Deutsche Bildungskatastrophe mit Ansage

Die Qualität des Bildungssystems ist im freien Fall. Die PISA-Studien bestätigen das immer wieder. Damit vergeudet Deutschland den einzigen Rohstoff, den es noch hat: die Bildung und Qualifikation von Kindern und Jugendlichen. Er wird seit Jahren von Politikern leichtfertig verspielt – aus Inkompetenz oder aus ideologischer Verblendung. Von Prof. Dr. Michael Klein

picture alliance / dpa | Matthias Balk

Die verantwortlichen Akteure selbst waschen ihre Hände in Unschuld. Sich über ihr Handeln und die desaströsen Folgen für das Land zu erregen, ist Bürgerpflicht in einer Demokratie. Es ist inzwischen vielerorts wichtiger, dass die Schüler aufsagen, es gebe mehr als zwei biologische Geschlechter, der Islam sei die Religion des Friedens und ihre eigene Generation sei die letzte, die den Klimawandel aufhalten kann. Diese „Erkenntnisse“ sind jedoch nur Ausdruck linksgrüner Glaubensbekenntnisse und nicht Resultat kritischen, reflexiven Denkens. Wer sie hinterfragt, wird abgestempelt, zum Schweigen gebracht oder auf andere Weise ausgegrenzt. Für Lehrkräfte wird es immer schwieriger, sich dem bildungspolitisch verordneten Mainstream zu entziehen und selbstständiges Denken ihrer Schüler zu fördern, was ihre vornehmste Aufgabe wäre.

Aufklärung und humanistische Bildung sind die besten Lösungen

Nur die Erziehung zum kritischen Denken, die Liebe zu Literatur, Kultur und Philosophie sowie ein tiefes Verständnis der Naturwissenschaften kann eine fundierte Bildung erzeugen, die durch ein ganzes Leben in einer sich schnell wandelnden Welt trägt. Inzwischen sind in führenden Positionen der Politik so viele Bildungsversager und Schulabbrecher und außerdem Promotionsbetrüger, dass naheliegend ist, dass diese den Wert echter, tiefer Bildung nicht verstehen, geschweige denn anstreben.

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Dafür herrscht bei all diesen Personen zu viel innerliche Ablehnung, Opportunismus und Ideologiebesessenheit. Wirkliche Bildung lehnt jede Rigidität im Denken ab, schafft Räume für Kritik und Meinungsfreiheit und übt Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden. Diskurse sind ohne emotionale Verletzungen oder gar Dämonisierungen möglich. „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen“, sagt Aristophanes.

Dass Naturwissenschaften, Mathematik, Musik und Kunst schon seit Jahren in den Schulen heruntergefahren oder inhaltlich ausgehöhlt werden, ist ein Kernsymptom der deutschen Bildungsverarmung. Schüler der 4. Klasse sollen in Niedersachsen nicht mehr dividieren lernen. Weitere Bundesländer werden schnell folgen. Goethe und die Klassiker sind aus den meisten Lehrplänen bereits entfernt. Dafür werden Gendersprache, Feminismus und Islamisierung hochgefahren. All dies zeigt den Irrsinn der Bildungsentwicklung in Deutschland.

Alleine schon die Tatsache, dass die humanistische Bildung, die zu kritischem Denken und vertiefter Reflexion führen kann, vor Jahren abgebaut wurde, ist selbstzerstörerisch und damit widersinnig. Es braucht eine Renaissance der aufklärerischen humanistischen Bildung und der Freude am Denken und Kritisieren, um das Land zu retten.

Eine kleine Schar linksgrüner Politiker zerstört Bildung und Zukunft

Einige wenige, von absurden Ideologien besessene Bildungs- und Kulturpolitiker und die ihnen blind folgenden Beamten und Parteifreunde ruinieren so die Zukunft des Landes. Die Linke will das Mittelmaß, weil sie vor Exzellenz und Spitzenbildung Angst hat. Sie widersprechen ihrer gleichmacherischen Ideologie von Gerechtigkeit. Ungebildete oder schlecht gebildete Menschen sind leichter manipulierbar, weil sie nicht selbst denken, sondern denken lassen. Betreutes Denken ist der Untergang jedes aufklärerischen Ansatzes.

