„Sind wir wieder in den 1930er Jahren?“, kritisiert Talya Lador-Fresher, Generalkonsulin Israels in Deutschland, die Haltung des Hotelpersonals in Lam in Bayern. Einem israelischen Gast wurde mitgeteilt, dass seine Buchung im Hotel „Zum Hirschen“ nicht erwünscht sei.
Screenprints via X – TE-Collage
Die Mail aus Lam in Bayern wird aktuell auf Social-Media-Kanälen wie X bereits emotional diskutiert. So schrieb eine Hotel-Mitarbeiterin auf eine Anfrage eines jüdischen Gastes: „Sorry, there are no Jews allowed in our hotels.“ Der betroffene Gast legte sofort Beschwerde ein und Booking.com entfernte das Hotel umgehend von seiner Plattform.
Das Hotel „Zum Hirschen“ liegt direkt an der Bahnhofstraße 2 in Lam, einem Luftkurort im Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze. Der traditionsreiche Familienbetrieb wirbt mit „gemütlicher Atmosphäre, guter Küche“ und ist Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge zum Großen Arber oder dem Baumwipfelpfad. Auf Bewertungsportalen hatte es bislang gute Noten.
Antisemitismus mit Überlastung erklärt?
Was nun in die Mitarbeiterin des Hotels gefahren ist, will die Hotelführung so erklären: Das Hotel kämpfe seit Monaten mit Betrugsversuchen, Nutzerdaten seien gestohlen worden und No-Show-Gäste aus Nicht-EU-Ländern hätten reserviert. Bei einer Buchungsanfrage eines Israelis namens Michael W. mit angeblich „ungewöhnlichen Daten“ hätte dann eine Mitarbeiterin die Mail-Nachricht „Sorry, there are no Jews allowed in our hotels“ verschickt. Warum aber konkret mit Antisemitismus auf eine Überlastung reagiert wird, wurde bisher nicht erklärt.
Die Hotelbetreiber distanzierten sich bereits umgehend von dieser Mail-Formulierung: Sie entschuldigten sich persönlich bei dem betroffenen Gast, boten ihm einen kostenlosen einwöchigen Aufenthalt an und erklärten den Vorfall gegenüber den Behörden als Folge von Erschöpfung und Frustration durch die Betrugswelle. Dennoch laufen nun Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Landratsamtes wegen möglicher Diskriminierung.
Der Fall hat auch außenpolitische Folgen – so schreibt Talya Lador-Fresher, die Generalkonsulin Israels für Deutschland, auf X: „Sind wir wieder in den 1930er Jahren? Ein Hotel hat einem Israeli folgendes geantwortet: ‚Sorry, there are no Jews allowed in our hotel‘. Ich bin froh darüber, dass Booking.com dieses Hotel von seiner Homepage verbannt hat.“

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Solche Meldungen werden sich wahrscheinlich in den nächsten Tagen häufen, um die These von Bärbel Bas zum Einheitsbraun der Deutschen zu untermauern.
Seit dem jüdischen „Künstler“ Orfrym oder so, der angeblich in Leipzig von einem Hotelangestellten übelst antisemitisch beleidigt worden sei und das sich später als 100% Fake herausstellte, bin ich etwas vorsichtig, wenn ich solche Meldungen lese.
Da würde mich jetzt der kulturelle Hintergrund der Mitarbeiterin interessieren.
Würdest du einen Gil Ofarim an der Rezeption haben wollen der Lügen über dich erfindet und wo der Täter dann als „Wiedergutmachung“ einen jüdischen Verein Geld spenden musste statt einem deutschen Verein?