BGH entscheidet im Fall Bad Oeynhausen: Urteil nach Totschlag an Philipos bleibt bestehen

Neun Jahre Jugendstrafe, jetzt endgültig: Der BGH hat die Revision im Fall Philipos verworfen. Damit ist das Urteil gegen den Täter Mwafak al-S. rechtskräftig. Zurück bleibt ein Fall, der weit über Bad Oeynhausen hinaus zum Menetekel für ein Land im Sicherheitsverfall geworden ist.

picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Der Fall, der im Sommer 2024 bundesweit Entsetzen auslöste, ist juristisch beendet. Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen das Urteil verworfen. Damit bleibt es bei neun Jahren Jugendstrafe gegen den Täter Mwafak al-S. Die Karlsruher Richter haben die Entscheidung der Vorinstanz damit bestätigt.

Gefahrenzone Deutschland
Neues Gewaltopfer in Bad Oeynhausen: 20-Jähriger erliegt schweren Kopfverletzungen
Was damals geschah, ist in seiner Wucht bis heute nicht verblasst. Philipos Tsanis, 20 Jahre alt, war nach dem Abiball seiner Schwester in der Nacht im Kurpark von Bad Oeynhausen unterwegs. Gegen etwa 1.30 Uhr geriet er dort zusammen mit einem 19-jährigen Begleiter in eine Auseinandersetzung mit einer rund zehnköpfigen Gruppe junger Männer. Aus dem Streit wurde binnen Augenblicken rohe Gewalt. Es wurde geschlagen, getreten, gejagt. Philipos erlitt schwerste Kopfverletzungen und starb zwei Tage später.

Schon die damaligen Berichte machten klar, was hier geschehen war. Es ging nicht um ein Gerangel, nicht um eine diffuse Nacht mit unklaren Abläufen, sondern um einen Überfall einer Gruppe auf zwei junge Männer, von denen einer am Ende tot war. Nach damaliger Darstellung wurde Philipos sogar aus der Situation herausgezogen und dann weiter attackiert. Genau deshalb fraß sich der Fall so tief ins öffentliche Bewusstsein. Jeder verstand sofort, was hier sichtbar wurde: die völlige Schutzlosigkeit des Einzelnen gegen Gruppenrohheit, die in deutschen Städten und Parks längst kein Ausnahmebild mehr ist.

Das Urteil lautet neun Jahre Jugendstrafe. Der Anwalt des Angeklagten hatte die Verurteilung laut WELT als „skandalös“ bezeichnet und Revision eingelegt. Der BGH hat diese Linie nun kassiert. Juristisch ist die Sache damit entschieden. Der Staat sagt: Mehr gibt es dazu nicht mehr zu verhandeln.

Bad Oeynhausen
Philippos T.: Mutmaßlicher Täter war 18-jähriger Syrer, polizeibekannt
Aber genau hier beginnt das Problem erst richtig. Denn rechtskräftig ist das Urteil, beruhigend ist es in keinem Fall und fügt sich nach Völklingen in eine direkte Reihe ein, in denen Boni für den Täter gewährt werden. Ein junger Mann wird nach einer Gruppenattacke brutal getötet, der Fall erschüttert das ganze Land, und am Ende bleibt der Eindruck eines Rechtsstaats, der seine Förmlichkeit verteidigt, während das Land auf die Wirklichkeit starrt. Die Wirklichkeit lautet: Ein 20-Jähriger besucht den Abiball seiner Schwester und ist kurz darauf tot, weil eine Gruppe Gewalttäter nachts im Park auf ihn losgeht.

Schon kurz nach der Tat war der Schock in der Region so groß, dass ein Spendenaufruf für die Familie und den verletzten Begleiter binnen kurzer Zeit mehr als 60.000 Euro erreichte. Ein Unternehmer setzte zusätzlich eine Belohnung für Hinweise aus. Bürgermeister Lars Bökenkröger und Landrat Ali Dogan riefen öffentlich Zeugen auf, sich zu melden. Das war ein Fall, der den Nerv eines ganzen Landes traf, weil jeder spürte, dass hier mehr zerbrochen war als nur das Leben eines jungen Mannes.

