Im Spiel Gegner, im Gebet vereint: Zwei deutsche Nationalspieler beteten nach dem Sieg gegen Curaçao gemeinsam mit Spielern der gegnerischen Mannschaft – mitten auf dem Spielfeld. Nmecha fällt nicht zum ersten Mal durch das offene Bekenntnis zu seinem Glauben auf.
picture alliance / Pressefoto Ulmer | Markus Ulmer
„Im Spiel sind wir Gegner, aber nach dem Spiel sind wir alle Christen“, erklärte Nationalspieler Felix Nmecha vor laufender Kamera nach der Partie gegen Curaçao, die Deutschland souverän mit 7:1 gewann.
Gemeinsam mit Johanthan Tah hatten sich er und einige Spieler der gegnerischen Mannschaft nach dem Abpfiff auf dem Spielfeld zusammengefunden und gemeinsam gebetet. Auch während des Spiels hatte Nmecha seinen Glauben öffentlich demonstriert: Nachdem er in der 6. Minute ein Tor erzielt hatte, kniete er am Spielfeldrand nieder und setzte eine imaginäre Krone ab. Eine Geste, die andeutet, den Erfolg, den er Gott verdankt, diesem wiederum „darzubringen“.
— Julian Adrat (@JulianAdrat) June 14, 2026
Während es für Spieler katholischer Nationen nicht unüblich ist, sich öffentlich zu bekreuzigen und auf diese Weise auf dem Spielfeld Bitte und Dank zu äußern, ist eine derart demonstrative Zurschaustellung des eigenen Glaubens in Deutschland eher unüblich. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass Nmecha seine Überzeugungen offensiv vertritt.
Nmecha in der Kritik
Vor seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zu Borussia Dortmund geriet der Spieler verstärkt in die Kritik. Medien berichteten, dass sich Dortmunder Fans gegen ihn aussprachen. Anlass waren Äußerungen des Spielers auf Social Media. So hatte er auf Instagram einen Beitrag des konservativen US-Kommentators Matt Walsh geteilt, der darin die Transideologie kritisiert. Nmecha äußerte Zustimmung zu Walshs Perspektive, was ihm den Vorwurf einbrachte, „transphob“ zu sein.
Hinzu kam der Vorwurf der Homophobie und „Queerfeindlichkeit“, nachdem Nmecha ein Pride-kritisches Bild eines christlichen Instagram-Accounts geteilt hatte, auf dem „Pride“ mit dem Teufel in Verbindung gebracht wird. Dies ist in christlichen Kreisen keine unübliche Verknüpfung: „Stolz“ gilt im Christentum als eine der schwersten Sünden; gemäß christlicher Legenden führt sie dazu, dass sich der Engel Luzifer von Gott abwendet und zu dessen Widersacher (hebräisch: Satan) wird.
Allerdings ist eine Ablehnung des Pride nicht mit der Ablehnung homosexueller Menschen gleichzusetzen – auch viele Homosexuelle lehnen das zunehmend exzentrische Gepränge der Pride-Paraden und ideologische Engführungen ab. Dementsprechend bekräftigte Nmecha mehrfach, dass er niemanden diskriminiere und alle Menschen liebe.
Medien und Christentum: Zwischen Faszination und Skandalisierung
Dass Nmecha im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zum gemeinsamen Gebet befragt wird, ist bemerkenswert: Im Mai 2025 hatte die Tagesschau noch Aufsehen erregt, als sie davor warnte, dass christliche Fußballer öffentlich ihren Glauben bezeugten, um dadurch Mission zu betreiben. Insbesondere problematisierte sie, einige der Gruppen, mit denen die Fußballer „kooperieren“, würden ein „ultrakonservatives Weltbild“ vertreten.
In Anbetracht der Politisierung des Sports, der immer wieder genutzt wird, um ideologische oder politische Solidarität zu formulieren, stellt der Trend zur Darstellung religiöser Einstellungen einerseits eine Gegenbewegung dar: Hier wird die persönliche Überzeugung der Spieler an die Öffentlichkeit getragen, im Gegensatz zur kollektiven „Haltung“, die in Regenbogenbinden oder im Niederknien gegen Rassismus deutlich gemacht wird.
