Es ist Zeit für Reformen statt weiterer Mikado-Politik

Man kann dieses rituelle CDU-Gerede nicht mehr hören von wegen „jetzt aber Reformen“. Die Friedrich-Merz-Reformen sind keine. Es wird Zeit, mal richtig zu reformieren – Reformen mit Substanz braucht das Land.

picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde

Reden wir mal ausnahmsweise nicht davon, was die CDU so will oder die SPD blockiert. Das ist Mikado-Politik – wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Die sogenannten „Reformen“ sind reine Sparprogramme, die nur zu weiteren Sparprogrammen führen: Wir brauchen aber Wachstum. Reden wir darüber, was dieses Land braucht, damit es wieder vorwärts geht – in 7 Punkten.

1. Die Energiewende muss gewendet werden. Immer teurer, immer unsicherer, immer wackliger, immer unbeherrschbarer, immer abhängiger machend: Die Rechnungen, die für Sonne und Wind bezahlt werden müssen, um sie ins Netz zu holen, sind zu hoch. Die Industrie verreckt, die Verbraucher zahlen sich dumm und dämlich. Der Ausbau muss gestoppt werden, die Finanzierung des Teuer-Stroms eingestellt. Kohlekraftwerke müssen wieder betriebsbereit werden, stillgelegte Kernkraftwerke reaktiviert. Werft eure grünen Träume auf den Müll. Es war der vermutlich teuerste Irrweg der Wirtschaftsgeschichte. Kein Drumherum, kein Blabla. Fakten schaffen.

2. Migration zeigt ihr hässliches Gesicht in Berlin. DIE LINKE hat einen ethnischen Wahlkampf betrieben. Sie hat Syrern, Arabern, Muslimen versprochen, sie künftig blitzschnell einzubürgern mit einem „Stadtpass“, mit dem die Polizei sie jederzeit laufen lassen muss, und Jobs im öffentlichen Dienst bevorzugt für Migranten. Wohnungen folgen, wenn erst die Enteignung privater Wohnungsbesitzer anläuft. „Jede Abschiebung ist eine zu viel“, heißt es Links. Diese Politik muss umgedreht werden. Kein Doppelpass mehr, entweder oder, auch rückwirkend. Keine Einbürgerung mehr ohne den Nachweis von Sprachkompetenz und der Fähigkeit, den Unterhalt für sich und die Familie dauerhaft zu sichern. Wahlkampf auf Arabisch zeigt doch nur: Die bisherige Einbürgerungspolitik zerstört dieses Land in seinen Grundfesten. Auf Demonstrationen und Ämtern wird ausschließlich die deutsche Sprache benutzt. Hört auf damit, das Land in eine Stammesgesellschaft der Clans zu verwandeln, die in Parallelgesellschaften herrschen zu Lasten aller anderen. Ohne Wenn und Aber.

3. Das Elektro-Auto ist eine feine Sache. Weil es so toll ist, wird es sich durchsetzen. Also Abschaffung aller Kaufprämien und Aus für das Verbrenner-Aus. Das Gute setzt sich durch, wenn es der Staat nur nicht behindert und die Verbraucher entscheiden. Die wissen, was für sie gut ist.

4. Der Haushalt des Landes ist der Weg in den Bankrott. Das angebliche Wachstum durch Schulden machen für Panzer, Beamte und Grundsicherung wird nichts. Also muss der Verteidigungsetat aus dem übrigen Haushalt eingespart werden. Das ist eine klare Frage, die zu einer eindeutigen Antwort führt: Wie viel Verteidigung brauchen wir wirklich und was ist sie uns wert? Subventionen werden generell gestrichen, Mittel für NGOs beendet.

5. Wir brauchen eine vernünftige Landesverteidigung und keine Beamtenarmee, die 20 Prozent als Verwaltungskosten verschlingt. Von mir aus Wehrpflicht – aber für Männer und Frauen. Machen wir es ehrlich: Gleichberechtigung ist Gleichberechtigung und bedeutet: gleiche Rechte UND gleiche Pflichten.

6. Jeder heiße Sommertag führt zu einer endlosen Debatte über Schatteninseln und neue Gesetze. Frieren wir die Klimapolitik auf dem Status quo ein. Nein, keinen grünen Stahl subventionieren und keinen farbigen Zement. Das Grenzausgleichs-Regime, mit der zu teure grüne Exporte herabsubventioniert und Importe umgekehrt besteuert werden, wird nicht in Kraft gesetzt. Das erspart allein gewaltige Bürokratiekosten und Deutschland bleibt in den Welthandel integriert – der unseren Wohlstand befördert und ermöglicht hat. CO2 wird nicht mehr als Gift behandelt, sondern als natürlicher Luftbestandteil. CO2-Abgaben entfallen ersatzlos und damit Heizungsgesetze und ähnliche Schikanen.

