Alice Weidel und Tino Chrupalla führen die AfD weiter. Beim Bundesparteitag in Erfurt bestätigten die Delegierten Weidel mit 81,3 Prozent und Chrupalla mit 70,1 Prozent im Amt. Gegenkandidaten gab es nicht.
dts
Weidel konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur Vorstandswahl vor zwei Jahren leicht verbessern. Beim Parteitag 2024 in Essen hatte sie rund 80 Prozent der Stimmen erhalten. Chrupalla musste dagegen deutliche Verluste hinnehmen: Sein Ergebnis sank von damals 83 auf nun 70,1 Prozent.
Die Parteiführung hatte im Vorfeld erkennbar darauf hingearbeitet, Konflikte auf offener Bühne zu vermeiden. Der Parteitag konzentriert sich deshalb weitgehend auf die Neuwahl des Bundesvorstandes und weiterer Parteigremien.
Auch der mögliche Hauptstreitpunkt wurde gleich zu Beginn entschärft. Ein Antrag zur Überarbeitung der sogenannten Unvereinbarkeitsliste, den unter anderem Thüringens AfD-Chef Björn Höcke unterstützte, wurde mit Zustimmung der Antragsteller von der Tagesordnung genommen. Statt einer Abstimmung soll sich nun der neu gewählte Bundesvorstand mit dem Thema befassen.
Mit dem Parteitag in Erfurt will sich die AfD zugleich auf eine mögliche Regierungsverantwortung nach den Wahlen im Herbst vorbereiten – insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern. Weidel erklärte vor ihrer Wiederwahl, die AfD sei „die neue Volkspartei in Deutschland“ und bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Als Beleg verwies sie auf die wachsende Mitgliederzahl. Diese sei innerhalb von drei Jahren von 30.000 auf 75.000 gestiegen. Die Marke von 100.000 Mitgliedern werde die Partei nach ihrer Einschätzung „bald und sehr schnell“ erreichen.

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