Weißen Zutritt verboten: Café in Berlin mit 662.450 Euro gefördert

Ein Coworking-Café in Berlin-Kreuzberg, das explizit nur Menschen mit bestimmter Hautfarbe und Geschlechtsidentität Zutritt gewährt, hat in vier Jahren über 662.000 Euro Steuergeld aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ erhalten.

picture alliance / Flashpic | Jens Krick
Das Café wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

Der Fall der Organisation BIWOC Rising gUG ist ein besonders irritierendes Beispiel der Vergabe öffentlicher Mittel: Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft betreibt seit Jahren eine Coworking-Zone mit integriertem Café an der Dresdener Straße 11, das sie selbst als „intersectionalen safer space“ bewirbt. Zutritt haben laut Website und Selbstbeschreibung ausschließlich „BIWoC and TINBIPoC“-Personen. BIWoC steht für „Black, Indigenous and Women of Color“, TINBIPoC für „Trans*, Inter* und nicht-binäre People of Color“. Weiße Menschen sind damit systematisch ausgeschlossen, berichtet dazu das Nachrichtenmagazin Focus. Und die Organisation selbst bestätigt auf ihrer Internetseite und in Veranstaltungsankündigungen die geltenden Regeln.

Gleichzeitig listet die offizielle Satzung des Vereins klassische gemeinnützige Zwecke auf: Bildung, Förderung von Toleranz sowie Hilfe für „politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler, Kriegsopfer, Kriegshinterbliebene, Kriegsbeschädigte und Kriegsgefangene“. Eine Anfrage, wie der rassisch motivierte Ausschluss von Menschen mit weißer Hautfarbe mit diesen Zielen und der öffentlichen Förderung vereinbar sei, blieb laut Focus unbeantwortet.

Terrormorde als „Widerstand“ verharmlost

Aber auch weiße Steuerzahler dürfen dieses Projekt mit viel Streuergeld unterstützen: Zwischen 2021 und Ende 2024 flossen laut Förderlisten des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) insgesamt 662.450 Euro an BIWOC Rising. Die Summen sind in den Bundestagsdrucksachen (zum Beispiel 20/10952) dokumentiert. Manche Quellen sprechen sogar von bis zu 800.000 Euro für verwandte Projekte. Das Geld stammt aus dem Programm „Demokratie leben!“, das ursprünglich Radikalisierung verhindern, Vielfalt stärken und Extremismus bekämpfen sollte.

Die BIWOC-Rising-Geschäftsführerin Loubna Messaoudi teilte laut Welt zum Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 einen Beitrag, der den Terrorangriff als „Widerstand gegen Kolonialismus“ verharmloste. Und nach einem Polizeieinsatz gegen eine propalästinensische Aktivistin warf sie Deutschland eine „Wiederholung der NS-Vergangenheit“ vor. Auch die Schauspielerin Mihaela Dragan, die dem Beirat der Organisation angehört, lieferte extreme anti-israelische Äußerungen (so seien – Zitat – israelische Siedler „Schweine ohne jede Würde“). Beide sind noch immer auf der Website in ihren Funktionen, der Verein reagierte bisher nicht auf Anfragen.

Dobrindt und Prien laden zu Krisentreffen über „Demokratie leben!“

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte nun eine „gründliche Überprüfung“ und Neuausrichtung des Programms „Demokratie leben!“ an: „Wer öffentliche Gelder bezieht, muss fest auf dem Boden der demokratischen Grundordnung stehen. Hass und Hetze haben hier nichts verloren.“ Die Ministerin will künftig stärker auf „Loyalität zu nationalen Zielen“ und Effizienz achten.

Führende Vertreter aller Bundesministerien haben sich am Montagmorgen auf Initiative von Prien und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) getroffen, um über die Zukunft der Demokratieförderung durch die schwarz-rote Koalition zu beraten. Ein Grund für das Treffen war der Streit um den von Prien geplanten Umbau des Förderprogramms „Demokratie leben“, der für viele bisher geförderte Projekte das Aus bedeuten würde. Priens Plan war bei vielen Betroffenen, aber auch beim sozialdemokratischen Koalitionspartner auf Kritik gestoßen.

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Kommentare ( 103 )

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Martin Beckmann
2 Tage her

Super Rassismus, typisch rot-links-grün-cdu-Ideologie. Besser geht es wirklich nicht. Dürfen Indianer und Moslems (Vollverschleiert) und links-rechts-grüne-cdu-Fetischisten rein

Richy
1 Tag her
Antworten an  Martin Beckmann

„Positiver“ Rassismus, sowie Hass und Hetze durch linke NGOs wird halt anders beurteilt.

Haedenkamp
20 Stunden her

Dieses Ding ist nur eine aufgemotze Klitsche, wer da rein darf oder nicht, geschenkt. Aber diesen Stümpern fast eine dreiviertel Million Euro in den Rachen zu werfen, ist schon heftig.