Wie viele junge Männer kennen das, wie viele Familien haben inzwischen erfahren, in der Öffentlichkeit völlig unvermittelt von Männergruppen angegriffen zu werden? Hier kennt mittlerweile jeder einen oder mehrere, denen das bereits einmal oder mehrfach widerfahren ist. Im Fall Philipos endete das für den jungen Mann mit dem Tod. In vielen anderen ebenfalls. Wie lange bleibt man selbst noch verschont? Der Fall Philipos hat das sehr vielen Familien vor Augen geführt.

Heuchlerische Rituale
Morde und routinierte Verhöhnung der Opfer gehen weiter
Denn Bad Oeynhausen war eben nicht nur ein einzelner Kriminalfall. Es war ein Signal. Ein weiterer Moment, in dem die Fassade staatlicher Sicherheitsversprechen zusammenfiel. Offiziell wird immer beschwichtigt, relativiert, eingeordnet. In der Realität sehen die Menschen, dass selbst der Weg durch einen Kurpark in der Nacht zum tödlichen Risiko werden kann, wenn sich Gewaltbereitschaft, Gruppenmut und Kontrollverlust treffen. Genau deshalb wirkt der Fall bis heute nach.

Der BGH hat jetzt das letzte juristische Wort gesprochen. Das ändert nichts daran, dass der politische Befund vernichtend bleibt. Der Staat kommt regelmäßig erst dann mit Pathos, Betroffenheit und Durchhalteparolen, wenn das Opfer schon tot ist. Vorher war er nicht da. Vorher hat er nicht geschützt. Vorher hat er das Land in genau jene Lage treiben lassen, in der ein junger Mann nach einem Familienfest in einem Park von einer Gruppe totgeprügelt wird.

So bleibt nach diesem BGH-Beschluss nicht das Gefühl von Gerechtigkeit, sondern das Gefühl einer endgültig besiegelten Ohnmacht. Das Urteil steht. Philipos kommt nicht zurück. Und ein Land sieht wieder einmal Schwarz auf Weiß, dass der Rechtsstaat zwar Akten schließen kann, aber den Vertrauensbruch nicht heilt, der entsteht, wenn Sicherheit auf dem Papier existiert und auf der Straße versagt.

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Kommentare ( 16 )

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16 Comments
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alfredrabe
15 Minuten her

Das ist der Preis der Demokratie. Über 80% der Wähler wollen es ganz genau so. Zynischerweise möchte ich bemerken: es dürfte auch eine Mehrheit der Opfer so gewollt haben.

MartinKienzle
38 Minuten her

Welche Erkenntnisse können aus dem Fall „Philipos“ gezogen werden?

Das Besatzerkonstrukt BRD (https://www.youtube.com/watch?v=hIu80oSC728 ab Minute 3:25) gewährt uns Deutschen keine Sicherheit; es stellte uns vogelfrei

Muslimische Täter wie Mwafak al-S. kann man keineswegs mit dem BRD-Rechtsstaat bestrafen, da sie über ihr eigenes Rechtssystem verfügen (https://www.youtube.com/watch?v=gP4gM7P-yig), sodass vor jenem Hintergrund der BRD-Rechtsstaat angesichts der Zusammensetzung der Kriminellen hierzulande (https://rp-online.de/politik/deutschland/gefaengnisse-in-deutschland-immer-mehr-auslaender-sitzen-in-haft_aid-36501705) sich selbst ad absurdum führte

Britsch
42 Minuten her

und wer muß letztendlich die ganzen Gerichtskosten tragen?
Nehme an die Allgemeinheit und damit auch die geschädigten Hinterbliebenen desrOpfer

Last edited 41 Minuten her by Britsch
U.S.
1 Stunde her

In allen Armutsregionen dieses.hoffnungslos überbevölkerten Planeten insbesondere in Afrika und in IS lamischen Staat sitzen zig100te Millionen analphabetische Fachkräfte auf gepackten Koffern und warten auf ihre Schleusungen nach EU ropa, vor allem Germoney 💰💰💰

Germoney ist in der ASYL Industrie das Traumland #1.

