Verfassungsschutz-Chef im Innenausschuss: Halle-Attentäter wird psychiatrisch untersucht

Der Attentäter von Halle ist tendenziell ein Einzelgänger und hat kaum Bezüge zur rechtsradikalen Szene, so der Verfassungsschutz. Wieder wird die „Gamer-Szene“ unter Verdacht gestellt.

imago images / photothek
Thomas Haldenwang, Praesident Bundesamt für Verfassungsschutz

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Thomas Haldewang teilte heute Vormittag in Berlin den Mitgliedern des Bundestag-Innenausschusses erste Erkenntnisse über den Attentäter von Halle Stephan Balliet, 27, mit.

Balliet hatte am 9. Oktober versucht, die Synagoge in Halle zu stürmen und dort ein Massaker anzurichten, erschoss dann aber, als er in die Synagoge nicht eindringen konnte, eine Passantin und einen Mann in einem Dönerladen.

Laut Haldewang, so berichteten Teilnehmer der Sitzung, hätte die Auswertung von Rechner und Unterlagen Balliets kaum Bezüge zu rechtsradikalen Organisationen zutage gefördert, sondern vor allem Material, das seine Verbindung zur sogenannten Gamer-Szene belegt. Die Computerspiel-Szene sei für ihn offenbar prägend gewesen.

Balliet habe abwechselnd bei seiner Mutter in Benndorf und bei seinem Vater gewohnt. In seiner Vernehmung, so Haldewang, habe Balliet seine ohnehin umfangreich mit der Videokamera dokumentierten Taten gestanden, aber gleichzeitig zu seinen Motiven „wirr“ geredet. Er werde jetzt psychiatrisch begutachtet.

In der Vergangenheit waren weder Polizei noch Verfassungsschutz auf den jungen Mann aufmerksam geworden. Seine Waffen stellte er sich nach bisherigen Erkenntnissen mit einem 3-D-Drucker selbst her.

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