Steigender Anteil der „Corona-Patienten“ nicht wegen Corona im Krankenhaus

Mit der ansteckenderen, aber harmloseren Omikron-Variante steigt der Anteil der „Corona-infizierten“ Patienten in Krankenhäusern, die aus anderen Gründen behandelt werden. Das RKI zählt sie dennoch in seiner Hospitalisierungsinzidenz mit.

IMAGO / Rüdiger Wölk

Mit der Omikron-Welle und ihren im Vergleich zur Delta-Variante durchschnittlich milderen Krankheitsverläufen steigt auch der Anteil der Patienten in Krankenhäusern, die aufgrund einer positiven Testung zwar offiziell als Covid-Patienten gemeldet werden, tatsächlich aber wegen einer anderen Krankheit aufgenommen wurden. Wie  Bild berichtet, lag zum Beispiel im Saarland in den vergangenen zwei Wochen nur etwa jeder vierte Corona-Patient tatsächlich wegen Covid im Krankenhaus. Im Dezember, als Delta noch vorherrschte, war es demnach noch jeder zweite.

In Bremen waren laut Bild in der vergangenen Woche nur 40 Prozent der Corona-Patienten tatsächlich wegen der Covid-Erkrankung hospitalisiert. In Rheinland-Pfalz waren es in den vergangenen zwei Wochen 44 Prozent der gemeldeten Corona-Patienten. Auch hier waren es vor der Omikron-Welle im Dezember noch 68 Prozent der Corona-infizierten Patienten.

Weiterhin fließen dennoch alle Fälle – ohne Rücksicht auf den eigentlichen Grund der Hospitalisierung – in die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein. Der gesamte Anteil der Corona-Infizierten auf den Intensivstationen sinkt aber, was die geringere Gefährlichkeit der Omikron-Variante im Vergleich zu früheren Varianten deutlich zeigt. Am 25. Dezember waren noch knapp 20 Prozent der Intensivbetten laut RKI mit Corona-Patienten belegt, einen Monat später sind es nur noch knapp elf Prozent.

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