Stippvisite in Rabat: Wadephul jetzt für mehr Zuwanderung aus Marokko

Außenminister Johann Wadephul wirbt in Marokko für mehr Zuwanderung nach Deutschland. Dabei fallen Marokkaner in Europa durch besonders hohe Kriminalitätsraten auf. Frankreich und Benelux sind da keine Vorbilder. Statt wirtschaftlichem Nutzen droht eine weitere Belastung der Gesellschaft.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Johann Wadephul war in Marokko, ein Land, in dem sein Auswärtiges Amt Touristen unter anderem vor möglichen Terroranschlägen warnt. Aber gäbe die Bundesregierung eine Reiseempfehlung für Deutschland heraus, müsste sie davor inzwischen ja auch warnen. Wadephul reiste auch nicht aus genuin außenpolitischem Grund nach Nordafrika, eher schon als Handelsvertreter, der sich über das Warenangebot informieren wollte. Das umfasst in Marokko nämlich vor allem junge Männer und Frauen, jener wertvolle Rohstoff, an den die EU-Staatenführer so gerne wollen.

Wadephul schwimmt hier auch nicht ganz alleine, sondern im Verbund mit der EU, die längst Pläne in die Wege geleitet hat, nach denen eine vermehrte legale Zuwanderung aus Nordafrika nach Europa ermöglicht werden soll. Und damit soll angeblich der vielbeschworene Fachkräftemangel in der EU ausgeglichen werden. Viele schütteln da allerdings nur noch mit dem Kopf, seit auch in Deutschland Entlassungsmeldungen die Runde machen. Wirkliche Fachkräfte werden offenbar immer weniger gebraucht.

Wadephul besuchte in Rabat laut Berichten auch die Produktionshalle eines Autozulieferers und konnte dort angeblich bienenfleißigen Facharbeitern bei der Facharbeit zuschauen, so kann man der WAZ entnehmen. Zugleich muss man aber von den innenpolitischen Problemen Marokkos sprechen. Da wäre einerseits die Jugendarbeitslosigkeit, die „erschreckend hoch“ sei und bei 37 Prozent stehe, unter Akademikern immer noch bei 19 Prozent. Das liege daran, dass die Bildungsinhalte in Schule und Universität nicht zum Arbeitsmarkt passen würden. Zu wenige Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung. Also das gleiche wie hier, könnte man sagen.

Berüchtigte Mocro-Mafia in den Niederlanden

Daneben muss man über die Spannungen zwischen einem dem Westen zugewandten Königshaus und der großteils islamisch im Gleichschritt mit der Umma tickenden Bevölkerung sprechen. Schon dies beides zusammen lässt einen nicht glauben, dass Marokko der ideale Tauschpartner ist, was junge Arbeits- und Fachkräfte angeht.

Für Wadephul steht trotzdem fest: „Dass wir gute wirtschaftliche Beziehungen haben, das ist erkennbar. Da gibt es ein großes Potential.“ Darauf ein Flens! „Wir sehen Marokko als ein wirtschaftliches Powerhouse an, und das bietet eine gute Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit.“ Man hätte gehofft, dass Wadephul damit nur deutsche Investitionen in das nordafrikanische Land meinte. Aber nein, er merkte auch an, dass Deutschland „einen immensen Bedarf“ an gut ausgebildeten Fachkräften habe, so im Gesundheits- und Pflegebereich. Und das klingt dann immer so, als ob 1001 Krankenschwestern nach Deutschland kämen und die Patienten aufopferungsvoll pflegen, um von den berühmten marokkanischen Ärzten und Atomwissenschaftlern zu schweigen. Der Satz gehört zu den problematischeren Aussagen dieses Besuchs.

