Pro Liter 20 Cent: SPD fordert neue Cola-Steuer

Gute Gesundheits-Politik – oder der nächste Übergriff des Nanny-Staates? Aus der SPD kommt nun der Vorschlag, stark gezuckerte Softdrinks mit einer zusätzlichen Steuer zu belegen.

picture alliance / imageBROKER | Jürgen Pfeiffer

Der gut gemeinte Plan, mit einer Verteuerung von Waren einen gesundheitspolitischen Effekt zu erzielen, könnte durchaus auf Kritik stoßen: Der Gesundheits-Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, fordert eine gestaffelte Abgabe auf zuckerhaltige Getränke.

Ziel sei es, den Zuckerkonsum zu senken, Krankheiten vorzubeugen und langfristig Kosten im Gesundheitssystem zu reduzieren. Getränke mit mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen nach seinen Vorstellungen um etwa 20 Cent pro Liter teurer werden, ab acht Gramm Zucker um etwa 30 Cent pro Liter, erklärt er in der BILD.

Es weihnachtet sehr
Feindbild Zucker
Für eine klassische 330-Milliliter-Dose Cola würde das einen Aufpreis von etwa zehn Cent bedeuten, für eine Ein-Liter-Flasche bereits 30 Cent – bei einem aktuellen Preis von 1,99 Euro. Das würde eine Verteuerung um 15,01 Prozent bedeuten – in einer Zeit, in der viele Deutsche ohnehin schon die miserable wirtschaftliche Gesamtlage deutlich spüren.

Cristos Pantazis argumentiert, ein hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke begünstige Übergewicht, Adipositas und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes. Eine Abgabe solle Hersteller dazu bewegen, ihre Rezepturen zu verändern und den Zuckergehalt zu senken.

Als Beispiel nennt er dazu Großbritannien, wo eine vergleichbare Steuer seit 2018 gilt und zu Anpassungen bei vielen Softdrink-Herstellern geführt hat. Modellrechnungen zufolge könnten über einen Zeitraum von 20 Jahren gesamtgesellschaftliche Kosten von 10,8 bis 16 Milliarden Euro eingespart werden, darunter bis zu vier Milliarden Euro im Gesundheitssystem. „Eine solche Abgabe ist kein Selbstzweck. Sie ist eine gezielte Präventionsmaßnahme, um Übergewicht, Diabetes und andere Folgeerkrankungen zu reduzieren – speziell bei Kindern“, meint Pantazis.

Doch der Vorstoß stößt auf Skepsis: Mit der neuen Abgabe werden vor allem die Preise für Verbraucher erhöht, ohne strukturelle Ursachen von Übergewicht ausreichend zu berücksichtigen. Ernährungswissenschaftler verweisen darauf, dass Bewegungsmangel, Ernährungsgewohnheiten und soziale Faktoren ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Auch Wirtschaftsverbände warnen vor zusätzlichen Belastungen für Hersteller und Handel sowie vor möglichen Wettbewerbsnachteilen.

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Unterstützung erhält Pantazis hingegen aus der Medizin: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke für ein mögliches Instrument der Prävention.

Zu BILD sagte Gassen: „Die Liste der Gesundheitsschädigungen durch übermäßigen Zuckergenuss ist lang. Besonders Kinder und Jugendliche müssen hiervor in einem präventiven Ansatz geschützt werden. Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke kann, das zeigen die Ergebnisse anderer Länder, helfen, den Zuckergehalt zu senken und damit den Zuckerkonsum insgesamt.“

Dieser SPD-Vorschlag provoziert auch die gesellschaftspolitische Frage: Was wird dann in Zukunft noch aufgrund gesundheitspolitischer Steuerungsgedanken verteuert? Die Schweinshaxe? Schokolade? Wein und Bier? Jeder Eisbecher? Ein Staat, der aufgrund seiner exzessiven Ausgaben für ein von Migranten überlastetes Sozialsystem ständig in Geldnot ist, schafft sich mit diesen Besteuerungsplänen jedenfalls hunderte neue Einnahmequellen.

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Kommentare ( 71 )

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Nibelung
1 Monat her

Das ist eine reine Konsumsteuer um zusätzliches Geld einzunehmen und unter gesundheitlichen Aspekten getarnt wird und die Sektsteuer war damals auch eine Kriegssteuer, die bis heute besteht und kein Mensch daran denkt sie abzuschaffen. Solange hier nicht alles komplett umgekrempelt wird um darüber den Bundeshaushalt zu stabilisieren wird sich auch nichts ändern und die Flickschusterei ist das Geschäft der kleinen Geister, was im Sozialismus beheimatet ist und die meiste Energie für das eigene Wohl eingesetzt wird und dabei werden wir untergehen, weil niemand in der Lage oder bereit ist, sich der großen Aufgabe zu stellen, denn das bereitet Schmerzen und… Mehr

Ronce
1 Monat her

Sorry, aber was waren damals deine 1,49 (die ich auch jetzt noch nicht zahle) im Verhältnis zum Durchschnittslohn im Vergleich zu Nepal?
1500$ im Jahr in Nepal 2025.
Ich stelle eine Standardstunde IT mit 135€ netto in Rechnung (2026). Zahle meine Angestellten ordentlich.
Eine Zuckersteuer hat in GB genau Null bewirkt.
Wieviel Zucker hat ein Liter Apfelsaft?