7. Es werden keine neuen Gesetze verabschiedet. Der Deutsche Bundestag wird in den kommenden vier Jahren nur Gesetze abschaffen, keine neuen erfinden. Bei unumgänglichen Notfällen erhält der Normenkontrollrat ein Veto. Wir brauchen keinen Bundestag, der sich zur Selbstbeschäftigung immer neue Bürokratie einfallen lässt, die Bürger und Wirtschaft dann finanzieren müssen. Der Bundestag wird sich ausschließlich damit beschäftigen, sinnlose Regelungen abzuschaffen. Übergriffige und sinnlose EU-Regelungen werden nicht mehr in die nationale Gesetzgebung überführt. Soll Brüssel doch Kanonenboote schicken, um weitere Unterwerfung unter seine Bürokratie zu erzwingen.

Das alles zusammen reichte für den Anfang. Diese Politik könnte einen echten Wachstumsschub auslösen. Damit werden die öffentlichen Haushalt und Sozialversicherungen von Steuern und Beiträgen befreit. In der gewonnenen Zeit werden Renten- und Beamtenversorgung harmonisiert, die Krankenkassen von Leistungen für Zuwanderung befreit, die Pflegeversicherung entlastet.

Warum kompliziert, wenn es einfach auch geht?

Die CDU steht damit vor einer klaren Entscheidung. Sie kann sich für dieses Programm Partner suchen. Sie wird Mitglieder verlieren; sollen sie ihr Heil bei Grünen und LINKEN suchen. Erinnern wir uns kurz: Die Sozialreformen von Gerhard Schröder haben die SPD gespalten; der linke Flügel um Oskar Lafontaine hat sich mit der WASG der SED-PDS angeschlossen.

Das hat dem Land gut getan und so viel Mittel verschafft, dass Merkel ein Dutzend Jahre aus dem Vollen schöpfen konnte. So etwas braucht politischen Mut und Entschlossenheit. Bei allen Beteiligten.

Die würden unsere Stimmen verdienen. Ohne ideologisches Geplänkel und Getue.

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Kommentare ( 81 )

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Deutscher
20 Tage her

Wehrpflicht: Klares Ja! Aber die Weiber haben in der Truppe nichts zu suchen. Für die also Wehrersatzpflicht.

Gerro Medicus
20 Tage her
Antworten an  Deutscher

Das sehe ich nicht so. Gerade die Weiber müssen da ran, damit die auch mal die Härte des Lebens und die Folgen ihrer Wahl zu spüren bekommen. Den Weibern und ihrem Wahlrecht haben wir nämlich zu verdanken, dass es diesen Linksruck in Deutschland gegeben hat, mit all seinen Problemen wie Migration, Energiewende, Klimaterror etc. Schon Adolf ist wegen der überwältigenden Mehrheit weiblicher Wähler an die Macht gekommen. Das Ergebnis kennen wir alle. Das Wirken von Merkel kommt aus derselben Ecke. Das Ergebnis kennen wir auch und es wird jeden Tag schlimmer. Frauen sind in ihrer überwiegenden Zahl offenbar nicht fähig,… Mehr

depa
19 Tage her
Antworten an  Deutscher

Zwei FRagen zum Weibsvolk und seiner Bedeutung: Wieviele Kinder kann eine Frau gebären, wieviele ein Mann zeugen? Wer ist entbehrlicher?

Deutscher
20 Tage her

Die einzige Reform heißt AfD.

Kinski2
19 Tage her

Danke ganz feiner Bericht.Bis auf die Wehrpficht für Frauen.Das geht nicht.Alles andere ist unterschriftsreif.

Wilhelm Roepke
19 Tage her

Kein Problem, Herr Tichy, jetzt müssen Sie nur noch 51% Soll minus 29% Ist = 22 % Altparteienwähler überzeugen, AFD zu wählen. Ansonsten wird das nichts.

