Junge Frauen stellen sich immer kompromissloser in den Dienst der Einheitsideologie – sind für Trans-Rechte, offene Grenzen, Pro Palestine. Der Fall Fernandes ist nur ein Anlass, um Männer erneut an den Pranger zu stellen und neue Gesetze zu fordern, während echte Gewalt – auch gegen Frauen – ignoriert wird.
picture alliance / dts-Agentur
Dass Frauen fast jeden Alters sich zunehmend radikalisieren, gehört sicher nicht zu den üblichen Smalltalk-Themen auf deutschen Stehempfängen. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass sich vor allem jüngere Frauen länderübergreifend, zumindest in Europa und einigen angeschlossenen Regionen, in wachsendem Maße in den Dienst der Einheitsideologie stellen, wobei das Alter wie gesagt relativierbar ist. Was besagt die Einheitsideologie? Wir müssen alle sozial wie ökologisch gerecht handeln, dabei Verletzungen und Beschädigungen möglichst vermeiden, offen sein für viele Identitäten. Es geht um so alltägliche Themen wie Trans-Rechte, Klimagerechtigkeit, offene Grenzen für alle, Antirassismus und Anti-Islamophobie.
Auch in Deutschland ist es nicht anders. Die Aufregung um den Fall Collien Fernandes wirft ein Licht auf diesen Zustand, beinahe schon ein Notstand. Denn der politische Diskurs wird auch in diesem Land zunehmend von Frauen in Aufruhr bestimmt, wie auch die Diskussion um den Fall Fernandes-Ulmen zeigt.
„Ich bin so wütend“, schrieb etwa SPD-Frontfrau Manuela Schwesig auf X, wütend sei sie, „dass Frauen immer wieder ihren Körper, ihre Identität, ihre Würde verteidigen müssen“. Das sei im „echten Leben“ genau dasselbe wie im Netz.
Claudia Roth will geweint haben, als sie las, „was Collien gesagt hat, … weil da so viel Schmerz war“. Doch Roth wischte die Tränen weg und legte aggressiv-fordernd nach: „Jetzt kommen immer mehr Männer … aber es müssten noch viel, viel, viel mehr Männer sein, die sich fragen: ‚Was ist mit uns los, dass so etwas passieren kann?‘“ Die Männer als das neue schuldige Kollektiv, das hat sich freilich schon seit einiger Zeit angekündigt. Dabei ist noch nicht einmal die Schuld von Christian Ulmen bewiesen. Im Gegenteil, die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte ihre Ermittlungen vorläufig eingestellt, weil Fernandes keine Belege oder Unterlagen für ihre Behauptungen liefern konnte, wie ARD-Journalistin Iris Sayram berichtet.
Die Grün*innen wittern allgemein die Chance, das Rädchen der Gesellschafts-Feminisierung und die Abschaffung von Safe-Spaces für Männer weiterzutreiben. Ricarda Lang zur Debatte: Männer sollen nicht weghören, „wenn in der Sportumkleide blöde Witze über Frauen gemacht werden“. Überhaupt waren die Beiträge von weiblicher Seite oft sehr assoziativ, da war auch in Straßeninterviews viel von aufdringlichen Männern auf Dating-Apps die Rede.
Der vermeintliche Konflikt unserer Zeit
Also immer wieder Frauen gegen Männer – man könnte dies für den zentralen politischen Konflikt unserer Tage halten. Aber natürlich stießen auch einige Männer zu der Kampagne, etwa der Sänger Max Raabe, der berichtete, ihm sei bei der Nachricht „das Blut in die Füße gerutscht“. Natürlich wünscht sich auch Raabe, den man sich eher als analogen Typen vorstellt, dass „so etwas in Zukunft“ mit irgendwelchen Schritten verhindert werden soll. Nur weg mit der bösen, neuen Realität des Digitalen, hört man aus diesem altmodischen Künstlerkommentar heraus, während Collien Fernandes aus Raabes Sicht „so wunderbar“ sei. Der Mann scheint sein Träumer-Image zu pflegen.
