Ökonom Markus Krall: Schon 2020 große Bankenkrise

Die Null-Zins-Politik der EZB führt zum Crash: Der Euro überlebt die Krise nicht.

Der Ökonom und Bankeninsider Markus Krall rechnet bereits für das kommende Jahr mit dem Ausbruch einer schweren Bankenkrise, die auch die Blase an den Immobilienmärkten zum Platzen bringen wird. „Irgendwann im Jahr 2020 werden die Erträge der Banken so weit erodiert sein, dass es zur Krise kommt. Sie kann auch früher kommen, wenn die Rezession einsetzt“, sagte Krall dem Meinungsmagazin Tichys Einblick. Als Grund für seinen Pessimismus nennt der Bankenexperte die anhaltende Null-Zins-Politiker der EZB, die die Europäische Zentralbank auch nach der Berufung der französischen Politikerin Christine Lagarde voraussichtlich fortsetzen wird.

TE-Talk
Wann kommt der Crash, Markus Krall? Wie sichert man sein Geld?
Die Null-Zins-Politik habe die Ertragsgrundlage der Banken zerstört. „Die Zinsmarge erodiert immer weiter, sodass die Banken, die ja auf die Dauer so kein Geld verdienen können, auch keinen Kredit zur Verfügung stellen. Und so müssen wir Ende 2020 spätestens damit rechnen, dass eine sehr große Zahl von Banken operativ rote Zahlen schreiben wird.“ Das werde zu einer Kreditverknappung führen, die auch die Unternehmen in die Krise und in die Pleite treibt, die sich bislang nur auf Basis billiger Kredite über Wasser halten konnten.

Das werde wiederrum die Banken zusätzlich belasten. „Dieser Schock wird hart und weitere Kettenreaktionen auslösen“, so Krall. „Wenn es erst einmal anfängt, dann wird es sehr schnell gehen, weil die Pleitewelle immer neue Bereiche ereilt, Banken zum Kippen bringt und das Vertrauen in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zerstört. Das kann Panik bedeuten, wie wir sie nach dem Schwarzen Freitag erlebt haben.“ Krall weiter: „Wir unterhalten uns hier über den Crash.“ Dann stehe auch die gemeinsame Währung vor dem Ende: „Wenn diese Sache zur großen Inflation führen sollte, dann wird der Euro diese Krise nicht überleben.“


Das gesamte Interview in Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick >>

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Kommentare ( 11 )

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paulrabe
2 Jahre her

Man hört jetzt schon seit über 10 Jahren, daß spätestens im nächsten Jahr die große Inflation ausbricht, daß man sich große Goldvorräte anlegen sollte und alle Banken unter gehen…gähhhhn…..

Eberhard
2 Jahre her

Diese Nullzinspolitik ist nur ein weiterer, von der Politik zugefügter Raub am Eigentum, Ersparten, Versicherungen und der Altersvorsorge. Der Krieg, der Sozialismus und nun der Euro gingen immer zu Lasten der kleinen Leute mit geringen Wohlstand und Sparvolumen. Diverse Abwertungen wegen Fehler in der Politik, vereint mit enormen Abschöpfungen durch die Politik, den Staat, z.T. auch Kommunen und verstärkt durch Finanz Zocker, sorgen dafür das viele hart arbeitende Menschen in ihrem Leben z.T. Jahre umsonst gearbeitet haben und nun im Alter die Altersvorsorge und das Geld für den Sterbefall kaum noch nennenswert. Leider riecht und stinkt das von der Politik… Mehr

Protestwaehler
2 Jahre her

Dann wäre dieser ganze Spuk endlich am Ende,
schließlich redet man bereits seit Jahren davon sich nur Zeit zu erkaufen, diese Zeit muss irgendwann zwangsläufig ablaufen… je früher desto besser, auch die grünen Hirngespinste wären dann für alle Zeit begraben.

teanopos
2 Jahre her

und genau wie vor der letzten Finanzkrise wird gerade im Privatkundenbereich kräftig geworben wie man an der Börse als Privatkunde jetzt ganz leicht einsteigen kann, natürlich mit der Suggestion dass es dort noch richtig was zu holen gäbe 🤨
Ist derart Gebahren eigentlich einer Strafanzeige würdig?
Die Privatkunden sind selten so gut informiert wie die Werbenden zu ihren „Produkten“ bzw. Märkten.

Gernoht
2 Jahre her

Mal was Positives: Ich habe ein ziemlich altes Auto, wo nun der Kat kaputt ist und eine Reparatur nicht mehr lohnt. Meint Ihr, es gibt bald wieder eine Abwrackprämie von mir?

Gernoht
2 Jahre her

Ich kann es kaum noch erwarten. Was kann der Einzelne tun, um den Beginn der Katastrophe zu beschleunigen?

Thorsten
2 Jahre her
Antworten an  Gernoht

Ihr Anlagevermögen aus dem Euro in andere Währungen transferieren: Schweizer Franken, Dollars (AUS, CAN,US) oder Gold.

Tip: Asien nicht vergessen

Thorsten
2 Jahre her

Ich kann mich dem Szenario NICHT anschliessen, denn die EZB würde die Banken schon stützen.

Der Euro würde kollabieren, wenn Italien ihn per Austritt meuchelt. Target-2 wäre fällig und es wären Kapitalverkehrkontrollen notwendig. Dann würden wohl auch Griechenland, Portugal und ev. Spanien austreten müssen, dass sie diesen Schock nicht verkraften können.

Der nächste „Black Swan“ wird die Steuerschätzung im Herbst. Ich vermute Milliardenlöcher. Das wird ruppig werden.

W aus der Diaspora
2 Jahre her

ist doch gut wenn der Euro weg ist. Ist auch gut wenn das system crashed, dann gibt es die Möglichkeit für einen Neuanfang.

Klar, die, deren Finanzerträge, auch dank der Großzügigkeit der EZBs, seit Jahren anwachsen, die finden das nicht so toll. Klar, Finanzmanager, die anderen Tipps zu geben haben, wie ihre Finanzen weiter wachsen können, die finden das auch nicht gut, aber es war doch nun seit vielen Jahren absehbar, dass es irgendwann passieren wird.

Gold, Silber, Platin, dafür ist in der kleinsten Hütte Platz. Sich selbst eindecken mit Lebensmitteln und Wasser. Und dann laßt es halt krachen.

non sequitur
2 Jahre her
Antworten an  W aus der Diaspora

„Gold, Silber, Platin, dafür ist in der kleinsten Hütte Platz.“

Zu Hause würde ich das Edelmetall nicht gerade lagern.
Wenn der Euro crasht und wir schliesslich in eine Hyperinflation rauschen (Draghi: „whatever it takes“), dann werden die gesellschaftlichen Umbrüche derart drastisch sein, dass mit Bürgerkrieg und Plünderungen zu rechnen ist.

Si vis pacem, para bellum.

Kraichgau
2 Jahre her

tja,dann hat sich für die Südlaender die Enteignung der Nettozahler auf jeden Fall gelohnt,und Kohl konnte auf unsere Kosten ein gutes Gewissen haben…