Mileis Wut-Rede vor den UN in New York: „Fatal arrogante Parasiten“

Argentiniens Präsident Javier Milei hat seine Rede bei der Generaldebatte der 81. UN-Vollversammlung in eine Anklage verwandelt: Vor den Delegierten nannte er die Vereinten Nationen eine „nutzlose Organisation, die nur dazu dient, eine Kaste fatal arroganter Parasiten zu ernähren, die sich als wohlmeinende Bürokraten tarnen“.

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Es war die dritte Rede Mileis vor der UN-Vollversammlung – und die bisher schärfste: „Heute, bedauerlicherweise, ist der Moment gekommen, anzuerkennen, dass dieser heilige Bund in der Praxis gebrochen ist“, sagte Javier Milei. Dann folgte der Satz, der tatsächlich im Saal für Aufmerksamkeit sorgte: Die Vereinten Nationen seien „eine nutzlose Organisation geworden, die nur dazu dient, eine Kaste fatal arroganter Parasiten zu ernähren, die sich als wohlmeinende Bürokraten tarnen“.

Milei, libertärer Ökonom und einer der engsten Verbündeten Donald Trumps in Lateinamerika, hatte seine Rede in drei Abschnitte unterteilt: was die UNO hätte tun sollen und nicht tat; was sie nicht hätte tun dürfen und trotzdem tat; und wie sie sich zur künstlichen Intelligenz stellen solle. Er begann fast feierlich.

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Vor 78 Jahren habe dieses Haus erklärt, so Milei, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren seien. „Edle Worte, deren Geist ich vollständig teile.“ Die Organisation habe sich verpflichtet, das Völkerrecht zu achten, die Souveränität der Nationen zu verteidigen und Konflikte durch Zusammenarbeit statt durch Waffen zu lösen. „Das war der ursprüngliche Zweck, der Vertrag, den wir alle unterzeichnet haben.“ Dann der Schnitt. „Die guten Menschen“, zitierte er Ludwig von Mises, „denken nicht daran, das Leben ihrer Mitmenschen zu kontrollieren.“

Was kollektive Sicherheit und Menschenrechte hätte gewährleisten sollen, so Milei, sei gescheitert. Stattdessen habe man „Chaos, Gewalt und internationalen Terrorismus“ zugelassen. „Die angeblichen Verteidiger der Menschenrechte haben blutrünstige Diktaturen und Regime gedeckt, die Frauen auf der Straße steinigen. Sie haben systematisch gegen Israel gestimmt, während sie zum islamistischen Terror und zu Völkermorden an Christen in Afrika schwiegen.“ Jedes Scheitern, warf er der Organisation vor, habe nicht zur Korrektur geführt, sondern zur Bestätigung des Kurses.

Der zweite Anklagepunkt von Milei: die Pandemie. Einrichtungen unter dem Dach der UNO hätten wissenschaftliche Evidenz und nationale Souveränität beiseitegeschoben und weltweite Zwangssperren durchgesetzt, die Jobs zerstört, die Bildung einer ganzen Kindergeneration ruiniert und Millionen Menschen ein einsames Sterben ohne elementare Versorgung beschert.

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Milei wörtlich: „Wo manche einen gesundheitspolitischen Fehler behaupten, sehen wir ein globales Experiment sozialer Kontrolle, getarnt als Wissenschaft.“ Und weiter, in der schärfsten Formulierung des Nachmittags: „Wenn ein Staat, geblendet von Gesundheitspolitik, seiner Bevölkerung das Recht auf Arbeit, auf Bildung und auf den Abschied von den Toten nimmt – und das zu Millionen vermeidbarer Tote führt –, gibt es dafür ein Wort: Völkermord.“ Fox News zitierte die Passage fast ungekürzt.

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Dann kam der Teil, dem Milei fast ein Drittel der Rede widmete: „Malvinas ist für uns eine nationale Sache. Ich wiederhole: Malvinas ist für uns eine nationale Sache.“ Die Falklandinseln, 400 Kilometer vor der argentinischen Küste, britisch verwaltet, von Buenos Aires beansprucht, wurden zum Exempel des Versagens der UN. Eine Organisation, die die territoriale Souveränität ihrer Mitglieder schützen wollte, habe „weggeschaut“ – bei den Malvinas, Südgeorgien, den Süd-Sandwich-Inseln und den umliegenden Meeresgebieten. Vor fünfzig Jahren habe dieselbe Versammlung die Resolution 31/49 angenommen, die unilaterale Veränderungen untersagt, solange der Streit offen sei. „Fünfzig Jahre später hat sich die Lage nicht geändert, aber die unilateralen Veränderungen gehen weiter.“

Milei entwarf in seiner Rede auch das Gegenbild zur UNO, die er als „bürokratischen Leviathan“ beschrieb: ohnmächtig gegenüber Diktaturen und Terroristen, orwellsch agierend gegenüber liberalen Demokratien. Agenda 2030, Geschlechterpolitik, Umwelt-Extremismus, unkontrollierte Migration – all das seien Übergriffe, aber nicht Auftrag.

