopftüchern zu befreien zu müssen. Es spielt auch gar keine Rolle mehr, ob eine Frau befreit werden will oder selbstbestimmt dieses Symbol (für was auch immer) tragen will. Denn dieser Zug ist abgefahren. Dieses Denkmuster ist obsolet – denn der Islam hat längst seine Lobby gefunden.

Ironischerweise war Alice Schwarzer damals der Alptraum der türkisch muslimischen männlichen Gesellschaft in den 70er Jahren. So hatten viele Männer Angst davor, dass ihre Frauen werden könnten “wie deutsche Huren“. Zudem: Alice Schwarzer hat als erste Feministin davor gewarnt. Ihre Warnungen wurden überhört – jetzt rollt die Woge zurück.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie kommen gerade aus Anatolien und in der Nachbarwohnung ist eine Kommune, die sich vom patriarchalisch geprägten bourgeoisen Besitzanspruchsdenken in Liebesbeziehungen „befreit“ und sie waren gestern noch fromm in einer Moschee beten.

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Zwar kannten wohl die wenigsten muslimischen Männer Alice Schwarzer, jedoch war sie einer der Gründe bzw. die Werte und den dazugehörigen Lebenstil, den sie vertrat, vor der man die eigenen Frauen „schützen“ wollte und sie fern hielt von der deutschen Gesellschaft. Es ist ihnen gelungen. Auch wenn die Mehrheit der damaligen Gastarbeiter aus der Türkei nicht der deutschen Sprache mächtig waren, so hatten sie trotzdem alle Augen, um zu sehen, was die 68-er in diesem Land angerichtet hatten.

Denn es scheint, als würden die heutigen islamisch-konservativen Frauen in Deutschland das schaffen, worin der christlich-konservativ geprägte Lebensstil der deutschen Frauen versagt hat – verloren hat gegen die hochgelobte 68-er Bewegung, als dessen An- und Wortführerin Alice Schwarzer galt.

Ganz recht, die 68er waren auch ein Grund, weshalb die Integration der damaligen „Gastarbeiter“ scheiterte, denn das was sie propagierten und am Ende übrig blieb, war gesellschaftlicher Zerfall, in den sich auch nur wenige „integrieren“ wollten. Das Ergebnis sehen wir heute. Trotz Atatürk – denn der westliche Lebensstil, den er propagierte, hatte nichts mit linker Sozialpolitik zu tun.

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Was die Linken damals hier in Deutschland zerstörten, bauen die Konservativen wieder auf und andersherum. So war es immer. Der einzige Unterschied heute: Es sind nun die muslimisch Konservativen, die in ihrem Sinne handeln und aufbauen. Nicht im Sinne der deutschen Gesellschaft. Das wäre eigentlich die Aufgabe einer CDU gewesen, wäre diese von links nicht ausgehöhlt worden.

Es scheint, als würde die Revolution nun ihre Mütter und Väter fressen. Und irgendwie erinnert das ganze bereits im Kleinen an etwas, was es im Großen schon mal gab – in China etwa, wo eine wütende Generation der Jugend eines Landes sich als rote Garden von den einstigen Wortführern, Idolen und idealen, samt ihrer Eltern, also diejenigen, die sie an ihrer Brust nährten, entledigten. Im Namen der Revolution, der Freiheit.

Zugegeben ein kluger Schachzug der Linken, die neue revolutionäre Kraft in Multikulti erkannt und mobilisiert zu haben. Somit hat Schwarzer ausgedient, wird nicht mehr gebraucht, an ihre Stelle treten jetzt lautere und aggressivere Frauen, die im Namen der Religionsfreiheit und weiblichen Emanzipation für statt gegen das Kopftuch demonstrieren und kämpfen.

Auch hier verbirgt sich wieder die Ironie des Schicksals, so sind es doch wieder linke Ideale die Multikulti rufen, mittlerweile schreien und ausgerechnet Alice Schwarzer als Rassistin beschimpfen. Selten hat man ihr mehr Unrecht angetan.

Da sieht man einmal wieder, wie link die Linken sind.


Die Sprache des islamistischen Tweets spricht für sich.

