China-Projekt: Infrastruktur-Netz „One Belt, One Road“

Die Brüsseler Bürokratie versuchte lange und erfolglos zu verhindern, dass EU-Mitgliedsländer bei Chinas Initiative "Neue Seidenstraße" mitmachen, anstatt sich an die Spitze dieser Chance der Kooperation mit China zu setzen. Diese Lücke nutzt nun Viktor Orbán.

© Jason Lee/AFP/Getty Images)

Im österreichischen Kurier ist über das Gipfeltreffen des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang mit den Regierungschefs aus 16 Staaten des ehemaligen Ostblocks zu lesen: „Mit Milliardenhilfen weitet China seinen Einfluss in Mittel- und Osteuropa aus. Der chinesische Regierungschef Li Keqiang kündigte am Montag in Budapest die Bereitstellung von fast drei Mrd. Euro für Projekte in 16 mittel- und osteuropäischen Staaten (CEEC) an. Die Chinesische Entwicklungsbank werde sich mit zwei Mrd. Euro an einem neu gegründeten Bankenverband für die Region beteiligen. Darüberhinaus werde eine Mrd. Euro in einen Investmentfonds fließen.“

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Der Gruppe „16 plus 1“ oder CEEC (Central and Eastern European Countries) gehören die Visegrád-Länder Polen, Ungarn, Tschechien und Slowakien an, die drei baltischen Staaten, Rumänien, Bulgarien und Albanien sowie aus Ex-Jugoslawien die EU-Staaten Kroatien und Slowenien, aber auch Serbien, Mazedonien, Montenegro und Bosnien-Hercegovina.

Der Gastgeber des Treffens, Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán, geht davon aus, dass allein sein Land elf bilaterale Vereinbarungen mit China unterzeichnen kann. Darunter geht es um einen Kredit zum Neubau der Eisenbahnstrecke zwischen Budapest und Belgrad, der Ungarn 2,1 Milliarden Dollar kosten dürfte, wovon die chinesische Exim-Bank 85 Prozent aufbringen will: Baubeginn 2020/21.

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Auch geplant ist die Anbindung der Bahnstrecke an den griechischen Hafen Piräus, der im Mehrheitseigentum der staatlichen chinesischen Reederei Cosco gehört. Piräus hat eine entscheidende Rolle in der Initiative „Neue Seidenstraße“, mit der China sich wirtschaftlich und geopolitisch Richtung Westen orientiert. Ein Vertrag der Serben-Republik in Bosnien-Hercegovina mit dem chinesischen Baukonzern China Shandong International (CSI) soll bei dem Treffen ebenfalls geschlossen werden. Das Unternehmen will eine Straße zwischen Banja Luka und der kroatischen Grenze bauen. CSI will die Kosten von 382 Millionen Dollar tragen und als Gegenleistung auf der Strecke eine Maut erheben dürfen.

Die Brüsseler Bürokratie hat lange und erfolglos zu verhindern versucht, dass EU-Mitgliedsländer bei Chinas Initiative mitmachen, anstatt sich an die Spitze dieser Chance der Kooperation mit China zu setzen. Diese Lücke nutzt nun Viktor Orbán und sichert Ungarn eine strategische Rolle im höchst ambitionierten China-Projekt des Infrastruktur-Netzes „One Belt, One Road“ (auch „Neue Seidenstraße“ genannt) als schnellstem Transportweg nach Westeuropa über Mitteleuropa.

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Kommentare ( 19 )

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19 Kommentare auf "China-Projekt: Infrastruktur-Netz „One Belt, One Road“"

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Der Beitrag ist einschließlich der Stelle, die mich stutzen ließ (chinesischer Hafen Piräus) adäquat zu diesem Beitrag:

http://www.geolitico.de/2017/11/28/chinas-pakt-mit-orbans-osteuropa/

Der im Link angegebene Beitrag nennt als Quelle die Zeitung „Magyar Hirlap“, trägt das heutige Veröffentlichungsdatum, ist detailreicher und stammt von Wolfgang Prabel.

