Krisenkommunikation der Regierung: Wumms ins Leere

Schlecht statt volksnah: Nach einer neuen Umfrage können zwei Drittel der Deutschen mit der Selbstdarstellung der Koalition wenig bis nichts anfangen.

IMAGO / Metodi Popow

Schon als Vizekanzler der vorherigen Regierung bemühte der damalige Finanzminister Olaf Scholz die „Bazooka“ zur Bekämpfung der Corona-Lockdown-Folgen. Die amerikanische Bezeichnung für eine Panzerfaust erschien ihm für den finanziellen Aufwand angemessen, mit dem das Kabinett damals durch Steuergeld die Schäden durch die gegen das Virus wenig effektiven Lockdowns mildern wollte. In Scholz’ Kanzler-Zeit kamen dann für noch deutlich höhere Aufwendungen aus der Steuerkasse – dieses Mal gegen die Energiekrise, Inflation und Rezession – der Wumms beziehungsweise „Doppel-Wumms“ als zentrale Begriffe dazu. Die martialische Sprache des Kanzlers, glauben seine Kommunikationsberater offenbar, sei griffig und volksnah.

Beim Volk kommt die aber ganz überwiegend nicht beziehungsweise schlecht an, wie eine neue Umfrage des Instituts Civey zeigt. Bei der Online-Umfrage nach der Bewertung der Regierungs-Krisenkommunikation, erhoben vom 29. September bis 3. Oktober, hielten nur 4,9 Prozent der Befragten die Art und Weise, wie Scholz und die Ampel ihr Handeln vermitteln, für „sehr gut“, weitere 14,8 Prozent für „eher gut“. Unentschieden blieben 15,6 Prozent. Als „eher schlecht“ schätzten dagegen 24,1 Prozent die Krisenkommunikation ein, weitere 40,6 Prozent sogar als „sehr schlecht“. Damit geht die Selbstdarstellung der Regierung ganz offensichtlich an gut zwei Dritteln der Adressaten vorbei.

Das mag zum einen daran liegen, dass viele Bürger sich bei lautmalerischen Begriffen wie „Doppel-Wumms“ eher an eine Kindersendung als eine Kanzler-Kommunikation erinnert fühlen.

Zu dem schwachen Eindruck trägt vermutlich nicht nur der Sprachstil bei, sondern auch die Tatsache, dass die Bundesregierung und vor allem Wirtschaftsminister Robert Habeck erst die Gasumlage als Problemlösung anpriesen – und sie dann wieder einkassieren mussten. Auch die verworrene Kommunikation um den Weiterbetrieb der verbliebenen drei Kernkraftwerke hinterlässt bis jetzt nicht den Eindruck einer geordneten und rationalen Krisenbekämpfungspolitik.

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