Das Grundrauschen bleibt: Der Kanzler-Countdown geht weiter

Als Alexander Heiden den TE-Wecker gegen 02:30 abschloss, feilschte die Nichtregierungkoalition im Kanzleramt nach wie vor ergebnislos über's Stopfen des akut acht Milliarden Euro Finanzloches in der Pflegekasse – von Pflegereform nicht zu reden.

Die Regierung habe die Asylzahlen stark gesenkt, „aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“, weshalb der Innenminister Rückführungen massiv vorantreibe – hatte Kanzler Merz am 14. Oktober 2025  in Brandenburg gesagt. Dann brach es über ihn herein von Grünen, Linken und Teilen der SPD: Rassismus, Diskriminierung, Spaltung, „AfD-Sprache“ und Unwürdigkeit eines Kanzlers. Auf die Nachfrage, was er genau meine, schob Merz nach: „Fragen Sie mal Ihre Töchter“ – was den Aufschrei verstärkte, weil er Sicherheit von Frauen und Migration in Verbindung gebracht hätte. Aufmärsche folgten wie der „Wir sind die Töchter“ vor der CDU-Zentrale in Berlin mit tausend Teilnehmern und weitere in anderen Städten unter Motti wie „Wir sind das Stadtbild“. Aufmärsche organisieren kann das mit Steuergeldern gefütterte NGO-Netz der organisierten Zivilgesellschaft auf Knopfdruck. Eine Petition gegen die Merz-Aussagen folgte ebenso organisiert mit über 120.000 Unterschriften. Virale Memes, TikTok-Videos und Social-Media-Szenen gehörten systemisch dazu wie auch Talkshows der ÖRR.

Stadtbild-Revival? Ach was, die Kanzlerkandidaten heben die Hand. Ein Jahr nach dem Stadtbild-Aufruhr unterstützt CSU-General Martin Huber Hessen-MP Boris Rhein, die Debatte um „Stadtbild“ und Migration wieder aufzunehmen: „Fragen der Migration beschäftigen die Menschen in unserem Land. Das sogenannte Stadtbild bleibe wichtiges Thema (Bild).“ Deshalb habe die Bundesregierung „aus der Migrationswelle die Migrationswende“ gemacht, das sei CSU-Kernanliegen. Dazu gehöre, weiterhin diejenigen abschieben zu müssen, die hier kein Bleiberecht hätten. Die „Einwanderung in die Sozialsysteme“ müsse man weiter reduzieren und verhindern. Ängste der Bürger dürfe man nicht relativieren und kleinreden, sondern müsse sie ernst nehmen und für alle wahrnehmbare Lösungen finden. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul will wieder über das „Stadtbild“ reden: „Wir müssen über Veränderungen in unserer Gesellschaft sprechen können, ohne Schaum vor dem Mund und auch ohne reflexhafte Abwehrhaltung. Natürlich hat sich unser Stadtbild verändert. Das ist doch vollkommen klar. Wir sehen heute häufiger Gruppen junger Männer, die auf der Straße unterwegs sind und keine erkennbare Aufgabe haben. Und wir wissen: Wer keinen Job, keine Perspektive und keinen festen Platz im Leben hat, kommt eher auf dumme Ideen … Das darf man benennen, ohne Menschen pauschal abzustempeln. Die Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen. Wenn die Parteien der Mitte nicht über dieses Thema sprechen, tun es andere. Und deren Lösungsvorschläge sind weder differenziert noch demokratisch.“

Was fängt der regelmäßige Beobachter mit dieser „Migrationswende“ an? Er reiht sie ein in die ebenso zahllosen wie folgenlosen Sprüche aus CDU und CSU, die panisch und verzweifelt einen Eindruck erwecken wollen, den ihnen niemand mehr abnimmt. Hilfloser als nach den jüngsten Wahlergebnissen könnte solch ein Selbstbildnis der ehemaligen Volksparteien nicht sein. Bei Rhein kann man es als den vorsorglichen Hinweis deuten, auf der Liste der Merz-Nachfolger zu bleiben, und bei Huber das Fingerheben stellvertretend für seinen Söder. Wüst hob mit Phantomreformen und der Klage über fehlendes Arbeitstempo der Merz-Regierung die Hand.

