Die wichtige Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln ist durch einen Brandanschlag von einer linksradikalen Gruppierung lahmgelegt worden. Die Täter konnten noch nicht von der Exekutive ausgeforscht werden. Auch jene Sabotage-Truppe, die Teile Berlins im Januar von der Stromversorgung abgeschnitten hat, ist noch immer nicht gefasst.
picture alliance/dpa/Patrick Schüller | Patrick Schüller
Der aktuelle Anschlag der Gruppierung „Angry Birds“ stoppte den Schienenverkehr nördlich von Leverkusen am Freitag und verursachte erhebliche Schäden an Kabeln und an der Infrastruktur. Die Deutsche Bahn berichtete in einer Aussendung von „immensen Schäden“. Die Strecke wurde nach intensiven Reparaturarbeiten, die seit Freitag durchgehend liefen, am frühen Abend des Samstags wieder freigegeben. Der Zugverkehr rollt seither ohne größere Einschränkungen.
Auf der linken Plattform indymedia.org erschien dazu am Samstagmorgen ein Bekennerschreiben der Gruppe „Kommando Angry Birds“. Darin lobt sich die linksextremistische Vereinigung für die „Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen“. Die Täter gaben an, Brandsätze in einem großen Kabelschacht im nordöstlichen Teil der Brücke über die Wupper sowie in einem schmaleren Schacht deponiert zu haben. Als Zündmittel sollen Timer und ein Liter Grillanzünder verwendet worden sein. Als Motiv nannte die Gruppe das „Massensterben“ durch „technologische Eskalation“, das aufgehalten werden müsse. Die Bewegung strebe die „vollständige Zerschlagung des technologisch-industriellen Systems“ an.
Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte den Sabotageverdacht, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Die Täter konnten aber bislang nicht gefasst werden. Die linksextreme Gruppe gilt als loses Netzwerk im anarchistischen Spektrum und ist nicht streng hierarchisch organisiert – ein Umstand, der die Ermittlungen erschwert.
Bereits vor etwa einem Jahr, im Juli 2025, hatte sich „Kommando Angry Birds“ zu einem ähnlichen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg bekannt. Damals legten Brandsätze die Strecke tagelang lahm. Anfang Januar 2026 versuchte diese Gruppe zudem einen Anschlag auf ein Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf durchzuführen, der jedoch fehlschlug. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte bereits im August 2025 vor der Gewaltbereitschaft der linksextremen Gruppierung gewarnt und auf frühere Sabotageakte in der Region Düsseldorf – darunter Anschläge auf Telekommunikationsmasten in Langenfeld/Erkrath und einen Tunnelbrand an der A 46 – hingewiesen.
Reul sagte nun zu dem aktuellen Anschlag: „Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage.“ Sie träfen den Alltag vieler Menschen und nähmen „Kollateralschäden“ billigend in Kauf. Und die WELT zitiert dazu den Innenminister: „Diese Chaoten berufen sich darauf, eine Welt herzustellen, in der es Pflanzen, Tieren und Menschen besser gehe. Und dann verüben sie einen Brandanschlag, ausgerechnet jetzt, wo überall Trockenheit herrscht. Allein daran sieht man: Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Diese Menschen wollen Chaos. Sie zielen darauf ab, Politik durch Gewalt zu ersetzen. Das akzeptieren wir nicht.“
Auch kein Fahndungserfolg nach Angriff auf Berlins Stromversorgung
Dieser neue Anschlag der Linksextremisten erinnert auch an den Angriff auf die Stromversorgung Berlins im Januar dieses Jahres: Mitglieder der „Vulkangruppe“ zerstörten eine Kabelbrücke am Teltowkanal in Berlin-Lichterfelde. Der Brand löste einen großflächigen Stromausfall in mehreren südwestlichen Bezirken aus, der bis zu 100.000 Menschen und 45.000 Haushalte betraf. Bei winterlichen Temperaturen fielen auch viele Heizungen aus. Der Blackout dauerte mehrere Tage an und gilt als längster Stromausfall in Berlin seit 1945. Die Ermittlungen dazu übernahm der Generalbundesanwalt – ein Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“ wurde so wie beim aktuellen Attentat der „Angry Birds“ auf die Bahnstrecke auf der Website indymedia.org veröffentlicht.

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