Denn wo immer man von marokkanischer Zuwanderung in Westeuropa gelesen hat, war es kein positives Phänomen. Man kann hier vor allem an die Niederlande, Belgien und Frankreich denken, wo sich eine eigene Mocro-Mafia gebildet hat. Es geht dabei um eine aggressive, international agierende kriminelle Organisation, die vor allem aus Marokkanern besteht und durch Drogenhandel und brutale Morde – etwa an dem Journalisten Peter de Vries (2021) – auf sich aufmerksam machte. Auch bei Fußballerfolgen oder -niederlagen der nordafrikanischen Mannschaft zeigte sich eher das zerstörerische Potential der marokkanischen Bevölkerungsteile in Benelux und französischen Städten.

Arbeitsvisa für Marokkaner schon verdoppelt

Und damit kommt noch ein drittes, gewichtiges Thema hinzu, das vor allem aus der Kriminalstatistik hervorgeht. Es geht um die Gewaltneigung und damit um Roheits- oder Gewaltdelikte. Die Belastung mit Tatverdächtigen ist hier bei Nordafrikanern, die schon in westlichen Ländern leben, besonders hoch. Bei Marokkanern in Deutschland liegt sie bei 1.885 Tatverdächtigen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Bei Deutschen sind es nur 163 Tatverdächtige pro 100.000 Personen. Das bedeutet: Marokkaner sind mehr als zehn Mal so oft delinquent. Bei den männlichen Marokkanern liegt die Tatverdächtigenbelastungszahl sogar bei 3.388 (pro 100.000). Das sind beträchtliche Werte.

Warum sollte man solch eine nachteilige Immigration verstärken wollen? Haben Wadephuls Worte irgendeine Bedeutung jenseits ihres Charakters als diplomatische Floskeln, die im Ausland gefallen sein sollen? Man möchte hoffen, sie haben sie nicht. Aber das ist keineswegs sicher. Generell scheint es zu Migrationsabkommen und zur Ermutigung von Zuwanderung immer wieder nur im Zusammenhang von islamischen Bevölkerungen zu kommen.

Ist das am Ende so ein christdemokratischer Fimmel, eine Art tiefe Selbstverleugnung? Und wenn man schon an einen noch lange fortbestehenden Fachkräftemangel glaubt, warum bemüht man sich dann nie um Populationen wie etwa Japaner, Südamerikaner, Vietnamesen, Philippiner? Zu bevorzugen wäre in jedem Fall, dass man auch in diesen Fällen keine massive Zuwanderung ermutigt, sondern schlicht Wege öffnet für die wirklich Fähigen – und dabei eine Boriswave vermeidet. Das ist eine formal legale Zuwanderungswelle, die durch übermäßigen Optimismus bei der Fachkräfteanwerbung ausgelöst wird.

Aber dazu könnte es schon zu spät sein. Seit 2020 hat sich die Zahl der Arbeitsvisa für Marokkaner verdoppelt, was am Fachkräfteeinwanderungsgesetz liegen soll. Es droht eine Beschleunigung der Visavergabe. Frankreich und Spanien hätten schon heute „großen Zulauf“ aus Marokko, liest man, als sei das ein Vorbild. Oft geht es um illegale Einreisen, die der spanische Premierminister derzeit ermutigt. Nun will Wadephul die Bahn nach Deutschland öffnen. Dabei waren Marokkaner schon 2015 in der Silvesternacht von Köln, Hamburg und weiteren Orten aufgefallen. Und so wird durch die Diskussion um gewollte Einwanderung aus Marokko auch die illegale Migration verharmlost.

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Kommentare ( 121 )

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Helfen.heilen.80
9 Tage her

Komisch, wir werben aus Ländern an, in denen zum letzten mal Ruhe war, als sie von Typen regiert wurden, die Uniformen, Schirmmützen und Sonnenbrillen aufhatten.
Bis der „arabische Frühling“ aus der Hand guter Bündnispartner dort den „Frühling“ (und das schwarze Banner) brachten.

BKF
10 Tage her

Das ganze erinnert mich immer mehr an die Anwerbung von Fremdarbeitern im Dritten Reich, um mehr Deutsche für die Front freizubekommen. Sind wir wieder auf diesem Weg?