In den sozialen Medien wird Nmechas Aussage unterschiedlich aufgenommen: Das Bekenntnis zur christlichen Identität ruft einerseits Lob und Anerkennung hervor. Andere empfinden das Verhalten des Spielers als plakativ, aufgesetzt und aufdringlich. Wieder andere Nutzer äußern Unverständnis darüber, dass hier Sport mit Religion vermischt wird: Nmecha gibt als Grund für das gemeinsame Gebet an, dass die christlichen Spieler unabhängig von Sieg oder Niederlage glauben, dass durch das Spiel „Jesus verherrlicht“ werde.
In jedem Fall markieren Nmechas selbstverständliche Bezugnahme auf den Glauben, die Wahrnehmung seiner Haltung durch die Medien und die Diskussion darüber, dass Religion wieder zunehmend einen Platz in der öffentlichen Debatte beansprucht – sicherlich auch im Rahmen der verstärkten Präsenz des Islam, die zur Auseinandersetzung mit den Inhalten und der Rolle von Religionen und Glaubensüberzeugungen einlädt.



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Derann kann sich ja gerne an anderer Stelle zu seinem Glauben äußern. Aber diese ostentative Zurschaustellung auf dem Spielfeld ist überzogen und deplatziert. Demnächst rollen dann die Musela ihren Gebietsteppich im Elferraum auf und brüllen „Allahu akbar“. Er hat es wohl nur seiner Hautfarbe zu verdanken, daß er konsequenzenlos zum Christentum bekennt. Im Zweifelsfall könnte er jederzeit die Rassismuskarte zücken.
Im Sport, insbesondere WM, Europameisterschaft, und so weiter, haben Religion und Politik nichts aber auch gar nichts zu suchen.
Das Gegenteil ist natürlich Realität ❗
So eine menschliche Geste ist mir viel sympathischer, als mit irgendwelchen One-Love-Binden aufzutreten oder sich den Mund zuzuhalten. So sollte Sport eigentlich auch sein. Gerne mehr davon.
Oje! Jetzt fühlen sich gewisse Religionszügehörige mit Sicherheit wieder ausgegrenzt und diskriminiert. Andere Christen, Hindus, Buddhisten, Juden sind es nicht.
4 Biodeutsche auf dem Feld, der Rest Migranten. Das spiegelt Deutschland gut wider. DAs solten wir ändern.
Zur Wahl in Sachsen-Anhalt wäre eine gute Gelegenheit, den Altparteien die rote Karte zu zeigen.
Ich erwarte von unseren Brüdern und Schwestern in SA 60 % für die AfD. Das wäre ein klares Signal an die Täter.
Elon Musk soll hinmachen, dann sehen wir zur WM 2034 Maschinen den Job verrichten. Die müssen dann nur von Zeit zu Zeit in die Werkstatt und sind eigentlich alle gleich.
Dann muss sich auch kein Clubmanager mehr Sorgen über irrwitzige Transfer- und Ablösesummen machen.
Wie die jungen Leute zu sagen pflegen: Absolut Basiert.
Ambivalent.
Einerseits sehe ich‘s als eine tolle Handlung, als ein starkes Symbol, weil es eben auch, bzw. gerade die „Gegner“ einschließt und keine Machtdemonstration, von z. Bsp. „Einer Religion des Friedens [sic]“, ist.
Andererseits … !
Andererseits hat das im Sport nix verloren. Wenn ich Fußball sehen will, will ich Fußball sehen. Nichts Anderes.
mir allemal sympatischer und auch näher als der irgendwie deutsch gewordene Tauhwid-Fingerschwinger im deutschen Trikot…..
wird Zeit,das sich die christliche Seite verstärkt meldet
Diese „Nationalmannschaft“ verkörpert ebensowenig Deutschland wie dieser Typ hier:
„Neue Satellitenbilder deuten einem Medienbericht zufolge auf eine verstärkte russische Aufrüstung entlang der Nato-Grenzen hin. Der Chef der Luftwaffe, Holger Neumann, sagt in einem Interview, Deutschland sei bereit, gegen Russland „heute Nacht zu kämpfen“.“
Quelle:
https://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-bereit-heute-nacht-gegen-russland-zu-kaempfen_7095671b-17c9-4be4-b51f-e8dc616c6072.html