Geiselnahme in Südfrankreich: Paris spricht von IS-Terror

Der Attentäter soll die Freilassung von Saleh Abdeslam verlangen, dem einzigen Überlebenden der Paris-Attentäter.

© Eric Cabanis/AFP/Getty Images
French gendarmes block an access to Trebes, where a man took hostages at a supermarket on March 23, 2018 in Trebes, southwest France. At least two people were killed after a gunman claiming allegiance to the Islamic State group opened fire and took hostages at a supermarket in southwest France

Die Meldungen in allen Medien beginnen wie immer. Einer ruft „Allahu Akbar“ schießt und nimmt in diesem Fall Geiseln. In der Welt liest sich das so:

Alarm bei der Polizei in Südfrankreich: Ein mutmaßliches Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat am Freitagvormittag in einem Supermarkt in Trèbes im Département Aude um sich geschossen und Geiseln genommen … Die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichteten übereinstimmend über mindestens zwei Tote. Dabei beriefen sie sich auf Angaben aus Ermittlerkreisen und dem Innenministerium. Die Geiselnahme war am frühen Nachmittag noch nicht beendet … Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.“

CNN hat natürlich sofort seinen Reporter dort und berichtet live, interviewt Terrorismus-Experten, die den Anschlag dem IS zurechnen und den Zusammenhang mit anderen Anschlägen herstellen.

Die Presse in Wien meldet: „Der Attentäter soll die Freilassung von Saleh Abdeslam verlangen, dem einzigen Überlebenden der Paris-Attentäter. Die Behörden haben das noch nicht bestätigt.“

BILD: „Ein mutmaßliches ISIS-Mitglied hat in Trèbes in Südfrankreich in einem Supermarkt um sich geschossen und Geiseln genommen. Seine Forderung: Laut dem Sender „BFMTV“ soll der Mann den Paris-Attentäter Salah Abdeslam freipressen wollen!“

Abdeslam ist der letzte Überlebende einer Terror-Gruppe, die im November 2015 koordinierte Anschläge in Paris verübte: 130 Menschen wurden getötet, Hunderte verletzt. 

„Bei dem Täter soll es sich um einen Marokkaner (25) handeln. Sein Auto wurde auf dem Parkplatz des Supermarktes entdeckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekannte er sich zu ISIS.“

Dann meldet BILD das Ende der Geiselnahme:

Am Nachmittag die erlösende Nachricht: Laut Innenminister Gérard Collomb wurde der Geiselnehmer erschossen. Der Supermarkt wurde laut „La Depeche“ gestürmt. Ein Journalist der Zeitung zitierte einen Polizisten: „Wir haben ihn erwischt.“

Bei dem Täter soll es sich um einen Marokkaner (25) handeln. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekannte er sich zur Terrororganisation ISIS.

► Bei der Geiselnahme kamen laut Ermittlern außer dem Täter drei weitere Menschen ums Leben: Laut Medienangaben soll es sich dabei um den Metzger (49) des Supermarkts, einen Kunden und den Insassen eines Opel Corsa handeln, den der Täter in Carcassonne kaperte. Ein weiterer Insasse des Wagens soll durch Schüsse verletzt sein. Offenbar fuhr der Angreifer mit dem gestohlenen Auto von Carcassonne nach Trèbes.“

Die Frage, die sich vielen Bürgern wieder einmal aufdrängt: Ist das die neue „Normalität“ im lange friedlichen Europa?

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