Rücktritt: Bärbel Bas braucht Zeit für die Trauerarbeit

In einem Instagram-Posting erklärt Bärbel Bas, warum sie als Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin nicht mehr weiterarbeiten will, nicht mehr weiterarbeiten kann: Die SPD-Politikerin begründet den Schritt mit dem Tod ihrer Stieftochter.

Bärbel Bas (SPD) IMAGO / HMB-Media
Bärbel Bas (SPD)

Bärbel Bas (58) schreibt in diesem Posting, dass sie das Bedürfnis hätte, die Trauer zu verarbeiten. Zudem verwies die Bundesarbeitsministerin auf fortgesetzte öffentliche Angriffe – auch aus den Reihen des Koalitionspartners Union –, die ihr in dieser schwierigen Phase die Kraft für die volle Ausübung beider Ämter genommen hätten. Sie habe Co-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil sowie Bundeskanzler Friedrich Merz über ihre Entscheidung informiert und um Entlassung aus dem Ministeramt gebeten.

Glosse
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Bärbel Bas stammt aus einer Arbeiterfamilie in Duisburg-Walsum und stieg ohne akademischen Hintergrund in die Politik auf. Nach Hauptschulabschluss und Ausbildung zur Bürogehilfin bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft arbeitete sie dort und in Betriebskrankenkassen, qualifizierte sich berufsbegleitend zur Sozialversicherungsfachangestellten, Krankenkassenbetriebswirtin und Personalmanagement-Ökonomin und war zuletzt Abteilungsleiterin. 1988 trat sie in die SPD ein, engagierte sich lokal in Duisburg (Stadtrat 1994 bis 2002) und zog im Jahr 2009 erstmals in den Bundestag ein. Sie war parlamentarische Geschäftsführerin (2013 bis 2019), stellvertretende Fraktionsvorsitzende und von 2021 bis 2025 Präsidentin des Deutschen Bundestages – die erste Sozialdemokratin in diesem Amt. Seit Mai 2025 ist sie Arbeitsministerin im Kabinett Merz, seit Juni 2025 SPD-Co-Vorsitzende an der Seite von Lars Klingbeil. Innerhalb der Partei gehört sie der Parlamentarischen Linken an und setzt Schwerpunkte in Gesundheit und Pflege.

In der schwarz-roten Koalition geriet Bas wiederholt in schwere Konflikte: CDU-Politiker, darunter Christian von Stetten vom Parlamentskreis Mittelstand, warfen ihr vor, Reformen zu blockieren und als „nicht mehr tragbar“ zu gelten. Das Doppelamt aus Ministerin und Parteivorsitzender der „Reformverweigerungspartei“ sei gescheitert. Kritik gab es auch an Aussagen zur Einwanderung und Vielfalt. Bas selbst sprach von Hass und persönlichen Angriffen, die sie zum „personifizierten Feindbild“ gemacht hätten.

Die SPD wies stets sämtliche Vorwürfe als Ablenkungsmanöver zurück und betonte, sie habe Gesetze vorgelegt und eng mit dem Kanzler abgestimmt. Der Rücktritt kommt in einer Phase, in der die Koalition um Arbeitsmarkt- und Sozialreformen ringt. Bas betonte, das Ministerium brauche nun eine Leitung mit voller Kraft für die anstehenden Vorhaben. Wer ihr nachfolgt, ist noch offen.

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