Faktencheck ZDF-Slomka: Wie kriminell sind Zuwanderer wirklich?

Bei Marietta Slomka in “Wie geht’s, Deutschland" im ZDF am 5. September wurden Daten gezeigt, wonach laut Polizeilicher Kriminalstatistik nur 8,6% aller Tatverdächtigen im Jahr 2016 Zuwanderer waren. Wir kommen zu einer völlig anderen Bewertung.

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Nur 8,6% der Tatverdächtigen im Jahr 2016 sind also laut Polizeilicher Kriminalstatistik Zuwanderer [1]. Was bedeutet diese Zahl, was will uns das ZDF damit sagen? Vermutlich, dass es ja nicht einmal 10% der Tatverdächtigen sind, man also überhaupt nicht verstehen kann, was die ganze Aufregung der AfD überhaupt soll. Nun ja, 8,6% der Tatverdächtigen sind immerhin 174.438 Tatverdächtige. Jeder einzelne davon wird mindestens einer Straftat verdächtigt, da jeder Tatverdächtige in der Statistik nur einmal zählt, unabhängig von der Anzahl der Straftaten, die er oder sie begangen hat. Es wurden also vermutlich mindestens ebenso viele Straftaten begangen, wahrscheinlich mit einer ähnlich hohen Anzahl von Opfern. Jedes einzelne Opfer empfindet sich sicherlich als ein Opfer zu viel.

Weidel geht
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Trotz der hohen absoluten Zahl an Tatverdächtigen war die Reaktion von Frau Weidel nicht konsequent. Die einzige mögliche Antwort auf solche Fakten ist nämlich die Gegenfrage: “Wie hoch ist denn der Anteil von Zuwanderern an der Bevölkerung? Wie groß ist diese sogenannte Gruppe der Zuwanderer?” Ohne diese Zusatzinformation ist die Zahl von 8,6% ziemlich bedeutungslos, abgesehen davon, dass sie natürlich keinen Widerspruch zu Weidels Zahlen darstellt. Es macht aber einen großen Unterschied, ob die Zuwanderer zum Beispiel 10% der Bevölkerung ausmachen oder nur 1%. Wenn nämlich eine Gruppe die nur 1% der Bevölkerung ausmacht, 8,6% der Tatverdächtigen stellt, dann ist dies in der Tat sehr bedenklich und die AfD würde dies zu Recht thematisieren.

Diffuse Benutzung des Wortes Zuwanderer durch das ZDF

Wir werden uns im folgenden die Gruppe der sogenannten “Zuwanderer“ einmal genauer anschauen und untersuchen, wie groß diese Gruppe ist. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik [1] besteht die Gruppe der Zuwanderer aus Personen mit folgendem Aufenthaltsstatus (dies wurde im ZDF auch explizit erwähnt, allerdings ohne die konkreten Zahlen [2]):

  1. Asylbewerber (137.385 Tatverdächtige im Jahr 2016)
  2. Duldung (15.842 Tatverdächtige im Jahr 2016)
  3. Kontingentflüchtling/Bürgerkriegsflüchtling (2.610 Tatverdächtige im Jahr 2016)
  4. unerlaubter Aufenthalt (18.601 Tatverdächtige im Jahr 2016)

Asylbewerber sind Personen, über deren Asylantrag noch entschieden wird, unter Duldung fallen zumeist abgelehnte Asylbewerber. Asylbewerber, die einen positiven Asylbescheid bekommen haben, dies ist derzeit die große Mehrheit, sind also nicht mit dabei in der Gruppe der Zuwanderer. Man fragt sich daher, wieso ausgerechnet diese Gruppe “Zuwanderer“ genannt wird? Personen mit unerlaubtem Aufenthalt sind ausreisepflichtig, geduldete Personen auch, Kontingentflüchtlinge und Bürgerkriegsflüchtlinge [6] ebenfalls, sobald der Fluchtgrund entfällt. Bei Asylbewerbern ist es noch nicht entschieden, ob sie ausreisen müssen oder bleiben dürfen. Intuitiv würde man sich sicher etwas anderes unter der Gruppe der Zuwanderer vorstellen. In der Soziologie sind Zuwanderer alle Personen, die zu einem früheren Zeitpunkt in Deutschland nicht heimisch waren. Dies würde also eher der Gruppe aller Nichtdeutschen (2016 insgesamt 10,04 Millionen Personen) sowie aller Deutschen mit Migrationshintergrund (2015 insgesamt 9,35 Millionen Personen) entsprechen. Aber heute werden in Deutschland Zuwanderer auch solche genannt, deren Rechtsstatus eigentlich das Gegenteil nahelegt. So wird zunächst sprachlich, später faktisch, geltende Rechtslage ausgehöhlt.

