VW ist nicht nur Opfer eigener Fehler, sondern auch Versuchskaninchen einer industriepolitischen Utopie, deren Kosten jetzt den Beschäftigten präsentiert werden. Makaber wirken die Trillerpfeifen der IG Metall vor den Toren.
picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Bei der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag geht es um nichts weniger als um die Zukunft von VW und um viele tausend Arbeitsplätze. Konzernchef Oliver Blume will seine Zukunftspläne vorstellen. Er will laut Handelsblatt dem Aufsichtsrat einen umfangreichen Maßnahmekatalog „Group Target Picture 2030“ vorlegen. Mit festen Sparzielen . Die Kosten müssen runter, und schon vor kurzem machten Meldungen die Runde, 100.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Weltweit bis 2030.
Doch allein um Sparen geht es nicht mehr, denn die Lage ist dramatisch. VW liefert deutlich weniger Fahrzeuge als zuvor aus. 2016 waren es noch 10,3 Millionen, im vergangenen Jahr 8,9 Millionen. Der japanische Hersteller Toyota hat VW bereits als weltgrößten Autobauer überholt. Das Chinageschäft ist eingebrochen und die Gewinnmarge ist von sieben auf dreu Prozent gesunken.
Keine Frage: Soll VW überleben, muss sich drastisch etwas ändern. Komplette Werke wie Emden, Zwickau und Hannover gelten als gefährdet. Das Aus der VW-Produktion in Osnabrück steht fest; hier wird eine andere Produktion etwa eines Rüstungsherstellers gesucht – oder eben dicht gemacht. Allerdings kostet auch das Dichtmachen von Werken viel Geld, von 1,2 Milliarden Euro sprach VW, als das Audi-Werk in Brüssel geschlossen wurde.
Und BCG rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. Die Nachfrage ist schwächer als in den Boomplänen der Hersteller angenommen, der chinesische Markt bricht für europäische Anbieter weg, und es wird zunehmend dort produziert, wo auch verkauft wird: in China, in den USA, in Osteuropa. Für Deutschland ist das extrem kritisch. Hier sitzen viele Werke in Hochkostenlagen – mit hohen Löhnen, hohen Energiepreisen und starken Betriebsräten. Werksschließungen gelten laut BCG als unvermeidlich. Gefährdet sind vor allem teure und ineffiziente Standorte.
Damit klingt der alte Ferdinand Piëch plötzlich wieder erstaunlich aktuell. Schon Ende der 90er Jahre sagte der damalige VW-Chef, die Branche müsse sich wappnen: In einigen Jahren werde es weltweit nur noch „fünf bis sechs selbstständige Autokonzerne“ geben. Damals klang das nach Machtphantasie eines Wolfsburger Patriarchen. Heute wirkt es wie eine düstere Diagnose.
Ein Ergebnis der kommenden VW-Aufsichtsratssitzung dürfte sein weniger Modelle in geringerer Vielfalt auf den Markt. Der Kunde kann dann nicht mehr unter 1.000 unterschiedlichen Sitzvarianten wählen, sondern nur noch unter deutlich weniger. Damit lassen sich Kosten reduzieren. Gut, die ersten Autokunden konnten auch zwischen unterschiedlichen Farben wählen, Hauptsache, die Autos waren schwarz.
Zusätzlich Sprengkraft bekommt die Sperrminorität des Landes Niedersachsen bei bestimmten Fragen. Das Land hält 20 Prozent der VW-Stimmrechte und sitzt mit Ministerpräsident Olaf Lies und Vize-Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg im Aufsichtsrat. Niedersachsen sagt klar: keine Zustimmung zu Werksschließungen als „einfacher Lösung“ und keine Schwächung der Mitbestimmung. Immerhin sind im kommenden Jahr Landtagswahlen, da kann sich eine Politik Werksschließungen mit erheblichen Folgeproblemen nicht leisten.
Lies hatte unvorsichtigerweise den Vorschlag aufgebracht, statt Werke zu schließen, könnten in China entwickelte VW-Modelle auch in Deutschland gebaut werden, um Werke auszulasten und um Arbeitsplätze zu sichern. Nichts hat er dazu gesagt, wie er die erhebliche Kostendifferenz zwischen der billigen Produktion in China mit extrem niedrigen Energiekosten und dem Hochlohnland Deutschland mit seinen zerstörerisch hohen Energiepreisen ausgleichen will. Deutschland müsse eben seine Wettbewerbsfähigkeit ausbauen, meinte der diplomierte Elektrotechnik-Ingenieur blauäugig und gab sich zweckoptimistisch: „Zunächst mal muss man sagen, die Zeiten, in denen man mit Elektroautos Geld verdient, die kommen erst noch!“
Die Kapitalseite steht unter Druck, VW profitabler und einfacher steuerbar zu machen. Hauptaktionär ist die Porsche Automobil Holding SE mit 53,3 Prozent der Stimmrechte, dazu kommen Niedersachsen mit 20 Prozent, Qatar Holding mit 17 Prozent und 9,7 Prozent Streubesitz.
