Familienpolitik gegen Familien: Prien will 350 Millionen beim Elterngeld sparen

Wenn das Familienministerium sparen will, könnte es das Programm „Demokratie leben!“ abschaffen und damit die Finanzierung linker NGOs beenden. Stattdessen betreibt mit Karin Prien ausgerechnet eine CDU-Ministerin konsequent Politik gegen Familien.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Die CDU tut immer noch so, als sei sie eine Familienpartei. „Wir lassen Familien nicht allein. Wir bringen Deutschland wieder nach vorne.“ So tönt die Partei aktuell. Lippenbekenntnisse und Floskeln: Das Familienbild der Union hat sich längst geändert, die klassische Familie betrachtet sie nicht mehr als Leitbild. Bereits 1999 deutete sich diese Entwicklung an, als die damalige CDU-Generalsekretärin Angela Merkel zwar noch an der besonderen Bedeutung der Ehe festhielt, aber bereits verlauten ließ: „Familie ist, wo Kinder sind.“ Die Aufweichung des Familienbegriffs hat sich seitdem fortgesetzt.

Noch gravierender ist allerdings, dass seit Jahrzehnten eine Politik betrieben wird, die jungen Paaren die Familiengründung erschwert und Familien belastet.

Nun will Bundesfamilienministerin Karin Prien bei den Familien 350 Millionen Euro sparen. Insgesamt muss sie auf rund 500 Millionen Euro verzichten. Den größten Anteil davon, 350 Millionen Euro, sollen Einsparungen beim Elterngeld einbringen.

Dabei ist die demografische Lage katastrophal: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland so wenige Kinder geboren wie noch nie in der Nachkriegszeit, nämlich 654.241. Zum Vergleich: 1945 wurden 1,795 Millionen Kinder geboren, noch 1970 gab es 1,048 Millionen Geburten. Der Einbruch kam mit der „Pille“ und dann nochmals nach der Wiedervereinigung. Die Geburtenzahl ist nun zum vierten Mal in Folge gesunken. Die Zahl der Kinder pro Frau lag 2025 bei nur noch 1,32.

Die Prien-Pläne

Die nun ausgerechnet von einer CDU-Familienministerin angestrebte Politik, die den Namen „Familienpolitik“ nicht verdient und sich klar gegen die Bedürfnisse von Familien richtet, dürfte diesen Negativtrend weiter befeuern. Denn Prien plant ab Ende 2027 eine Kürzung der maximalen Bezugsdauer des Basiselterngeldes von 14 auf 12 Monate, während gleichzeitig die Partnermonate („Vätermonate“) von zwei auf drei Monate ausgeweitet und die Auszahlungsbeträge leicht angehoben werden sollen.

Mehr Pflichtmonate für Väter soll es geben: Für jedes Elternteil sind künftig drei Monate fest reserviert. Der monatliche Mindestbetrag steigt von 300 auf 330 Euro. Der maximale Höchstbetrag wird von 1.800 auf 1.900 Euro angehoben. Alleinerziehende erhalten nach den Plänen künftig aber ebenfalls nur maximal 12 Monate volles Elterngeld. Die Grenze für den Anspruch bleibt unverändert bei 175.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen für Paare und Alleinerziehende.

Elterngeld hat seit Einführung fast ein Drittel seines Werts verloren

Was nach einer Anhebung klingt, ist Schaumschlägerei. Schließlich ist die Höhe des Elterngelds seit seiner Einführung im Jahr 2007 nie angehoben worden. Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen: In den 19 Jahren bis 2026 hat die Leistung 31,5 Prozent an Kaufkraft verloren. Würde die Bundesregierung die Inflation voll ausgleichen, müsste der Höchstsatz bei rund 2.591 Euro liegen und der Mindestsatz bei 432 Euro – also 791 bzw. 132 Euro höher als heute.

Politischer Widerstand

Der Koalitionspartner SPD lehnt die Kürzung der Bezugszeit ab und schlägt stattdessen vor, das Elterngeld ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro pauschal auf 1.000 Euro zu begrenzen. Die geplanten Änderungen würden dazu führen, „dass in vielen Familien die bislang von der Mutter genutzten zwölf Monate faktisch auf neun Monate reduziert würden“, heißt es. Dies treffe vor allem Familien mit niedrigem Einkommen.

Linke und Grüne bemängeln, dass die Reform Mütter finanziell unter Druck setze, wenn Väter die drei Monate nicht nähmen. Der DGB kritisiert die Erhöhung der Sätze als viel zu gering, da sie nicht einmal die Inflation der letzten Jahre ausgleiche.