Auch Berlins Regierender Kai Wegner fand: „Was Frauen an Gewalt zugeführt wird – nicht nur körperlich, sondern auch im Internet –, ist inakzeptabel.“ Auch bei ihm läuft es auf „schnellstmögliche gesetzliche Regelungen“ hinaus. Der mentale Notstand breitet sich aus. Was im vorliegenden Fall privat geschah, passiert laut Wegner plötzlich breit „in der Gesellschaft“. Das sei „kein Einzelfall“, passiere vielmehr „oft – sowohl im Netz als auch zu Hause“. Und: „So kann es auf keinen Fall weitergehen.“
Gut zu wissen. Merkwürdig nur, dass man von Wegner noch keinen Aufschrei hörte nach der wohl geschehenen Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendclub, oder nach der Serie von meist unberichteten Sexualdelikten gegen Frauen im öffentlichen Raum. Das scheint den Regierenden Bürgermeister von Berlin weit weniger zu interessieren, auch die Ersetzung von Messerdelikten durch Schießereien entlockte Wegner noch keinen solchen rhetorischen Zusammenbruch.
Frauen sind keine besseren Menschen
Zugleich kann aber jeder mit klarem Auge bewaffnete Mensch erkennen, dass die Aufregung weitgehend inszeniert ist und öffentliche Amtsträger sich flugs auf den Wellenkamm einer Astroturf-/Pseudo-Graswurzel-Kampagne gesetzt haben, um – ja, was eigentlich? – vermutlich Vorschläge durchzubringen, die schon längst auf der Agenda stehen.
Auch dafür gibt es genügend Hinweise. Über die Zusammenarbeit von Fernandes mit der Zensur-NGO HateAid und Lena von Hodenberg ist inzwischen genug bekannt.
Dass das sozialistisch regierte Spanien hier einen Schritt weitergegangen ist und Frauen im eigenen Strafrecht bereits Sonderrechte eingeräumt haben und dass dies nun als positive Entwicklung präsentiert wird, ist ein weiterer problematischer Zug der Debatte. Denn so real Frauenmorde sind, so sehr ist es von Übel, daraus eine eigene strafrechtliche Kategorie zu machen. Denn Mord ist Mord und gehört verfolgt, da braucht es keine Extra-Kategorie nur für Frauen. Und genauso wenig brauchen prominente Frauen eine Sonderbehandlung, weil sie häufiger zu Opfern von Gewalt würden als Männer.
Als ob wir keine anderen Probleme hätten
Vor allem aber droht nun ein internationaler Trend neue Nahrung zu bekommen. Durch die zweifellose Inszenierung des Falles Fernandes-Ulmen – was auch immer an den Vorwürfen ist – haben die Befürworter von Klarnamenpflicht und digitaler Identität, die letztlich beide auf digitale Kontrolle hinauslaufen, einen weiteren Baustein in ihrem Argumentenkasten gesammelt.
In den Vereinigten Staaten, heute noch eine VPN-Ausflucht für viele, sind ebenfalls digitale Alterskontrollen geplant, vor allem in Kalifornien, wo durch das Gesetz AB-1043 das Betriebssystem eines jeden Computers oder Handys das Alter des Nutzers an Apps und Webseiten senden soll. Weitere Bundesstaaten könnten folgen. In Australien existiert schon die Blaupause des Social-Media-Verbots für Jugendliche, die in Deutschland zu einem Verbot für Kinder unter 14 Jahren umgebaut werden soll. In Großbritannien gibt es ähnliche Regelungen im Online Safety Act. Die EU aber könnte sich unversehens an die Spitze der Bewegung setzen, durch DSA, Chatkontrolle & Co – und Deutschland mit seiner wahrlich abgründigen Debattenkultur, in der man vom emotionalen Trigger kommend stets zur äußersten bürokratischen Konsequenz bereit ist, trottet wieder einmal höchst beflissen mit in dieser Kohorte. Als ob wir keine anderen Probleme hätten.



