„Gehaltslisten“: Hunderte IS-Terroristen noch in Europa



Wie eine der bislang umfangreichsten Datensammlungen aus dem Inneren der Terrororganisation „Islamischer Staat" (IS) zeigt, dürften sich weiterhin hunderte mutmaßliche Terroristen unerkannt in Europa aufhalten, auch in Deutschland und Österreich.



picture alliance / dpa | Fredrik von Erichsen

Die US-Behörden haben riesige Mengen interner Dokumente mit Informationen mehr als 50.000 IS-Terroristen an deutsche Sicherheitsbehörden übergeben. Bei den nun laufenden Ermittlungen hat das Bundeskriminalamt (BKA) inzwischen Zugriff auf mehrere Hundert Datensätze aus ehemaligen IS-Gebieten in Syrien und im Irak, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Insgesamt handelt es sich um mehr als zwei Millionen Einträge: Besonders brisant ist eine sogenannte „Hauptgehaltsliste“ mit 50.000 Namen mutmaßlicher IS-Mitglieder. Diese enthält detaillierte persönliche Informationen wie Klarnamen, Geburtsdaten und individuelle Identifikationsnummern – ein Datenschatz, der für Ermittler von sehr großem Wert ist.

Doch die Dokumente gehen weit über einfache Namenslisten hinaus, sie liefern auch tiefe Einblicke in die Organisationsstruktur des IS: von Soldzahlungen über Waffenverteilungen bis hin zu erschütternden Aufzeichnungen über den Umgang mit Versklavten. Für Strafverfolger eröffnen diese Informationen neue Möglichkeiten, konkrete Beteiligungen an Kriegsverbrechen und terroristischen Aktivitäten nachzuweisen.

Irakischer IS-Terrorist in Leipzig verhaftet

Erste Folgen dieser Auswertungen sind bereits sichtbar: In Deutschland kam es laut Sicherheitskreisen in mehreren Fällen zu Verurteilungen auf Grundlage der Daten. Dutzende weitere Verfahren wurden eingeleitet oder sind noch anhängig. Ein besonders aufsehenerregender Fall ereignete sich zuletzt in Leipzig, wo ein irakischer Staatsbürger festgenommen wurde. Ermittler konnten ihn mithilfe der Listen eindeutig einer IS-Kampfeinheit zuordnen.

Auch auf europäischer Ebene zeigt die nun mögliche erweiterte Datenanalyse Wirkung: Auf Initiative Deutschlands wurden etwa 20.000 Namen in das Schengener Informationssystem (SIS) eingespeist. Damit können Grenzbehörden in 30 Ländern prüfen, ob es sich bei einreisenden Personen um bekannte oder mutmaßliche Extremisten handelt. Sicherheitsexperten sehen darin einen entscheidenden Schritt zur besseren Kontrolle von Bewegungen innerhalb des Schengen-Raums.

Gleichzeitig werfen die Zahlen ein beunruhigendes Licht auf die aktuelle Sicherheitslage. In Deutschland gehen Behörden derzeit von der Anwesenheit von 500 sogenannten „islamistischen Gefährdern“ aus – also von Personen, denen schwere politisch motivierte Straftaten zugetraut werden. In Österreich liegt die Zahl laut eines Informanten aus dem Innenministerium in Wien bei 300. Diese Islamisten stehen angeblich unter Beobachtung. Doch die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein, insbesondere wenn Rückkehrer aus ehemaligen IS-Gebieten unerkannt geblieben sind.

Internationale Sicherheitsanalysten betonen, dass der Zerfall des IS keineswegs das Ende der Bedrohung bedeutet. Vielmehr habe sich die Gefahr verlagert: von klar strukturierten Kampfgebieten hin zu dezentralen Netzwerken und Einzeltätern in Europa.

Bei der Auswertung der IS-Dokumente müssen die Ermittler nun Millionen von Datensätzen systematisch analysieren und mit bestehenden Informationen abgleichen. Jeder identifizierte Name könnte entscheidend sein – entweder zur Prävention eines Anschlags oder zur Aufklärung schwerster Verbrechen.