Veränderung der Kriminalität durch die Migrationskrise
Unabhängig von der irreführenden Bezeichnung dieser Gruppe, die eigentlich nicht viel mit Zuwanderung zu tun hat, untersuchen wir nun, wie groß diese Gruppe ist. Dafür verwenden wir die offizielle Bevölkerungsstatistik, die detailliert aufschlüsselt, wie sich die Bevölkerung am 31.12. eines jeweiligen Jahres zusammensetzt. Es gibt dort Informationen über Staatsangehörigkeit, Alter, Familienstand, Aufenthaltsdauer, Aufenthaltsstatus und vieles mehr. Wir interessieren uns dabei für die Anzahl der Personen mit bestimmtem Aufenthaltsstatus, aufgelistet in Tabelle 11 der Statistik über die Ausländische Bevölkerung in Deutschland [3]. Um die Anzahl jeweiliger Personen im Jahr 2016 besser abzuschätzen, nehmen wir den Mittelwert der Daten vom 31.12.2015 und vom 31.12.2016:

  1. Asylbewerber: 350.040 (31.12.2015), 522.915 (31.12.2016). Mittelwert: 436.478 Personen
  2. Duldung: 156.264 (31.12.2015), 154.780 (31.12.2016). Mittelwert: 155.522 Personen
  3. Kontingentflüchtling/Bürgerkriegsflüchtling: keine Angaben
  4. unerlaubter Aufenthalt: keine eindeutigen Angaben.
Eine statistische Inkonsistenz nach der anderen

Asylbewerber sind unter dem Aufenthaltsstatus “Aufenthaltsgestattung“ aufgeführt [4]. Erstaunlich ist, dass die Gruppe der Geduldeten von 2015 auf 2016 abnimmt. Werden also keine Asylbewerber abgelehnt? Zu Kontingentflüchtlingen und Bürgerkriegsflüchtlingen finden sich in der Bevölkerungsstatistik keine Angaben. Laut Wikipedia ist diese Gruppe zahlenmäßig aber relativ klein [6]. Ebenso ist unklar, welche Kategorie in der Bevölkerungsstatistik unerlaubtem Aufenthalt entspricht. Es gibt zwar die Kategorie “Ohne Aufenthaltstitel, Duldung, oder Gestattung“, diese enthält jedoch sehr inkonsistente Zahlen, nämlich 2015 über 3 Millionen und 2016 knapp unter 500.000. Wir beschränken uns daher auf Asylbewerber und Geduldete, da diese in der Bevölkerungsstatistik eindeutig angegeben sind. Diese stellen 88% der Tatverdächtgen der Gruppe der “Zuwanderer“.

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Demzufolge sind also von 155.522 Geduldeten 15.842 Tatverdächtige, d.h. 10,19% der Geduldeten waren im Jahr 2016 Tatverdächtige.

Unter Asylbewerbern sind die Zahlen noch wesentlich höher. So sind von 436.478 Asylbewerbern 137.385 Tatverdächtige, d.h.:

31,48% der Asylbewerber waren im Jahr 2016 Tatverdächtige.

Dies beinhaltet nur Straftaten ohne Verstöße gegen das Ausländerrecht, und ohne illegalen Aufenthalt oder illegale Einreise (Kategorie 890000 in der Polizeilichen Kriminalstatistik). Zum Vergleich: 1,91% der Deutschen waren 2016 Tatverdächtige und 6.44% der Nichtdeutschen [8].