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Das Land entwickelt sich damit um viele Jahrzehnte zurück. Die Tendenz zum betreuten Denken wird von den öffentlich-rechtlichen Medien (ÖRR) unterstützt und verstärkt. Auch in den Schulbüchern wimmelt es inzwischen an Beispielen linksgrüner Ideologie. Das führt dazu, dass Jungen immer wieder auf Beispiele von Misandrie (Männerhass) stoßen, weil Männer als grundsätzlich toxisch dargestellt werden, solange sie weiß und älter sind. So lassen sich Stereotypen dauerhaft in einer Generation von Kindern verankern. Gleiches gilt für Klima- und Migrationspolitik.

Am Beispiel von Baden-Württemberg, das vom Spitzenland unter der grün-sozialistischen Führung eines Herrn Kretschmann zum Bildungsnotfall geworden ist. Daran lässt sich der beschleunigte Niedergang eines einst vergleichsweise erfolgreichen Bildungssystems besonders nachdrücklich illustrieren. Durch auswendig gelernte Plattheiten linksgrüner Ideologien wird Deutschland keinen Wohlstand erwirtschaften können. Aber genau darum geht es: Degrowth, Klimaangst und Abhängigkeit vom großen Bruder Staat – kurz Kritiklosigkeit und Konformität – sind angesagt. Die entstehende Massenarbeitslosigkeit und die zunehmende Armut passen den Ideologien ins Konzept, weil sie damit die Menschen gefügig machen können.

Andere Meinungen oder gar konstruktiver Widerstand können so im Keim erstickt werden. Die zuletzt gemachten Äußerungen des Merkel-Adepten Daniel Günther aus Kiel (MP oder Privatmann?) zeigen, wohin die Reise gehen soll: Alles, was von der regierungskonformen Linie abweicht und eine kritische Position bezieht, wird stigmatisiert und am Ende verboten, so die Träume dieser gefährlichen Big-Brother-Fraktion. Schon lange agieren manche Ministerien und Staatsanwaltschaften wie das von George Orwell bekannte „Wahrheitsministerium“. Widerstand dagegen ist jetzt angesagt, nicht erst in fünf oder zehn Jahren. Dann kann es nämlich schon zu spät sein.

Die meisten erfahrenen Lehrer ballen die Fäuste in der Tasche

Viele Lehrkräfte leiden unter dieser Entwicklung, die im Übrigen Hand in Hand mit der unverantwortlich überbordenden illegalen Migration einhergeht. Dass es besonders viele Politkräfte ohne Hochschulabschluss oder Berufsqualifikation waren, die diesen Zustand des Landes billigend herbeigeführt oder in Kauf genommen haben, unterstreicht die gefährliche Rolle der Mittelmäßigkeit.

Diejenigen Lehrer, denen es um Qualität und gelingende Kindesentwicklung geht, ballen inzwischen verzweifelt die Fäuste in der Tasche, fühlen sich aber hilflos und ohnmächtig in Anbetracht der überbordenden Bildungs- und Kontrollbürokratie. Wenn erst einmal die erwachsenen Schüler der jetzigen Bildungspolitik als junge Lehrkräfte in die Schulen kommen werden, wird es für eine Veränderung zu spät sein, weil sie das Bildungsniveau durch ihre Arbeit weiter absenken werden. Das Ballen der Fäuste in der Tasche wird auf Dauer nicht reichen. Es braucht offensive Formen der Gegenwehr – jetzt.

Der Fisch stinkt mal wieder vom Kopfe her

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Die Bildungspolitik ist schon seit Jahrzehnten überwiegend in der Hand von Hyperideologen und Laien. Pädagogische Experimente dominieren statt entwicklungspsychologisch solide fundierter Lehr- und Lernformen. Das Desaster um das „Schreiben nach Gehör“ in den Grundschulen ist eines der vielen Beispiele für Chaos und Beliebigkeit. Seitdem die universitäre Linke die Bildung entdeckt und Bildungswissenschaft als eigene Disziplin etabliert hat, geht es mit der realen Bildung bergab.

Die Folgen sind katastrophal. Mediokre Politiker vermögen nichts anderes zu vollbringen als minderwertige Politikqualität. Es entwickelt sich über die Jahre eine Spirale, die immer weiter nach unten führt. Zum Ärger engagierter Lehrer und Eltern. Die Entwicklung braucht niemanden zu verwundern. Nicht nur im chinesischen Sprichwort stinkt der Fisch vom Kopfe her, in der Realität tut er es auch und zeigt so auf die Verursacher der Malaise.