Gegen diese Pläne, die als Umgehung der Mitbestimmung gewertet werden, gibt es jedoch bereits massive Proteste der IG Metall und der Politik. Die IG Metall ruft zu einem Aktionstag auf und will in Emden, Wolfsburg, Ingolstadt und an anderen Standorten gegen den geplanten Stellenabbau demonstrieren. Es sind keine Warnstreiks, sondern Informations- und Protestveranstaltungen, weil noch im Hausvertrag der Volkswagen AG sowie in der Metall- und Elektroindustrie die Friedenspflicht herrscht.
Bereits vor ein paar Tagen hatte die IG Metall zu Protesten gegen die Plund noch nie äne von Mercedes-Benz aufgerufen die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden zu erhöhen. Gleichzeitig hatte sie einen heißen Herbst angekündigt. Nicht aber gegen eine aberwitzige Green Deal Politik, die ausdrücklich die Zerschlagung des Industriestandortes Deutschland zur Folge hat – ebensowenig gegen das selbstmörderische Verbrenneraus.
So dürfte der eigentliche Elefant im Raum in der Aufsichtsratssitzung kaum beim Namen genannt werden: Volkswagen wird nicht nur von China, Softwarepannen, Tarifkosten und Managementfehlern bedrängt, sondern vor allem von einer Automobilpolitik, die den Kern der deutschen Autoindustrie zerstört hat.
Jener unselige „Green Deal“, immer schärfere CO₂-Flottengrenzen und das immer noch bestehende Verbrennerverbot ab 2035 haben VW in einen industriellen Blindflug gezwungen. Der jahrzehntelang profitable Verbrenner, mit dem Werke, Zulieferer, Forschung und Beschäftigung finanziert wurden, wird politisch aus dem Markt gedrängt, während die verordnete Ersatzwelt des Elektroautos ökonomisch nicht trägt.
Die Politik hat erst den Ertragsmotor abgewürgt und verlangt nun, VW möge mit teurem Strom, schwacher Ladeinfrastruktur, chinesischer Batteriedominanz, unausgereifter Software und preissensiblen Kunden dieselben Arbeitsplätze sichern wie zuvor.
Die Mitarbeiter von VW sollen nun die Rechnung bezahlen: mit Stellenabbau, Werksschließungen und Renditedruck. Dass dieser Zusammenhang im Aufsichtsrat kaum auftaucht, hat einen einfachen Grund: Zu viele der Beteiligten haben die politische Erzählung von der „Transformation“ jahrelang mitgetragen. Der frühere VW-Chef Herbert Diess war einer der eifrigsten Vorantreiber der sogenannten „Elektromobilität“; ihm konnte der Umbau der Werke nicht schnell genug gehen.
Das Land Niedersachsen, IG Metall, Betriebsrat, Bundesregierung und EU-Politik haben die Zerstörungen nicht verhindert, sondern beklatscht oder mitorganisiert. Deshalb wird morgen lieber über Auslastung, Plattformen, Personalprogramme und Rendite gesprochen. Über die eigentliche Ursache spricht man ungern: Eine Politik, die den Verbrenner als Wertschöpfungsbasis bekämpft, darf sich nicht wundern, wenn am Ende nicht nur Auspuffrohre verschwinden, sondern Werke, Arbeitsplätze und industrielle Substanz.
VW schreibt selbst, das Verfehlen der gesetzlichen Flottenziele sei ein wesentliches Übergangsrisiko. Allein 2025 wurden in Europa 0,5 Milliarden Euro Rückstellungen im Zusammenhang mit der CO₂-Flottenregulierung gebildet. Geld, das nach Brüssel fließt.
VW ist nicht nur Opfer eigener Fehler, sondern auch Versuchskaninchen einer industriepolitischen Utopie, deren Kosten jetzt den Beschäftigten präsentiert werden. Makaber wirken die Trillerpfeifen der IG Metall vor den Toren.







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Ende vom Lied: VW ist pleite, ächzt unter hohen Energiekosten und Klimaauflagen. Eine ganze Reihe von Werken wird geschlossen, 100.000 Jobs abgebaut und die Produktion in großen Teilen nach Osteuropa verlagert.
Fazit: Deutschland ist seinem Klimaziel wieder ein Stück näher gerückt – stattdessen wird nun in Osteuropa produziert. Gewinn für’s Klima: Keiner. Im Gegenteil: Immense Kraft-, Energie- und damit Klimaanstrengungen sind nötig, die Werke im Osten Europas wieder auszubauen. Und durch den Wohlstandsverlust wird es in Deutschland immer weniger Bürger geben, die „klima-optimiertes“ Bauen, Heizen, Mobilität etc… sich überhaupt noch werden leisten können
Ein Staat ohne Volk braucht keinen „Volkswagen“.