Asylbewerber sind also 16,5 mal so häufig tatverdächtig wie Deutsche. Asylbewerber und Geduldete stellen 0.71% der Bevölkerung, aber 7,6% der Tatverdächtigen.

Schlüsselt man die Straftaten weiter auf nach verschiedenen Straftatsbeständen [2], so stellt diese Gruppe, die nur 0.71% der Bevölkerung ausmacht, 11,3% der Tatverdächtigen von Straftaten gegen das Leben, 9,4% von Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung, 9,3% bei Rohheitsdelikten, 12,6% bei einfachem Diebstahl, 11,6% bei schwerem Diebstahl, 7,9% bei Vermögens- und Fälschungsdelikten, 4,8% bei sonstigen Straftatsbeständen (StGB) und 5,5% bei Rauschgiftdelikten.

Wie in der Polizeilichen Kriminalstatistik diskutiert [1] stellt dies nur das offizielle Hellfeld dar, d.h., die Tatverdächtigen die von der Polizei ermittelt werden konnten. Das Dunkelfeld, also die nicht aufgeklärten Straftaten und Straftäter sind darin noch nicht enthalten.

Leider ist trotz dieses Faktenchecks die Frage noch nicht geklärt, wie kriminell Zuwanderer sind, da die untersuchte Gruppe nur eine Teilmenge des zu berücksichtigenden Personenkreises enthält. Dies wird auch explizit in der Polizeilichen Kriminalstatistik erwähnt [1].

Statt Klischees
Wenig bekannte Fakten zur Ausländerkriminalität in Deutschland
Weiterführende Fakten, um diese Frage zu beantworten, finden sich in früheren Artikeln zum Thema Ausländerkriminalität, die auf Tichys Einblick erschienen sind [6,7,8,9]. Hervorzuheben ist dabei die Beobachtung, dass sich die Kriminalität in den letzten Jahren massiv verändert hat. So gibt es eine gewaltige Verschiebung von Tatverdächtigen, weg von Deutschen und von Nichtflüchtlingsländern und hin zu Flüchtlingsländern. Die Gesamtzahl Tatverdächtiger blieb dabei nahezu identisch. Ausserdem fiel die Kriminalrate, d.h. die relative Anzahl von Tatverdächtigen bei Deutschen und aus Nichtflüchtlingsländern über alle Straftatskategorien mit Ausnahme von Rauschgiftkriminalität nimmt stark ab, während sie bei Tatverdächtigen aus Flüchtlingsländern in allen Kategorien sehr stark anstieg [6]. Interessant ist auch eine Analyse, bei der die Kriminalraten unterschiedlicher Herkunftsländer untersucht werden, mit Hilfe derer sich einige der oft genannten Erklärungsversuche für eine höhere Ausländerkriminalität widerlegen lassen [7,8].

Quellen und Referenzen

1. Polizeiliche Kriminalstatistik, Jahrbuch 2016, Band 3, Tatverdächtige. Bundeskriminalamt

2. Polizeiliche Kriminalstatistik 2016, Tabelle 61 – Nichtdeutsche Tatverdächtige nach dem Anlass des Aufenthalts, Bundeskriminalamt

3. Ausländische Bevölkerung – Fachserie 1 Reihe 2 – 2016, Tabelle 11. Statistisches Bundesamt.

4. Aufenthaltsstatus (Deutschland), Wikipedia

5. Kontingentflüchtling. Wikipedia

6. Jochen Renz, “Veränderung der Kriminalität durch die Migrationskrise”, Tichys Einblick, 21. August 2017

7. Jochen Renz, “Wenig bekannte Fakten zur Ausländerkriminalität in Deutschland“, Tichys Einblick, 4. Juli 2017

8. Jochen Renz, “Importierte Kriminalität – neue Fakten zur Ausländerkriminalität in Deutschland“, Tichys Einblick, 5. August 2017

9. Roland Tichy, “Ausländerkriminalität: Die Gewaltspirale dreht sich“, Tichys Einblick, 22. Mai 2017

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Kommentare

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  • Schabrackentapir

    Ihre Behauptung war, dass die Kriminalität in Bayern um 110% gestiegen sei. Woher sie diese Zahl von 110% haben, ist rätselhaft, sie taucht weder in Tichys Artikel noch in der PKS auf.