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Kommentare ( 30 )

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Wilhelm Rommel
2 Tage her

Nur so am Rande: Es gibt eine höchst informative Studie der zu Zeiten des Kabinetts Kurz II eingerichteten ÖVP-nahen österreichischen Dokumentationsstelle Politischer Islam (November 2021) zu den Aktivitäten des Politischen Islam in Österreich und Europa: https://www.dokumentationsstelle.at/fileadmin/dpi/publikationen/Bericht_Strukturen_ES_Web.pdf Hier wird in aller Nüchternheit, aber auch ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen auf drohende Gefahren für das Land und den gesamten Kontinent hingewiesen. Lesenswert sind vor allem die Zitate aus den einschlägigen Cartas, Manifesten und sonstigen Erklärungen, die ganz klar zeigen, was die hierzulande noch allenfalls mit dem üblichen „Du-Du-Finger“ symbolisch zur Ordnung gerufenen, ansonsten aber gut getarnten und bestens vernetzten… Mehr

Last edited 2 Tage her by Wilhelm Rommel
Siggi
2 Tage her

Baerbock hat in ihrer Dummheit tausende eingeladen und auf unser Kosten nach Deutschland geholt. Nicht nur IS, auch jede Menge Taliban, Hisbollah und anderes Gesocks.

Kassandra
1 Tag her
Antworten an  Siggi

Baerbock macht als Marionette das, was andere ihr flüstern.
Es ginge darum zu erkennen, wer die anderen sind – und was deren Ziele.

Haedenkamp
23 Stunden her
Antworten an  Siggi

Die Pointe war doch #unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen#, aber in Wirklichkeit den Hindukusch nach Deutschland zu holen. Dreifach bezahlt: Gefallene Sodaten dort, Kriminalitätsopfer hier. Plus Alimentierung etc.

maps
2 Tage her

Das BKA macht seine Arbeit nicht! Es verfolgt lieber Kritiker! Es ist nur noch ein ekelhafter linker Mafia-Staat!

Schwabenwilli
2 Tage her

„Die US-Behörden haben riesige Mengen interner Dokumente mit Informationen mehr als 50.000 IS-Terroristen an deutsche Sicherheitsbehörden übergeben“

Äh, und welche Erkenntnisse haben deutsche Sicherheitsbehörden?

Oder ist es denen wichtiger zu wissen wer einen Bademantel
Kauft?

Wenn Trump zu allem Überfluss die CIA auch noch anweist Deutschland, auf Grund seiner Passivität im Iran-Krieg Informationen nicht mehr an die Deutschen weiterzugeben, dann gute Nacht.

Dieter Rose
2 Tage her

Die werden jetzt zuschlagen, solange sie noch anonym sind!

Kassandra
2 Tage her
Antworten an  Dieter Rose

Ja. Wie es scheint kriegen sie auf den Ämtern eh nicht raus, mit wem sie zu tun haben. Etliche laufen nämlich immer noch mit mehreren Identitäten.

joly
2 Tage her
Antworten an  Kassandra

Wenn die erst mal sich zu Frauen umschreiben lassen, dann sind diese Terroristen erstmal in Sicherheit. Selbst mit Schnauzer, Glatze aber mit roten Lippen und Fingernägel sind sie dann quasi nicht mehr zu finden.

Imre
2 Tage her

Da haben wohl CIA, MI6 und Mossad Listen ihrer abtrünnigen Gehaltsempfänger meistbietend verscheuert?
Liebe Redakteure, das wäre doch mal interessant, wo sollen die denn sonst herkommen?

