Was beim Anschlag auf den Berliner Flughafen hätte passieren können

Der Anschlag der "Letzten Generation" auf den Berliner Flughafen ist noch verhältnismäßig glimpflich abgelaufen. Die Klimaextremisten hätten mit ihren Gesetzesbrüchen Schlimmes anrichten können.

Screenshot via Twitter / Letzte Generation

Extremisten hatten gestern einen Anschlag auf den Berliner Flughafen und die Flugsicherheit verübt. Sie hatten einen Maschendrahtzaun durchgeschnitten, waren durch das Loch auf das Gelände des Berliner Flughafens eingedrungen und sind auf das Rollfeld marschiert. Dort hatten sie sich festgeklebt.

Angriff auf kritische Infrastruktur
BER: „Letzte Generation“ gefährdet Flugbetrieb und richtet massiven Schaden an
Der Flugverkehr musste am Nachmittag eingestellt werden. Fünf Starts mussten gestrichen und 15 geplante Landungen umgeleitet werden. Ankommende Maschinen wurden nach Leipzig, Hannover oder Dresden umgeleitet, andere flogen in Warteschleifen in der Umgebung des Flughafens. An den kleineren Flughafen herrschte Chaos, weil die nicht auf die Abfertigung zahlreicher Maschinen eingerichtet waren.

Zehn Minuten nach Beginn des Anschlages war die Polizei dort und beseitigte die Attentäter vom Rollfeld. Dies gilt als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr, so Rechtsanwalt Oliver Allesch gegenüber Bild. Wenn ein Flugzeug dabei im Landeanflug gewesen wäre, hätte das ein Unglück verursachen können. Ausweichprozeduren beherrscht das System Luftfahrt, aber wenn Maschinen in lange Warteschleifen oder zu Ausweichflughäfen geschickt werden, verbrennen dabei Tonnen von Treibstoff.

Doch ein Unglück ist in der Regel Ergebnis einer Verkettung »unglücklicher« Umstände, die für sich allein genommen noch nicht kritisch sind, im Zusammenwirken jedoch eine Katastrophe auslösen können. Sehr kritisch wäre es etwa für Ambulanzflüge geworden, die beispielsweise ein Herz zur Transplantation sehr schnell transportieren müssen, ein Vorgang, der am Berliner Flughafen häufiger vorkommt. Wenn ein solches Flugzeug mit einem lebenden Herz im Kühlkoffer nicht starten oder landen kann, ist nach zwei Stunden das Herz zerstört. Auf Leben kommt es den Extremisten nicht mehr an.

Der Wind dreht sich
Polizei erstickt Aktion der Klima-Radikalen an Flughäfen im Keim
Das Flughafengelände und vor allem Roll- und Startbahnen mussten anschließend aufwendig auf mögliche gefährliche Gegenstände gründlich abgesucht werden, bevor die ersten Flugzeuge wieder starten und landen konnten. Dazu zählen auch Metallgegenstände; zu gut ist noch die Katastrophe von Paris in Erinnerung, bei der eine Concorde brennend abstürzte, weil beim Startlauf ein Reifen einen Metallbügel hochgeschleudert hat, den das vorausstartende Flugzeug verloren hatte.

Wieso können die Extremisten ungehindert auf das Gelände kommen und darüberhinaus noch in aller Seelenruhe live über soziale Netzwerke Szenen ihres Anschlages verbreiten? Das Land ist nicht mehr in der Lage, seine Infrastruktur zu sichern. Deutschland ist Mitgliedsland der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, die die Luftfahrt standardisieren soll, für gleiche Luftverkehrsregeln und funktionierende Infrastrukturen sowie vor allem für Sicherheit in der Luftfahrt sorgen soll. Dazu gibt es einen eigenen Anhang 17 über Luftsicherheit, in dem nicht nur die Durchsuchung von Passagieren und Gepäck geregelt sind, sondern die Eigensicherungspflichten der Flughafenbetreiber.

Danach ist Deutschland verpflichtet – und nicht »hat sich selbst verpflichtet«, wie Klima-„aktivisten“ gern ausrufen –, seine Flughäfen gegen Terrorismus zu schützen. Verantwortlich dafür ist das Innenministerium unter Nancy Faeser.