Merz adé. Was die Bürger wollen, kümmert bekannterweise die politische Klasse nicht, zur Stimmungsmache im politmedialen Komplex taugt es allemal. Wann Merz abtritt, hängt nun wohl nur noch von seinem Nervenkostüm ab. Denn als Kanzler kann er nur durch die Wahl einer anderen Person gestürzt werden, die übrigens dem Bundestag nicht angehören müsste, auch keinem anderen Parlament und keiner Partei. Als CDU-Vorsitzenden könnte ihn ein Parteitag abwählen, allerdings nicht der für nächstes Jahr einberufene, sondern nur ein Sonderparteitag, der Neuwahlen auf die Tagesordnung setzt: Mindestens ein Drittel der Landesverbände kann das nach CDU-Satzung erzwingen.

Einsame Spitze. Bei der Enttäuschung ihrer Wähler führen CDU und CSU derart haushoch, dass nicht einmal alle anderen zusammen rankommen.

In Berlin mit Hilfe aus Arabien, in Düsseldorf aus der Türkei. Während SPD und Grüne – müde getarnt – Die Linke von der Clans und sonstigen Islamos gestützt an die Spitze des Roten Rathauses hieven, hat NRW-Wüst das in Ankara vor beim 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbe-Abkommens, wo er İlkay Gündoğan einen Preis für Toleranz und Versöhnung zwischen den Kulturen verleihen will – um sich den Wählerzuspruch der Deutschtürken in Deutschland zu sichern.

Altparteienherbst. Die Biontech-Standorte in Idar-Oberstein, Tübingen und Marburg stehen offenbar vor dem Aus. Der Rüstungskonzern KNDS will das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde nur samt der milliardenschweren Bestellung von Panzerfahrzeugen „Arminius“ durch Pistorius kaufen. Kindskopf Amthor lässt den Strandkorb vor seinem Büro im Kanzleramt wieder abtransportieren. Als Alexander Heiden den TE-Wecker gegen 02:30 abschloss, feilschte die Nichtregierungkoalition im Kanzleramt nach wie vor ergebnislos über’s Stopfen des akut acht Milliarden Euro Finanzloches in der Pflegekasse – von Pflegereform nicht zu reden.

Zensur getarnt als „Sorgfalts-, Transparenz- und Korrekturpflichten“. Der Digitale-Medien-Staatsvertrag der Rundfunkkommission der Länder will eine anlasslose Massenüberwachung für Rundfunk, Internetmedien, Plattformen und bestimmte KI-Systeme, Podcasts und YouTube-Kanäle.

Richter. Wo die Länder gegen die Meinungsfreiheit agieren, verlieh Richter a.D. Udo Hochschild schon einst dem rechtlichen Zustand des Parteienstaates gegen die Herrschaft des Rechts die Attribute Gewalteneinheits-Tyrannis und Cäsaropapismus.

Metro. Russlands Präsident Wladimir Putin hat die russischen Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro auf einen russischen Verwalter übertragen. „UK Torg RUS“ erhalte vorübergehend 100 Prozent der Anteile. „UK Torg RUS“ wurde erst am 8. September in Moskau registriert. Die Haupttätigkeit des Unternehmens sind laut Registereintrag die Verwaltung anderer Unternehmensbereiche oder -gruppen und die operative Steuerung und Kontrolle der Aktivitäten. Generaldirektor und Gründer der Firma soll allerdings derselbe Mann sein, der bisher schon das russische Metro-Geschäft geleitet hatte. Die Metro AG betreibt in Russland eine Kette von Großhandelsmärkten, die Anfang der 2000er Jahre in Moskau eröffnet wurden. Derzeit soll es über 90 Märkte in zahlreichen Regionen des Landes mit etwa 12.000 Mitarbeitern geben. Kürzlich hatte Putin bereits die Anteile von Nestle in Russland unter „vorübergehende“ Zwangsverwaltung gestellt. – Die EU sanktioniert Russland weitestgehend folgenlos oder mit negativen Folgen für EU-Länder. Wie die deutsche Bürokratie auch ist die Brüsseler ein Papiertiger. Sie hält schreiben für tun.

Es war einmal. Als die EU anfing zu glauben, von der Ukraine Russland besiegen lassen zu können, sprach ein Georg Restle, wie ihn keiner mehr kennt, am 20. Januar 2015 im WDR diesen Kommentar.