    Und die von mir genannten Zahlen zeigen, dass ihre Behauptung, wonach die Kriminalität im Vergleich zu früher dramatisch gestiegen sei, Unsinn ist. Das Gegenteil ist der Fall.

    • Lothar Finger

      Hallo !

      Hier die Zahlen das fast nichts mehr passiert ist – alles ist gut !
      Ich habe die Zahlen offensichtlich in heimtückischer Weise manipuliert!

      An den folgenden Zahlen kann man leicht ablesen das alles besser – ja man kann sogar sagen sehr viel besser geworden ist.

      Eigentlich könnte man sogar daraus schließen das durch die neuen Fachkräfte die Kriminalitätsraten wesentlich gesunken sind – oder?

      Das hätten wir alles schon früher haben können – ist wohl nur keiner drauf gekommen!

      Jetzt fühle ich mich wirklich sicher in unserem Land!

      Vielen Dank

      In Bayern ist im ersten Halbjahr 2017 die Zahl der
      Vergewaltigungsfälle um 50 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2017
      ermittelte die Polizei 222 Vergewaltigungen mehr als im
      Vergleichszeitraum 2016. Das entspricht einer Gesamt-Zunahme von fast 50
      Prozent. Die Zahlen gab Innenminister Herrmann im bayerischen Kabinett
      bekannt. Von den 685 Vergewaltigungsfällen wurden 126 von Zuwanderern
      begangen, im vergangenen Jahr waren es noch 60 gewesen. Nicht zu
      „Zuwanderern“ zählen anerkannte Asylbewerber. Wieviele Taten davon
      innerhalb von Asylunterkünften gezählt wurden, konnte das
      Innenministerium nicht sagen.

      Was der Minister nicht sagte

      Wie sich die Kriminalität entwickelt, zeigt detailliert die Polizeiliche Kriminalstatistik „Oberbayern Nord“,
      also in den Landkreisen nördlich Münchens. Danach waren 11,7 % aller
      ermittelten Tatverdächtigen Zuwanderer. Unter den Begriff „Zuwanderer“
      werden neben Asylbewerbern Personen gerechnet, die nach Abschluss des
      Asylverfahrens nicht abgeschoben werden können (Duldung), sowie
      Kontingentsflüchtlinge und alle sich sonst illegal in Deutschland
      aufhaltenden Personen. Nicht zu Zuwanderern zählen anerkannte
      Asylbewerber. (Zu der seltsamen Definition, dass Asylbewerber nicht zu
      „Zuwanderern zählen“ folgender Gesamtüberblick über die bundesweite
      Entwicklung:
      https://www.tichyseinblick.de/meinungen/faktencheck-zdf-slomka-wie-kriminell-sind-zuwanderer-wirklich/)

      Schlampig oder bewusst irreführend oder beides?

      Faktencheck ZDF-Slomka: Wie kriminell sind Zuwanderer wirklich?

      Der Anteil der Zuwanderer an der Gesamtkriminalität lag im Jahr 2015
      noch bei 7,0 %. Insgesamt leben in „Oberbayern Nord“ 1,5 Millionen
      Menschen; darunter 4.430 tatverdächtige „Zuwanderer“. Rund 0,3 Prozent
      der Bevölkerung sind also für 11,7 Prozent der Straftaten zuständig;
      dabei wurden ausländerechtliche Verstöße bereits herausgerechnet. Den
      größten Anteil an den Straftaten durch Zuwanderer machen Rohheits- und
      dabei insbesondere die Körperverletzungsdelikte aus. So stieg die Zahl
      der Vergewaltigungsfälle um 82,9 %. 2.241 Personen wurden im Jahr 2016
      Opfer von Straftaten durch Zuwanderer. Im Vorjahr wurden hier noch 961
      Opfer registriert. Die Zahl deutscher Opfer stieg von 264 auf 551 allein
      in diesem Berichtsbereich.

