Zum Jahresende 2025 steigt die Staatsverschuldung in Deutschland auf ein neues Rekordniveau von über 2,6 Billionen Euro. Die „Sondervermögen“ genannten Nebenhaushalte des Bundes sowie der zunehmende finanzielle Druck auf bereits überlastete Kommunen treiben die Verschuldung weiter nach oben.
picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel
Deutschlands Staatsverschuldung ist zum Jahresende 2025 erneut deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts belief sich der Schuldenstand des öffentlichen Gesamthaushalts gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich auf 2.661,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 1,9 Prozent beziehungsweise 50,8 Milliarden Euro gegenüber dem dritten Quartal 2025. Im Vergleich zum Jahresende 2024 beträgt das Plus sogar 6,0 Prozent oder 151 Milliarden Euro.
Damit setzt sich der Trend steigender Staatsverschuldung fort – getragen vor allem vom Bund, aber zunehmend auch von Ländern und Kommunen.
Bund bleibt größter Treiber
Den größten Anteil am Schuldenanstieg hat weiterhin der Bund. Seine Verbindlichkeiten kletterten im vierten Quartal 2025 um 32,2 Milliarden Euro auf 1.840,6 Milliarden Euro. Besonders ins Gewicht fallen dabei die sogenannten Sondervermögen.
So legte das „Sondervermögen Bundeswehr“ binnen eines Quartals um 29,4 Prozent auf 43 Milliarden Euro zu. Zudem wurde 2025 mit dem „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK) ein schuldenfinanzierter Topf geschaffen, der bis Jahresende bereits 24,3 Milliarden Euro aufgenommen hat.
Diese Entwicklung zeigt, dass der Bund verstärkt auf Nebenhaushalte setzt, um große Investitions- und Ausgabenprogramme zu finanzieren.
Unterschiedliche Entwicklung in den Ländern
Auch die Bundesländer verzeichneten insgesamt steigende Schulden. Sie summierten sich auf 624,6 Milliarden Euro, ein Plus von 1,4 Prozent im Quartalsvergleich. Auffällig sind jedoch die regionalen Unterschiede:
- Hamburg verzeichnete mit + 7,8 Prozent den stärksten Anstieg – vor allem aufgrund einer Umstrukturierung, bei der Schulden aus ausgelagerten Einheiten in den Kernhaushalt überführt wurden.
- Bremen (+ 3,9 Prozent) und Bayern (+ 3,2 Prozent) folgen dahinter.
- Rückgänge gab es lediglich in Mecklenburg-Vorpommern (- 3,9 Prozent), Thüringen und Sachsen-Anhalt (jeweils – 0,1 Prozent).
Die Zahlen verdeutlichen, dass strukturelle Effekte und finanzpolitische Entscheidungen der Länder eine große Rolle bei der Schuldenentwicklung spielen.
Kommunen besonders unter Druck
Am dynamischsten entwickelte sich die Verschuldung auf kommunaler Ebene. Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände steigerten ihre Schulden um 5,3 Prozent auf 196,3 Milliarden Euro – der höchste prozentuale Zuwachs aller staatlichen Ebenen. Besonders stark betroffen sind:
- Niedersachsen (+ 9,3 Prozent)
- Baden-Württemberg (+ 9,2 Prozent)
- Sachsen (+ 8,8 Prozent)
Hintergrund ist laut Statistik vor allem, dass viele Kommunen ihre Rücklagen weitgehend aufgebraucht haben und zur Erfüllung ihrer Aufgaben neue Kredite aufnehmen mussten.
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich nur vereinzelt: In Thüringen (- 1,7 Prozent) und im Saarland (- 0,9 Prozent) sank die kommunale Verschuldung. Im Saarland trägt dazu insbesondere der „Saarlandpakt“ bei, bei dem das Land Schulden von Kommunen übernimmt.