Ist eine Wende in der rasanten Abwärtsentwicklung des Landes und seiner Bildungspolitik möglich? Die Antwort lautet: nur mit äußerster gemeinsamer Anstrengung aller verantwortlich denkenden und zu Recht besorgten Bürger. Und nur, wenn diese sich zusammentun und ihre Stimme kompromisslos erheben. Also: eher nicht. Das ist kein Pessimismus, sondern aus Erfahrungen gespeister Realismus.

Jungen sind das neue Bildungsprekariat

Eine besonders benachteiligte Gruppe in den Schulen sind die Jungen. Schon seit etlichen Jahren liegen sie beim Bildungsabschluss Abitur in Deutschland um 8 bis 10 Prozentpunkte hinter den Mädchen. Die Bildungspolitik nimmt dies stillschweigend hin, da in ihren Reihen feministisches Denken dominiert. Das Schicksal von Jungen ist in diesen Kontexten meist nicht von Relevanz.

Die langfristigen Folgen dieses Gaps werden dramatisch sein. Dem weitgehend von weiblichen Fachkräften dominierten Bildungssystem fehlt an vielen Stellen die Empathie für benachteiligte oder sich anders verhaltende Jungen. Diese werden dann negativ bewertet oder für ihr Verhalten sanktioniert. Mädchen und Frauen sind schon längst zur Norm für richtiges und passendes Verhalten geworden.

Die verfehlte linke Bildungspolitik wird das Land noch mehr spalten

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Es wird im Bereich der Bildung durch die verfehlte rogrüne Bildungspolitik zu einer immer tieferen Spaltung der Gesellschaft kommen. Eltern, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder immer häufiger auf hochwertige Privatschulen. Die öffentlichen Schulen werden – auch dadurch – schlechter und schlechter.

Der Anteil von Migrantenkindern ohne ambitionierte Eltern (dafür gibt es das schreckliche Wort „bildungsfern“) und Kindern aus Prekariatsfamilien (auch hier wird mit Bildungsferne stigmatisiert) wird in diesen Schulen immer mehr steigen und schließlich weit über der Zweidrittel-Marke liegen. Dadurch werden Anspruch und Qualität dauerhaft abgesenkt.

Und auch die sozialen Probleme an den öffentlichen Schulen nehmen mehr und mehr zu. Die Berichte über Gewalt unter Schülern und gegenüber Lehrkräften nehmen seit Jahren zu. Schon jetzt dominieren vielerorts gewalttätige Gangs mit Migrationshintergrund die Realität an weiterführenden Schulen.

Durchschnittlichkeit ist das neue Ideal der Bildungspolitik

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So wird der wichtigste Rohstoff des Landes, Klugheit, kognitive und soziale Intelligenz, verschleudert und einer linken Ideologie geopfert, obwohl dieses Entwicklungspotential natürlich auch in vielen Migranten- und Arbeiterkindern zu wecken wäre. Eine verfehlte und letztlich einfach dumme Bildungs-, Migrations- und Sozialpolitik, die Bequemlichkeit und Leistungsunlust fördert, hat schon lange die Oberhand gewonnen. Durchschnittlichkeit ist das neue Ideal. Anstrengungslos Ziele zu erreichen, wie Abitur und Bachelor, ist heutzutage an vielen Schulen und Hochschulen möglich.

Leistungsmotivation gilt als verdächtig. Die kontinuierliche Herabsenkung der Bildungsstandards führt zu immer schlechteren Leistungen, dumpfem Wohlgefühl bei Durchschnittlichkeit und der Herrschaft der Mediokren. In Politik, Medien und Verwaltung haben die Mittelmäßigen und Anspruchslosen große Teile der Macht übernommen. Das große Versprechen der kostenfreien Bildung für alle wird gerade durch die linksgrüne Bildungspolitik durch die leistungsfeindliche Gleichmacherei und die entstehende, finanziell determinierte Spaltung des Schulwesens unmöglich gemacht. Was es braucht, ist konsequente Elitenförderung genauso wie sonderpädagogische Förderung benachteiligter Kinder. Leistungsstarke, hochbegabte Schüler müssen mindestens so viel Förderung bekommen wie leistungsschwache.

Selbstermächtigung ist die Alternative

Selbstbildung und Selbstermächtigung bleiben als Wege für diejenigen übrig, die das Problem erkennen, den Prozess durchschauen und stark genug sind, sich dagegen zu stellen. Dazu braucht es geistige Klarheit und Selbstdisziplin. So war es schon immer. Nicht umsonst standen die meisten der antiken griechischen Philosophen dem übermäßig dekadenten Leben ihrer Zeitgenossen abgewandt gegenüber.