      Dieses Bild dürfte sich so ähnlich in Deutschland wiederholen. Unverständlich ist, wie die ARD zu folgender Aussage kommt: „Ein
      Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Zuwanderer sind
      nicht krimineller als Deutsche. Ein Überblick über Fakten und Zahlen.“

  • Schabrackentapir

    Das generell nichts passiert ist, habe ich nicht behauptet. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass ich durchaus mit Freundin und Handy nachts auf der Straße unterwegs sein kann, ohne dass mir etwas passiert. Sie hatten ja behauptet, dass sei heute so gut wie nicht mehr möglich.

    Im übrigen passiert heute nicht mehr als früher, sondern im Gegenteil eher weniger. Die entsprechenden Zahlen habe ich in einem anderen Beitrag hier schon genannt.

    Warum sie sich heute im Gegensatz zu früher offenbar nur noch bewaffnet auf die Straße trauen, erschließt sich mir daher nicht und ist offenbar nicht einer realistischen Bedrohung, sondern nur ihrer subjektiv empfundenen Bedrohung geschuldet.

  • Schabrackentapir

    Ich bestreite keineswegs, dass es dann friedlicher wäre. Ich bestreite allerdings, dass der Großteil der Kriminalität von Ausländern/Asylbewerbern verursacht wird oder die Kriminalität in den letzten Jahren enorm zugenommen und neue Rekordstände erreicht hat, wie gerne von AfD und Co. suggeriert wird.

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      Natuerlich wird der Grossteil der Kriminalitaet von Deutschen verursacht, das bestreitet doch niemand. Der Grossteil bedeutet ueber 50%. Deutsche stellen aber auch fast 90% der Bevoelkerung.

      Ich finde es immer lustig wenn die Aussage gemacht wird, dass der Grossteil der Zuwanderer/Asylbewerber/etc nicht straffaellig ist. Waere das naemlich der Fall so muesste die Kriminalrate bei ueber 50% liegen.

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    Glauben Sie eigentlich den Bloedsinn den Sie schreiben?

    Sie zweifelten die Aussagen des Artikels an und schrieben: „Man müsste also erst mal eine deutsche Vergleichsgruppe schaffen, die in etwa der Gruppe der Asylbewerber entspricht, um einen halbwegs aussagekräftigen Vergleich zu erreichen.“

    Jetzt nachdem ich Sie aufgefordert habe diesen Vergleich zu machen, schreiben Sie dass man keine sinnvollen Schluesse ziehen kann weil die beiden Gruppen zu verschieden sind. Was denn nun?

    Sie koennen zwei beliebige Gruppen in Deutschland nehmen, Deutsche, Tuerken, Italiener, Syrer, Franzosen, was auch immer, und werden feststellen,dass diese beiden Gruppen nie in allen wesentlichen Kriterien gleich sein werden. Ihrer Meinung nach kann man also nie eine Aussage machen? Man kann also nicht sagen, ob die 1000 Serienmoerder aus meinem Eingangsbeispiel krimineller sind als Deutsche, weil die Gruppen zu
    verschieden sind?

    Aus genau diesem Grund vergleicht der Artikel die Gesamtheit der Gruppen miteinander. Es kommt nur darauf an, wie oft Personen aus diesen Gruppen tatverdachtig sind. Jedes Mitglied der Gruppe ist gleichberechtigt, ob Mann oder Frau, alt oder jung: Alle Menschen sind gleich!

    Daraus ergibt sich dann ob die eine Gruppe einen hoeheren Anteil an Tatverdaechtigen hat oder die andere Gruppe.
    Und die Gruppe der Zuwanderer ist eben 16.5 mal so oft tatverdaechtig wie die Gruppe der Deutschen. Was ist daran so schwer zu verstehen? Und nein, dies bezieht sich nicht auf alle Auslaender, sondern nur auf die sogenannte Gruppe der Zuwanderer.