Jedes Kind in den kleinsten Dörfern in allen Armutsregionen der Welt weiss: Sozialhilfe in Germoney ist weit mehr als ein Minister in Eritrea, Somalia,… für seine Arbeit verdient.

In diesen Armutsregionen wachsen die Kinder und Jugendlichen inmitten von Gewalt auf: dort steckt man sich zuerst ein 🗡️ Messer 🔪 ein, und dann erst Haus und Autoschlüssel

Jan Frisch
35 Minuten her
Antworten an  U.S.

Unser Planet ist alles andere als „hoffnungslos überbevölkert“ – würde man Texas so dicht besiedeln wie München würden alle 8 Milliarden Menschen dort hinein passen. Die Lüge der Überbevölkerung wurde übrigens vom gleichen Club of Rome ersonnen, dem wir auch die Klimakatastrophe und anderen hanebüchenen Unsinn zu verdanken haben.

Winnetou
1 Stunde her

Die Gerichte hätten sicher genauso geurteilt, wäre der Täter ein Biodeutscher.

na sowas
1 Stunde her

Hat der Migranten-Hintergrund für einen Freispruch nicht gereicht? Es gibt sie noch, die guten Richter

Schwabenwilli
31 Minuten her
Antworten an  na sowas

Unter „gutem Richter“ verstehe ich etwas anderes.

MeHere
1 Stunde her

Empfehle das Buch oder den Film ZARDOZ aus den 70ern in dem ganz gekonnt erzählt wird, wie eine völlig abgehobene und dekadente Zivilisation von einer außenstehenden Macht über Nacht „beseitigt wird“, da zu zerstritten, schwach und hilflos … ihr GOTT ist tot und die anderen übernehmen den LADEN. Hier zeigt die JUSTIZ die völlige Hilflosigkeit gegenüber Menschen, die eine ganz andere Sozialisierung haben. IN 4-5 Jahren Jahren läuft der Mörder wieder frei herum und darf sein Leben und Bürgergeld in vollen Zügen genießen, während das Opfer im Boden vergraben vermodert und seine Familie noch immer trauen wird. Ist das GERECHTIGKEIT… Mehr

Dirk Plotz
1 Stunde her

Der Staat kommt regelmäßig erst dann mit Pathos, Betroffenheit und Durchhalteparolen, wenn das Opfer schon tot ist. Vorher war er nicht da. Vorher hat er nicht geschützt.  Und genau das soll er auch nicht tun! Stellen Sie sich einen Staat vor, der uns schützt. Das hat er während Corona versucht. Desaster. Dazu überwacht er uns total. Desaster. Er schützt uns vor bösen Meinungen. Desaster. Man muss den Menschen in Deutschland endlich klar machen, dass ihr Staat sie nicht zu schützen hat. Er ist dafür da, Gerechtigkeit nach einer Tat wiederherzustellen. Die Polizei ist explizit dafür da, nach einem Verbrechen Ermittlungen… Mehr

ceterum censeo
1 Stunde her

Neun Jahre für ein Leben! Billig davon gekommen, denn bei guter Führung ist er in 4 Jahren wieder draußen – wegen der guten Sozialprognose…

hansgunther
1 Stunde her

Die eigentlichen Versager und damit auch Täter sitzen in den Amtsstuben und auf den gepolsterten Sitzen der Politik und den selbstgefälligen Medientempeln der Republik. Dazu kommen die Profiteure der Migration, bar jeder Verantwortung für das Gemeinwesen, nur dem Profit verhaftet. Dummdreist und ahnungslos geben sie sich. Lassen das Volk quasi ins offene Messer laufen, keiner zuckt, keiner reagiert, alles paletti für die classe politique, die dieses Land vielschichtig in den Niedergang treibt. Empathielos für die Opfer, sei es existentiell oder gar tödlich. Geduldet von einem Bürgertum, das sich hinter Konsum, permanenter öffentlicher Umerziehung und Schuldkomplex beliebig steuern und niederdrücken lässt.… Mehr

Willm
1 Stunde her

So viele Opfer schon und es hört einfach
Nicht auf !!!!
Aber Omas gegen Rechts usw….
Dieses Land hat fertig!!!