Christen als Opfer gibt es nicht mehr?

Wie sich die Reaktionen auf die Anschläge von Christchurch und Sri Lanka unterscheiden: In Christchurch war es „rassistischer Terror“ gegen „Muslime“, in Sri Lanka hatten „Betende“ irgendwie einen Unfall.

LAKRUWAN WANNIARACHCHI/AFP/Getty Images

Längst machen sich Leser sarkastisch lustig über deutsche Medien – wenn ein „Mann“ eine Frau vergewaltigt hat oder mit dem Messer sein Opfer schwer verletzt oder getötet, dann hört der „Mann“ in der Regel nicht auf den Namen Karl-Heinz.

Das funktioniert auch auf globaler Ebene: Wenige Minuten nach dem schauderhaften Anschlag in Christchurch waren der Täter als „Weißer“ verortet und die Opfer als „Muslime“, eine korrekte Darstellung. Nach dem Anschlag in Sri Lanka mit über 300 Toten ändert sich die Darstellung: Bundesaußenminister Heiko Maas spricht nicht von „Christen”, sondern von „Betenden und Reisenden“, die in die Luft gesprengt oder zerfetzt wurden.

Maas macht das schon „richtig”. Täter und Opfer werden auf Unglücksopfer in einem Verkehrsunfall reduziert, so was kann mal passieren. Hillary Clinton, die nach Christchurch die „globale muslimische Gemeinschaft“ als Opfer sah von „Islamophobie“ und „Rassismus“ und als Täter einen „Superrassisten“ erkannte, twitterte und anonymisiert aktuell die Opfer: In Sri Lanka ist es anonyme Gewalt gegen „Easter-Worshipper“. Bei Barack Obama sind es „Angriffe“ auf ebensolche Oster-Betende, und Theresa May spricht nur von „Gewalt“ und nicht wie in Neuseeland von „Terrorismus“.

Ist ein Mann mit einem Auto, oder ist es gar nur ein Auto gewesen, das in eine Reihe von Oster-Betenden gerast ist? War es nicht eine koordinierte Attacke von islamischen Terroristen, denen in den Kirchen hunderte Christen und in den Hotels weitere Touristen aus christlich geprägten Ländern zum Opfer fielen?

Sprachgebrauch ist kein Zufall. Sprache wird gezielt eingesetzt. Der Anschlag in Neuseeland galt als rassistische Attacke auf die gesamte muslimische Welt – in Sri Lanka nur auf betende Urlauber. Der terroristische islamische Hintergrund der Tat wird ausgeblendet, die Spuren zu den Verantwortlichen werden verwischt.

Terrorattentate
Lieber nur Lamm Gottes
Kaum irgendwo ist die Rede von Christen. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz findet deutlichere Worte: „Die Extremisten wollten Christen absichtlich am Ostersonntag treffen.“ Christen leiden darunter, dass sie keine Schutzmacht mehr haben – Bischöfe schweigen, ihre Regierungen verleugnen die Tat, die Medien machen sie zur Leerstelle. Christen verüben Rassismus, aber werden bei Anschlägen auf Christen per Definition selbst keine Opfer.

Christen als verfolgte Gruppe oder Opfer gibt es nicht mehr. Wenn Opfer erst individualisiert werden, wird die Tat klein, die Bedrohung verschwindet, der Charakter der Tat zum Unfall, der Vorgang verharmlost. Christen als Verfolgte gibt’s gar nicht, obwohl diese Religionsgemeinschaft in diesen Jahren hunderte von Opfern durch muslimische Täter zu verzeichnen hat.

