Deutschland rückt bei der Entwicklungshilfe weltweit auf Platz eins vor. Gleichzeitig verfällt im Inland die Infrastruktur, wächst der Druck auf Steuerzahler, Familien und Beitragszahler, während zeitgleich immer neue deutsche Steuermilliarden in oft sinnlosen (wie Radwege in Peru), nicht nachprüfbaren Projekten im Ausland versickern.
picture alliance / BMZ/photothek.de | Neele Janssen
Deutschland ist 2025 erstmals der größte Geber von Entwicklungshilfe unter den OECD-Staaten. Genau daraus wird nun wieder der übliche moralische Feiertag gemacht: seht her, Deutschland trägt Verantwortung, Deutschland geht voran, Deutschland zeigt Haltung. In Wahrheit zeigt diese Zahl vor allem eines: wie tief der politische Realitätsverlust in Berlin inzwischen reicht. Denn diese Spitzenposition trägt das Etikett eines allgemeinen Absturzes. Die OECD meldet für 2025 einen Einbruch der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit um 23,1 Prozent auf 174,3 Milliarden Dollar. Deutschland liegt mit 29,1 Milliarden Dollar damit knapp vor den USA.
Deutschland ist nicht deshalb an der Spitze, weil Berlin plötzlich klüger, wirksamer oder erfolgreicher geworden wäre. Deutschland steht nur deshalb vorn, weil der Rest noch schneller weggebrochen ist. Die USA haben ihre ODA 2025 laut OECD um 56,9 Prozent gekürzt und damit allein drei Viertel des gesamten Rückgangs verursacht. Sehr viele Projekte wurden auf den Prüfstand gestellt, haben nicht bestanden – die Reaktion war ein rigoroses Beschneiden aller Ausgaben. Auch Deutschland selbst hat zwar reduziert, aber gemessen an dem, was vor der eigenen Haustüre passiert, ist das noch sehr, sehr lange nicht genug. Das BMZ spricht von nur noch rund 26 Milliarden Euro und einer ODA-Quote von 0,56 Prozent. Ohne die im Inland angerechneten Flüchtlingskosten läge die Quote sogar nur bei 0,46 Prozent.
In Deutschland wird den Bürgern seit Jahren erzählt, es sei leider alles zu teuer, leider alles zu knapp, leider alles nicht mehr finanzierbar. Die Kassen der Sozialversicherungen ächzen, neue Belastungen stehen ständig im Raum, und selbst an die beitragsfreie Familienversicherung wird inzwischen offen Hand angelegt. Im Bundestag wurde Ende März genau darüber debattiert, nachdem Berichte kursierten, wonach die Mitversicherung für Ehepartner gestrichen und durch einen Pflichtbeitrag ersetzt werden könnte. Noch ist das nicht beschlossen, aber da niemand in Berlin bei sich selbst und dem verfetteten Staat sparen will, geht der Griff in die Taschen der Steuerzahler immer weiter. Schon die Debatte zeigt die Richtung: Im Inland wird bis tief in die Familienkasse hinein nach Geld gesucht, während nach außen weiter der große Verteilerstaat gespielt wird.
Genau deshalb ist diese Entwicklungshilfe-Inszenierung inzwischen so obszön. Der Bürger soll Verständnis haben, wenn bei ihm gespart wird, er sich schon in der Mitte des Monats jeden Euro dreimal umdreht. Er soll höhere Lasten, schlechtere Leistungen und dauernd neue Zumutungen als Sachzwang schlucken. Er soll hinnehmen, dass der Staat im Innern immer schlechter funktioniert. Aber für die globale Selbstveredelung ist anscheinend weiter Geld da. Für Programme, Konferenzen, Fördertöpfe und Auslandsvorhaben, die in Berlin mit moralischer Überlegenheit etikettiert werden, während daheim die Substanz angegriffen wird. Das ist keine Großzügigkeit. Das ist politische Verantwortungslosigkeit. Die harten Zahlen zum Rückgang der deutschen Entwicklungshilfe zeigen ja gerade nicht einmal Überfluss, sondern dass Berlin trotz eigener Kassenenge an diesem feudalen Reflex festhält.
