Der VW-Konzern steht vor einem Radikalumbau: 50.000 Stellen sollen abgebaut werden, im Werk Osnabrück keine Autos mehr gebaut werden. Stattdessen führt VW Gespräche mit Unternehmen der Verteidigungsbranche. Denkbar sei die Produktion von Fahrzeugen für militärischen Transport – aus Sicht Oliver Blumes ein Beitrag zur Stabilisierung der Demokratie.
picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski/SVEN SIMON
Entscheidende Tage für Volkswagen: Im VW-Konzern sollen 50.000 Stellen wegfallen und im Werk Osnabrück keine Fahrzeuge mehr gebaut werden. Das sagte Volkswagen-Chef Oliver Blume anlässlich der vorgestrigen Aufsichtsratssitzung, der den Konzern auf einen tiefen Umbau bis 2030 vorbereiten will. Denn der Konzern verdient trotz bereits laufender Effizienzprogramme mit seinen Fahrzeugen nach eigener Einschätzung zu wenig Geld, um die Zukunft des Konzerns dauerhaft zu finanzieren. In einer internen Management-Information heißt es, die bisherigen Kostensenkungen reichten im aktuellen Umfeld nicht aus.
Für das VW-Werk Emden hatte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies eine Zukunft versprochen. Bei einer Diskussionsrunde anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Emder Kunsthalle antwortete der SPD-Politiker auf die Frage, ob es eine solche Garantie gebe: „Ja, die gibt es. Es gibt keine Alternative.“ Lies sitzt auch im Aufsichtsrat von Volkswagen. In Emden arbeiten rund 7.700 Menschen; das Werk ist der wichtigste industrielle Arbeitgeber in Ostfriesland.
Der Standort war in den vergangenen Jahren mit Milliardenaufwand auf Elektromobilität umgebaut worden. Inzwischen werden dort ausschließlich E-Autos gebaut, darunter der ID.7. Lies verteidigte diesen Kurs ausdrücklich. Man habe „zur richtigen Zeit auf die richtige Zukunft gesetzt“, sagte er. Die Zukunft werde elektrifiziert sein, Emden sei dabei ein Vorreiter. Zugleich machte Lies deutlich, dass es bei VW nicht nur um Produktionszahlen gehe, sondern auch um die Menschen, die den Konzern groß gemacht hätten.
Der Hintergrund ist explosiv: VW-Konzernchef Oliver Blume hatte angesichts schwacher Märkte und wachsender Überkapazitäten angekündigt, weltweit Produktionskapazitäten abzubauen. Die Volumenplanungen der Vergangenheit seien unrealistisch geworden. Ob Werke geschlossen werden müssen, ist nach Blumes Worten noch nicht entschieden. Allein bei Volkswagen, Audi und Porsche sollen in Deutschland rund 50.000 Stellen wegfallen, um Kosten zu senken.
Niedersachsen hält 20 Prozent an VW und will Standortfragen nicht allein dem Management überlassen. Zusätzlich sprach sich der Ministerpräsident dafür aus, Emden als möglichen neuen Marinehafen der Bundeswehr zu prüfen. Sollte ein weiterer Hafen an der Nordseeküste gebraucht werden, könne es nach seiner Ansicht „nur Emden“ werden.
Er spricht in einem BILD-Interview von einem dauerhaften Transformationsprozess: Elektromobilität, Digitalisierung, Vernetzung, künstliche Intelligenz – und vor allem niedrigere Kosten sollen VW wieder wettbewerbsfähig machen. Der Druck aus China wachse, die Kostenposition deutscher Werke sei zu hoch.
Besonders hart trifft der Umbau die Beschäftigten. Bis 2030 sollen im Konzern rund 50.000 Stellen wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien zwar ausgeschlossen, doch der Abbau über Altersteilzeit und Abfindungen verändert den Konzern massiv. Blume verweist auf Überkapazitäten: VW sei einst auf die Produktion von mehr als zwölf Millionen Fahrzeuge ausgelegt gewesen. Realistisch seien künftig aber nur noch rund neun Millionen Verkäufe pro Jahr drin. Deshalb müsse eine weitere Million Produktionskapazität verschwinden.
Im Werk Osnabrück sollen ab 2027 keine Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns mehr gebaut werden. Stattdessen führt VW Gespräche mit Unternehmen der Verteidigungsbranche. Waffen wolle Volkswagen nicht produzieren, betont Blume. Denkbar seien aber Fahrzeuge für militärischen Transport oder Beiträge zu Verteidigungssystemen. Das sei aus seiner Sicht auch ein Beitrag zur Stabilisierung der Demokratie. Also wieder „Kübelwagen“ von VW?
