Wohngeld auf Rekordniveau: Staat zahlt fast fünf Milliarden Euro

Die Zahl der Wohngeld-Empfänger wächst: Ende 2025 bezogen 1,3 Millionen Haushalte den Zuschuss. Das sind so viele wie nie seit Beginn der Statistik 2005. Die Ausgaben stiegen auf fast fünf Milliarden Euro. Besonders häufig betroffen sind Rentner.

IMAGO / Michael Gstettenbauer

Immer mehr Haushalte in Deutschland sind auf staatliche Unterstützung bei ihren Wohnkosten angewiesen. Ende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld. Das waren 7,2 Prozent oder rund 90.000 Haushalte mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit erhielten 3,2 Prozent aller privaten Haushalte Wohngeld. Ende 2024 waren es noch 3,0 Prozent gewesen. Parallel dazu stiegen die staatlichen Ausgaben nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen um 6,4 Prozent: von rund 4,689 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 4,992 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

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Sowohl die Zahl der Wohngeldhaushalte als auch die Ausgaben erreichten damit den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005. Fast fünf Milliarden Euro muss der Staat inzwischen jährlich aufbringen, damit einkommensschwache Haushalte ihre Wohnkosten bezahlen können. Als Grund für den jüngsten Anstieg nennt das Bundesamt die gesetzlich vorgeschriebene turnusmäßige Anpassung des Wohngeldanspruchs an die allgemeine Preis- und Mietpreisentwicklung. Der durchschnittliche monatliche Anspruch je Haushalt erhöhte sich dadurch gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 296 Euro.

Wohngeld erhalten einkommensschwache Haushalte, damit sie sich angemessenen Wohnraum leisten können. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, richtet sich nach dem Einkommen, den Wohnkosten und der Zahl der Haushaltsmitglieder. Besonders häufig sind Ruheständler auf die Unterstützung angewiesen. In 51 Prozent der Wohngeldhaushalte – insgesamt 682.000 – waren Rentner oder Pensionäre die Haupteinkommenspersonen. Von ihnen lebten 85 Prozent beziehungsweise 581.000 allein. In 39 Prozent der Wohngeldhaushalte, insgesamt 519.000, lebten Kinder unter 25 Jahren.

Der überwiegende Teil der Empfänger wohnte zur Miete: 82 Prozent oder rund 1,1 Millionen waren Hauptmieter. Weitere zehn Prozent beziehungsweise 132.000 lebten in Heimen. Sieben Prozent oder 91.000 wohnten im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung und erhielten statt eines Mietzuschusses einen Lastenzuschuss.

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Zwischen den Bundesländern bestehen erhebliche Unterschiede. Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichnete Schleswig-Holstein. Dort stieg die Zahl der Wohngeldhaushalte Ende 2025 gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Prozent. Am schwächsten fiel der Anstieg in Berlin mit 1,7 Prozent aus. Den höchsten Anteil an Wohngeldhaushalten hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 5,8 Prozent. Damit lag der Wert dort mehr als dreimal so hoch wie in Bayern. Im Freistaat bezogen lediglich 1,9 Prozent aller Haushalte Wohngeld – der niedrigste Anteil bundesweit.

Auch bei der Höhe des Zuschusses zeigt sich ein deutliches Gefälle. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch reichte von 217 Euro in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 339 Euro in Hessen. Entscheidend ist dabei vor allem die durchschnittliche Miethöhe. Sie lag bei reinen Wohngeldhaushalten zwischen 427 Euro in Sachsen-Anhalt und 656 Euro in Baden-Württemberg.

Deutliche Unterschiede gibt es außerdem zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten waren in 63 Prozent der Wohngeldhaushalte Ruheständler die Haupteinkommenspersonen. Nur 27 Prozent waren Haushalte mit Kindern unter 25 Jahren. Im Westen lag der Anteil der Ruheständler bei 47 Prozent, während in 43 Prozent der Wohngeldhaushalte Kinder lebten. Der höhere Anteil im Westen geht auf Haushalte mit zwei oder mehr Kindern zurück.

Auch der Lastenzuschuss für Wohneigentümer ist regional sehr unterschiedlich verbreitet. In Berlin und Hamburg lag sein Anteil jeweils unter zwei Prozent aller Wohngeldhaushalte, im Saarland dagegen bei 14 Prozent. In den übrigen Bundesländern bewegte er sich zwischen fünf und elf Prozent.

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Kommentare ( 3 )

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Boris G
19 Minuten her

Könnte es sein, dass Wohnraumknappheit auch etwas mit der Masseneinwanderung der letzten 10 Jahre zu tun hat?
Könnte es sein, dass die Nebenkosten zur 2. Miete geworden sind, weil Energie künstlich (CO2-Bepreisung, Netzentgelte) verteuert worden ist?

Jens Frisch
21 Minuten her

Hat die #wirhabenplatz Fraktion das schon mitbekommen? Ach, die suchen gerade eine preiswerte Wohnung?
Dann ist ja gut…

Haba Orwell
30 Minuten her

> Die Ausgaben stiegen auf fast fünf Milliarden Euro. Besonders häufig betroffen sind Rentner.

Vielleicht kommt es nach dem kanadischen Modell – wer sich keine Miete mehr leisten kann, dem wird verpflichtende Sterbehilfe angeboten? So könnte man noch viel mehr Geld für das Heilige Banderastan erwirtschaften (makaber Sarkasmus).
Ob wenigstens dann die Ü70-80 aufhören würden, die Klavierspieler-hörigen Kartellparteien zu wählen?