EU. Ene, mene, muh und raus bist du: Sogar das vom Parteienstaat weit gewendet ruinierte Land wirft immer noch so viel ab, um den Scheinriesen zu finanzieren. Nicht auszudenken, wie es florierte, würde es nicht vom woken Islamo-Kommunismus am freien Wirtschaften gehindert.

♦

Werbespot. Donald Trump ließ während der NLF-Spiele einen Werbespot senden, der einem in der Präsidentschaftskampagne ähnelt: »Dies ist die letzte Schlacht mit Ihnen an meiner Seite. Wir werden den tiefen Staat zerstören. Wir werden die Globalisten vertreiben. Wir werden die Kommunisten, Marxisten und Faschisten vertreiben. Wir werden die kranke politische Elite stürzen, die unser Land hasst. Wir werden die Medien mit ihren Falschmeldungen besiegen und Amerika endgültig von diesen Schurken befreien … Sie nerven uns nicht mehr. Wir nerven sie. Dies ist die letzte Schlacht. Und sie wird live im nationalen Fernsehen übertragen.« USA Today, CNN, NYT usw. berichteten zeitgleich über Ausstrahlung und Inhalt des Werbespots. – Die Midterm-Schlacht ist eröffnet, so darf man das wohl verstehen.

Heute ist Sankt Michaelis, von dem die Bauernregel sagt: „Gibt Michaelis Sonnenschein, wird in zwei Wochen Winter sein.“ – Bauernregeln stimmen mal mehr und mal weniger. Planwirtschaft funktioniert nie, die des Wokismus-Kommunismus wie alle Vorgängervarianten.

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Kommentare ( 51 )

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HS_1938
11 Tage her

„sprach ein Georg Restle, wie ihn keiner mehr kennt, am 20. Januar 2015 im WDR diesen Kommentar.“
Der liebe Georg hatte genau so viel Pech beim Denken wie Frank Walter „jetzt bloss kein Säbelrasseln“ Steinmeier zur selben Zeit. Bitter, dass dieses intellektuelle Totalversagen von Frank Walter „ich habe mich, wie so viele, in Putin getäuscht“ mit einem Schulterzucken quittiert wird, aber von hunderttausenden Ukrainern mit dem Leben bezahlt werden muss.

Haba Orwell
11 Tage her

Ich nehme an, am spanischen Kommunismus können auch einzig die Muslime schuld sein? >>>Spaniens Wohnungskrise explodiert und führt zu Straßenprotesten<<<

> „… Politiker reagieren, wie sie immer reagieren: Sie greifen die Symptome an. Mieten steigen? Mietpreisbremsen. Fonds kaufen Häuser? Verbote. Eine alte Frau wird geräumt? Enteignung. Jede Maßnahme, die das Bauen, Vermieten oder Besitz von Wohnungen unattraktiver macht, reduziert das Angebot weiter. Kapital flieht dorthin, wo es nicht bestraft wird. …“

Alles 1:1 genauso wie im Bundesslum Bärlin. In Saudi-Arabien kann man übrigens einen nicht zahlenden Mietnomaden in nur 30-90 Tagen loswerden – kürzlich aus Neugier ergoogelt.

HS_1938
11 Tage her

„Die EU sanktioniert Russland weitestgehend folgenlos oder mit negativen Folgen für EU-Länder. Wie die deutsche Bürokratie auch ist die Brüsseler ein Papiertiger. Sie hält schreiben für tun.“
Lawrow bist Du das, der hier schreibt? Keine Sorge, die Putin Umarmer sind auf dem Vormarsch und die Sanktionen bald Geschichte. Dann fliesst das Geld wieder in Strömen zu euch, und ihr könnt wieder neue Panzer und Raketen und Schützenpanzer und Drohnen und Kanonen und Munition kaufen und „niemals niemanden bedrohen“, ausser die Russophoben und Nazis auf der ganzen Welt, natürlich. Da können dann beim hobeln auch mal ein paar Späne fallen, logisch.

JamesBond
11 Tage her

Zahlen, Zahlen, Zahlen für die EUdssr, Ukraine, Grundsicherung und die ganze Welt … .
Das muss aufhören und zwar sofort!!!

Haba Orwell
11 Tage her
Antworten an  JamesBond

> Das muss aufhören und zwar sofort!!!

