Im September 2025 stach ein Schüler in Essen brutal auf seine Lehrerin ein. Jetzt steht er wegen dreifachen versuchten Mordes vor Gericht. Die Anklage sieht einen Islamisten, der in Deutschland Dschihad führen wollte.
picture alliance/dpa | Federico Gambarini
Am 5. September 2025 wurde aus einem Essener Berufskolleg ein Tatort. Ein damals 17-jähriger Schüler hatte brutal auf seine 45 Jahre alte Lehrerin eingestochen. Die Frau überlebte schwer verletzt, zeitweise schwebte sie in akuter Lebensgefahr. Mehrere hundert Schüler und Lehrer mussten viereinhalb Stunden im abgeriegelten Gebäude ausharren, während draußen Eltern warteten und die Polizei das Gelände sicherte.
Ein paar Stunden nach dem Angriff auf die Lehrerin lief der Verdächtige in einem Park nahe dem Essener Hauptbahnhof mit vorgehaltenem Messer auf Polizisten zu. Die Bundesanwaltschaft wertet das als Versuch, den eigenen Märtyrertod zu provozieren. Ein Polizeischuss stoppte ihn. Er wurde im Gesicht verletzt, musste operiert und auf einer Intensivstation behandelt werden.
Nun beginnt der Prozess gegen den inzwischen 18-Jährigen im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm dreifachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung vor. Weil der Angeklagte zur Tatzeit noch Jugendlicher war, dürfte die Öffentlichkeit nach Prozessbeginn weitgehend ausgeschlossen werden. Angesetzt sind bislang 13 Verhandlungstage bis Anfang September.
Entscheidend ist die neue Einordnung der Tat. Die Bundesanwaltschaft sieht eine islamistische Motivation gegeben. Der Jugendliche sei nach ihrer Darstellung als überzeugter Islamist gegen vermeintliche Ungläubige in den Dschihad gezogen. In der Mitteilung der Karlsruher Behörde heißt es, der Beschuldigte habe aus einer radikal-islamistischen Überzeugung heraus gehandelt, die sich gegen die freiheitliche Gesellschaftsform in Deutschland richte. Datenträgerauswertungen sollen Hinweise auf diese Motivation ergeben haben; der Jugendliche soll entsprechende Videos angefertigt haben.
Damit fällt das übliche Beruhigungsvokabular in sich zusammen. Aus einem „Schüler“, einem „Messerangriff“, einem „Vorfall“ wird ein weiteres Mal ein Verfahren wegen mutmaßlich islamistisch motivierter Gewalt. Aus der Messerattacke auf eine Lehrerin wird nach der Anklage eine Tatserie mit Judenhass, Dschihad-Vorstellung und dem Wunsch nach Märtyrertod.
Zunächst deutete offenbar nichts auf einen islamistischen Angriff hin. Erst die weiteren Ermittlungen, die Datenträger und die Übernahme durch die Bundesanwaltschaft verschoben das Bild. Genau deshalb ist die frühe Entwarnung so gefährlich. Sie nimmt Druck aus der Aufklärung, bevor die entscheidenden Spuren ausgewertet sind. Sie beruhigt ein Publikum, das längst gelernt hat, dass hinter vielen „Einzelfällen“ nach ein paar Tagen ganz andere Details stehen.
Der Prozess in Düsseldorf wird juristisch über Schuld, Schuldfähigkeit, Tatabläufe und Strafmaß entscheiden. Politisch ist der Befund bereits schwer genug: Deutschland hat ein ausgewachsenes Islamismusproblem, das sich nicht mehr mit Floskeln über „Zusammenhalt“ erledigt.


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Also bekommt er seine 72 Jährigen Jungfrauen nicht!
Wenn’s gut läuft: Bewährung.
Wenn’s schlecht läuft: Luxus Psychiatrie❗