Bauunternehmer Gröner: Wer Rentnerin aus der Wohnung treibt, ist ein Schwein

Parteien trauen sich keine echte Mietpreisbremse zu – Berliner Politik könnte Immobilienblase sofort zum Platzen bringen. In Ausgabe 12-2018 von Tichys Einblick wirft Christof Gröner, Chef des Berliner Wohnungsbauunternehmens CG Gruppe, der Politik vor, nicht wirkungsvoll gegen steigende Mieten vorzugehen.

Bild: CS Gruppe

Berlin. Der Chef des Berliner Wohnungsbauunternehmens CG Gruppe, Christoph Gröner, wirft der Politik vor, nicht wirkungsvoll gegen steigende Mieten vorzugehen. „Die Politik war nicht konsequent genug, als sie zuletzt den Prozentsatz der jährlich zulässigen Mieterhöhung nach Modernisierungsmaßnahmen von elf auf acht Prozent gesenkt hat“, kritisiert Gröner in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Tichys Einblick. „Man hätte auch auf vier Prozent runtergehen können, um Spekulanten auszubremsen.“

Dass Bauunternehmen Profit erwirtschaften wollen, sei nicht verwerflich. Gehe der Profit jedoch zu Lasten anderer, sei das etwas anderes. „Wenn jemand herumspekuliert und damit eine Familie in ihrer Existenz bedroht oder wenn man eine Rentnerin die letzten zehn Jahre ihres Lebens nicht mehr in ihren Räumen lässt, sondern ihr die Miete erhöht, um sie aus der Wohnung zu treiben – dann ist man ein Schwein“, wählt Gröner deutliche Worte an die eigene Zunft. Damit wehrt sich Gröner gegen die Vorwürfe beispielsweise des Baustadtrates der Grünen, Florian Schmidt in Berlin, wonach er nur auf Profit aus sei. „Irgendeine Lobby hat mit dazu beigetragen, dass Menschen sich auf dem Wohnungsmarkt weiterhin an der Not der anderen bereichern. Das werden Sie bei meinem Unternehmen und bei den Großen in der Branche nicht finden.“

Dass es Wohnungsnot gibt, liege nicht an der Bauindustrie, sondern der Politik. Es gäbe mehr Geburten als vorhergesagt, die Älteren sterben später als statistisch vorhergesagt, eine Million EU-Ausländer sei in den letzten Jahren nach Deutschland gezogen, um hier zu arbeiten. „Der Puderzucker obendrauf sind die Flüchtlinge, die ins Land gekommen sind. Die Statistiker, die in den 1990ern davon ausgingen, dass wir 2020 in Deutschland 79 Millionen Menschen haben, haben sich um drei Millionen vertan.“ Doch auf die Entwicklung habe die Politik nicht reagiert. Gröner: „Daraus kann man niemandem einen Vorwurf machen. Aber man kann der Politik vorwerfen, dass sie seit Jahren nichts macht.“

Über die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, 100.000 Sozialwohnungen bauen zu lassen, kann Gröner nur lachen. „Wir brauchen für 1,2 Millionen wohnungsuchende Menschen zusätzliche 600.000 Wohnungen in unseren Metropolen in den nächsten fünf bis zehn Jahren, zusätzlich zu denen, die sowieso schon gebaut werden. Aber wer soll die bauen?“

Zudem fehle es an Baurecht und politischem Willen. Berlin zum Beispiel könnte die Immobilienblase in der Hauptstadt sofort zum Platzen bringen. „Berlin hat mit dem Tempelhofer Feld die größte unbebaute städtische Fläche der Welt: Da hätten locker 60.000 Wohnungen Platz. Wenn man das bebauen würde, würde die Spekulationsblase in Berlin sofort platzen. Stattdessen steigen die Preise höher und höher, weil ganz viele Politiker aufgrund ihrer ideologischen Irrungen das Bauen verhindern.“


Das ganze Interview mit Christoph Gröner finden Sie in der Ausgabe 12/2018 von Tichys Einblick: digital, als Print – und hier am Kiosk in Ihrer Nähe >>>

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Kommentare ( 37 )

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Wo Herr Gröner Recht hat,da hat er Recht!
Nicht jeder der in einer Branche groß ist muß sofort krummer Hund sein!
Es gibt bei Leibe mehr anständige Große wie der Politik lieb sein kann.
Das Herr Gröner hier die wunden Punkte der Politik benennt ist richtig und wichtig.
Gäbe es einen echten Willen in der Politik etwas zu ändern,so wäre das sehr schnell möglich,aber dazu fehlt der Sachverstand!Siehe Berlin!!