Allerdings – solches „Framing“ funktioniert nicht so, wie die Manipulateure es sich vorstellen. Sie erreichen vielmehr genau das Gegenteil des Gewollten. „Mann“ wird dechiffriert – im Kopf. Die Folge ist dann wirklich undifferenzierte Schuldzuschreibung.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 214 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Nun, „ein kleiner Fehler im Anfang am Ende ein großer wird“, so Aristoteles. Und er hatte Recht, nich nur im Hinblick auf den Islam. Wir haben drei verlogene Pseudo-Religionen vor uns, chronologisch geordnet, die auf Lügen aufbauen: a) Den Islam, der die Zeit davor als “dunkel” verleumdet, die Juden und Christen der Lüge bezichtigt, dessen Aufstieg mit dem Massenmord der jüdischen Stämme, z.B. Abu Quraiza, auf Befehl und in Anwesenheit des Propheten, begann, der Unterwerfung und den Tod der “Ungläubigen” fordert bzw. sich die “Toleranz” durch Kopf- und Grundsteuern erkaufen lässt, b) den Protestantismus, die Entjudung des Christentums, “macht was… Mehr
Der Koran gibt den Moslems das gesamte Leben vor, deshalb können und dürfen wir nicht unsere Maßstäbe an Menschen aus islamischen Ländern anlegen. Insbesondere dann nicht, wenn es um deren Einstellung zu Christen geht. Was aus deren Sicht zu Christen zu sagen (und auch zu tun ist), steht im Koran. Da spielt es auch keine Rolle wie lange diese Menschen unter uns leben. Sind es gläubige Moslems, haben sie sich an den Koran zu halten, ganz einfach. Für viele Moslems ist das Feindbild der westlichen und damit christlichen Gesellschaft fast ebenso wie das Judentum, integraler Bestandteil ihrer Weltanschauung. Es macht… Mehr

Jain!
Ich gebe zu, im Koran ist für den Alltag fast alles geregelt. Aber immer aus der Perspektive des frühen Mittelalters in Arabien. Beispiel: Ramadan, Fasten von Sonnenaufgang bis Untergang. Was machen sie in Skandinavien im Mittsommer??
Noch interessanter finde ich die Tatsache, dass ein so klares Regelwerk wie der Koran trotzdem von vielen islamischen Konfessionen recht unterschiedlich interpretiert werden kann.
Außerdem, wie auch bei uns: die landsmannschaftlichen Kulturen, die zwar schon seit vielen hundert Jahren islamisiert wurden, spielen auch eine große Rolle. Es ist sozusagen der Boden auf den der Islam fiel und sich daraus entwickelte.

Wenn Sie alles mögliche am Islam „interessant“ finden, empfehle ich Ihnen als Christ eine Weile in einem islamischen Land zu leben. Dann werden sicherlich all Ihre Fragen beantwortet. Was die Moslems im Mittsommer machen, interessiert mich nicht die Bohne. Auch die Frage wie sich Moslems gegenüber Menschen, die nicht ihres Glaubens sind, verhalten, ist für mich längst beantwortet, und damit auch die Frage, ob ich mit ihnen zusammenleben möchte.

Alles schön und gut Herr Thiel. Aber warum strömen die mit der einen Geschichte dann in so großer Zahl in die westlichen, christlichen Länder? Warum schaffen sie es nicht, in ihren Ländern entsprechenden Wohlstand zu erreichen? Warum sind gerade diejenigen mit der einen Geschichte so versessen darauf, die westlichen Güter zu besitzen? Da passt doch einiges überhaupt nicht zusammen. Die eine Geschichte scheint da auch nicht wirklich zu überzeugen. Wenn sie das mal ehrlich zugeben würden, wären sie schon einen gewaltigen Schritt weiter.

Habe den Eindruck, dass Sie meinen Kommentar ein wenig missverstanden haben. Mir ging es darum, den grundlegenden Unterschied zwischen christlicher und islamischer Gesellschaft deutlich zu machen. Wohl mit einer gleichzeitigen Kritik an den westlichen Gesellschaften, aber keinesfalls mit der Absicht angebliche Vorteile des Islam herauszustellen. Bei aller Problematik ist es doch wohl klar, besser in einer Gesellschaft mit vielen, wenngleich verwirrenden Geschichten zu leben, als dort, wo es nur eine einzige gibt? Das können Sie doch nicht missverstanden haben. Zu Ihren Fragen, für deren Beantwortung man kein Koranexperte sein muss. 1. Steht im Koran Um diese Länder zu erobern und… Mehr

Es gibt offenkundig auch keine „Christen“ mehr: Maas nennt sie „Betende und Touristen“ bei Barack Hussein Obama sind es gar „Easter worshippers“ – eine ganz neue Religion!
https://twitter.com/BarackObama/status/1119964696810070017

