Anti-Lockdown-Krawalle in den Niederlanden und in Dänemark

In den Niederlanden und in Dänemark kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen nach dem Inkrafttreten schärferer Corona-Maßnahmen.

imago images / Ritzau Scanpix
Bei der Demonstration am 23.01. in Kopenhagen gegen die Corona-Auflagen wurden neun Personen verhaftet

In den Niederlanden kam es am Sonntag nach Inkrafttreten der Ausgangssperre landesweit zu Protesten und Ausschreitungen. In mehreren Städten, darunter Amsterdam, Den Haag und Eindhoven, gab es Gewalt gegen die Polizei von Demonstranten, die das Ende der drastischen Beschränkungen forderten.
Bei den Protesten in Eindhoven wurden Barrikaden in Brand gesetzt, Polizeiwagen attackiert und vereinzelt Läden geplündert. Auch der Bahnhof wurde mit Steinen beworfen, dabei gingen Scheiben zu Bruch. Die Polizei setzte mancherorts Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein, es gab 250 Festnahmen. Die gewaltsamen Demonstranten werden auf mehrere Hundert beziffert.

Auch in Dänemark gab es am Wochenende Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Hier wurde ebenfalls in mehreren Städten demonstriert, darunter die Hauptstadt Kopenhagen und Aalborg. Hier soll es ebenfalls zu Ausschreitungen gekommen sein, Medienberichten zufolge haben Demonstranten Feuerwerkskörper gegen die Polizei eingesetzt. Es gab neun Verhaftungen. Der Protest in Dänemark geht wohl von einer Gruppe namens „Man in Black“ aus, die auf Facebook zu Demonstrationen aufgerufen haben, und ihre Freiheit von einer „übergriffigen Regierung“ zurückverlangen. In diversen Medienberichten war zwar von der „Hooligan Szene“ die Rede, sowohl bezogen auf die Proteste in den Niederlanden als auch in Dänemark. Die genannte Gruppe „Man in Black“ distanziert sich aber sowohl von rechten als auch linken Gruppierungen, so schreibt sie auf ihrer Facebook Seite: „FUCK Right Wing, FUCK Left Wing, We are people, together for freedom.“

Zudem gab es in den letzten Wochen vor allem in den Niederlanden Demonstrationen mit Tausenden zumeist friedlichen Teilnehmern.

Die gewaltsamen Ausschreitungen wurden bereits von diversen Politikern verurteilt. „Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt“, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte einen Tag nach den Geschehnissen.

Die Niederlande, die noch im Sommer vergleichsweise zurückhaltende Maßnahmen trafen, haben diese in den letzten Wochen drastisch verschärft – ähnlich wie in Deutschland wird das nun mit der angeblichen Gefahr durch das „britische Virus“ legitimiert. Auch in Dänemark wurden strengere Maßnahmen verhängt, so z.B. eine Einreisesperre für Ausländer ohne negativen Test sowie ein Versammlungsverbot ab fünf Personen.


Von Max Zimmermann. 

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Kommentare ( 39 )

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LadyGrilka55
8 Monate her

„Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt“ Das mag man zu Recht genauso sehen wie Mark Rutte. Eine Frage aber bleibt: Welche Möglichkeit des berechtigten Protests bleibt denn den Bürgern, wenn friedliche Demonstrationen sofort, z.T. sehr gewaltsam, aufgelöst werden? Wenn auf keine andere Stimme mehr gehört wird als auf die des eigenen Größenwahns? Noch ist es nicht soweit, aber man muss befürchten, dass eines vielleicht gar nicht fernen Tages auch dem letzten bis jetzt friedlichen deutschen Schlafmichel der Kragen platzt. Und lange unterdrückte Wut entlädt sich u.U. explosionsartig. Das sollten die Politiker,… Mehr

Andreas aus E.
8 Monate her

Interessante Gemengelage aus berechtigtem Protest und „Partyszene“…

hassoxyz
8 Monate her

Sind das die ersten Vorboten der kommenden schweren Bürgerunruhen in Europa ? Es scheint so, daß viele Menschen, die bislang eher gelassen und verständnisvoll auf die Lockdownmaßnahmen ihrer Regierungen reagiert haben, nun langsam die Geduld verlieren und auf die Barrikaden gehen. Wenn die Lockdowns auf unbestimmte Zeit verlängert werden, kann es richtig ungemütlich werden. Immer mehr Menschen, auch in Deutschland, empfinden die Zwangsmaßnahmen als willkürlich, undurchdacht und dilettantisch durchgeführt, zumal eine echte Exitstrategie nicht erkennbar ist und das Ende immer weiter herausgeschoben wird.

Alfonso
8 Monate her
Antworten an  hassoxyz

„Immer mehr Menschen, auch in Deutschland ….“

Sie leben in einer Scheinwelt.

moorwald
8 Monate her
Antworten an  hassoxyz

Man muß es am eigenen Leibe spüren. Nicht schöne Ideale von Freiheit und Recht mobilisieren die Massen.
Nein, es sind all die unverschuldet ins Elend Getriebenen: die Mutter, deren Kinder am Lernen gehindert werden und die nicht weiß, wo sie sie lassen soll – der kleine Händler, der Friseur, der Kneipenwirt – der Hausbauer, dessen Arbeitseinkommen wegfällt, weil sein Betrieb (vor kurzem noch gesund)schließt…