GeWe
19 Tage her

Auch der Verteidigungsetat könnte um 1,75Mia erleichtert werden.
35 F-35 zum Stückpreis von 50Mio sollen beschafft werden.
Ein Prestigeprojekt- und reine Gefälligkeit an die USA und völlig
nutzlos. Die F-35 soll wie vorher der Tornado Atombomben über russischem
Gebiet abwerfen. Aber ihre Reichweite ist viel zu gering für diese Aufgabe.

uweschettler
20 Tage her

Ich würde noch folgende Punkte hinzufügen:

  1. Stopp mit dem völlig unnötigen Anti-Russland-Kurs. Wiederherstellung der Beziehungen zu Russland auf politischem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet. Ukraine muss für den Schaden an der Nordstream-Pipeline aufkommen.
  2. Radikaler Abbau der Bürokratie: Informatik und KI vernünftig eingesetzt, wird Verwaltungsabläufe effizienter machen und gut ⅓ aller Beamten einsparen.
  3. Massive Investitionen in die Bildung. Gebäude sanieren; Lehrermangel beseitigen; Kinder müssen bei der Einschulung Deutsch sprechen können (es also im Kindergarten lernen); Eltern in die Pflicht nehmen (ggf. mit Sanktionen): Sie sind verantwortlich für die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder und sollen gefälligst ihren Job machen!
Juergen P. Schneider
20 Tage her

Nur die AfD mit absoluter Mehrheit könnte ein solches Reformprojekt durchziehen. Die links-grüne Union ganz bestimmt nicht, denn sie ist Bestandteil des links-grünen Kartells, wenn auch nur als geduldeter nützlicher Idiot. Wer nicht erkennt, dass er von anderen Parteien vor deren Karren gespannt worden ist, hat als eigenständige Partei ausgedient und kann weg.

Leander
20 Tage her

Wird alles nicht funktionieren, weil die CDU/CSU, von der Basis bis nach oben, nie kapieren wird, dass sie nur MIT der AfD und nicht gegen sie überleben kann. Und Merz? Er wird weiter seinem Auftrag folgen, Deutschland nach links in die Verschuldung zu drücken, heißt „private Vermögen mobilisieren“. Bis 2029 hat er ja noch viel Zeit und die CDU hindert ihn nicht daran.

Gerro Medicus
20 Tage her

Als allererstes muss man den Politikern mal beibringen, was der Begriff Reform bedeutet. Der bedeutet nicht, dass alles schlechter und teurer wird, sondern ganz im Gegenteil, dass Prozesse effizienter werden, unnötige Dinge abgeschafft werden, und die Kosten für den Bürger nicht steigen, sondern mindestens gleich bleiben, idealerweise jedoch sinken.

Last edited 20 Tage her by Gerro Medicus
depa
19 Tage her
Antworten an  Gerro Medicus

zum Thema Effizienz:
Wie lang ist eine Krankenkassenkarte gültig? Als Antworten seien vorgegeben:
bis zum Jahresende
bis zum Quartalsende
bis zum Monatsende
bis zu einem bestimmten Tag
bis zu einer Uhrzeit an einem Tag
Die Antwort steht auf der Karte. Und dann fragt euch nach dem Sinn.
2 Warum sind Überweisungen nur in aktuellen Quartal gültig, der Facharzt fragt sowieso nach der Karte?
Wie groß ist die Chance im gleichen Quartal einen Facharzttermin zu bekommen?
Was könnte man einsparen, wenn die Gültigkeit mehrere Quartale wäre?

Kantkopf
20 Tage her

„Ohne ideologischem Geplänkel und Getue.“ ist bayrische Mundart. Der Nerd verwendet ‚mit‘ stets mit Dativ, ‚ohne‘ stets mit Akkusativ. Also „Ohne ideologisches Geplänkel und Getue“. Abgesehen davon halte ich die Union wie auch die EU für unreformierbar. Grundverdorben, maximal korrupt und lieber heute als morgen dem Untergang geweiht!

Waehler 21
20 Tage her

Es müßte nicht heißen reformieren, sondern de-reformieren.
Berlin wurde „kaputgestaltet“ wie der Rest unseres Landes auch!

Wenn wir in drei Jahren Neu- Mogadischu zu Berlin sagen , werden viele wieder vom Mauerbau sprechen. Ich auch!

Last edited 20 Tage her by Waehler 21
Stuttgarterin
20 Tage her

Tichy for Kanzler!
Aber, leider leider Herr Tichy, das ist für die Politik zu vernünftig, so werden Sie es nicht, trotz, dass die hinterlassenen Fußstapfen mehr als mini sind.