Der Chef der Jungen Union (JU) Winkel kritisierte bereits am 22. Juni die „konsequente Benachteiligung der jungen Generation“. Der Unionsnachwuchs warnt: Die CDU setze ihren Ruf als Familienpartei aufs Spiel.

Übrigens: Wir wüssten schon, wo Prien deutlich familienfreundlicher sparen könnte: nämlich bei den fast 200 Millionen Euro, die sie im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ jedes Jahr linken NGOs in den Rachen wirft.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 11 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

11 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
AmpelFluechtling
24 Minuten her

Ich finde das eine gute Änderung. Kinder sind Privatsache und sollten auch so finanziert werden.

Alternativ hätte man auch das Elterngeld zurückzahlen müssen, was ich auch für eine faire Option halte.

Philoktet
25 Minuten her

Kein Geld für deutsche Familien, aber Geld für linke NGOs die Deutschland hassen und zerstören wollen.
Das ist die Politik von CDU und CSU im Jahre 2026, bei der letzten Bundestagswahl gewählt von 26,6 % der Wahlberechtigten als stärkste Partei.
Entweder die Deutschen lassen sich massiv täuschen, oder sie haben den Willen zum Leben verloren, anders kann ich mir diese Selbstschädigung, die die existentiellen Grundlagen bedrohen, nicht erklären.

Nibelung
1 Stunde her

Familiengeld und weitere Zuwendungen nur mit einer Steuernummer und Versicherten-Karte und damit hätten wir schon ein großes Problem gelöst und es liegt nur am nicht vorhandenen Einfallsreichtum, daß man die Gelder falsch umverteilt, denn wer nicht arbeitet hat auch nichts zu essen, was jeder weiß der sich im betagten Alter befindet und überhaupt kein Verständnis aufbringen kann, kostenlos unterhalten zu werden, ohne ein Minimum an eigener Mitwirkung aufzubringen. Diese Schnapsidee der neudeutschen vereinten Sozialisten ist nur dem Umstand gezollt, altbewährtes zu beseitigen und verlieren kann nur der, der was hat und für die andere Seite ist es reiner Zugewinn, was… Mehr

Haba Orwell
1 Stunde her

> Die Geburtenzahl ist nun zum vierten Mal in Folge gesunken. Die Zahl der Kinder pro Frau lag 2025 bei nur noch 1,32.

Wenn man sich die Wahlergebnisse und andere Dinge hier anschaut – die Natur hat offenbar Mechanismen, aus misslungenen evolutionären Experimenten auszusteigen.

Laurenz
1 Stunde her

Man könnte auch die linksextreme Prien selbst einsparen & das Ministerium woanders eingemeinden.

Mike76
1 Stunde her

Solange Nicht-Migranten davon ausgenommen sind, bin ich damit einverstanden!

pewapit
1 Stunde her

Tolle Leistung! Ich bin ja total enttäuscht.

AlexR
1 Stunde her

Es ist schon seltsam, dass wieder einmal an den Familien gespart werden soll. Anscheinend ist das am einfachsten. Bei dem ganzen anderen Zahlungen zum Thema Abgeordneten- und ihrem Ruhegehalt, Bürgergeld, Kindergeld ins Ausland, NGO, EU- und UN-Zahlungen und Entwicklungshilfe nach Indien und China usw. usf. wird kein Gedanke „verschwendet“!

Merz und sein ganzes „Kabarett“ sind …

Last edited 1 Stunde her by AlexR
Juergen P. Schneider
1 Stunde her

Prien ist eine Unionssozialistin, links-grün, verlogen, inkompetent und total überfordert.

Mermaid
1 Stunde her

Das sind die letzten Zuckungen eines sterbenden Systems. Aber schlimm genug ist es trotzdem. Wer sich für Kinder entscheidet, trifft eine Entscheidung, die sich auf Jahrzehnte in die Zukunft auswirkt. Das verlangt Beständigkeit. Auch vom Staat. Eltern brauchen Planungssicherheit. Familienpolitik ist beileibe kein „Gedöns“, wie sie Gas-Gerd mal genannt hat. Ich frage mich schon, wieviele der Antifanten, die wir am Wochenende erlebt haben, tatsächlich wohlstandsverwahrlost sind, wie es oft zu lesen ist, und wieviele aus wie auch immer zerrütteten Elternhäusern stammen. Meiner Meinung nach tut sich hier ein Problem mit einiger Sprengkraft auf. Eine Mehrwertsteuererhöhung steht jetzt auch noch im… Mehr