Danke für diese kurze Zusammenfassung. Dieses Thema – die neue Seidenstraße bzw. die Rolle Chinas als künftige Wirtschafts- Supermacht – wäre es wert, künftig etwas ausführlicher hier bei TE behandelt zu werden. Warum ? Weil am Ende die Auswirkungen sehr vielschichtig sein werden und neben ökonomischen Folgen auch die politischen Konsequenzen ganz erheblich sein dürften. China macht am Ende das Erwartbare: seine Interessen verfolgen und sich Einfluss zu sichern. Die Osteuropäer – so unterschiedlich der in Budapest zusammengekommene Kreis auch sein mag – haben alle ein gemeinsames Problem: die EU ist nicht wirklich attraktiv und kann durch ihre eigene Finanzkrise… Mehr

Die Zukunft Europas liegt eben im Osten, wir im Westen arbeiten heftig und zunehmend erfolgreich an unserer Abschaffung.

Die EU tut so, als wenn ihr alle Länder gehören würden, die Spitzen der EU sind lernresistent und fühlen sich in Recht. Herr Weber, CSU poltert schon, dass die Chinesen Europa spalten und vergisst nicht den Orban zu diffamieren. Es ist schon ein Jammer, dass man solche „Politiker“ aushalten muss, die meinen sich in alle Länder einmischen zu müssen, das war sicher nicht so gedacht. Wenn man sich das Desaster in Deutschland und Frankreich ansieht, und einbischen weitsichtiger plant, muss man sich nicht wundern, das andere Länder sich schon andere Partner suchen, Denn noch ein Paar Milionen Migranten, wie sich… Mehr

die Chinesen sind clever. Statt wie die Amis die ganze Welt mit völkerrechtswidrigen Kriegen zu überziehen (unter zu Hilfenahme der Grünen) um deren Rohstoffe zu klauen bieten sie den Ländern wirtschaftliche Zusammenarbeit und andere Entwicklungsperspektiven an. Dies ist genau der richtige Weg. Die idiotische Cowboymentalität der Amis wird uns noch schwer auf die Füsse fallen. Diese Verbrechen wird keines der überfallenen Länder so schnell vergessen. Auch in Lateinamerika wird die amerikanische Hegemonie immer kritischer gesehen. Beispiel Versammlung der Erdgas produzierenden Staaten.

als tourismusredakteur weiss ich, dass der Hauptpartner der Chinesen bei diesem Projekt die Ukraine ist, denn die Chinesen brauchen zur Ernährung ihres Riesenvolkes dringend gewaltige Getreidemengen, die nur die Ukraine liefern kann. China´s Böden sind nämlich bald erschöpft, die enorme Umweltzerstörung fällt den Chinesen kräftig auf die Füsse. Im Gegenzug schickt China jede Menge Geld nach Kiew, vor allem für die Modernisierung der Infrastruktur. Der gewaltige Strassenbau, der momentan in der Ukraine stattfindet, wird vor allem mit chinesischem Getreidegeld bezahlt! Die Ukraine plant, bis 2020 sämtliche Strassen im Land völlig neu zu teeren, und genau das passiert mit Hilfe aus… Mehr
China macht Aufbau Osteuropa…die Westeuropa = EU (ohne England) einfach links liegen lässt. EU-Deutschland wird immer mehr zu einen Sozialistischen Zentralstaat und damit nimmt der Mangel und die Armut automatisch in Zukunft in EU-Deutschland zu. Osteuropa geht mit China und dann zwangsläufig auch mit Russland ihren eigenen wirtschaftlichen Weg. Und EU-Deutschland vernichtet seinen Wohlstand mit EURO, Energiewende, CO2 Verbot, illegaler Einwanderung von Armut und Gewalt in seine Sozialsystem/Kulturgesellschaften. Statt Bildung gibt es den Gender-Gaga Wahn…statt freier und offener Forschung das Diktat einer Grün-Linke CO2 Verbotsideologie auf Basis eines CO2 Klimaerwärmungs-Angstmärchen. England spaltert sich von diesen Grün-Linken EU-Deutschland ab…Osteuropa geht unter… Mehr