Privat
1 Tag her

Bei der verantwortlichen CDU Ministerin – PRIEN – aus Schleswig Holstein soll es sich um eine gebürtige Holländerin handeln, die der dünne CDU Mann eingesetzt hat

Lore
1 Tag her

Würde mich interessieren, ob ein Café, welches explizit DIE Gaste einlädt, die in dem anderen Café ausgesperrt werden, auch eine Förderung erhalten würde, nur wegen der Gerechtigkeit und so….

Haedenkamp
1 Tag her

Jetzt mal einen Blick auf deren Website geworfen: Die DDR hat ihre Kritiker verfolgt (genau das ist hier längst in Mode gekommen). Aber sie haben nie ihre Feinde finanziert. Auch nicht mutwillig die eigene Infrastruktur, Energieversorgung oder innere Sicherheit zerstört. Das ist der entscheidende Unterschied.

Unglaeubiger
1 Tag her

Als weißer Steuerzahler und Bürger dieses Landes kann man sich nur wundern darüber, dass die weißen Menschlein sich das gefallen lassen und weiterhin diesen Wahn weiterhin bezahlen. Von einem Charakter der „Nehmenden“ braucht man sowieso nicht zu sprechen, irgendwie läuft alles nur mehr erschreckend verquer!

Thomas Mairowski
1 Tag her

Gab es zumindest vor 10 Jahren noch in Düsseldorf Altstadt: In einem Salsa-Club gab es 1 Tag in der Woche, in der nur Hispanics erlaubt waren.
Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht.

Kalmus
1 Tag her

Wie hoch ist der Anteil non-binärer Kinder in
a) Arbeiterfamilien
b) Beamtenfamilien?
Bitte Statistik.

Alternativ: Wie hoch ist der Anteil non-binärer Kinder abhängig vom Familieneinkommen?

thinkSelf
1 Tag her

Erst ml vorne weg: Im privaten Bereich hat in einer freiheitlichen Gesellschaft das alleinige Hausrecht. Er darf dabei auch maximal rassistisch sein. Egal aus welcher Richtung. Und das es für private Veranstaltungen per se keinerlei Staatsknete geben darf ist ebenfalls evident (außer für Totalitaristen).
Das staatliche Kohle fließt zeigt allerdinge etwas ganz anderes und das eigentliche Problem. Denn alleine durch die Zahlung zeigt der Staat das er genau den hier gelebten Rassismus per faktischer Handlung zum Staatsziel erhebt. Was aber auch nicht verwundert, schließlich ist das schon lange Staatsziel.

RiverHH
1 Tag her

In was für einem Land leben wir inzwischen? Was lassen wir uns inzwischen alles gefallen? Was haben wir für Negativgestalten die Regierung spielen? Es ist unfassbar!!! Soweit ich mich erinnern kann, ist und war Deutschland, bzw. ganz Europa, weiß. Ich habe keinen Afrikaner eingeladen, genau so wenig wie Muslime. Ich will die nicht in meinem Land haben. Grenzen zu und Remigration. Schnellstens und ganz gründlich.

prague
1 Tag her

Ich möchte nicht wissen was passieren würde, wenn ein weisse Lokalinhaber an seienm Lokal schreiben würde, nur für weisse. Da würden in D, Programme in ÖR geendet, Demos gegen Rechts und die Haltunsmedien würden Amok laufen, aber so, wenn es gegen weisse geht, ist das in ordnung. Ich frage mich, woher so viel Selbsthass kommt und warum so plötzlich?

Markus Gerle
1 Tag her
Antworten an  prague

Bei beruflichen Aufenthalten in Ländern anderer Ethnien habe ich es durchaus schon erlebt, dass die Menschen teilweise Vorbehalte gegenüber Kaukasiern (so nennen die Amis Weiße) haben. Rassismus gibt es halt überall und er geht auch nicht nur von Weißen aus wie Linke immer wieder fälschlich behaupten.
Aber dass ich aufgrund meiner ethnischen Zugehörigkeit irgendwo nicht rein durfte, Angehörige der passenden Ethnie aber schon, habe ich noch in keinem Land erlebt. Somit stelle ich fest, dass ich mit meinen Steuergeldern richtig heftigen Rassismus unterstütze. Da stellt sich langsam die Frage, ob man nicht alleine schon aus Gewissensgründen Steuern hinterziehen müsste.

Haedenkamp
1 Tag her
Antworten an  prague

#Plötzlich# kann nicht sein: Das hat System seit der bedingungslosen Befreiung am 8. Mai 1945. Jetzt fährt der Kabal seine Heuer ein: ethnische Säuberung umgekehrt. #Wartet mal ab!#