Diogenes
1 Monat her

Wie wär’s denn, wenn man für jeden Toilettenbesuch, ob groß oder klein, einen Euro abdrücken muss? Bürgergeld-Bezieher bekommen einen Nachlass.

Aber bildet euch nicht ein, mit dieser Einnahme könntet ihr die Billionen „Sondervermögen“ ausgleichen!

Was für Wahnideen haben die denn sonst noch auf Lager?

caesar4441
1 Monat her

Die Lieblingsbeschäftigung von Politikern jeder Couleur :Erhöhung von Steuern und Abgaben.

Moses
1 Monat her

Die Idee ist eigentlich richtig, aber irgendwie ist es schwer zu glauben, dass sie aus Sorge um unsere Gesundheit entstanden ist. Schließlich hätte man schon längst per Dekret die Grenzen für den Zuckergehalt in Getränken, Joghurts und … festlegen können.

Manfred_Hbg
1 Monat her

Na klar: und jene, die sich z.Bsp. 2, 3 oder 4 Teelöffel Zucker in ihren Kaffee oder Tee kippen, bezahlen was und wie?
– – – –
Ich habe den Eindruck, dass die – egal ob in Berlin oder EU-Brüssel herrschende- „Altparteien-Elite“ nix anderes mehr im Kopf und zu Tun hat, als sich nur noch ihren Kopf zu zerbrechen wie sie die Bürger gängeln, für ihr eigenes Wohlergehen und ihren eigenen irrsinnigen Ideologien finanziell ausquetschen und für den Erhalt ihrer Macht überwachen können.

HansKarl70
1 Monat her

Verwirrte finden immer einen Weg, andere Verwirrte zu erreichen.

flo
1 Monat her

Die Cola-Steuer könnte Deutschland reich machen. 
Aber wie so oft ist die SPD schrecklich inkonsequent. Wenn schon Zucker reduzieren, dann doch bitte sämtliche Lebensmittel, die süß sind, einbeziehen. Schokolade, Schwarzwälder Torte, Joghurt, Bonbons, Saucen, Alkohol …
Die Cola-Steuer könnte Deutschland reich machen, ein neues Sondervermögen entsteht. Schon mal überlegen, was man mit dem Geld anfangen könnte.

Rosalinde
1 Monat her

Von mir aus gern. Dieses Dreckzeug habe ich vor Jahrzehnten zum letzten Mal getrunken.

Deutscher
1 Monat her
Antworten an  Rosalinde

Dann bin ich dafür, dass man in Ihrem Fall rückwirkend eine Pauschale erhebt, deren Höhe vom Finanzamt festzulegen wäre.

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Reinhard Schroeter
1 Monat her
Antworten an  Rosalinde

Kann man so sehen. Denen die Angst vorm Fliegen haben , kann die Luftverkehrssteuer auch nicht hoch genug sein, sie zahlen sie ja nicht weil sie nicht fliegen , ebenso wie Vegetariern das Fleisch nicht teuer genug sein kann sucht sich halt jeder etwas aus, was ihn selber scheinbar nicht betrifft und mit noch mehr Steuern und Abgaben belegt werden kann.
Steuern machen alle ärmer , auch die sie vermeintlich nicht zahlen.

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Rosalinde

Es geht um alle zuckerhaltigen Getränke. Über Zucker in Nahrungsmittel kann man ja gerne streiten, aber hier geht es lediglich um eine weitere staatliche Abzocke. Getarnt mit der Überschrift „zuckerhaltige Softdrinks“! Und schon morgen hat sich dann nicht nur Zucker allgemein hinein gemogelt, sondern es kommen Pfeffer und Salz dazu… Und übermorgen dann das Atmen.

Der Ingenieur
1 Monat her

„Für eine klassische 330-Milliliter-Dose Cola würde das einen Aufpreis von etwa zehn Cent bedeuten.“

Der Aufpreis gegenüber anderen Nahrungsmitteln bzw. Getränken wie z.B. Milch beträgt doch schon 12 Cent pro Dose:

Milch wird mit 7% Umsatzsteuer beaufschlagt, eine Cola-Dose mit 19%.

Bei einem Nettopreis von 1,– € beträgt die Differenz 12 Cent.

Last edited 1 Monat her by Der Ingenieur