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Kommentare ( 327 )

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Was wollen diese faschistoiden Moslems in Europa, in unserem Abendland? Wir hatten und haben hier keinen Islam. Dieser wurde zuletzt bereits 1492 aus Europa ob seiner Intoleranz und faschistoiden Ideologie vertrieben. Eine Ideologie, die auch noch unter falschen Segeln als Religion auftritt. Wer sich nicht nach unseren europäischen Traditionen richten will, soll dorthin, wo seine Traditionen zu Hause sind. Insbesondere ist es eine Ungeheuerlichkeit sich nach Europa mit Gewalt rechtswidrig hineinzudrängen und zu denken unsere Freiheit für seine Ideologien ausnutzen und mißbrauchen zu können, um genau diese Freiheit der Europäer zu zerstören. Was für ein Rosinen pickender Größenwahn von totalitären… Mehr
„… gefallen lassen …“ ? Wir sind doch mit Begeisterung dabei, alles zu tolerieren. Auch das eigentlich Undenkbare. Diese unterdrückten „Andern“ haben immer recht, andere Meinungen sind zumeist schon per se als rückwärtsgewandte totalitäre Ideologie gebrandmarkt … . Selbstbewusstsein, Vernunft, Verstand, auflehnen gegen mit Verzückung begrüßte Selbstzerstörung … Fehlanzeige. nichts zu bemerken. Und es wird wohl munter so weiter gehen. Die Weichen sind gestellt. Was noch funktioniert, wird über kurz oder lang über die Klimaphrasen erledigt. Willige Mitläufer rekrutieren sich wie von selbst. Hurra-Patriotismus der besonderen Art. Die Maschine ist gebaut und offensichtlich nicht zu stoppen. Msn muss warten, bis… Mehr
Widerspruch! die gnädige geschreierte 68iger war immer schon rassistisch auch wenn es „nur“ der alte weiße Mann ist. Doch jetzt merkt sie mal am eigenen Leibe wie das so ist. Wie dem auch sei die „linke Denke“ der Schwarzer war und ist mir immer schon, genauso wie die widerliche unfreie Ideologie des Islam, mit nichts zu toppen. Tragisch ist halt, daß die breite Mehrheit offensichtlich nicht in der Lage ist, die Ziele und das Tun dieses fortgesetzten Feldzugs des Islam aber auch des entgleisten Feminismus samt dem Genderquatsch zu begreifen und lustig an ihrem eigenen Untergang, im vorauseilenden Gehorsam, mitwirken.… Mehr

Obwohl ich die 68er ablehen, aber wo waren die rassitisch?

Sie sehen, beurteilen und begreifen die Welt nur mit den Augen der weißen, westdeutschen Mittelschicht… Dementsprechend einseitig sind die Forderungen.

genau wie ein muslimischer Wirtschaftsflüchtling das durch seine Brille sieht und wenns Geld für nix-arbeiten und viele Kinder gratis gibt, ja dann kommt der halt und wenn des weiteren die Leute in Bückstellung gehen damit der bequem rein treten kann, ja dann macht der das halt…Immer noch nicht kapiert?

Das hat mit Rassismus überhaupt nichts zu tun. Es ist eine ganz normale politische Forderung seine einseitigen Forderung anzumelden.

Reicht Ihnen der Rassismus gegen das eigene Volk, insbesondere den „alten, weißen Mann“ nicht?

Heute gibt es bei den nazi-grünen und stasi-roten inländerrassistisches Vrhalten, aber das war in den 70er Jahren nicht so. Außerdem sollten Sie den Unterschied zwischen „alter weißer Mann“ und „alter weiser Mann“ kennen.

Der Antisemitismus, getarnt als Pro-Palästinenser-Aktivismus, war in linken Kreisen damals schon salonfähig.

Die Realität setzt sich am Ende immer durch. Keine Ideologie war jemals von Bestand. Feminismus wird verschwinden. Entweder durch uns oder durch den Islam.

Der Kommentar von Gerald Grosz zur Causa Alice Schwarzer ist köstlich!
https://www.youtube.com/watch?v=uwyNGojqGcs

Was will uns eigentlich die Autorin sagen? Ich habe es nicht verstanden.

Die Autorin wollte uns sagen, dass die Linke sich mit den Muslimen die falschen Verbündeten im Kampf gegen ihre konservativen politischen Gegner ausgewählt haben. Genau wie damals die alten Römer, die im großen Umfang germanische Soldaten in ihr Heer bis ins Offizierskorps integrierten, und mit dieser Endscheidung letztendlich erfolgreich an ihrem eigenen Ast sägten.

