Nach der Wahl: Koalition der Verlierer?

Bei den demoskopischen Momentaufnehmen aus dieser Woche verfestigt sich der Eindruck, dass der Union und der SPD historische Tiefstände bevorstehen.

© Johann Eisele/AFP/Getty Images

Was andere Institute noch unter der Decke halten, bevor es irgendwer doch irgend jemandem erzählt, der einen kennt, der einen anderen kennt, hat BILD „seine“ Demoskopen von der Leine gelassen. Was sich abzeichnet, ist eine Reihenfolge, die vor allem der FDP nicht gefallen kann. Sie überrundet die Grünen, landet aber wohl nicht auf Platz drei, sondern vier oder fünf.

Diese Zahlen von INSA sind natürlich nicht das Ergebnis und auch keine Prognose. Aber zusammen mit den anderen Momentaufnehmen aus dieser Woche verfestigt sich der Eindruck, dass der Union und der SPD historische Tiefstände bevorstehen. Aus Bayern hören wir von AfD-Zahlen, die höher sind als im Bundesdurchschnitt. Das bedeutet, kommt es erneut zu Schwarzrot, versammeln sich zuerst am Verhandlungstisch und dann im Kabinett lauter Verlierer. Verlierer haben manchmal die gefährliche Eigenschaft zu meinen, nun könnten sie sich alles erlauben. Besinnung ist erfahrungsgemäß nur bei einem radikalen Auswechseln der Spitzenleute zu erwarten. Aber ist das bei Personen mit den Eigenschaften von Merkel, Seehofer, Gabriel und Schulz realistisch?

Lindner hingegen und Wagenknecht werden nach ihren erwartbaren Erfolgen fester im Sattel sitzen denn je. Das könnte beiden die Kraft geben, ihre Parteien in jeder Hinsicht zu modernisieren. Wagenknecht wird es recht sein, dass sie über Koalieren gar nicht nachdenken muss. Die Linke in der Opposition schärfen ist eine Aufgabe, die ihr liegt und ihrem Strategieberater Oskar Lafontaine. Jamaika wäre für Lindner ein unkalkulierbares Risiko. Wer weiß, wie lange Schwarzrot unter Merkel überhaupt hält. Irgendwo las ich, Merkel habe sich eine fünfte Kanzlerschaft vorbehalten. Das können Sie vergessen Frau Merkel. Darauf wetten wir.

Liebe Leser, wir sind neugierig, ob die Teilnehmer der TE-Wahlwette im Schnitt näher am echten Ausgang der Bundestagswahlen liegen als viele oder alle Institute.


Und so geht’s:

Wer über alle genannten Parteien hinweg am nächsten an den Ergebnissen landet, gewinnt.

Ihre Wetten nehmen wir ab sofort entgegen.

 

Annahmeschluss ist der Wahlsonntag (24.09.2017) um 15:00 Uhr (STATT 17, weil ab 15 Uhr schon Exit Polls herumgeistern werden). Das Wettergebnis wird am Wahlsonntag (24.09.2017) um 17.45 Uhr veröffentlicht.

Auf die Gewinner wartet:

1. Platz: eine Flasche Champagner von Tante Mizzi
2. Platz:  zwei Bücher aus dem Shop nach Wahl
3. Platz:  ein Buch aus dem Shop nach Wahl
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Kommentare ( 15 )

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Also bleibt mir die Neujahrsansprache von A.M. nicht erspart.

Ich habe nach dem Merkel-Spot im Klassenzimmer, der noch zum Lachen animierte, dann angewidert ausgeschaltet.
Dieses Bashing auf allen Kanälen ist einfach nicht mehr zum Aushalten.