Eberhard
8 Monate her

Es sind die selben Politiker, die in der EU das Impfdesaster verursacht haben, die solche nun leider auch entgleisenden Proteste verursacht haben. Es werden nicht die letzten sein. Wer von seinen Bürgern so große Opfer verlangt, der muss sich auch an seinen eigenen Entscheidungen messen lassen. Unsere Politiker, nicht nur in Deutschland, sind nicht in der Lage einfachste strategische Probleme zu erkennen und schon gar nicht zu lösen. Mit schnellen und z.T. unsinnigen Verboten , dazu mit der Gießkanne auf alle verteilt, können die Menschen nicht mit genommen werden. Wer so bei der Beschaffung von Impfstoffen versagt hat, braucht sich… Mehr

StefanB
8 Monate her

Willkommen in der global „orchestrierten“ Klimarettungsabkühlungsorgie namens Corona. Da kann auf die Freiheiten der Bürger keine Rücksicht genommen werden – das „Höhere“ zählt. Alles muss weitestgehend zum Stillstand gebracht werden, der viel Energie und somit angeblich klimaerhitzendes CO2 einspart.

Ananda
8 Monate her

Meiner Meinung nach vermischt dieser Bericht legitime demokratische Proteste mit der Randale und Plünderungsszene.
Es gibt ein Demonstrationsrecht ausschließlich für friedliche Proteste. Kleinkriege und Plünderungen gehören da nicht dazu

Udo Kraus
8 Monate her

Da der Staat ja zunehmend psychische und physische Gewalt einsetzt ist das ja erwartbar. Vor allem wenn die Fakten verbogen werden, dass sich die Balken biegen. Laut statistischem Bundesamt steigen die Sterbezahlen seit 2004 kontinuierlich an. Hier ein paar Auszüge: 2004  818 271 2008  844 544 2012  869 582 2016  910 899 2017  932 263 2018  954 874 2019  939 520 2020  979 565 (voraussichtlicher Wert, die Tage 28.12. bis 31.12. sind geschätzt. Wer den Trend hier nicht erkennt, hat Tomaten auf den Augen, denn so gesehen besteht seit 2004 kontinuierliche Übersterblichkeit. Dass aber in den 1930er Jahren sehr viele… Mehr

November Man
8 Monate her

Und schon wieder will man von Seiten der Politik und in der Lügenpresse die schweren, gewalttätigen Ausschreitungen und Krawalle, diesmal in den Niederlanden und Dänemark, den Pandemie- und Lockdown-Gegnern unterschieben. Schaut man sich aber die Bilder an, weiß jeder sofort, wer wirklich für die schweren Ausschreitungen verantwortlich sind. Das sind eindeutig die linksradikalen Anarchisten der gesetzlosen Antifa gemäß ihrem linksextremen Motto: „Wir lehnen jeden Staat ab. Wir greifen seine Repräsentant*innen und Institutionen an.“ „In den Niederlanden sind gestern Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung den dritten Abend in Folge eskaliert. In mindestens sechs Städten zogen Randalierer durch die Straßen, sie… Mehr

Hanno Spiegel
8 Monate her
Antworten an  November Man

Wir rufen auf zu Angriffen auf den Staat, seine Repressionsorgane und Institutionen der Justiz (…) Wir wollen die herrschende Ordnung zerstören!“, heißt es in in einem Aufruf unter dem Titel „Bundesweiter Aufruf: Subversiv & unkontrollierbar – Für ein offensives Jahr 2021!“
Na ja, anscheinend bin ich auch ein bissl Antifa..

Oneiroi
8 Monate her

Lustige Entwicklung. Wäre hätte gedacht, dass es die Party und Eventszene ist, die sich für die Freiheiten der MItbürger einsetzt?;D
Wenn das so weiter geht und die Freiheiten und Grundrechte zumindest in „bunten“ Stadteilen wieder hergestelt werden, könnte es noch zur Binnenmigration dorthin kommen:D.
Ich stelle mir schon Kreuzberg und Neuköln wie private regierte Kolonien vor, wo die Polizei wegen dem Widerstand sich nicht hintraut mit eigenem Sicherheitskonzept;D.Dort wird man dann je nach Warlord, wenigstens Restaurants usw. öffnen dürfen.

Germer
8 Monate her
Antworten an  Oneiroi

„Ich stelle mir schon Kreuzberg und Neuköln wie private regierte Kolonien vor, wo die Polizei wegen dem Widerstand sich nicht hintraut mit eigenem Sicherheitskonzept“

Das ist doch jetzt schon kaum anders.

Monika
8 Monate her

Grundsätzlich bin ich ja gegen den Lockdown. Allerdings handelt es sich wohl bei den Krawallen wohl eher nicht wirklich um Anti-Lockdown-Proteste. Da sie, wie man zumindest den niederländischen Bildern entnehmen kann, fast nur von Migranten begangen werden, kann man wohl davon ausgehen, daß es sich um Trittbrettfahrer handelt. Die nutzen jeden Anlass, wie man ja schon in Frankreich und Stuttgart gesehen hat. Wenn jetzt diese Art von Krawallen den Lockdown-Gegnern als Grund zum Frohlocken dienen, dann schießen die sich ins eigene Knie, was ja wohl bei den Mainstream-Medien der Sinn der Berichterstattung sein soll.

pantau
8 Monate her
Antworten an  Monika

Ich schätze ebenfalls Coronamaßnahmenkritiker friedlich ein. Die Zusammensetzung gerade des rabiaten Teils dieser Demonstranten wäre durchaus mal interessant zu erfahren.