„Wir erheben Anspruch auf euer Land“… Genau! Genau das ist der Islam. Friedfertigkeit vortäuschen bis zu dem Punkt, wo sie in der Mehrzahl sind. Dann ist’s aus mit der Friedfertigkeit. Wer das amüsant und von weit hergeholt empfindet, der kennt weder den Koran noch sonstige Schriften des Islam, noch kennt er die Kairoer Erklärung und die vielen Äußerungen, die von muslimischen Geistlichen aus aller Welt gemacht werden und wurden: Das Ziel des Islam ist immer die Eroberung und die Unterwerfung der Minderheiten, die vorher die Mehrheit waren. Das Ziel ist Europa. Aktuell Afrika. Asien ist zum großen Teil schon muslimisch.… Mehr

Es ist weder ein buntes Miteinander oder ein gleichgültiges Nebeneinander. Es ist eine Landnahme. Je stärker sie sich fühlen desto unverschämter werden die Forderungen.

Das stete Einprügeln auf die 68er, die nun an allem Schuld sein sollen, ist mir zu einfach. Es gab durchaus einiges zu kritisieren, und dass es z.B. den Kuppeleiparagraphen nicht mehr gibt, finde ich richtig. Entweder haben die Linken sich irgendwann von Prinzipien der Aufklärung verabschiedet, oder sie hatten sie nie. Ich bin jedenfalls in einem 68er Elternhaus aufgewachsen, mit linken Eltern, war früher selber links, und dennoch sind meine Eltern, Geschwister und ich Kritiker des Islam, der Klimhysterie, der Verharmlosung der Verbrechen des Sozialismus und des Genderwahns.

Dann sind Sie, Ihre Eltern und Geschwister aber keine „zeitgemäßen“ Linke mehr, sondern tendieren aus deren Sicht eher in Richtung „Nazi“.

Und da geht es schon los. Den Kuppeleiparagraphen hat die Regierung Brandt/Scheel abgeschafft – die haben Berufsverbot für 68er verhängt. Die 68er wirkten erstmals in der letzten Schmidt-Regierung (Stamokaps in der SPD). Die Umweltpolitik der 70er hat rein gar nichts mit 68ern ind Grünen zu tun gehabt. Brandt löste Wahlversprechen ein.

Die 68er-Turnschuhrevoluzzer haben niedergerisssen, Tabus, so weit sie konnten, geschliffen, Tugenden – ja, sie waren bekannt und charakteristisch für Deutschland(!) und andere Länder – zu Untugenden erklärt. Jetzt stehen sie, auch A. Schwarzer, vor der nicht vorhergesehenen Problematik – obwohl sie folgerichtig ist -, dass ausgerechnet mit ihren Slogans zugunsten des totalen Individualismus eine Zivilisation sich uns einverleiben will (s. „täglich neu aushandeln“), die totalitär auf Unterdrückung der Hälfte der Menschheit und auf den Menschenrechten hohnsprechenden Gesetzen – oft äußerst grausam und archaisch – und Vorschriften aufgebaut ist, und die darüber hinaus alle Nichtmuslime als minderwertig ansieht. A. Schwarzer ist… Mehr

Das Neueste aus Neuseeland: dort gibt es inzwischen aus Buße für die Anschläge in Christchurch die ersten Übertritte zum Islam.

Das ist kulturelle Selbstaufgabe in letzter Konsequenz und im Grunde genau die identitätspoltische Destruktion, für die Frau Schwarzer immer stand. Nur hat sie eben die Rechnung ohne den multikulturellen Wirt gemacht. Die Welt lacht inzwischen über Europa und seine angeblichen „Werte“. Dafür interessiert sich niemand mehr. Frau Schwarzer und ihre Emanzen sind als Wegbereiter der globalen islamischen Revolution nur lächerliche kleine Fußnoten der Weltgeschichte geworden.

Den gegen eine Aufklärungskampagne zur Gleichwertigkeit von Homosexuellen demonstrierenden muslimischen Eltern vor der Grundschule in Birmingham hatten sich interessanterweise auch konservative Christen angeschlossen. Vielleicht machen die am Ende wie der Held bei Houellebecq ganz pragmatisch das für sie Beste aus einer schlechten Situation…
Die Proteste gegen „No Outsiders“ gehen übrigens seit Januar trotz angedrohter juristischer Konsequenzen unbeirrt weiter. Die Eltern haben der Schule eine Frist bis Ende nächster Woche gesetzt, den Lehrplan zu ändern. Andernfalls nehmen sie ihre Kinder dann aus dem Unterricht. Wer da wohl gewinnt bei 99% muslimischen Schülern?