Zitat: „Wenn jemand herumspekuliert und damit eine Familie in ihrer Existenz bedroht oder wenn man eine Rentnerin die letzten zehn Jahre ihres Lebens nicht mehr in ihren Räumen lässt, sondern ihr die Miete erhöht, um sie aus der Wohnung zu treiben – dann ist man ein Schwein“ Ich habe das selbst in meiner Familie erlebt: Ein altes Ehepaar mit Diabetes, Krebs, Oberschenkelhalsbruch und vier zerstörten Lendenwirbeln andauernd die Miete erhöht, trotz vorhandenem Renovierungsfond die Wohnung verfallen lassen, den Fond unterschlagen, mehrfach ungerechtfertigt vor Gericht gezogen und dazu dann noch andauernd nötigende Hausbesuche und schriftliche Drohungen. Resultat: Der alte Mann tot,… Mehr

„Der Puderzucker obendrauf sind die Flüchtlinge, die ins Land gekommen sind.“
Naja, die haben vor allem der Bauindustrie einen absoluten Boom beschert, oder wer hat z.B. diese ganze Siedlung hier gebaut? https://www.youtube.com/watch?v=uCldTmwINyk

Ich habe vor kurzem erfahren, wer auch die Verursacher und Gewinner der Mietsteigerungen sind. Da mussten viele Mieter eines größeren Hauses ihre Wohnungen verlassen. Der Hausbesitzer war gestorben und die Erben hatten nicht soviel Geld für die Erbschaftssteuer. Also haben sie das Haus an eine größere Immobilienfirma verkauft. Dadurch mussten die Mieter das Haus verlassen und die Mieten stiegen. Der erste Gewinner sind somit Staat und Kommunen durch die Enteignungssteuer …. ach nein …. man nennt es Erbschaftssteuer. Vor einigen Tagen haben wir auch erfahren, dass die Kommunen mehr Grundsteuer haben wollen. Und dann steigen die Mieten. Wir haben einen… Mehr

“ Aber wer soll die bauen?“

Richtig, wer soll die bauen? Uns fehlen nämlich die Bauarbeiter. Heute wird nicht mehr Stein auf Stein mit Mörtel und Kelle gebaut. Heute braucht man Fachkräfte und die gibt es nicht in großer Zahl. Denn es ist ja nun seit Jahrzenten viel wichtiger möglichst viele an die Uni zu bringen als genug Facharbeiter auszubilden. Das trifft bald auf alle Ausbildungsberufe zu. Krankenschwester, Klempner, egal wohin man sieht.

Und was studieren heute die meisten? Germanistik, Politologie, Philosophie, Jura, Soziologie …. usw. Die werden danach vom ausgebildeten Facharbeiter (falls es noch welche gibt) über Steuern finanziert. Damit das nicht auffällt wird ein Mindestlohn festgelegt. Dass das bei vielen nicht geht, weil die Gebühren und Steuern zu hoch sind, wird weggelassen. Also hat sich die SPD das „soziale Grundeinkommen“ ausgedacht. Die sollen dann Treppen und Straße kehren, Hundehaufen sammlen … usw. Da denkt man sich Berufe aus und schafft die Industrie ab. Ich habe bei einer Gebäudesanierung auch einen Maurer kennengelernt, der auf dem Gerüst vor dem Fenster stand. Ich… Mehr
Ich verstehe nicht ganz wie sie das meinen mit den Fachkräften. Früher war jeder 2. auf dem Bau gelernter Maurer, heute werden 90% Ungelernte auf dem Bau eingesetzt weil nur noch geschalt und gegossen wird. Das war der bekannte Wille der deutschen Politik, der deutschen Unternehmer und der deutschen Bauwirtschaft das man bis zum Bauingeneur, Architekten und Polier nur noch Hilfsarbeiter einsetzt. Die Industrie- und Handwerkskammer hat auch dementsprechend dazu beigetragen das heute 30 Mann Rohre und Leitungen verlegen und nur deren Chef rudimentär Ahnung davon hat was die da machen. Ist der Chef eine Woche krank können sie danach… Mehr

Die Facharbeiter hat man doch zu hunderttausenden ins Land gelassen.
Oder habe ich da was falsch verstanden?

Es ist halt wie in vielen Bereichen in diesem Land, insbesondere in der Regierung und im BT: Die einzig fehlenden Facharbeiter fehlen nur dort!
Alleine die Regelung, Modernisierungskosten auf alle Ewigkeit auf den Mieter abzuwälzen, ist schon – sorry – bescheuert. Im Ergebnis ist das nach Rekapitalisierung der Investition eine satte Mietpreiserhöhung – und das ganz ohne Bremse!

