Özil und Gündogan: Wahlkampf für Erdogan

Alle die Özil als die Verkörperung gelungener Integration gefeiert haben, dürfen sich nun nicht wundern, dass seine Fans unter den Deutsch-Türken demnächst für Erdogan votieren, nachdem sie ihn auf diesem Bild gesehen haben.

© Kayhan Ozer/Anadolu Agency/Getty Images
Turkish football players Ilkay Gundogan (L), Mesut Ozil (L-2) and Cenk Tosun (R) pose for a photo with Turkish President Recep Tayyip Erdogan (R-2) in London, United Kingdom on May 13, 2018.

Der Eintrag von Hamed Abdel-Samad auf seinem Facebook-Account spricht für sich selbst und braucht keinerlei Kommentar:

„Zwei super integrierte Deutsch-Türken, denen allen Türen zum Aufstieg in Deutschland geöffnet wurden, haben sich nie für die Freilassung gefangener Journalisten in der Türkei eingesetzt, stattdessen machen sie Wahlkampf für Erdogan. Jetzt dürfen die Sozialromantiker sich fragen was wir alles falsch gemacht haben, sodass Deutsch-Türken Erdogan attraktiv finden.

Wann begreift ihr endlich, dass es sich hier nicht um die Abgehängten und Zurückgewiesenen handelt, die beim Erdogan Halt und Anerkennung suchen, sondern um Menschen, die zu den Siegern gehören wollen und Erdogan als Alternative, bzw. Anti-These von Europa sehen!

Alle die Özil als die Verkörperung gelungener Integration gefeiert haben, dürfen sich nun nicht wundern, dass seine Fans unter den Deutsch-Türken demnächst für Erdogan votieren, nachdem sie ihn grinsend auf diesem Bild gesehen haben.
Wann begreift ihr endlich, dass Sprache und sozialer Aufstieg nicht die wichtigsten Voraussetzungen für Integration sind, sondern emotionale Verbundenheit und Identifikation mit dem Land indem man lebt?“

Zwei super integrierte Deutsch-Türken, denen allen Türen zum Aufstieg in Deutschland geöffnet wurden, haben sich nie für…

Gepostet von Hamed Abdel-Samad am Montag, 14. Mai 2018

 

Ahmad Mansour schreibt dazu auf Twitter:

„Das Märchen von #Integration durch #Fußball hat heute ein Ende! Wenn wir ehrlich sind, dann gab es das eigentlich noch nie! Denn gute #Fußballer sind nicht automatisch integriert, weil sie sich für das Trikot der Deutschen Nationalelf entschieden haben.“

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Kommentare ( 172 )

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Manfred Burgsmüller durfte 1978, in der besten Form seines Lebens, nicht mit zur WM in Argentinien, weil er die damalige Militär-Diktatur kritisierte. Immerhin ist der DFB konsequent und schätzt die Nähe zu totalitärer Tyrannei seit 40 Jahren.

„nicht Sprache und sozialer Aufstieg sind die wichtigsten Voraussetzungen für Integration, sondern emotionale Verbundenheit und Identifikation“

Das ist der entscheidende Punkt. Das wollen leider viel zu viele Deutsche immer noch nicht verstehen. Integration ist aus meiner Sicht zudem eine Schimäre. Es gibt nur Assimilation (oder Verschmelzung) -> entscheidend ist die gemeinsame Identität. Im Grunde wäre es sogar besser bei den Immigranten, die keine gemeinsame Identität wollen, eine Integration nur teilweise zuzulassen. Ein die deutsche Identität ablehnender Muslim, ist als Staatsanwalt/Richter/Politiker hundertmal gefährlicher, als wenn er nur Gemüsehändler oder gar Sozialhilfeempfänger bleibt.