Mittelmäßigkeit und Leistungsunlust darf nicht länger das Ideal der Gesellschaft insgesamt und Bildungspolitik im Besonderen sein. Mittelmaß erzeugt noch mehr Mittelmaß und damit auf Dauer eine Spirale nach unten, weil die Exzellenz immer mehr fehlt oder das Bildungsniveau sich bis zu Unkenntlichkeit absenkt.

Es braucht mutige Bildungsinitiativen vor Ort, auch von und mit Migranteneltern. Der Bildungskanon muss neu definiert werden mit Zielrichtung zu mehr Anspruch und Leistung, kritischem freiheitlichem Denken und Selbstermächtigung.


Prof. Dr. Michael Klein, Klinischer Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Experte für Entwicklungsfragen des Kindes- und Jugendalters.

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Kommentare ( 6 )

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Raul Gutmann
8 Stunden her

Die medial plakatierte jahrzehntelange deutsche Bildungskatastrophe reflektiert schlichtweg den Untergang des „ersten Bildungsvolkes der Welt“ (Max Weber 1916), was alltäglich in Schrift und Alltag für die wenigen sichtbar ist, die noch sehen vermögen.
Erst geben ihre Sprache auf, dann verlieren sie die Mathematik, am Ende ihre Kultur. – Anschließend sterben sie.
Genau das zeigt die Gegenwart.

Last edited 8 Stunden her by Raul Gutmann
Haba Orwell
8 Stunden her

> Nur die Erziehung zum kritischen Denken, die Liebe zu Literatur, Kultur und Philosophie sowie ein tiefes Verständnis der Naturwissenschaften kann eine fundierte Bildung erzeugen

Wie denn kritisches Denken, etwas hinterfragen? Bei den Woken dürfen Klimagedöns und 666 Geschlechter nicht hinterfragt werden, bei liberal-konservativen Michels Seine Trumpigkeit – kritisches Denken will in diesem Land keiner.

Fieselsteinchen
8 Stunden her

Ein Verbot, dass linksgrün engagierte Eltern/Politikereltern (!) im Namen einer präsozialistischen Solidarität ihre Kinder auf Privatschulen schicken, würde in kürzester Zeit helfen, den Bildungsabstieg zu bremsen. Für diese Eltern nur das Beste – nämlich die Brennpunktschule – dort können sie sich und ihre Kinder gewinnbringend im Gendern, Transfluidität und Unterwerfung einsetzen.

M. B.
8 Stunden her

„Anstrengungslos Ziele zu erreichen, wie Abitur und Bachelor, ist heutzutage an vielen Schulen und Hochschulen möglich.“ Der Stammtisch ist klarsichtig: “ … und des Kleebointners Inmann fragt sogar einmal den jungen Lipp, den Gymnasiasten, was man in der Stadt alles höre und erzähle. Aber was weiß der von dem Völkerstreit und dem Krieg? Er gibt stattdessen in seiner großsprecherischen Weise zum Besten, was er nun schon alles lernen müsse und lernte, und der alte Lipp nickt in einem dazu. »Eh‘ schon ein halber Doktor«, lächelt er nachher. »Das ist grenzenlos, was in einen Menschenkopf hineingeht; aber das begreif‘ ich nicht,… Mehr

Reimund Gretz
8 Stunden her

Und wenn man den #Jugendlichen das #Internet noch einschränkt werden die #Kompetenzen nicht besser! Verbot sozialer Netzwerken wird nach hinten losgehen. Gerade für 13, 14, 15 jährige sind die soziale Netzwerke ein fester Bestandteil, die Form der #Kommunikation die sie am häufigsten nutzen. Die #Rückwärtsgewanden der #Parteien verstehen es einfach nicht die #Zukunft gehört dem #Internet, gehört den #sozialen #Medien gehört #KI, wer das den #Jugendlichen verbieten will, der beraubt sie sich in dieser Welt zurechtzufinden und sich behaupten zu können! Glaubt jemand, die werden, egal ob mit 16 oder 18, die #Parteien wählen, die Ihnen diese Chance auf Jahre… Mehr

Haba Orwell
8 Stunden her

> Die Qualität des Bildungssystems ist im freien Fall. Die PISA-Studien bestätigen das immer wieder.

Das sehe ich auch in hiesigen Kommentarspalten – oft nicht die geringste Fähigkeit, irgend eine Sachargumentation zu verstehen. Aus diesem Land wird nie mehr was, zumindest einige Generationen (also sowieso solange ich noch leben werde).