NRW: Weiter talwärts – die nächste Umfrage bestätigt die Krise der CDU

Sieben Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fällt die CDU in der Forsa-Umfrage für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ erstmals seit 2022 unter die 30-Prozent-Marke. Sie kommt nur noch auf 29 Prozent, die AfD steigt auf 22 Prozent. Auf Bundesebene ist das Bild für die CDU noch düsterer: Wäre Bundestagswahl, läge die AfD mit 24 Prozent zwei Punkte vor ihr.

picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Der Abstand zwischen CDU und AfD schmilzt im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen auf sieben Punkte – im April waren es zwölf, im Juli 2025 noch 22. Damals lag die CDU bei 38 Prozent, die AfD bei 16 Prozent. Innerhalb eines Jahres hat die Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst knapp zehn Punkte verloren. Im Dezember 2024 maß dasselbe Institut die CDU noch bei 41 Prozent.

Umfrage-Desaster
Merz soll gehen – das sagen 55 Prozent der Deutschen
Die Zahlen fallen in die Woche nach den CDU-Pleiten im Osten: Kanzler Friedrich Merz räumte zwar ein, die Ergebnisse hätten auch mit seiner Person zu tun, einen Rücktritt kündigte er aber nicht an. Die NRW-Erhebung vom 7. bis 18. September mit 1030 Wahlberechtigten erfasst bereits das Ergebnis in Sachsen-Anhalt, aber noch nicht vollständig Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – trotzdem ist die Richtung eindeutig. Infratest dimap hatte die CDU im Juni bereits auf 32 Prozent und die AfD erstmals auf 17 Prozent gesehen. Jetzt zieht Forsa nach.

Und bei einer Landtagswahl am Sonntag stünden die Grünen bei 18 Prozent (plus einen Punkt), die SPD steckt bei 14 Prozent fest, die Linke käme mit acht Prozent erstmals seit 2012 wieder in den Düsseldorfer Landtag. Die FDP bleibt bei drei Prozent und wäre damit draußen. Schwarz-Grün hätte weiter eine knappe Mehrheit, nach Sitzmodellen 93 von 181 Mandaten. Andere Zweierbündnisse ohne die AfD gingen nicht. Die AfD läge etwa viermal so hoch wie bei der Wahl 2022, als sie knapp über fünf Prozent kam. Die CDU läge sieben Punkte unter ihrem damaligen Ergebnis von 35,7 Prozent.

Sonntagsfrage Bundestagswahl: AfD an der Spitze

Noch härter trifft Wüst das Ergebnis der zweiten Frage: Wäre in NRW Bundestagswahl, läge die AfD mit 24 Prozent vorne – ein Rekordergebnis, das sind zwei Punkte mehr als im April. Die CDU fällt auf 22 Prozent, vier Punkte weniger und auf den tiefsten Forsa-Wert für die Partei in dem Land. Das bisherige Tief lag im Dezember 2021 bei 23 Prozent. Grüne 18, SPD 14, Linke 12, FDP 3 Prozent.

Landesweit führt Hendrik Wüst noch, doch bundesweit, gemessen an denselben Wählern, überholt ihn die AfD. Wüst gilt in der Union als möglicher Nachfolger von Merz. Allerdings zeigt die neue Umfrage: Das größte westdeutsche CDU-Land ist kein Schutzraum mehr. Es ist nur noch der Ort, an dem der Absturz später einsetzt.

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