Warum geht es konkret beim Appeasement? Darum „…als letzter vom Krokodil gefressen zu werden“? (Winston Churchill) Nein, sondern darum, das Krokodil mittels des Vorbild gebenden Beispiels der eigenen fleischlosen und damit friedfertigen Nahrungsaufnahme zum Vegetarier umzuerziehen. Man glaubt seiner Verspeisung zu entgehen, indem man dem Reptil mit den Mitteln der Vernunft und der Einsicht dazu bringen will, zu glauben, dass Pflanzen viel nahrhafter und gesünder als Menschen sind. Aber ein Krokodil bleibt nun mal ein Fleischesser und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Eine Parabel: Ein Briefträger geht jedem Tag auf seinem Weg an einem Grundstück mit einem… Mehr
Das hat natürlich politische Implikationen: Man will keine „Spaltung der Gesellschaft“ heraufbeschwören; man will schlicht das Fass: „Wir“ (Christentum & westliche Kultur) gegen „Die“ (Muslime & orientalische Kultur) nicht aufmachen, weil man eine panische Furcht vor einer offenen Konfrontation zwischen den beiden Pole bzw. zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen hegt. Bloß um Gottes Willen nicht unabsichtlich eine Art von „Bürgerkrieg“ wie in Nordirland zwischen Katholiken und Protestanten oder wie in den USA zwischen Schwarz und Weiß herbeiführen. Also ermahnt man die eigenen Leute -weil man zumindest sie (noch!) mit moralischen und pädagogischen Appellen erreichen kann- zur Vernunft und spielt die Taten… Mehr

@Martin W.
Sehe ich auch so, allerdings erreicht man damit langfristig das Gegenteil. Und das wird sich irgendwann in einem offenen Konflikt manifestieren, der umso heftiger wird, je länger man die Problematik mit weißer Farbe zu übertünchen versucht.

In der Endzeitrede von Jesus steht einiges, das mich an die aktuelle Situation erinnert. Auch für Nichtgläubige sicherlich interessant, weil es zu vergleichen gilt, was heute um uns herum passiert, und mit dem,was Jesus von Nazareth vor rund 2000 Jahren gesagt hat.
https://cordisanima.blogspot.com/2009/02/die-endzeitrede-jesu-matthaus-kapitel.html

Christchurch und Sri Lanka haben eines gezeigt. Muslime sind Opfer und Christen sind Täter. Umgekehrt verhält es sich anders, dann sind es nur Opfer und Täter mit dem süffisanten und für den Medienmainstream typisch ekelhaften Relativierungen – alle Opfer egal welche – die bekanntlich im ersten Fall fehlt. Die miesen kleinen Sprechpuppen des Mainstreams (Politiker) sind nicht besser – denk ich an den kleinen von der SPD – eher schlimmer. Was ich manchmal denke, ist, es möge sie selber treffen – aber dann kommt die Mitmenschlichkeit durch und hält mich von aktivem Wünschen zurück. Umkehr wird es im Mainstream nicht… Mehr

Geht mit genauso. Ich denke mir sehr oft: „Wenn die Beschöniger und Relativierer selbst betroffen wären, würden sie ganz anders reden.“ Womit ich vermutlich auch recht habe.

Was ebenso auffällt: In den Artikeln ist niemals von Hass auf Christen die Rede, andersum fehlt dieses Wort in keinem Artikel und keinem Kommentar!

Eine Parabel: Wenn ein 10 jährigen Junge seine 3 jährige Schwester schlägt, dann wird er strengstens ermahnt. Warum? Weil er der reifere und vernünftigere und weil er der größere und stärkere der beiden Kinder ist. Wenn die 3 jährige Schwester ihren 10 jährigen Bruder schlägt, dann passiert was? Dem Bruder wird gesagt, dass er sich nicht so anstellen und das wegstecken soll. Die Schwester wird hingen nicht ausgeschimpft, weil sie noch so unreif und so klein und so schwach ist. Deshalb wird an ihr ein anderer Maßstab angelegt und sie wird wegen ihrer fehlenden Schuld- bzw. Verantwortungsunfähigkeit nicht bestraft. Der… Mehr

Christen und Urlauber wäre nicht geschlechtsneutral gewesen.Vielleicht der christlichen Kirche Angehörende?

Christentumisierende?

Bisher habe ich in keinen Medien irgendetwas über Spendenkonten für die ermordeten Sri Lanker gelesen.
Fehlt diesmal sogar schon die Unterstützung der Welt für die trauernden Familien?

Gespendet wird diesmal doch aus der islamischen Welt!