Schon der Name ist doch voll „Nazi“.
Die Gründung ist voll „Nazi“.
Ich vermute mal, dass schon deswegen der Konzern umziehen muss.
Wie ich schon mal erwähnt habe, in der „Volksrepublik China“ passt der Name viel besser.
Oder sie nennen das um in Buntauto oder Regenbogen Fahrzeug oder Gender-Trans-Porter.
Und wenn ich schon diese einfallslosen Trillerpfeifen sehe. Linke wären da viel kreativer, die würden sich an der Werkbank festkleben.
Aber da die sowieso nix arbeiten……?
Endlich ist es demnächst so weit. Pünktliche zur Verteilung der Entlassungsgelder wieder aufgetaucht: Die Gewerkschaft. Wie nennt man das in anderen Bereichen? Leichenfledderei? Heuschrecke?
Nein, die Manager haben keine Fehler begangen, die haben das mit Absicht gemacht.
Die hofften wohl auf Milliardensubventionen für ihren Elektrowahn und die bleiben aus.
VW hat im Schnit in einem Jahr mehr Käfer verkauft als sie insgesamt an Elektroautos verkauft haben.
Es ist vor allem doch politisches Versagen. Wenn die Politik Elektroautos per Gesetz quasi vorschreibt, dann sollte man soviel Hirn erwarten können, dass die dafür benötigten Rohstoffe/Vorprodukte (Batterien, Lithium und andere kostspielige Metalle) möglichst günstig bzw. nicht zum Wettbewerbsnachteil von der europäischen Industrie erworben bzw. selbst extrahiert/produziert werden können. Was haben dagegen unsere Hauptwettbewerber für Rahmenbedingungen? Die USA haben ihr Militär und die Nato mit dem/der sie sich den Zugriff auf „ihre“ Rohstoffe sichern; und sie haben die dummen, selbstgefälligen, moralbeladenen Europäer aus dem Elfenbeinturm die sich in dieser Sache von Trump an der Nase herumführen lassen. Grönland ist in… Mehr
Kann es sein, das sich Konzerne leicht in Plangesellschaften verwandeln und ihre CEOs keine Unternehmer sind, sondern Beschäftigte?
Heftige Auseinandersetzungen? Der Drops ist längst gelutscht, es ist lediglich das übliche Kasperletheater wo ein paar überbezahlte Systemlinge so tun als würde sie der kleine Mann der ihre üppigen Gehälter finanziert interessieren.
Die einzig interessante Meldung zu VW, in der jüngsten Zeit, war eigentlich der Verkauf der Schiffsmotorensparte. Ein Konzern der sich auf Vordermann bringen möchte stößt unrentable Sparten ab; ein Konzern der seine rentabelsten Sparten veräußert wird gerade zerschlagen.
Drinnen diskutieren Versager, vor den Toren trillern die Versager. Was soll dabei anderes rauskommen, als Versagen. Man ist der Politik auf allen Feldern in den Allerwertesten gekrochen. Verbrennerverbot: Hurra, wir sind dabei!!! Grüne Fabriken, CO2-freie Produktion: Jaaa, mehr davon. Am besten nur noch mit Sonne und Wind!!! Grün, grün, grün!!! Und was haben die Gewerkschaften getan? Nun, das was sie seit 20 Jahren tun. Also nicht etwa die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, sondern mit den Unternehmern in die Kiste springen. Und was haben die Arbeitnehmer getan? Sind sie etwa aus den Gewerkschaften ausgetreten, weil diese, wie Parteien und NGOs nur… Mehr
Kleine Korrektur: die Gewerkschaften springen nicht mit den Unternehmern in die Kiste, sondern mit der linksgrünen Politik. Die Gewerkschaften sind komplett SPD-verseucht, die Parteien bringen da häufig ihre Mitglieder unter. Das verschafft Einfluss. Man sah es gut, als Vertreter des DGB die TE-Leute angriffen. Das sind keine Vertreter der Angestellten und Arbeiter, das sind Vertreter der völlig losggelösten, linken Politik. Ich empfehle jedem, seine Mitgliedschaft in den Gewerkschaften zu überdenken.
Makaber ist das richtige Wort für die Performance der deutschen Gewerkschaften.
Das wird bestimmt „lustig“ für VW. Die MIt-Verursacher der Probleme des konzerns – Der sozialistische Betriebsrat und die Politik – verweigern sich der Realität, wie immer bei Lnksgrünen. Sie erkennen nicht, dass es ihre Politik, ihre taten sind, die VW aber auch das Land in den Untergang führen. Anstatt die Ursachen anzuerkennen, wird weiter gemauert – wohl bis zum Untergang.
Na denn – das dürfte interessant werden. Popcorn ist angesagt.