Für den rot-grün wählenden Berliner ist die Welt einfach. Sie wollen nicht einfach Wohnungen. Sie wollen für 5€/qm im sanierten Gründerzeitler im Szeneviertel wohnen. Zugeteilt von der Partei äh dem Senat, nachdem der Besitzer enteignet wurde.
Bonzen hatten es gut in der DDR. Logisch, dass die Linken das wieder haben wollen.

UN Migrationspakt wird uns Millionen neue Mieter bescheren, das ist eine viel größere Belastung , als was Herr Gröner hier beschreibt. Der Kollaps steht unmittelbar bevor, keine Wohnungen und keine ärztliche Versorgung, dies sind Dinge welche akut sind. Die Pflege ist schon fast unbezahlbar geworden und selbst das Sterben ist nicht mehr erschwinglich. Wer glaubt es geht im gut und besitzt ein Haus oder eine Wohnung, der wird nicht mehr lange Freude daran haben. Merkel und die Grünen planen bereits die Enteignungen im großen Stil, nur die dummen Deutschen lassen sich das auch noch gefallen. Viele Mitbürger sind völlig verblendet,… Mehr

„Merkel und die Grünen planen bereits die Enteignungen in großem Stil“. Wo kann man dazu Näheres erfahren?

Der nächste große Zensus ist in Planung.

Und weil’s so schön ehrlich vom Boris Palmer, daß er rechtlich verpflichtet ist, für Migranten Wohnraum bereit zu stellen (1300 neue Wohnungen), aber nicht für Einheimische (lange Wartelisten für Sozialwohnungen): https://www.youtube.com/watch?v=saV4_vI16lc, ab 4:37 und besonders 5:40.

Die Idee mit den Sozialwohnungen ist einfach lächerlich. Wenn man inzwischen Baupreise von 3000 Euro/qm zu bezahlen hat, und die Wohnung in einem überschaubaren Zeitraum von 20 Jahren abzahlen will, dann kann sich jeder die Kaltmiete selbst ausrechnen. Um diesen Blödsinn für einen Investor überhaupt interessant zu machen, braucht es deutlich erhöhte Abschreibesätze. Ich möchte nicht sehen wie eine Wohnung aussieht, wenn sie jahrelang von Afrikanern oder Rotationseuropäern bewohnt wurde. Statt über sozialen Wohnungsbau nachzudenken, sollten besser vernünftige Vorschläge auf den Tisch, damit sich Familien eigenen Wohnraum schaffen können. Kommunales Bauland zu den Erschließungskosten verkaufen, und für selbstgenutzten Wohnraum die… Mehr

Ihr Kommentar über die Baupreise ist mir zu ungenau.

Wieviel Geld fürs Grundstück?
Wieviel Geld für den reinen Bau?

Auch Sie werden festellen, das die reinen Baukosten fürs bauen begrenzt sind, anderes als die Kosten fürs Grundstück!

Von vielen unsinnigen Bauvorschriften mal abgesehen.

Bei einer Grunderwerbssteuer von 6% in Hessen, plus Makler und Notar, kann man sich ausrechnen was eine 3 Zimmer Wohnung für 300.000€ alleine für Nebenkosten produziert. Das sind über 30.000€ für nothing. Aber es bleibt einem ja ger nichts anderes übrig wenn man nicht zw. Asozialen, Anarchisten, Zigeunern, Islamisten, Rumänen und Bulgaren wohnen will. Und die Grünen wollen die Grunderwerbssteuer auf 12 % anheben. Dann können nur noch reiche Asylanten, Griechen (die kaufen in D zur Zeit die meisten Häuser und Wohnungen) und die Drogenkartelle Immobilien erwerben.

Die Grünen sind nun mal schlimme Kollektivisten, die den Bürger in Knechtschaft halten wollen. Er soll kein Eigentum bilden, möglichst zu Miete wohnen, und wenn er etwas angespart hat, dann muss er seine Kinder bei der Ausbildung unterstützen, für pflegebedürftige Eltern Zuzahlung leisten, oder zunächst sein Geld aufbrauchen, bevor er überhaupt Hartz4 bekommt. Und wer etwas gut verdient, der ist mit 5-stelligen Steuerbeträgen ganz schnell dabei. Mit freier Marktwirtschaft hat das nichts mehr zu tun. Es ist lediglich ein Versorgungswerk für Beamte und Abgeordnete.