Auf Wikipedia ist diese Aussage von Mesut Özil aus dem Jahr 2012 zu finden: „Ich habe in meinem Leben mehr Zeit in Spanien als in der Türkei verbracht – bin ich dann ein deutsch-türkischer Spanier oder ein spanischer Deutsch-Türke? Warum denken wir immer so in Grenzen? Ich will als Fußballer gemessen werden – und Fußball ist international, das hat nichts mit den Wurzeln der Familie zu tun.“ Interessant finde ich dabei, dass er ja lediglich 3 Jahre in Spanien (als Spieler) verbracht hatte, aber seit seiner Geburt in Deutschland lebt. Sein „deutsch“ Sein beschränkt sich wohl lediglich auf den Pass,… Mehr
Fußball ist mir so breit wie lang, dazu sehe ich das als absurd an, wenn solche Pimpfe durch das Kicken von Bällen geradezu hysterisch mit Geld zugeschüttet werden, als wenn jemand nützlichste Erfindungen udgl. macht. Von daher ist es mir völlig wurscht ob so ein Kerlchen neben dem Diktator da seine bezahlte Kriechstellung einnimmt oder nicht, ich kenne die genauso wenig als eine Putzfrau vom Bosporus. Da es ja leider auf die Masse dennoch Signalwirkung hat, hat eine politische Agitation von solchen zu unterbleiben, sonst könnens für deren Diktator in einem Vorort in der Türkei kicken. Fertig. Aber in D… Mehr

Die Türkei ist bei alternden Fußballprofis als Vorruhestands-Station sehr beliebt. Beide Spieler sind Ende 20.

Aber, aber … … was soll die Aufregung. „Der Islam gehört zu Deutschland“. Insofern ist die Demonstration der beiden Fussballhelden für den Präsidenten eines Landes, der dem Islam politisch Geltung verschafft, doch voll im Leitbild verankert. Das Problem ist nur, dass Deutschland (noch) nicht zum Islam gehören kann, da hier unglückseliger Weise Staat und Religion strikt getrennt sind. Nun vielleicht nicht in Bayern … . Aber da hängt man Kreuze auf und keine Halbmonde … . Ob unsere beiden Helden diesen komplexen Sachverhalt durchschauen, darf zumindest bezweifelt werden … . Wie sagte schon Dieter Hildebrandt einst verzweifelt: „Wie soll ich… Mehr

Erdogan ist demokratisch gewählt und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihm sein Land wichtig, er mithin ein Patriot ist. Ich kann erkennen, warum das Leute wie Özil attraktiv finden: Wer will sich schon mit einer weinerlichen Bande von Verlierern „integrieren“?

Für mich war es das mit der „Mannschaft“. Nicht nur wegen der beiden Clowns, sondern auch wegen des eierlosen Löw. Das ist nicht mehr mein Team, die sollen meinetwegen mit einer EU-Flagge auflaufen.

Anscheinend ist völlig untergegangen, dass es sich bei der internationalen Vertretung des deutschen Fußballs schon lange nicht mehr um die Nationalmannschaft handelt, sondern daraus aus opportunistischen Gründen und ohne Not „Die Mannschaft“ gemacht worden ist! In diesem Zusammenhang lohnt sich auch die Erinnerung an die Bundestagswahl 2013, als unsere ganz famose frisch wiedergewählte Bundeskanzlerin dem Herr Gröhe unter missbilligten Blicken eine kleine Bundesflagge weggenommen und diese irgendwo entsorgen hat lassen! Das Verhalten von Özil und Gündogan kann ich nur zu gut verstehen; die Medienschelte und die Betroffenheit von Politik und DFB ist auch vor dem Hintergrund der doppelten Staatsbürgerschaft nur… Mehr

In diesem Zusammenhang hört man bei uns in Deutschland davon:

https://www.nzz.ch/schweiz/tuerkei-will-schulen-in-der-schweiz-gruenden-ld.1385304

nichts. Oder glaubt jemand, dass Deutschland dabei ausgespart bleibt?

Sie haben sich für das Trikot der Deutschen Nationalmannschaft wegen des Geldes entschieden.