Dann folgte der Schlusssatz Mileis vor der Weltorganisation: „Wir glauben, dass Argentinien noch eine große Geschichte vor sich hat. Und wir haben beschlossen, sie zu holen. Gott segne alle Völker der Welt. Gott segne die Argentinische Republik. Mögen uns die Kräfte des Himmels begleiten – und es lebe die Freiheit. Verdammt!“

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Kommentare ( 101 )

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jensberndt
12 Tage her

Der Mann hat einen klaren Kompass, was seine Wirtschaftspolitik anbetrifft. Allerdings hat dieser Kompass eine kleine Missweisung, was die Falklandfrage anbetrifft: Es ist jetzt mehr als 40 Jahre her, da meinten die damaligen Herrscher angesichts einer achso schwachen Frau im fernen London, diese Inseln im Handstreich besetzen zu können – und sind auf ganzer Linie gescheitert.

giesemann
12 Tage her

Milei weiß, dass er scheitern wird, deshalb das Geheule.

bfwied
12 Tage her
Antworten an  giesemann

Ja, das wünschen sich die Linken alle! Tatsache aber ist, dass es wirtschaftlich weit besser läuft. Bis es wieder gut geht, dauert das nun mal!

Michael M.
12 Tage her
Antworten an  giesemann

Das ist Unsinn und Wunschdenken der vereinigten Totalversager, nichts weiter 🥳.

Last edited 12 Tage her by Michael M.
Rosa Luxemburg
11 Tage her
Antworten an  Michael M.

Sie verstehen das falsch. Selbsterkorene Highperformer sind einfach extreme Egomanen. Sie sind der Meinung, dass Erfolg allein durch ihr Handeln bestimmt wird. Regeln und gesellschaftliche Normen nutzen sie als Ausreden für ihr Scheitern. Denn sonst müssten sie sich nämlich selbst reflektieren, was zu einer unschönen Erkenntnis führen könnte.

DDRforever
11 Tage her
Antworten an  Michael M.

Sie meinen er wird also sein Land nicht zu so weitreichendem Aufstieg und wirtschaftlicher Blüte führen wie Herr Merz?

Schwabenjunge
12 Tage her

Vielen Dank an TE, dass Sie einen ausführlichen Bericht über die Rede von Milei bringen. Bei Tagesschau & Co kam lediglich eine kurze Meldung, in der nur der Satz von Milei über die „arroganten Parasiten“ zitiert worden ist – ohne weitere Einordnung und völlig aus dem Sinnzusammenhang gerissen! Wie gut, dass es Medien wie TE gibt, die detaillierter darüber berichten und den Inhalt der gesamten Rede wiedergeben. Es war nämlich eine großartige Rede von Milei – solch eine „Ruckrede“ täte unseren Politikern auch einmal sehr gut, doch dazu sind unsere Politiker allesamt nicht mehr in der Lage – von einigen… Mehr

hoho
12 Tage her

Ich bin nicht sicher worüber so viel Aufregung. Man kann natürlich jeden ein parasit nennen nur was bringt das? Die Aufregung über die parasitäre UN ist auch falsch, weil UN relativ wenig kostet: letztes Haushalt knapp 3.5Mld – zum Vergleich Berlin 20Mld. NY 290Mld. Man ärgert sich, weil da auch anderen zu sagen haben und dann man selbst nicht so wichtig erscheint als man selbst denkt. Das ist besonders sichtbar bei USA – das Land hat UN gegründet und so lange die Kontrole da behalten war alles gut. Was noch stört – Milei hat zwar bisschen Erfolg – Inflation ist… Mehr

Albert Pflueger
12 Tage her

Bis auf die Malvinas-Passage unterstütze ich jedes Wort. warum will man den Bewohnern der Inseln, die immerhin 400 km von Argentinien entfernt sind, ihre Heimat nehmen, schließlich verstehen sie sich als Briten. Das erinnert doch sehr an die Chinesischen Kommunisten, die auch Anspruch auf Formosa erheben, obwohl die Bewohner dort das nicht wollen.Kann man denn nicht einfach friedliche Nachbarschaft haben, statt darauf zu bestehen, Anderen den eigenen Willen aufzuzwingen?