    • Schabrackentapir

      Eben weil es fast unmöglich ist, valide statistische Daten über eine entsprechende deutsche Vergleichsgruppe zu finden, kann man sich diese statistischen Vergleiche sparen, da sie dann wenig aussagekräftig sind. Das ist der entscheidende Punkt. Man kann nur Dinge vergleichen, die auch vergleichbar sind. Nur die Tatsache, dass es sich um „Menschen“ handelt, macht die Gruppen nicht vergleichbar. Ansonsten kann ich nämlich auch einfach die Gruppe der weiblichen Asylbewerber über 50 mit der Gruppe der Deutschen zwischen 18 und 40 vergleichen und schon sind die Deutschen 15,2mal so häufig tatverdächtig wie die Asylbewerber. Laut ihnen darf ich das ja, denn es sind ja alles Menschen und alle Menschen sind gleich. Dann werden sie (zu Recht) aber sagen: Moment…die Gruppen sind doch so gar nicht vergleichbar. Und genau das ist der springende Punkt.

      Ihr Eingangsbeispiel mit den Serienmördern verstehe ich nicht wirklich. Vielleicht können sie noch mal erläutern, worauf sie damit hinaus wollen.

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      Und noch ein kleiner Nachtrag, dann haben Sie aber das letzte Wort:

      Man kann doch auch z.B. die Gruppe der 20-30 jaehrigen mit der Gruppe der 50-60 jaehrigen vergleichen und sagen, dass die Jungen 6 mal so haeufig tatverdaechtig sind wie die Alten. Oder man kann die Gruppe der Maenner vergleichen mit der Gruppe der Frauen und sagen Maenner sind 4 mal so haeufig tatverdaechtig wie Frauen. (Zahlen sind hypothetisch).

      In beiden Beispielen stimmt doch auch die Altersstruktur/etc nicht ueberein, und kein Mensch wuerde sich ueber den Vergleich aufregen. Aber wenn man sagt die Deutschen vs. die Zuwanderer/Auslaender/etc., dann ist das Geschrei gross. Dabei ist es genau das gleiche!

  • Schabrackentapir

    Wie oft wurden sie denn schon nachts überfallen, weil sie unbewaffnet waren?

    • Lothar Finger

      …. na ein bißchen Haare spalten? Mach ich mit – keine Frage.
      Also erstens werden die Leute in der Regel nicht überfallen weil sie unbewaffnet sind, sondern deswegen weil man ihnen ihr Eigentum gewaltsam wegnehmen will, oder – weil man sich ihren Körper zur eigenen Bezutzung zugänglich machen möchte!
      Vielleicht schauen Sie doch einmal bei Google auf meiner Seite nach – sie werden viele hundert Beispiele finden. Vielleicht aber auch „Politikversagen“ – einfach mal reinschauen.
      Wenn die betroffenen Leute bewaffnet gewesen wären hätten sie zu mindest eine Chance gehabt um sich zu wehren!
      Eigentlich sollte das ja vom Gewaltmonopol des Staates geregelt werden, oder?
      Aber da tut sich das Gewaltmonopol recht schwer!
      Die neuen Fachkräfte für unmittelbare Eigentumsübertragungen oder spontane gynekologische Untersuchungen sehen das aber ganz anders!

      Und – als ich – man mag es kaum glauben- ich war auch ein mal jünger – und in meinen jüngeren Jahren war ich recht oft nachts -auch alleine- unterwegs, sogar Frauen konnten unbehelligt nach Hause gehen.

      Genau das ist heute anders!

      Wenn Sie es anzweifeln wollen – Ihr gutes Recht! Nur an den Tatsachen kommt man auch mit viel Argumenten nicht so leicht vorbei!

      Ich hoffe und wünsche Ihnen das sie von denen die noch nicht so lange hier leben nicht mal so einfach eins über die Rübe gezogen bekommen, weil sie ein schickes Handy oder evtl. eine Freundin dabei haben und nachts nach Hause wollen!

      L.J. Finger

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    Ich denke in BW ist die Mentalitaet ein bischen anders als in anderen Teilen der Republik. Sie wissen schon: Kehrwoche und Schaffe,schaffe, Haeusle baue.