Dazu müsste man westlich der Elbe aufhören, die korrupten Kartellparteien zu wählen. Östlich gelingt es weitgehend – bis auf Bärlin.

Haba Orwell
11 Tage her

Böses Medium heute: „Berlin: Nach Messergewalt unter rivalisierenden Banden Schüsse direkt vor Polizeiwache“. Damit läuft es dort wie in New York oder in Beirut – kürzlich wurde hier noch darüber gegrübelt.
Gut, dass wenigstens diesmal die Polizei nicht geflohen ist.

Kassandra
11 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Ja. Alle 3 Städte vom Islam reich gesegnet.

Talleyrand
11 Tage her

Noch ein Zitat zum Michaelistag, hier aus den Psalmen, wenn’s erlaubt ist:
Der Engel des Herrn schlägt sein Lager auf bei denen, die ihn fürchten.

pcn
11 Tage her

Mal wieder eine gute Tour de Räson durch das Zeitgeschehen in Deutschland, Herr Goergen! Solche und viele andere Artikel von TE habe ich an das Hauptstadtstudio des DLF in Berlin geschickt. Wieviele davon? Ich habe sie nicht gezählt. Aber es sind sicher mehrere Hundert in den letzten Jahren. Antwort aus Berlin? Nicht eine. Ist mir auch nicht wichtig. Aber mit Sicherheit überwiegt auch bei Journalisten die Neugier. Das ist mir wichtig, nicht die Antwort. Die kann ich mir denken. Vielleicht bekommt der eine oder andere Journalist/in doch mit seinem eigenen Gewissen hier und da Probleme! Das ist für mich das… Mehr

Boudicca
11 Tage her

Ein fünfundfünfzig jähriger Migrant bekommt sofort Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung, ein ehemals selbständiger fünfundfünfzig jähriger, in Deutschland Geborener bekommt keinen Zugang zur gesetzlichen Versicherung. Wenn er die private Krankenversicherung nicht mehr zahlen kann, bekommt er auch keine medizinische Versorgung auf Staatskosten oder muss alles verkaufen was er hat und sich und seine Familie verschulden. Muss ein in Deutschland geborener alter Mensch ins Heim, zahlt er einen großen Teil der Kosten selbst. Muss ein Migrant ins Heim zahlt alles irgendein Amt. Die migrantische Einwanderung jeden Alters, ist eine Einwanderung in die Sozialsysteme und bedingungslose komplette Alltagsversorgung, während die Sozialsystem für diejenigen… Mehr

Haba Orwell
11 Tage her

> wo er İlkay Gündoğan einen Preis für Toleranz und Versöhnung zwischen den Kulturen verleihen will – um sich den Wählerzuspruch der Deutschtürken in Deutschland zu sichern.

Sind Toleranz und Versöhnung nicht besser als Religionskriege und ein Clash der Kulturen? Manche möchten unbedingt in Kriege rennen – wenn nicht der Weltkrieg gegen Russen, dann Religionskriege ohne Ende.

Kassandra
11 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Der Religionskrieg ist über uns gebracht – aber das können Sie noch nicht erkennen.

Haba Orwell
10 Tage her
Antworten an  Kassandra

Sie wollen nicht erkennen, wer den Religionskrieg überhaupt nach Westeuropa bringt.

Kassandra
10 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Ja. Das lasse ich noch aus – weil vollkommen undurchsichtig.
Aber ich tippe auf das II. Vatikanische Konzil…
Kurz danach das Anwerbeabkommen für Türken.

Haba Orwell
10 Tage her
Antworten an  Kassandra

Tippen Sie auf Hasbara, wo man keine andere Chance mehr sieht, als Konflikte zwischen großen Religionen zu schüren. Das hat kürzlich Caitlin Johnstone umfassend belegt und begründet.

tiptoppinguin
11 Tage her

„Wer keinen Job, keine Perspektive und keinen festen Platz im Leben hat, kommt eher auf dumme Ideen …
Vielleicht haben die jungen Herren schon dumme Ideen im Kopf, bevor sie nach Deutschland kommen und wollen gar nichts arbeiten, weil damit die Life-Life-Balance beeinträchtigt wird.

Kassandra
11 Tage her
Antworten an  tiptoppinguin

Sie sind auf Jihad.
Käme man sonst mit Allahu Akbar Rufen über See in westliche Länder?