Gruß mit Terror assoziiert
Bodenpersonal am Flughafen zeigt islamistische Handgeste
Nicht das erste Mal: Am Düsseldorfer Flughafen kamen Islamisten unbehelligt in Sicherheitssbereiche hinein, die schon längst entlassen waren, aber deren Security Clearence vom Innenministerium nicht gelöscht wurde.

Dagegen muss sich jeder Pilot bis auf die Unterwäsche filzen lassen, bevor er an seinen Arbeitsplatz, in das Cockpit darf. Regelmäßig muss er eine sogenannte »ZÜP« über sich ergehen lassen, eine »Zuverlässigkeitsüberprüfung«, bei der auch schon eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Straße zulasten des Piloten ausgelegt wird und er dadurch seine Lizenz verliert.

»Der Schutz des Luftraums, der Bahnanlagen und des Grenzgebietes stellen wichtige sonderpolizeiliche Aufgaben dar, denen sich die Bundespolizei täglich stellt«, so heißt es beim Bundesinnenministerium. Sabotageaktionen bei der Bahn und jetzt dieser Anschlag zeigen, das dies nicht mehr funktioniert.

Passagiere werden im Flughafen peinlich kontrolliert, dürfen aus angeblichen Sicherheitsgründen nicht einmal mehr Wasserflaschen mit ins Flugzeug nehmen und bezahlen Luftsicherheitsgebühren – doch mit einem einfachen Seitenschneider kommt jeder leicht in sicherheitskritische Bereiche.

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Kommentare ( 40 )

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Chrisamar
2 Monate her

Die Auswirkungen der Clan-Wirtschaft in der Demokratischen Republik Bananien. Ohne Spott und Häme: Alle staatlichen Strukturen sind bereits durch Korruption und Sabotage zerstört. Verantwortlich ist Niemand. Denn im Niemandsland werden Korruption, Amtsmissbrauch und Rechtsbeugung niemals verfolgt. Seltene Ausnahmen würden die Regel bestätigen.

ekki
2 Monate her

dass die infrastruktur in deutschland nicht mehr korrekt geschützt wird, zeigte auch der diebstahl des keltenschatzes und der im grünen gewölbe….warum kein panzerglas???? es ist eine schande, dass unendlich wertvolles kulturgut, ich meine hier nicht den materiellen wert, dem diebstahl preisgegeben wird…das sagt viel aus und ist symbolisch: unsere kultur wird eingeschmolzen und zu geld gemacht…

bfwied
2 Monate her

Es sind nahezu alle der Meinung, dass der Staat dem sektierischen Treiben ein Ende setzen müsse! Klar, aber ist das zu erwarten? Wohl kaum, weil der Staat repräsentiert und gelenkt wird von Grünlinken, die das seit 50 Jahren vorbereiteten. Ich vermute viel eher, dass angesichts des Urteils von Merkels Adlatus Habarth diese Verblendeten eine geringe Bewährungsstrafe erhalten. Ausreden dafür gibt es zahlreiche. Es muss erst eine Massenkarambolage oder ein Flugzeugabsturz passieren, bevor die Justiz aus Angst vor ihren Mitbürgern etwas härtere Strafen erteilt. Es ist im Übrigen auch eine Blamage, dass in dieser Gesellschaft alles streng geschützt werden muss. Das… Mehr

Paul Brusselmans
2 Monate her

Sehr interessant. Ein Verantwortlicher betont indirekt, die Sicherheitsmassnahmen entsprächen nicht den Anforderungen der EU-Verordnung 300/2008. Dabei ist Deutschland nicht nur verpflichtet, die Verordnung einzuhalten, sondern hat auch ein Qualitaetssicherungsprogramm mit regelmaessigen Inspektionen zu haben.

Gabi T.
2 Monate her
Antworten an  Paul Brusselmans

Ja in Deutschland sind Sicherheitskontrollen bzw. Qualitätssicherheitsprogramme durchzuführen halt ganz schwierig. Ausser bei den Kontrollen der Corona Maßnahmen. Da hat man gezeigt, was man kann…

Emsfranke
2 Monate her

Das ist das neue Regierungshandeln durch Verdunkeln: Von hinten durch die kalte Küche direkt ins Auge des bis zum Hochdruck empörten Untertanen. Damit es auch jeder verinnerlicht, erklärt das Ganze Vater Haldenwang nochmal in der „Kinderstunde im Fernsehfunk“. Ich hege immer mehr den Verdacht, dass mit dieser Art von Moralempörung (ob das nun die Kleber sind oder z.Zt. die WM etc.) die schon länger für diesen Staat Bürgenden von den eigentlichen Vorbereitungen des „Great Reset“ dieser woken Weltverbesserungsregierung abgelenkt werden sollen. Brenzlige Gesetzesvorhaben werden mittels Omnibusverfahren vor dem Parament verschleiert, brisante Erkenntnisse zu Genimpfstoffen vom Hersteller Pfizer und damit verbundene… Mehr

