Thüringen – der kürzeste Text ever

Wer die Macht in der Hand hält und sie beim ersten Gegenwind fortwirft wie eine heiße Kartoffel, hat in der Politik nichts zu suchen.

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Liebe Leser, ich bin dafür bekannt, dass meine Texte etwas länger sind. Das ist so, weil ich den Anspruch habe, dem Leser meine Überlegungen nachvollziehbar zu begründen, ihm die Möglichkeit zu geben, anhand von Sachinformationen selbst ein Bild zu machen.

Seit gestern Nachmittag nun bewegt mich die Frage, ob ich nach meinem Text zum Vorgang der Wahl des Ministerpräsidenten von Thüringen eine Fortsetzung schreiben sollte. Ich kam zu dem Schluss: Ja, das sollte ich. Und dann entstand der kürzeste Text, den ich bislang jemals verfasst habe, weil einfach nicht mehr zu sagen und damit alles gesagt ist. Dieser Text lautet wie folgt:

Politik ist der Wille zur Macht. Wer die Macht in der Hand hält und sie beim ersten Gegenwind fortwirft wie eine heiße Kartoffel, hat in der Politik nichts zu suchen.
Adieu, Kemmerich. Adieu, Lindner. Adieu, FDP.

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Kommentare ( 153 )

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153 Kommentare auf "Thüringen – der kürzeste Text ever"

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Komisch! Ich habe auch an die Freien Wähler gedacht und deren Programm weitgehend gelesen. Ich fand nichts von sozialistischem Programm. Und der bayrische Chef ist auch nicht dafür bekannt. Wer hat denn nun recht? Ich würde begrüßen, wenn die Freien Wähler eine weitere bürgerliche Alternative währen. Ob gegen sie die Nazikeule ebenso erfolgreich eingesetzt werden könnte, wie gegen die AfD, möchte ich bezweifeln. Versucht würde es sicherlich!

Hier werden die Freien Wähler hochgelobt. Eine Partei mit einem sozialistischen Programm. Möglichst viel Staat und innovationsfeindlich, gegen Gentechnik, gehen Fracking für E Mobitaet. Alle Schulen und Kindergärten werden staatlich angeboten usw. Usw. Moin. Ein guter Partner für Grüne und die CDU

Noch kürzer, Herr Spahn: Sie haben recht! Politiker müssen Kämpfer sein und dürfen nicht beim ersten Gegenwind umfallen.

Adieu Demokratie.

Bringen wir es doch auf den Punkt:

KEMMERICH / FDP = everybody’s TANZBÄR

Tritt zurück sonst……..
Lindner mutiert zum Brutus.
Nur kommen die Brutusse von heute nicht mehr mit dem Meuchelmesser, sondern mit der Steuerfahndung.
Den Rest überlassen die dem
Antifantenmob.

Jetzt müssen das nur noch die Wähler begreifen und danach konsequent handeln…

Ja, nee, is klar. Wovon träumen Sie nachts? 😉

Kemmerich ist und bleibt der einzige „Good Guy“ (auf Seiten der Systemparteien) in dem ganzen Spiel, und derjenige der die ganze Sache für die Blockparteien erst richtig schlimm macht, allein dadurch dass er ist was er ist: ein stattlicher ruhiger besonnener privat und beruflich gestandener Mann der beim Bürger Sympathie weckt und von dem der Bürger tatsächlich politisch vertreten werden möchte. Seine Stärke ist aber gleichzeitig seine Achillesferse. Beruflich und privat „gestanden“ heißt ja auch, da ist extrem viel Angriffsfläche für die (sogenannten bzw mutmaßlichen) Demokraten, und er hat sehr viel zu verlieren, nicht nur für sich alleine. In diesem… Mehr

Eben nicht. Von genau solchen, die, da ohne Nachkommen und Verpflichtungen, kurzsichtige Politik machen wie Abteilungsleiter beim Daimler und dabei alles auf den Kopf stellen, gibt es wahrlich schon genug.

Ich hätte mir auch gewünscht, dass Kemmerich es zumindest versucht, aber er hat offenbar Drohanrufe bekommen. Niemand von uns weiß, was man ihm und seiner Familie angedroht hat. Kann man von einem Vater von sechs Kindern wirklich verlangen, dass er es darauf ankommen lässt?

Wahr ist allerdings, dass er von all dem – seiner Wahl, dem Druck, den Drohungen – nicht dermaßen überrumpelt hätte sein dürfen.

Genau, ich hätte sofort Koalitionsverhandlungen begonnen und spätestens nach 2 Tagen wäre mein Kabinett gestanden.
Selbst wenn ich wie Airborn-Niebel mit dem grünen Käppi und der Froschsonnenbrille irgendwelche Buddies hätte anrufen müßen, die von Tuten und Blasen ebensowenig Ahnung gehabt hätten, wie Ex-Verteidigungs-„Flinten-Uschi“ von der Feuerkadenz eines MG42.

Sehr geehrter Herr Spahn, sie schreiben: „Wer die Macht in der Hand hält und sie beim ersten Gegenwind fortwirft wie eine heiße Kartoffel, hat in der Politik nichts zu suchen.“ Unter demokratischen Rahmenbedingungen mag dieser Spruch zutreffend sein. Doch die gibt es in Deutschland 2020 nicht mehr! Zu dieser Erkenntnis werden sie auch noch kommen.