Berliner Abgeordnetenhaus: Migrant wollte Sitzungssaal stürmen

61 Tage lang wurde der Öffentlichkeit ein Angriff auf Berlins Politiker verschwiegen: Ein Migrant (52) wollte den Sitzungssaal stürmen, in dem 159 Abgeordnete tagten – Securitys rissen den Flüchtling zu Boden, sie fanden im Koffer des Täters auch ein Messer.

picture alliance / Daniel Kalker | Daniel Kalker

Erst jetzt, Anfang September, wird bekannt, was sich bereits am 2. Juli im Berliner Abgeordnetenhaus ereignet hatte: Ein 52-jähriger Migrant gelangte trotz der üblichen Sicherheitskontrollen mit einem Messer in seinem Koffer in das Gebäude. Auf der Besuchertribüne verhielt er sich auffällig und stürmte anschließend in Richtung des Plenarsaals, in dem die 159 Abgeordneten tagten. Personenschützer der Innensenatorin Iris Spranger (SPD) überwältigten den Täter im Foyer. Nun ermittelt auch der Staatsschutz, berichtet die Berliner Zeitung.

Dass der Tatverdächtige überhaupt in das gesicherte Abgeordnetenhaus am Margot-Friedländer-Platz eingelassen worden ist, verwundert: Wie jeder Gast musste auch der Flüchtling die Sicherheitskontrolle inklusive Metalldetektorschleuse passieren. Eine vorherige Anmeldung für die Besuchertribüne besaß er jedoch nicht. Auf der Empore redete der angeblich gut gekleidete Migrant laut, gestikulierte auffällig und verließ sie dann. Kurze Zeit später rannte der Täter dann auf den Plenarsaal zu, die hauseigenen Wachleute konnten ihn nicht aufhalten und riefen um Hilfe.

Im Foyer vor dem Plenarsaal griffen drei zivile Personenschützer der Innensenatorin ein: Die Beamten warfen den Mann zu Boden, fesselten ihn und übergaben ihn der Polizei. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Störung der Tätigkeit eines Gesetzgebungsorgans nach § 106b Strafgesetzbuch sowie wegen Körperverletzung. Dem Mann wurde ein Platzverweis erteilt. Bei einer Verurteilung droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.

Gegenüber einem Polizeibeamten nannte der Tatverdächtige auch sein Motiv: „Ich bin sauer auf die Regierung.“ Die B.Z. berichtete, es handle sich um einen Flüchtling, der in Spandau wohne und gut Deutsch spreche. Die Polizei äußerte sich zu Herkunft und genauer Identität mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Als unmittelbare Konsequenz wurden nun die Zugangsregeln verschärft: Für Plenarsitzungen im September müssen sich einzelne Besucher nun vorab anmelden. Bis zum Ende der Wahlperiode gelten zudem verstärkte Sicherheitsmaßnahmen am Eingang.

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Kommentare ( 5 )

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Kassandra
52 Minuten her

„Securitys rissen den Flüchtling zu Boden…“
Wie kommt man in dem Zusammenhang auf das Wort „Flüchtliing“?
Mit fallen etliche Benennungen ein – aber auf „Flüchtling“ wäre ich insbesonders in dem Fall gar nicht gekommen.
Konnte der Typ tatsächlich so gut deutsch, hat er über „Ich bin sauer auf die Regierung.“ sicher noch weitere Worte zum Besten gegeben.
Welche das waren, wird uns vorbehalten?

Koepenicker
1 Stunde her

Der 52-Jährige, der die deutsche und die kubanische Staatsbürgerschaft besitzt, bekam am Eingang einen Besucherausweis und gelangte so auf die Besuchertribüne. Von dort aus redete er laut und gestikulierte, während unten die Abgeordneten tagten. Dann rannte er in Richtung Plenarsaal. Personenschützer von Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) konnten ihn stoppen und überwältigen.“
Quelle : https://www.berliner-zeitung.de/article/sicherheitsvorfall-im-berliner-abgeordnetenhaus-stoerer-krakeelt-bei-parlamentssitzung-10345504

Cethegus
1 Stunde her

Da kam der sicherlich nur etwas geistesgestörte, aber ansonsten natürlich völlig gutmeinende Facharbeiter dann doch nicht so ganz durch?
Schade, vielleicht wären die Verursacher der Probleme ja mal wirklich in sich gegangen, wenn sie mal direkt und handfest mit den Problemen konfrontiert worden wären…
(Natürlich unwahrscheinlich, weil Ideologie blockt Gehirn, wie überall im Land.)

roffmann
1 Stunde her

War der falsche Täter(Tatverdächtige) sonst hätte es eine Sondersendung im RBB gegeben.
Wir berichten nicht was ist,sondern was sein soll. Plan übererfüllt !

Last edited 1 Stunde her by roffmann
Deutscher
1 Stunde her

Die größte Gefahr kommt von Rääääächts. Deshalb war dieser Vorfall nicht so wichtig, dass man ihn hätte öffentlich machen müssen. Ein Einzelfall, schlichtweg.