Kraichgau
2 Tage her
Antworten an  Imre

der ex-Intelligence Chef,der gerade in den USA zurückgetreten ist,hat doch im Interview erklärt,das die USA aktiv Al-Khaida und IS in Syrien finanziert und ausgerüstet haben…was eh klar war,aber es offiziell bestätigt zu bekommen,war neu

Kassandra
2 Tage her
Antworten an  Kraichgau

Obama/Biden – oder?
Hier geht es gegen Obama: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116446310089816543
 

Last edited 2 Tage her by Kassandra
Jens Frisch
2 Tage her

Gut, wenn IS Terroristen auffliegen. Nur befürchte ich, daß die deutschen Gerichte „im Namen des Volkes“ entscheiden werden, daß dem „Bub“ in ihrer Heimat Ungemach droht oder man die Familie nicht auseinander reißen möchte.
In puncto Gewalt sind die IS Terroristen sowieso nur die Spitze des Eisbergs.

joly
2 Tage her
Antworten an  Jens Frisch

50.000 Messermänner, Totschläger, Vergewaltiger, Bombenbauer, oder LKW-Fahrer sind keine Spitze mehr. Wie viele von denen auch den Einsatz mit Kamikaze-Drohnen beherrschen werden wir wohl bald erleben.
50.000 Ein-Mann-Täter warten auf uns.
Tja unsere lieben Tölpel der „No-Border“ und „Kein Mensch ist illegal“ Ideologie wünsche ich diese Pest an den Hals

Kassandra
2 Tage her
Antworten an  joly

Ist eigentlich jeder, der so ein spitzes Messer mit sich führt, ein potentieller Mörder?

Haedenkamp
22 Stunden her
Antworten an  Kassandra

Nein, nur Obstesser.

Mausi
2 Tage her

müssen die Ermittler nun Millionen von Datensätzen systematisch analysieren und mit bestehenden Informationen abgleichen: Wer sind „die Ermittler“? Ein spezielles Team? Oder sind es die gleichen Personen, die sich um § 188 StGB oder z. B. winkende Weihnachtsmänner kümmern müssen?

joly
2 Tage her
Antworten an  Mausi

TIP: mal KI einsetzen oder entsprechende Experten einladen. Bei der BW tummeln sich jetzt Drohnenexperten aus der Ukraine und wir werden bald Chinesen hier haben, die unseren Ämtlern den Umgang mit entsprechender Erkennungssoftware beibiegen. Vergessen wir doch bitte nicht, dass unsere Kriminalern nach der Kölner Silvesternacht von Briten gezeigt werden mussten wie man Täter mit den vorhandenen Kameraaufzeichnungen identifiziert und verfolgen kann.

Der Person
2 Tage her
Antworten an  Mausi

„Wer sind „die Ermittler“?“

Die beiden Ermittler sind Ahmed Al-Nusra und Muhammad Al-Kaida. Erster ist Dr.-Ing. der Raketenhirnchirurgie, der andere dreifacher Nobelpreisträger (nach eigenen Angaben). Sie sind 2016 vor Assad nach Deutschland geflohen, wurden letztes Jahr eingebürgert, können schon „Gut Tag/Gut Abn“ auf Deutsch sagen und sind mit einem Grundgehalt von 300.000 € pro Jahr (pro Person) ein Schnäppchen auf dem internantionalen Markt der Terrorfahnder. „Die Besten“ sagt das BKA und bestätigt, dass jegliche Kritik an den beiden als „rechtsradikalextremer Terroranschlag“ gewertet und entsprechend geahndet werden würde.

Last edited 2 Tage her by Der Person
Paul Brusselmans
2 Tage her

„Unter Beobachtung“ – Frankreich rechnet für eine Beoachtung rund um die Uhr mit 8 bis 10 Polizisten…

Kassandra
2 Tage her
Antworten an  Paul Brusselmans

Weshalb werden die nach kurzem Prozess nicht einfach abgeschoben?
.
Macht man sich bewusst, dass hier welche Kritiker des Islam vor dem sicheren Tod geschützt werden müssen – und in etwa ähnlich viele „Schutzleute“ benötigen.
Kann man feststellen, wie viele Menschen, auf denen eine Todesfatwa lastet und die hier geschützt werden müssen, inzwischen alleine in Deutschland anwesend sind?

prague
2 Tage her

Wohin sollen sie sonst gehen, hier werden sie gehätschelt, alimentiert, respektiert und man baut ihnen Mosches, wo sie ihre Ansichten prädigen können. Die Paar Terroranschläge und Morde sind nicht so schlimm, denn sie dienen der Buntheit, also der gute Sache.