Rasparis
10 Tage her

Die Redaktion weiss um die sehr engen Beziehungen Marokkos zum Regime in Jaffa/“Tel-Aviv“ ? Addieren Sie den zwar offiziell nicht bekannten, aber mit Sicherheit vorhandenen Logengrad dieses „Aussenministers“ v.a. mit Blick auf den u.a. maßgeblich bereits in den 1920er Jahren von Warburg und Baruch, beides bekennende, zionistische Juden, massiv geförderten „Kalergi-Plan“ und das System Epstein hinzu, und die Antwort auf die Frage, weshalb weitere Hundertausende, nicht oder minderqualifizierter Marokkaner der Generation U30 in Zeiten von Digitalisierung, KI und durch gewollte Energieverteuerung bedingter, den alten Kontinentes zerstörender, massiver Deindustrialisierung nach „€U“ropa strömen sollen, beantwortet sich -auch mit Blick auf die 80… Mehr

Last edited 10 Tage her by Rasparis
Anja Faber
10 Tage her
Antworten an  Rasparis

Ihr Kommentar ist wichtig. Könnte noch einiges ergänzen.

Ohanse
10 Tage her

Wieso macht der Wadepuhl eigentlich immer so den Eindruck eines schlecht vorbereiteten Pennälers, der sich vor dem Lehrer versteckt?

chris
10 Tage her

ein Land das Fachkräfte ausbilden kann wird diese auch für den Erhalt und die Entwicklung seiner eigenen Industrien brauchen. Das gilt besonders für das Gesundheitswesen. Es ist reiner Unsinn zu glauben dass Deutschland sich durch massenhaften Import von Fachkräften aus unterentwickelten Ländern sanieren könne. Dies umso mehr, als Deutschland ja gerade seine eigenen Industrien durch eine ruinöse Wirtschaftspolitik zugrunde richtet.

Ralph Martin
10 Tage her

Wer kennt sie nicht, die weltweit begehrten Fachkräfte aus der führenden marokkanischen Ausbildungslandschaft um die sich alle Nationen dieser welt bemühen.
Gut haben wir einen Aussenminister der nun ganz vorn in der Schlange steht.
Dass am Ende nur weiter Kostgänger zu den Millionen Stützeempfängern hinzukommen für die der deutsche Steuerzahler aufkommt interessiert ihn nicht. Er lebt ja selber von Steuergeld.

Privat
10 Tage her

Diese komische Figur ist ebenso peinlich wie der Rest der üblen Bande.
Die dämlichen Deutschen brauchen das – weil sie wollten diese Figuren haben.
Sie haben die gewählt und nun werde die dummen Bürger leiden.
Richtig so- Dummheit muss belohnt werden.

Judith Panther
10 Tage her

http://www.youtube.com/shorts/R2M5vlG48UQ
„Irgendwann ist Schluß! Man kann nicht einfach jeden reinlassen! Auf sein Land stolz zu sein ist nicht „Nazi“ … Die Deutschen sind verloren. Die wissen noch nicht einmal mehr, welches Geschlecht sie haben, so verloren sind sie!“
Den bitte nicht abschieben.
Wenn abschieben dann diese Regierung.

Last edited 10 Tage her by Judith Panther
Sonny
10 Tage her

Um es mal vorsichtig provokant auszudrücken:
WER IST HERR WADEPHUL?
Und da frage ich nicht nach der Berufsbezeichnung, die ihm für loyale Speichelleckerei zuteil wurde…

jensberndt
10 Tage her

Wir haben rund 3 Mio. Arbeitslose im ALG I – Tendenz stark steigend – dazu kommen dann geschätzt nochmal soviel Empfänger der Leistungen, deren Name jetzt geändert wurde. Das vornehmste Bestreben sollte doch sein, diese Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Warum muss ich mir dann erzählen lassen, dass wir Arbeitskräftemangel hätten?