    Genauso wird die Mentalitaet der Asylbewerber anders sein als die der Deutschen. Deutsche wuerden vermutlich im Ausland waehrend sie auf ein Visum warten dort nicht unbedingt straffaellig werden. Ob das etwas mit dem Alter und Geschlecht zu tun hat weiss ich nicht.

    Aber warum berechnen Sie denn nicht die wahren Zahlen ohne methodische Fehler und erleuchten uns? So schwer kann das ja nicht sein.

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    Wenn Sie schon dabei sind, fuehren Sie doch bitte auch die Tatverdaechtigen fuer die jeweiligen Kategorien und Jahre auf, und zwar getrennt nach Deutschen und Nichtdeutschen. Sie werden staunen!

    • Schabrackentapir

      Es ging hier um die Behauptung, dass die Kriminalität in den letzten Jahren massiv zugenommen und Rekordstände erreicht habe. Diese Behauptung widerlegen die von mir genannten Zahlen, völlig unabhängig von der Herkunft des Verdächtigen.

      Ich bestreite keineswegs, dass Asylbewerber und „Ausländer“ häufiger tatverdächtig sind als Deutsche. Das liegt aber wohl eher an deren sozialen Situation und weniger daran, dass sie „von Natur aus“ kriminell sind. Und man sollte auch nicht vergessen, dass der Großteil der Straftaten immer noch von Deutschen ohne Migrationshintergrund verübt wird. Seltsamerweise wird das aber nicht als Problem oder Bedrohung empfunden, nur die „Ausländerkriminalität“ wird als Problem empfunden.

  • Frank in ZA

    Na, was waere das hier friedlich und sicher, haette die Regierung im Sinne des deutschen Volkes gehandelt.
    Von all den anderen Problemen, Nachteilen und Kosten ganz zu schweigen.

    • Schabrackentapir

      Ja, dann hätten wir hier nur die Deutschen, die Morden, Vergewaltigen und Prügeln. Wäre dann natürlich total sicher und friedlich gewesen.

  • Robert Krauthausen

    Man hat’s schon nicht leicht mit der Statistik, aber meine persönliche Meinung ist: Wie wäre es denn, wenn Flüchtlinge, denen wir in Deutschland Obdach, Geld, Bildung, Arbeit etc. gewähren, einfach mal überhaupt keine Straftaten begingen? Wie wäre es denn, dass man den visafrei einreisenden Herrschaften vor jedem Sprachkurs unmissverständlich nahebringen würde, dass es für jeden Asylsuchenden eine persönliche Akte gäbe (ähnlich einer Personalakte in Betrieben), wo man jede kleine Straftat, jede kleine Ordnungswidrigkeit eintragen würde und wo dann ziemlich schnell das Ende der Fahnenstange erreicht wäre, d.h. kein Asyl, kein Familiennachzug, wenn überhaupt dann eine Duldung, die dann bei der ersten Gelegenheit in ein Rückflugticket umgewandelt würde? Ferner frage ich mich schon lange, warum wir immer nur auf die Polizeistatistik angewiesen sind, die ja nur eine Verdächtigtenstatistik ist. Warum gibt es keine bundesweite Verurteiltenstatistik, die doch viel klarer die Lage, in der sich Deutschland bereits befindet, darstellen könnte? Ist es so schwer, das technisch hinzubekommen? Oder ist es politisch unerwünscht?

    • Frank in ZA

      Genau um das geht es, ich weiss auch nicht, was es da immer zu verteidigen gibt. Es ist schlicht egal, ob diese Gruppe krimineller sind als Deutsche, ich brauche auch keine gleich definierte ‚Vergleichsgruppe‘ . Diese Leute haben einfach keine Straftaten zu begehen, und wenn doch, dann muessen sie halt wieder gehen. Man wird ja traeumen duerfen.

      Die Polizeistatistik sagt so und so nicht allzuviel aus, weil nur Verdaechtige auftauchen, die ermittelt werden konnten. Von den ueber 1000 Taten zu Silvester kamen so nur eine Handvoll in die Statistik, der Rest faellt unter den Tisch.