Carlotta
2 Monate her

dann wussten die in den Fußstapfen von späteren Terroristen sich bewegenden Männlein und/oder Weiblein doch die Stelle, an der sie mit Leichtigkeit eindringen konnten. Gab es diesbezüglich zuvor Informationen aus dem Umkreis der Angestellten des Flughafens?

Giovanni
2 Monate her

Das ganze Lamentieren hilft doch nichts! Solange grün-rote Richter diese Vergehen bagatellisieren, sind die Aktivisten motiviert, ihre Aktionen zu steigern.

Benno Steinhart
2 Monate her

Um das Vorgehen von Sicherheitskräften, Polizei, Justiz und Regierung besser einordnen zu können, möge man sich folgendes Szenario vorstellen: Während der Zugangskontrollen zum Flugsteig möge eine beliebige Person ganz beiläufig das Wort „Bombe“ fallen lassen. Wie schnell fände sich der Betreffende auf dem Bauch liegend vor, einen Sicherheitsmann mit gezogener Waffe im Rücken, und umringt von mehreren weiteren Sicherheitskräften? Anschließend Abführen, Verhöre etc. gefolgt von einem Gerichtsverfahren und einer Verurteilung zu einer „saftigen“ Strafe? Meines Wissens fand so etwas tatsächlich am BER schon dieses Jahr statt, mit dem Resultat: Anzeige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat, man… Mehr

Renz
2 Monate her
Antworten an  Benno Steinhart

So etwas nennt man doch Rechtsbeugung. Wie sehr man sich beugen kann, hat ja unser Kinderbuchschreiber in Katar vorgeführt. Was hier geschah müsste bereits beim Versuch mit der Schusswaffe verhindert werden.

Thorsten
2 Monate her

Es zeigt wieder die doppelten Standards in Deutschland: der normale gesetzestreue Fluggast wird gefilzt wie im Hochsicherheitsgefängnis aber die Gesetzesbrecher machen „Pippi Lamgstrumpf“. Aufgrund der Problematik aber auch der entstandenen Kosten (Flugumleitung, Sondermaßnahmen) erwarte ich harte Urteile, dass mit Schadensersatz kombiniert wird. Es ist ein Armutszeugnis der Inneren Sicherheit Deutschlands, aber der Fisch fängt am Kopfe an zu stinken: IM Nancy Faeser begreift ihren Job als „NGO-Aktivismus“ und tingelt lieber in der Weltgeschichte mit einer bunten Armbinde herum und pöbelt gegen ihre persönlichen politischen Feinde die „Rächten“. Von den JM Buschmann erwarte ich auch nur „grundrecht-schonende“ Aktivitäten: wegducken. Und für… Mehr

Benno Steinhart
2 Monate her

Ich frage mich, warum der Autor hier erst mit einer Art „Hätte,hätte, Fahrradkette“ mögliche Gefährdungsszenarien konstruieren muss, um zu dem Schluss zu kommen, daß die beschriebenen Aktionen auch ohne schlimme Konsequenzen durchaus die notwendigen strafrechtlichen Tatbestände erfüllen, um die Täter so zur Rechenschaft zu ziehen, daß ihnen die Hirngespinste auf immer vergehen. Angesichts der Zäune und „Sicherheitsmaßnahmen“ an Flughäfen dürfte da kein Zweifel bestehen, daß den Leuten ganz genau bewußt ist, was sie tun. Und warum werden diese Klebeterroristen nicht mal, genau wie die „Allahu akbar“ rufenden Messerstecher kurzerhand für psychisch gestört erklärt und in die Psychiatrie eingewiesen? (Weiter unten… Mehr

Renz
2 Monate her
Antworten an  Benno Steinhart

Richtig, die Kleber müssen so extrem zur Kasse gebeten werden, dass selbst den Unterstützern der Geldhahn an Verstopfung leidet. Eine Kombination von Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung und entsprechender Schadensersatz müsste drin sein.