Steht schon eine ganze Woche im Kühlschrank 🙂

Ja, da braut sich was zusammen, da brodelt was, da kocht was hoch, da zieht ein Sturm auf… Man könnte auch sagen, da gehen Bürger zur Wahl, die nicht Teil des Problems sein wollen. (Den Ist-Zustand haben die Blockparteien CDUCSUSPDGRÜNEFDPSED in gegenwärtigen oder vergangenen Landes- oder Bundesregierungen zu verantworten, soviel ist mal sicher.) Und immer weniger Deutsche wollen nur ein sinnloser Teil in der Landschaft sein, also Nichtwähler bleiben. Viele Bürger erkennen zunehmend die Wichtigkeit dieser Wahl und wollen unbedingt ein Teil der Lösung sein. Deshalb steigen jetzt auch zügig die Umfragewerte für die AfD nach oben. Der Druck auf… Mehr
Wie gerne wuerde ich das mit dem Brodeln und dem Sturm glauben! Ich denke aber, dass ein ausreichender Teil der Waehler tatsaechlich keine Experimente (als welches die AfD immer noch bei zu vielen wahrgenommen wird) haben will, oder sich der Probleme in unserem Land tatsaechlich nicht genuegend bewusst ist, und sich daher gar keine so grossen Verschiebungen einstellen werden. Danach stellt sich dann aber wirklich die Frage, ob und ggf. wie lange ein zu erwartendes „Weiter so, war ja nicht so schlimm!“ noch toleriert werden wird. Sollte es durch die Blasiert- und Borniertheit unserer Machthabenden so kommen, wird es in… Mehr

Die höheren Werte für die AfD in Bayern dürfte sich Seehofer auf seine Fahne schreiben. So oft wie er eingeknickt ist, da ist doch klar, dass er da seine Glaubwürdigkeit verliert.
Wenn Merkel von einer fünften Kanzlerschaft träumt, wird deutlich wie abgehoben und weit entfernt sie inzwischen vom Bürger und der Realität ist.
Die Ausflüchte und Erklärungen in der Berliner Runde versprechen jetzt schon köstlich zu werden.
“ Der Bürger hat unsere Politik nicht verstanden, wir müsssen es besser erklären, bla bla bla.“

Lustig wie die Demagogen, sorry die Demoskopen :), ihre Faktoren zur Hochrechnung noch schnell korrigieren. Man will schliesslich kein Looser sein.
Das Problem ist, menschliche Entscheidungen sind halt etwas chaotischer und damit eben schwer zu berechnen. Eigentlich könnte ich damit ja gut leben, wenn die Medien mir nicht bei jeder Hochrechnung noch eine Denkschablone aufzwingen würden. Eine einfache Darstellung der Zahlen ist ja leichter für uns zu begreifen, so in leichter Sprache halt:)

Ich warte nur auf das Argument : 55% haben uns gewählt nur 45% nicht. Natürlich ohne Berüchsichtigung der Nichtwähler. Das nennen die dann legitim und repräsentativ, Naja….

Es geht noch besser:
80% sämtlicher Wahlberechtigten, also incl. Nichtwähler, haben die unausprechliche gegnerische Partei NICHT gewählt! Wenn das kein klarer Sieg des Guten ist!

Wer hätte gedacht, dass dieser langweilige und alternativlose Wahlk(r)ampf noch spannend wird.

Woanders heute zu lesen, dass der mit Abstand stärkste Ersteinzug einer Partei in den Bundestag zu erwarten steht.

Bisheriger Spitzenreiter war der BHE, der 1953 mit 5,9% der Zweitstimmen in den deutschen Bundestag einzog.

Wobei ich es unglaublich ironisch finde, dass dieser damalige „Vorgänger“ der AfD der „Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ war.

Die Mainstream-Medien suggerieren uns eine alternativ-lose Kanzlerin Merkel zur Wahl. Die Wahlpropaganda auf allen Kanälen ist unerträglich, in der Hoffnung, daß für die „Journalisten“ in den ÖR alles beim Alten bleibt mit Pöstchen, Posten und satten Gehältern.
Selbst mit neuem Personal der etablierten Parteien in der Regierung wird sich wohl kaum etwas ändern!?