Kassandra
12 Tage her
Antworten an  Albert Pflueger

Weshalb aber will man uns unsere Heimat nehmen – wir verstehen uns als Deutsche – und dennoch werden wir überrannt?
Weshalb steht das für uns nicht im Fokus aller Betrachtungen?

yeager
12 Tage her

Parasiten ist leider noch zu milde. Die UN ist ein Machtinstrument geworden dessen sich u.a. Klimaideologen und der politische Islam bedienen, eine Organisation die ihren Einfluss missbraucht um autoritäre Staaten und Strukturen zu schützen und zu schützen. Offenbar hat die UN auch ein Problem damit Religionsfreiheit als individuelle Freiheit zu begreifen und vom Anspruch religiöser oder gar staatlicher Institutionen gegenüber den Menschen zu trennen. Anders ist das Rumeiern der UN gegenüber islamischen Staaten und der Kairoer Erklärung nicht nachvollziehbar. Natürlich steht dieser säkulare Ansatz diametral jeglichen religiösen Ansprüchen auf staatliche Macht gegenüber. In der westlichen Welt wurde die christliche Kirche… Mehr

Britsch
12 Tage her
Antworten an  yeager

Beim Islam gibt es halt 2 verschiedene Strömungen, eine die auch anderst gläubige actet und eine die anderst Gläubige als „Untermensch4en“ betrachtet.
Diejenigen die anderst Gläubige als Untermenschen betrachten und glauben mehr Rechte zu haben, über „Unglöäubigen“ zu stehen. treten immer mehr in den Vordergrund und mißbrauchen auch solche Organisationen wie die Un für Ihre Zwecke Andere zu unterwefen

Klaus Uhltzscht
12 Tage her
Antworten an  Britsch

Wenn Sie die Anzahl Ihrer aufgeführten Strömungen mit 1 subtrahieren, kommen Sie genau auf die Anzahl der im Islam existierenden Strömungen zum Thema Ungläubige.
Und eine davon ist die Strömung, Ungläubige zu besiegen.

yeager
12 Tage her
Antworten an  Britsch

Ich kann die „Strömung“ eines Islam der Andersgläubige achtet nicht erkennen, bzw. sehe nur so wenig davon, konkret Seyran Ates und was die aufgebaut hat, dass es eher wie die Ausnahme wirkt welche die Regel bestätigt. Es gibt noch einige muslimische Publizisten, die dem Islam öffentlich kritisch gegenüberstehen, wofür die ihr Leben riskieren, aber auch da ist für mich keine Strömung erkennbar, eher Einzelkämpfer oder kleine vernetzte Gruppen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Muslime gibt die eine säkulare Religionsausübung vorziehen, nur steht diesen ein institutioneller Islam gegenüber der sich der Scharia verschrieben hat, der zunehmend an Einfluss… Mehr

Britsch
12 Tage her
Antworten an  yeager

Dem kann ich mit meinen Erfahrungen aus meinem Umfeld, da das in Bezug auf Islam begrenzt ist nicht wiedersprechen

Haba Orwell
12 Tage her

> Dann kam der Teil, dem Milei fast ein Drittel der Rede widmete: „Malvinas ist für uns eine nationale Sache. Ich wiederhole: Malvinas ist für uns eine nationale Sache.“

Wenn ihm die Alt-Briten die Inseln genommen bzw. vorenthalten haben, vielleicht könnten die Neu-Briten in dieser Hinsicht flexibler werden?

na sowas
12 Tage her

Fritze, von diesem Mann, kannst Du noch viel lernen, sehr viel, allerdings setzt das Einsicht und Intelligenz voraus

Kassandra
12 Tage her
Antworten an  na sowas

Der scheint irgendwo mit wenig gelassenem Spielraum zu hängen – und den nutzt er, uns zu Lasten vorzugehen.

Klaus Uhltzscht
12 Tage her

Friedliche, fleißig wirtschaftende Gesellschaften sind leicht anzugreifen.
Durch Krieg oder Kontenpfändung. Dort gibt es Geld zu holen ohne Risiko.
Keine Macht greift kriegerische Gesellschaften an, wo es gar nix zu holen gibt und man stattdessen was auf die Nuß bekommt.
Daher richtet sich Macht immer gegen die Friedlichen, Fleißigen, Einzahlenden. Das gilt für UNO, EU Parteienstaat bis zu Finanzamt, Ordnungsamt, GEZ.

Boris G
12 Tage her

Hmm, die Malvinas: Hat nicht die Bevölkerung dieser Inseln im März 2013 über den Verbleib bei Großbritannien abgestimmt?
Wahlbeteiligung 92 % (1.517 von 1.672 Wahlberechtigten) Ja-Stimmen (für den Verbleib)99,8 % (1.513 Stimmen)
Milei spielt die chauvinistische Karte, um Anhängerschaft zu gewinnen?