Der Fall Peru ist dafür zum Symbol geworden, weil er die ganze Abgehobenheit dieser Politik in einem Bild verdichtet. Das BMZ schreibt selbst, Deutschland bezuschusse Radwege in Lima mit 20 Millionen Euro. Außerdem seien 2022 weitere 24 Millionen Euro für den Ausbau von Radwegen in weiteren Städten Perus zugesagt worden. Man kann das mit integrierten Verkehrssystemen, Zubringern und nachhaltiger Mobilität schmücken, so viel man will. Der Kern bleibt derselbe: In einem Land, dessen Bürger immer stärker gemolken werden, fließt deutsches Geld in Projekte im Ausland, die hierzulande längst als Hohn wahrgenommen werden. Nicht weil Radwege an sich verwerflich wären, sondern weil diese Prioritäten den nackten Wirklichkeitssinn verloren haben.
Währenddessen zerfällt im Inland immer sichtbarer die Substanz. Straßen werden zur Dauerbaustelle, Brücken müssen gesperrt oder abgerissen werden, weil sie den Verkehr nicht mehr tragen. Die Bahn kämpft mit Verspätungen, Ausfällen und maroden Strecken. In Schulen fehlt es an Lehrern, Gebäuden und funktionierender Ausstattung. Kommunen verschieben Investitionen, weil das Geld nicht reicht, während gleichzeitig Pflichtaufgaben steigen. Krankenhäuser arbeiten am Limit, Pflegeeinrichtungen suchen verzweifelt Personal. Digitale Infrastruktur bleibt Stückwerk, Behörden sind überlastet und ineffizient. Es ist ein schleichender Verfall, der längst kein Randphänomen mehr ist, sondern den Alltag prägt, und genau in diesem Zustand leistet sich der Staat den Anspruch, weltweit als großzügiger Geldgeber aufzutreten.
Und damit landet man bei der Grundfrage, die in Deutschland viel zu lange als unsagbar behandelt wurde: Warum soll ein Staat, der seine eigenen Bürger immer tiefer belastet und seine Kernaufgaben immer schlechter erfüllt, weltweit den moralischen Großversorger geben? Warum sollen Familien, Arbeitnehmer und Unternehmen jeden zusätzlichen Griff in die Tasche klaglos hinnehmen, damit Ministerien im Ausland Milliarden verteilen können, deren Nutzen hier kaum jemand bzw. niemand prüft und deren politische Symbolik den Verantwortlichen oft wichtiger ist als jede messbare Wirkung? Diese Frage ist nicht herzlos. Sie ist die einzig vernünftige Frage.
Die Verteidiger dieses Systems tun so, als sei jede Kritik an Entwicklungshilfe schon ein Charakterfehler. Genau das hat diese Politik so unangreifbar und so verwahrlost gemacht. Denn natürlich kann man Menschen in Not helfen. Die Frage ist nur, mit welchem Geld, in welchem Umfang, mit welcher Kontrolle und vor allem in welcher Reihenfolge politischer Pflichten. Ein Staat hat zuerst seinen Bürgern gegenüber eine Verantwortung und Verpflichtung. Wenn im eigenen Land die Belastungsgrenze ständig weiter nach unten gedrückt wird, wenn sogar die Familienversicherung zum Steinbruch der Sparpolitik wird und wenn gleichzeitig weiter weltpolitische Ausgaben als moralische Pflicht gefeiert werden, dann ist die Ordnung der Prioritäten zerstört.
Der wahre Befund lautet deshalb nicht: Deutschland hilft. Der wahre Befund lautet: Deutschland verteilt weiter Geld, das im eigenen Land immer härter eingetrieben wird, und verkauft diesen Widersinn auch noch als Tugend. Größter Geber im Jahr eines historischen Einbruchs ist kein Ehrenzeichen. Es ist die Urkunde für einen Staat, der den Blick für das Eigene verloren hat, während er nach außen noch immer den Wohltäter spielt. Erst verfallen Infrastruktur, Sozialsysteme und fiskalische Ehrlichkeit im Inland, dann werden Milliarden ins Ausland geschoben, und am Ende sollen die Bürger auf diesen moralischen Leichtsinn auch noch stolz sein. Genau das ist der deutsche Entwicklungshilfe-Irrsinn.