Parallel will VW sein Modellangebot verschlanken, weniger Varianten und Extras anbieten und Entwicklung sowie Produktion vereinfachen. Ziel: Die Kosten sollen in den kommenden Jahren um rund 30 Prozent sinken.
Blume setzt zudem auf günstigere Preise für die Autos und weiter auf neue Elektroautos. Zugleich betont er wieder: Ohne wettbewerbsfähige Strom- und Industriekosten werde der Autostandort Deutschland weiter unter Druck geraten. Von Kritik oder gar Widerstand gegen die für die deutsche Autoindustrie desaströse Industriepolitik von CDU/CSU und SPD war nichts zu hören. Nach wie vor schwebt das von den Grünen befeuerte EU-Aus für Verbrennermotoren über dem wichtigsten Industriezweig.

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Das haben sie schon einmal getan. Gleich am Anfang. 1940.
Schaut man sich Toyota an, Hybrid-Fahrzeuge werden verkauft und hier redet man über Kübelwagen? Schmeißt endlich die Grünen und Autohasser aus dem Konzern, dann verkauft den Kunden was sie wollen.
Klar, wenn die Batterie im E-Auto nicht lange durchhält, braucht man alle paar Jahre einen neuen Wagen! Einen Gebrauchtwagenmarkt wird es dann auch nicht geben!
Nur Psychopathen wollen eine neue Kriegswirtschaft in Deutschland aufbauen.
Das solche irren Taten in Deutschland passieren zeigt, das Idioten einen neuen Krieg gegen die russische Föderation vorbereiten.
Aber die Idioten werden grandios gegen Russland verlieren. So wie damals.
Einen Geländewagen wie den UAZ „Bobik“ (469 bzw. 3151) wird Volkswagen nie bauen können. 🙂 Schon deshalb wird es schief gehen.
https://en.wikipedia.org/wiki/UAZ-469
Werden die Kübelwagen Elektrokübelwagen sein, oder braucht es dabei wieder Verbrenner? Und wenn Verbrenner, Diesel oder Benziner?
Holzvergaser…
Elektrokübelwagen mit großer Kabeltrommel und Schleudersitz.
Schon Baron Münchhausen flog auf einer Kanonenkugel aber Deutschland setzt in Zeiten der Roboter und Drohnen auf „Bewährtes“.
Das wäre dann ja zurück zu den Ursprüngen und zur 100 Jahre langen Praxis:
Das Volkswagenwerk produziert von der Entstehung in den 30er Jahren bis zum Kriegsende ca. 50% Kübelwagen, 48% militärische Amphibienfahrzeuge („Schwimmwagen“) und nur 2% Käfer.
Und direkt nach der Wiederbewaffnung baute DKW/Audi von den 50er Jahren an den „Munga“ Kübelwagen und danach VW den „Typ 181“ Kübelwagen auf Käfer/VW Bus-Basis sowie danach den „VW Iltis“ Kübelwagen auf Golf-Basis und den Klein-Panzer „Wiesel“.
Hinzu kommen auch noch die seit 1914 von Porsche konstruierten Militärfahrzeuge (Zugmaschinen, Panzer, Kübelwagen etc.).
Lieber AKW-Strom, funktionierende Wirtschaft, Verbrenner, Wohlstand und nen breiten CO2-Fußabdruck (was vielleicht Teenies stören dürfte) als …
Stromknappheit, abwandernde Wirtschaft, abwandernde Fachkräfte, zunehmende Pleiten bei KMU’s, sehr teure E-Autos mit grassierendem Wertverlust, ungeklärter Stromversorgung, Abstiegsängsten beträchtlicher Teile der Gesellschaft aber die Illusion unser Land werde durch diesen Kurs den Planeten retten.
Wohl kaum, wenn die schlingernde Wirtschaft sogar schon dazu bereit ist Militärkomponenten zubauen. Dann schon lieber Co2.
Oh, je.
Hoffentlich reicht es noch für die Manager – Boni.
Da gibt es ja noch die Portokassen und ein paar Luftbuchungen, die Prämie muss kommen, steht ja auch so im GG;-)
Ich empfehle Herrn Lies, sich aus erster Hand darüber zu informieren, was Krieg bedeutet: Wolfgang Borchert „Dann gibt es nur eins!“.
„Also wieder „Kübelwagen“ von VW?“ – Natürlich; aber CO²- frei, mit Spurhalteassistent und eCall für wenn der Russe kommt.