Sozialversicherung mit minimalem Rückgang
Eine Ausnahme bildet die Sozialversicherung: Ihre Verschuldung sank leicht um 2,5 Prozent auf 9,4 Millionen Euro – ein im Vergleich zum Gesamtvolumen marginaler Betrag.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen eine klare Entwicklung: Die öffentliche Verschuldung in Deutschland wächst weiter – getrieben durch hohe Ausgaben des Bundes und zunehmenden finanziellen Druck auf kommunaler Ebene. Während einzelne Länder und Programme gegensteuern, bleibt die Gesamtentwicklung eindeutig: Der Schuldenberg steigt.

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Das sind keine Schulden, sondern Geld, das wir nicht haben.
(frei nach R.Habeck)
Erreichen wir nicht quasi sekündlich neue Rekordstände?
..und das neue Geld ist längst druckbereit.
Da nützen Ersparnisse gar nichts. Und das mit den Zwangshypotheken ist auch nicht neu.
Die Fleissigen bezahlen dann mal wieder…allerdings zu Recht für ihr Wahlurnenversagen.
Immer mit der Ruhe. Die Regierung tut doch schon etwas dagegen. Zum Beispiel, indem sie nichts gegen die Spritpreisexplosion unternimmt. Das bringt jeden Monat eine halbe Milliarde Mehreinnahmen für den Fiskus.
https://www.welt.de/wirtschaft/article69d739d18b52f2de5d6b9834/hohe-spritpreise-oekonom-erwartet-fast-halbe-milliarde-euro-mehr-an-steuereinnahmen.html
Richtig, wenn wir alle Sparen wollen und sollen, muss sich auch jemand verschulden. Sparen ohne Verschuldung geht einfach nicht. Also, wo stecken denn die 2,6 Billionen Vermögen eigentlich?
2,6 Billionen Euro Verschuldung gegenüber 10 Billionen Erspartes.
Dieses Erspartes haben die Politiker doch längst auf dem Schirm❗
Wo sich bloss die restlichen 7,4 Billionen verstecken?
Schiebt alle Schmarotzer aus dem Ausland und die verantwortlichen Politiker ab, dann gehen die Schulden schneller, als erwartet zurück
Auch dann gingen die Schulden nicht zurück.
Wenn die Schulden zurückgehen sollen, müssen auch die Guthaben abgebaut werden. Anders geht es nicht.
Der Staat ist auch in Bezug auf die Darstellung seiner Finanzen ein Betrüger. Eine (z.B.) GmbH ist verpflichtet, sein tatsächliches Vermögen zu bilanzieren (Gläubigerschutz). Altersversorgungszusagen (beim Staat sind dies Zusagen an die Beamten), müssen als Rückstellungen nach mathematischer Berechnung ausgewiesen werden. Die Beamtenpensionen sind zum großen Teil nicht gedeckt (keine Rücklagen). Der Ausweis einer korrekten Verschuldung des Staates (einschließlich nicht gedeckter Altersversorgungszusagen), beträgt ein vielfaches des Betrages lt. Info des Bundes der Steuerzahler. Ein GmbH-Geschäftsführer der ein Bilanz mit falschen Zahlen aufstellt und veröffentlicht, bewegt sich im Strafrecht. Der Staat ist ein Betrüger (nicht nur bei diesem Thema). Auf die… Mehr
Nach meiner festen Überzeugung sollten sich Staaten und deren internationale Organisationen gar nicht verschulden dürfen. Sie dürften sich dann nur Aufgaben vornehmen, die bezahlbar sind und dafür müsste dann ggf. an anderer Stelle gespart werden. Wir hätten dann eine realitätsgesteuerte Politik und wahrscheinlich auch Fachleute in den verantwortlichen Positionen, die ihr Handwerk verstehen. Auch auf Pump finanzierte Kriege hätten wir nicht und schon gar keinen Klimawahnsinn.
und wenn dann Ursula von der Leyens EU die 90 Millliarden € gemeinschaftsschulden für die Ukraine macht, kommen jährliche Zinszahlungen von rund 700 Mio € dazu. Diese Zinsen müssen in jedem Fall bedient werden, selbst für den höchst unwahrscheinlichen Fall, die Ukraine würde den Kredit von 90 Milliarden € zurück zahlen.