Erstmals trauen die Deutschen der AfD größere Kompetenzen in der Migrationsfrage zu als der Union. Die Zufriedenheit mit der Regierungskoalition sinkt derweil auf ein Rekordtief.
IMAGO / Christian Thiel
Das nächste politische Beben: Erstmals trauen die Deutschen der AfD auf einem zentralen Politikfeld größere Kompetenz zu als allen anderen Parteien – laut der aktuellen Umfrage von Infratest Dimap für ARD-„Tagesthemen“ und WELT trauen 26 Prozent der Befragten der AfD am ehesten zu, die Probleme in der Asyl- und Flüchtlingspolitik zu lösen. Das ist ein Plus von vier Prozentpunkten seit Februar.
Damit überholt die Rechtspartei erstmals die Union, die mit 24 Prozent zwei Punkte verliert, obwohl CDU und CSU im Wahlkampf eine „Migrationswende“ versprochen hatten.
Die Entwicklung fällt in eine Zeit sinkender Migrantenzahlen, bedingt durch verschärfte Grenzkontrollen und strengere Asylverfahren. Trotzdem sehen viele Bürger die etablierten Parteien in der Flüchtlingspolitik im Rückstand. Auch in anderen Bereichen wie Wirtschaft, Finanzen und soziale Gerechtigkeit legt die AfD in der Kompetenzbewertung zu – wenn auch weniger stark.
In anderen Feldern behaupten Union und SPD ihre Führungsrollen: CDU und CSU liegen bei Außenpolitik (37 Prozent) und Verteidigung (34 Prozent) klar vorne, die SPD punktet bei sozialer Gerechtigkeit (27 Prozent) und Altersversorgung (22 Prozent).
In der Sonntagsfrage stabilisiert sich die Union bei 27 Prozent, während die AfD auf 25 Prozent klettert – ein neuer Rekordwert. Die SPD kommt auf 14 Prozent, die Grünen fallen auf elf, knapp dahinter die Linke mit zehn Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht legt leicht auf vier Prozent zu, die FDP sinkt auf drei.
Alarmierend für die schwarz-rote Bundesregierung ist jedoch die generelle Stimmungslage: Nur noch 22 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden – ein Rekordtief. Zum Vergleich: Die Ampelkoalition kam wenige Monate nach ihrem Start im April 2022 auf mehr als das Doppelte. Ganze 75 Prozent äußern sich inzwischen unzufrieden mit Union und SPD.
Andere Umfragen bestätigen diesen Trend: Das Forsa-Barometer vom Wochenbeginn sah die AfD ebenfalls bei 26 Prozent, die Union bei 25. Auch dort zeigte sich eine deutlich wachsende Unzufriedenheit mit der Regierung. Für Kanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil ist die Botschaft eindeutig: Die Geduld der Bürger ist aufgebraucht, die AfD profitiert davon wie nie zuvor.

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Die AfD „profitiert“ nicht nur davon: Sie war und ist die einzige Partei, die mit offenen Augen durch die Welt geht, die Realitäten anerkennt und dementsprechende Schlüsse zieht. Das kann man von keiner der Altparteien behaupten – die leben eher nach dem Prinzip Wunschdenken. Wenn aber Wähler nicht hören wollen, müssen sie eben fühlen. Und das Fühlen besteht seit 10 Jahren aus einem gnadenlosen Niedergang Deutschlands und der Verarmung, Überwachung und Beschimpfung der Bürger. Anfangs noch mit knirschenden Zähnen abgetan, sind immer weniger Deutsche dazu bereit, sich weiter belügen, beleidigen, verleumden und betrügen zu lassen. Und das spiegelt sich endlich… Mehr
Ernsthaft ! Es gibt wirklich noch Wähler die der Union Kompetenz in der Asylpolitik zutrauen ? Und das nach 10 Jahren Grenzöffnung ?
Manche Menschen sind nicht mehr nur hirngewaschen. Die wurden lobotomiert.
Zum „Befreiungsschlag“: Es dürfte in vielen Themenbereichen – sie hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen – schlichtweg ausreichen, in etwa – durchaus holzschnittartig formuliert – „das Gegenteil vom Bisherigen“ zu machen. Das dürfte mit der Aufhebung zahlreicher Gesetze und Verordnungen der letzten Jahre und ggf. Jahrzehnte auf Bundes- und Länderebene (wäre zugleich eine Halbierung der „Bürokratie“) bereits ein „Einfaches“ sein. So gehört dazu z.B. das gesamte bisherige Asylrecht ausgesetzt und man muß aus entsprechenden „Vertragswerken“ aussteigen. Trump macht das uns allen in den USA tagtäglich vor …
Wie kann man sich als befragte Wähler so entblöden? Wie kann man einer Parteiengruppe, hier die Union (mit Merkel, Seehofer usw. an der Spitze), die das ganze Asylproblem, sprich Asyl-Invasion, auf EU-, Bundes- und Länderebene „herbeiorganisiert“ hat und weiterhin herbeiorganisiert (z.B. mittels „Bürgergeldzahlungen“), überhaupt in der nunmehrigen „Asylpolitik“ eine Kompetenz zuweisen? Dümmer geht’s nimmer! Das ist ja so, als wenn man einen Brandstifter noch während eines anhaltenden Großbrandes zum Oberfeuerwehrmann ausrufen würde! Mein Gott …
Irgendwie ist das bitter.
Wenn man nämlich bedenkt, dass eigentlich niemand außer der AfD überhaupt eine Migrationspolitik hat…
Ich weigere mich konsequent, das „Grenzen auf und ausnahmslos jedem ohne irgendein Auswahlkriterium Asyl, Sozialsystem und letztlich Staatsbürgerschaft schenken“ als Programm anzuerkennen.
Das ist migrationspolitisches Laissez-Faire, kein Inhalt.
Nein, das ist migrationspolitischer Selbstmord. Unser Volk bezahlt dies längst nicht nur noch mit viel Steuergeldern. Es bezahlt es mit seiner Gesundheit und seinem Leben. Blutzoll? Wie im Mittelalter!
Ein Versuch ist es allemal wert, denn noch schlechter/dilettantischer/erfolgloser als die letzten Jahre geht ja nun wirklich nicht, oder?!
Das Ergebnis überrascht nicht. Hatten sich doch die Menschen nach dem Ampel Chaos, zumindest eine Verbesserung der Situation versprochen. Stattdessen wurden sie immer wieder angelogen. Die Fehler der Vorgänger Regierung wurden nicht korrigiert und haushalten ist in der neuen Regierung ein Fremdwort. Stattdessen werden NGO weiterhin finanziert, welche mittlerweile wie ein Schmarotzer im Fleisch der deutschen Steuerzahler sitzen. Eine strategische langfristige Ausrichtung, egal ob nun bei der Wirtschaft, Energie …sucht man vergebens. Man wurstelt einfach weiter wie bisher. Hauptsache man ist sich mit den Linken und Grünen einig und richtet das Hauptaugenmerk auf das Verbot der AfD. Damit kann man… Mehr
Sehe ich genau so.
Es geht nicht um „den großen Befreiungsschlag“. Das ist eine kindische Erwartung von Demokratie. Aber eine Kurskorrektur muß eingeleitet werden, und das geht auf parlamentarischer Ebene derzeit nur über eine zunehmende AfD.
Na, dann wählen wir uns in drei Jahren lieber den nächsten Merz oder die nächste Merkel. Da weiß man, was man hat!