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Klasse Artikel DANKE
Einheitsideologie! das Wort trifft es genau. Die DE übertreiben leider immer im Guten wie im Bösen. Sie laufen brav jeder Ideologie hinterher, was gerade so in Mode ist. Und weil das dann „ach so gut ist“ setzen sie es organisiert möglichst 100%ig um.
Diese Fähigkeit hatten wir schon damals und können es immer noch. Nur damals war die Ideologie eine schrecklich Schlimme.
„Dass Frauen fast jeden Alters sich zunehmend radikalisieren“
Die radikalisieren sich nicht, die werden radikalisiert. Und das seit langer langer Zeit.
Ich zweifle langsam immer mehr an der geistigen Zurechnungsfähigkeit junger Frauen.
Die Taliban in Afghanistan haben derweil ein Gesetz erlassen welches das Schlagen von Kamelen strenger bestraft als das Schlagen der Ehefrau. Nur mal so am Rande bemerkt, zur Einordnung der Probleme mit denen wir uns so beschäftigen….
Ich sehe bei politikversagen ein Bild der Jugendstadträtin, die zur Vertuschung der Vergewaltgung Unwahrheiten gesagt hat, und ich lese von dem Kanzler, er werde wegen explodierender Gewalt gg Frauenn die IP Adressen einführen, also wohl die verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung.
Der Kanzler benutzt schändlicherweise die überbordende Ausländerkrminalität – ich meine nicht die Spielchen von Fr. Fernandes – um gegen die Bürger Deutschlands vorzugehen.
Es bleibt einem die Spucke weg, wir erinnern uns an die Behauptungen von dem CDU Merz, er werde die Grenzen schließen.
Tiefer gehts nicht.
wenn Frauen sich im Dunkeln nicht mehr über die Straße trauen, dann liegt es an den Dunkelmännern, die hinter jedem Busch lauern. Dann heisst es wieder: „Ein Mann hat…….“
Es gibt nix schlimmeres als ein Haufen selbstherrlich verblendete, sich immer benachteiligt fühlende, Realität ausblendende Weiber, die mit „Frausein“ wahrlich nix am Hut haben! Dieses Links gewokte Geheule der Möchtegern Emanzen kann man nicht mehr hören. Erst wenn sie anfangen, die täglich realen Vergewaltigungen und die tatsächlich stattfindende Gewalt gegen Frauen anzuprangern, dagegen anzukämpfen, dann, aber nur dann kann man ihr Gesülze zur Kenntniss nehme! ABER bei diesem Thema ist für die Politik halt kein, die Bevölkerung bevormundender und einschränkender „Blumentopf“, zu gewinnen, gelle!
Flankiert werden diese Kampagnen mit Fernsehberichten (gestern WDR3) über Grundschulkinder, die in NRW lautstark gegen #Rassismus# demonstrieren. Kinder werden indoktriniert, also mißbraucht, für die angeblich hehren Ziele des Wokeismus. Das ist das Gegenteil von der Erziehung zur Mündigkeit.
Es fehlt der zuordnende Begriff in Artikel und Kommentaren. Wir haben es hier mit einer anarcho-tyrannischen Zuspitzung in allen Lebensbereichen zu tun: Zunächst wird jeder soziale Zusammenhalt aufgekündigt und die Spaltung (hier Mann gegen Frau) auf die Spitze getrieben. Ebenso wird die Unschuldsvermutung aufgehoben und dem Kausalnexus Vorschub geleistet – aus Vorkommnissen auf einem Gebiet werden Konsequenzen (Gesetzesänderungen) für einen ganz anderen Teilbereich gefordert; also die Klarnamenspflicht. Es wird von Politik wie Medien suggeriert, wir sollten wie kleine Kinder den Staat zu Hilfe rufen, damit er uns von der Wiege bis zur Bahre durchs Leben und durchs Internet führt. Unter… Mehr
Die meisten gehen auf die Demos, um endlich jemanden kennenzulernen