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Es ist nichts anderes als ein Teil der Plünderung Deutschlands durch seine Eliten
Erste Strophe ! Make Germany Great again !
Sehr gerne werden ja irgendwelche islamischen Länder mit unserem Geld gepampert, was mich bei dieser Ministerin nicht wundert.
Das wird richtig heiß, wenn bei so gut wie leeren Kassen doppelt und dreifach, vielleicht noch mehr, für „Energie“ aufgebracht wird werden müssen.
Gut nur, dass uns das dann noch schneller in die Staatspleite treiben wird – und das alles hier einem Ende zugeht – wenn auch mit Schrecken.
Es geht nicht nur um die Subvention von Fahrradwegen in Peru, sondern auch um viele Subventionen innerhalb Deutschlands, die genauso wenig zu rechtfertigen sind. Der Durchschnittsbürger muss E-Autos und Solardächer für die gehobene Mittelschicht finanzieren, während zu wenig Geld für Kindergärten und Schulen da ist.
Mehr Geld für Kindergärten und Schulen würde aber gar nicht nutzen, denn es gibt nicht genügend Pädagogen und Erzieher für die Masse der uns nun zudem Zugemuteten.
Und alte Menschen stehen eh dumm da, wenn man sieht, mit wem die es zunehmend zu tun bekommen:
„Migrant men are raping elderly women in care homes This is the reality France is starting to realise Everywhere the invaders go, misery follows Absolutely horrific“
https://x.com/WallStreetMav/status/2042958194536767491
Es gibt natürlich auch noch andere Bereiche für die das Geld der vielen inländischen dauerhaften Subventionen genutzt werden könnten … auch für Pädagogen und Erzieher. Die Hauptursache für den Anstieg der Kinder in Kindergärten ist der weitergehende Trend, dass Mütter nach der Geburt schnell wieder arbeiten gehen und nicht mehr zu Hause sich selbst um Ihre Kinder kümmern wollen. Das obwohl es viele wissentschaftliche Studien gibt, welche positiven Auswirkungen es hat, wenn Kinder bis zum 3 Lebensjahr von ihren Müttern persönlich aufgezogen werden. Auch die vielen Kinder der Migranten führen natürlich zu einer Erhöhung des Personalbedarfs. Da muss ich allerdings… Mehr
Wer jetzt weiterhin zu formulieren wagt: „ Wir müssen sparen!“, macht sich nur noch lächerlich.
Eine Regierung, die sich in so vielen Bereichen als Negativbeispiel inszeniert, wird es schwer haben, fürderhin noch ernst genommen zu werden.
„Warum soll ein Staat, der seine eigenen Bürger immer tiefer belastet und seine Kernaufgaben immer schlechter erfüllt, weltweit den moralischen Großversorger geben?“ 1. Wegen des hierzulande vor allem bei Links-Grün ausgeprägten Schuldgefühls und dem Eindruck, sein Image verbessern zu müssen (wegen Nationalismus, Kolonialismus, angeblichem Rechtsruck der Gesellschaft …), 2. wegen des Bedürfnisses, geliebt zu werden. Wer Geld verteilt, mehr als andere, hat bei den Empfängerländern einen Stein im Brett (wie der Staat im Inland bei den Demokratie-leben!-Geldempfängern) und international eine gewisse Macht (Rolle in der EU, den UN). Was alles international vom BMZ gefördert wird oder wurde, kann man ja dankenswerter Weise… Mehr
Versprochen ist versprochen! Die BRD hat 1970 der UNO versprochen 0,7% seines BIP der ODA zur Verfügung zu stellen. Die Official Development Assistance (ODA) setzt sich aus öffentlichen Finanzmitteln zusammen, die der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Entwicklungsländern dienen. In den Jahren von 2010 sind diese Mittel von 10 – 12 Milliarden auf 35 Milliarden in 2023 gestiegen wobei betont wird,, daß sie in 2024 auf 30 Milliarden gesunken ist. Es sind also nicht die immer genannten 13 – 14 Milliarden, daß das Entwicklungsministerium verteilt. Wie setzen sich diese 30 – 35 zusammen? Bilaterale Leistungen: Finanzielle und technische… Mehr
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So kommen die Guten doch noch zur ersten Strophe der Nationalhymne und interpretieren wieder falsch.