Friedrich Merz will Kanzler bleiben, doch das Land hat ihn in den Umfragen schon abgewählt: 55 Prozent der Deutschen sagen: Er soll gehen. 40 Prozent wollen, dass er bleibt. So misst Forsa für RTL und ntv nach einem September, in dem die CDU drei Landtagswahlen verlor – und ihren Parteichef trotzdem im Amt hält.
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Der Kanzler sollte abtreten, das zeigt die aktuelle Umfrage von Forsa für RTL und ntv. Die CDU hat drei Landtagswahlen verloren und will aber trotz aller katastrophaler Umfragewerte noch immer ihren Chef trotzdem im Amt halten.
Im Osten fordern bereits 68 Prozent der Menschen den Rücktritt, im Westen 53. Die Frage von Forsa ging an 1509 Menschen zwischen dem 17. und 21. September. Auch drei Prozentpunkte Fehlertoleranz ändern am Befund nichts: Die Mehrheit ist fertig mit Friedrich Merz.
Nur noch elf Prozent sind mit der Arbeit des Bundeskanzlers zufrieden, 87 Prozent nicht. Eine Woche zuvor, noch vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, lagen die Werte bei zehn und 88 Prozent. Forsa nennt das den tiefsten Kanzlerwert, den das Institut je gemessen hat.
Olaf Scholz sackte 2024 auf 23 Prozent – das wirkt neben den Daten für Merz fast robust. Infratest dimap sah Merz Mitte September bei 13 Prozent. Regierungssprecher Stefan Kornelius sprach von Momentaufnahmen und stellte bei den Meinungsforschungsinstituten die Seriosität infrage. Forsa-Gründer Manfred Güllner antwortete darauf: Nehmen Sie die Wut ernst.
Und selbst die eigenen Parteifreunde sind unzufrieden: Auch 21 Prozent der Unionsanhänger wollen einen anderen Kanzler, 78 Prozent halten noch zu Merz. Bei der SPD sind 43 Prozent für den Abgang, bei den Grünen 39, bei der Linken 65, bei der AfD 89.
Merz schließt derzeit einen Rücktritt als Parteichef und Regierungschef aus, auch wenn die Union in der Sonntagsfrage weiter bei nur 20 Prozent hält – so schwach wie zuletzt im Oktober 2021, unverändert zur Vorwoche, ein Punkt unter Anfang September. Die AfD führt mit 27 Prozent, die Grünen fallen auf 17, SPD und Linke liegen bei je 12. Eine Lösung der wichtigsten Probleme Deutschlands trauen 13 Prozent der AfD zu, zehn Prozent der Union. Und 58 Prozent trauen keiner Partei mehr irgendetwas zu.



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